Für Opisthokonta wird kein eigener Menüpunkt gewählt, die Ausführungen dazu werden vielmehr der Charakterisierung der Animalia vorangestellt. Anschließend folgen die Einträge für die einzelnen Taxa (siehe wissenschaftliche Namen unter „4 Animalia Stammbaum“) in alphabetischer Anordnung. Für Taxa mit rotem Copyrightzeichen werden separate Teilstammbäume gezeigt, die unter eigener Nummer, z. B. „4.1 Porifera“ etc., beschrieben werden. Alle wissenschaftlichen Namen ohne dieses Zeichen, sind unter „4 Animalia A – G (bzw. H – N, O – Z)“ je in alphabetischer Reihenfolge zu finden.

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Glossar

Opisthokonta, Schubgeißler

1 Nischen

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Wellengleich schlagend, treibt eine Geißel[1] ununterbrochen

Ellipsoide Körper voran.

Ein Modell für Millionen Jahrhunderte später

Den die Erde besiedelnden, hochorganisierten, milliardenfach größeren Tiere[2].

Doch auch Chitinpilze[3] gründen auf diesen opisthokont[4] begeißelten Zellen,

Schlagen eigene Wege allerdings ein.

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Schneller, behender, den Standort zu wechseln

– Dem Licht nicht entgegen, denn Chloroplasten[5] sind ihnen fremd –

Nach organischem Müll auf der Suche:

Gelöste Stoffe zu finden oder,

Zur Amöbe[6] gewandelt, wertvolle Nahrungspartikel.

Dies ist ihr Fortschrittsprinzip!

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Ständiges Jagen nach Nahrung ist nötig,

Denn heterotroph[7] bleibt ihr Leben.

Verwenden für Baustoffe und Energie

Fremder Wesen Einsatz und Wissen.

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Äonen schon waren Blaualgenketten[8] photosynthetisch[9] aktiv.

Da endlich das Leben, sterben auch Massen, so

Sammeln sie mancherorts sich immer mehr an,

Bedecken den Boden tiefgründig mit Schichten.

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Vorräte in Mengen ersparen ständiges Schwimmen und Suchen.

Sich festzusetzen, zu ruhen, vielleicht mit Geißeln zu wirbeln,

Erbringt genügend der stündlich nötigen Nahrung.

So okkupieren energiesparend sie heftig umworbene Nischen.

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Zwei optimierende Alternativen bieten sich an,

Um alles Brauchbare möglichst vollständig zu nutzen:

Sich sitzend der Nahrung entgegenzustrecken[10],

Oder gezielt sich hinzubewegen darauf[11].

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Fußnoten

[1] Flagellum, Geißel (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und einem zentralen Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt.

[2] Animalia: Echte Tiere (Opisthokonta – Eukarya)

[3] Chitinpilze, Echte Pilze: Fungi (Opisthokonta – Eukarya)

[4] Opisthokont begeißelt: Die Geißel inseriert am hinteren Ende des Flagellaten und schiebt den Körper voran.

[5] Chloroplasten: Durch Endosymbiose entstandene Organelle. Ihre Herkunft von Blaualgen ist durch mehrere Merkmale gesichert. Die innere Membran hat bakteriellen Charakter, die äußere ähnelt Membranen der Eukaryoten; ringförmgie DNA in Chloroplasten, weist ebenfalls auf bakteriellen Ursprung hin, wie auch enthaltene 70S-Ribosomen. Phycobilisomen bei Glaucophyta und Rhodophyta, wie sie bei Cyanobakterien auftreten, sind ebenfalls Hinweis auf der Chloroplasten endosymbiontische Herkunft.

[6] Amöben, Wechseltierchen: Verändern ständig ihre Form, weil zellwandlos; stülpen Fortsätze des Protoplasten aus, umfließen Nahrung, um Nahrungsvakuolen (Endosomen) zu bilden, ihren Fang zu verdauen. Amöben kommen in verschiedenen Organismenreichen vor; repräsentieren also keine Verwandtschaft, sondern nur eine Lebensstrategie; ein Organismenreich (Amoebozoa) umfasst jedoch nur Amöben

[7] Heterotroph: Darunter werden alle Organismen subsumiert, die für ihr Leben auf bereits vorhandene organische Substanzen angewiesen sind

[8] Blaualgen: Cyanobacteria (Bacteria)

[9] Fotosynthetisch (Fotosynthese): Umwandlung von Lichtenergie in Energie organischer Moleküle. Dabei wird letztlich CO2 über komplexe Vorgänge zu energiereicher Glucose aufgebaut. Mit Hilfe von Chlorophyll (Licht!), erzeugtem ATP (zyklischer Elektronentransport) und NADPH2 (azyklischer Elektronentransport) werden von Zellen Zucker synthetisiert

[10] Echte Pilze, Chitinpilze: Fungi (Opisthokonta – Eukarya)

[11] Echte Tiere: Animalia (Opisthokonta – Eukarya)

Eingestellt am 23. November 2024

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Opisthokonta, Schubgeißler:

2 Amöboide Reminiszenz (SP,HP)

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Mitten hinein in den muddligen Boden schiebt ihn die Geißel![1]

Ermattet vor Sauerstoffmangel, vermehren, langsam verendend,

Hungrige Wesen die Lager organischer Massen:

Von anaeroben[2] Bakterien schnellstens entsorgt.

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Wiederholte Versuche scheiterten kläglich, bis einer der Bohrer,

An klebriger Stelle des Untergrunds haftend,

Geißelwellen benutzte, Wasserströme heranzubefördern,

Um ohne viel Aufwand flüssigen Nährstoff für sich zu gewinnen.

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Unabhängig zu werden von weich-matschigen Untergründen

Gelingt erst späteren Generationen:

Mit Zucker[3] verbundene Proteine[4],[5], der Spitze des Körpers entwichen,

Wirken als widerstandsfähiger Kleister.

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Um resorbierende Flächen[6] zu weiten,

Stülpt – sich des amöboiden[7] Könnens entsinnend –

Feine Füßchen der festgeklebte Biont[8]

Nach allen nur möglichen Richtungen hin.

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Welche Alternativen bieten nun sich dem Leben?!

Eine Milliarde Jahre vor heute denkt noch niemand daran,

Doch der Heterotrophen[9] Leben findet zwei entscheidende Wege:

Wer wächst der Nahrung entgegen[10]? Wer wandert beständig ihr nach[11]?

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Fußnoten

[1] Flagellum, Geißel (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und einem zentralen Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt.

[2] Anaerob: sauerstofffrei; Anaerobier leben nur unter sauerstofffreien Bedingungen

[3] Zucker: Kohlenstoffverbindungen mit einem doppelbindigen Sauerstoff [–C=O] am Ende der Kette, wenn in offener Form dargestellt, oder als Ringform mit einem einfachgebundenen Sauerstoff im Ring, und einer oder mehreren [–OH]-Gruppen; Summenformel meist [Cn(H2O)n]

[4] Proteine: Aus Aminosäuren aufgebaute, komplexe Moleküle. Die [–NH2]-Gruppe einer Aminosäure wird mit der Hydroxylgruppe [–OH] der Säurefunktion [–COOH] unter Wasserabspaltung verknüpft, dabei entsteht eine charakteristische Abfolge von Atomen: [–C–N–C–C–N–]n, wobei das unmittelbar dem [N] benachbarte [C] einen doppelbindigen Sauerstoff [–C=O] trägt, das zweite der beiden benachbarten den Aminosäurerest

[5] Glycoproteine: Substanzen aus Zuckern und Proteinen

[6] Resorbieren, Resorption: Flüssige oder gelöste Nährstoffe über äußere oder innere Oberflächen aufnehmen

[7] Amöboid: Wie Amöben, Wechseltierchen, gestaltet, oder sich so beim Bewegen verhaltend

[8] Bionten: Allgemeine Bezeichnung für Lebewesen

[9] Heterotrophe: Darunter werden alle Organismen subsumiert, die für ihr Leben auf bereits vorhandene organische Substanzen angewiesen sind

[10] Fungi, Echte Pilze (Opisthokonta – Eukarya)

[11] Animalia, Echte Tiere (Opisthokonta – Eukarya)

Eingestellt am 23. November 2024

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Animalia, Echte Tiere:

1 Auf den Trichter gekommen (HP,SP)

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Morgensternförmig strahlen Zoons[1] Füßchen,

Teilchenschauer geißelbewegungsbedingter[2] Wasserdrift

Ohne Pause durchkämmend,

Nehmen haftende Mikropartikel endocytotisch[3] zu sich.

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Weil viel Freiraum zwischen den spreizenden Füßchen,

Wirkt das filternde Mühen nicht optimal.

Schieben kranzförmig sie deswegen nach oben, verbinden sie nahe der Geißel mit Schleim,

Bewirken auf diese Weise ausgezeichnete Trichter für Beutefang.

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Die Geißel behält die Schlagrichtung– warum sie auch ändern? –

Zieht partikelbeladenes Wasser, der Geißel entlang,

Bewegt bald schon gereinigtes Wasser an des Kragens[4] Wandung nach oben:

Gefiltert entweicht es, der Zelle Endocytose hatte zu tun,

Fließt der Umwelt wieder entgegen;

Neue Nahrung fließt schon heran.

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Für immer vorbei scheint Knappheit an Energie und Baustoff,

Denn solche Versorgung erlaubt Bionten[5], sich ununterbrochen zu teilen.

Raumgreifend wächst die Population[6],

Besiedelt jede nur mögliche Stoffdeponie.

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Nicht alle bevorzugen Ortsfixierung und Strudeln,

Andere bleiben mobil,

Bessere Jagdgebiete zu finden,

Neue Kolonien[7] zu gründen. –

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Wer nach durchgehenden Merkmalen der Animalia fahndet,

Trifft auf Zellen, die keine Wand umgrenzt.

Um trotzdem Stabilität dem Organismus zu geben,

Werden intrazelluläre Versteifungsstrukturen gewählt,

Die intern oder extern den Körper Widerstandfähigkeit[8] geben,

Ein Muss, werden millionen-, milliardenzählige Zellen zusammengefasst.

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Womöglich spielt ein Zweites eine entscheidende Rolle:

Der Animalia Zellen stehen in engem Kontakt

Nur über dünne glycoproteinhaltige[9] Schichten,

Die schnell gebildet sind und wieder gelöst.

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Sexuelle Fortpflanzung[10] erfolgt ausnahmslos über Eizellen[11] und Spermatozoide[12],

Diploide[13] Zygoten[14] entstehen so über Oogamie[15],

So bleibt das Zoon bis zur nächsten Vermehrungsrunde

Genetisch gepuffert[16] durch Diploidie.

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Fußnoten

[1] Zoon: Allgemeine Bezeichnung für tierische Lebewesen

[2] Flagellum, Geißel (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und einem zentralen Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt.

[3] Endocytose: Aufnahme eines Partikels aus der Zellumgebung mit Hilfe eines aus der Zellmembran durch Einstülpung entstandenen Vesikels

[4] Kragengeißelzellen, Choanocyten (Choanoflagellaten, Schwämme): Besitzen einen Ring aus Mikrovilli, feinste schleimbedeckte Ausstülpungen der Zelle, in deren Mitte eine Geißel schlägt, die bei vielen Arten beidseits mit einer Fahne aus engschließenden Fäden bedeckt ist, um damit Wasser effektiver zu bewegen

[5] Bionten: Allgemeine Bezeichnung für Lebewesen

[6] Population: Eine Gemeinschaft von Tieren, Pflanzen oder Pilzen, etc., deren Glieder in kompatibler sexueller Beziehung leben.

[7] Kolonie: Dichte Versammlung von Einzelindividuen

[8] Endoskelett, Exoskelett: Endoskelette sind im Innern des Organismus gelagert, entweder permanent zellintern oder von Zellen zu selbständigen Strukturen ausgeschieden und zusammengelagert; Exoskelette werden in ähnlicher Weise auf der Oberfläche des Tieres abgelagert

[9] Glycoproteine: Substanzen aus Zuckern und Proteinen

[10] Sexuelle Fortpflanzung: Dafür sind drei Vorgänge miteinander gekoppelt, Meiose (abgekürzt mit R!), Plasmogamie (Zellen vereinen sich, abgekürzt mit P!) und Karyogamie (Kerne verschmelzen, abgekürzt mit K!) verbunden, wobei P! und K! mit Ausnahme bei Dikaryota unmittelbar aufeinander folgen. Bei Dikaryota (Unbegeißelte Chitinpilze – Fungi – Opisthokonta – Eukarya) sind beide Vorgänge unterschiedlich lang (weit) voneinander getrennt. Da bei Animalia und Plantae P! und K! unmittelbar aufeinander folgen, werden beide Vorgänge häufig zu Befruchtung (B!) zusammengefasst.

[11] Eizellen: Unbewegliche, nährstoffreiche, weibliche, haploide Keimzellen

[12] Spermatozoide: Gameten, reife haploide Keimzellen, die zu eigenständiger Bewegung fähig sind

[13] Diploid: Zellkerne mit doppeltem Satz zusammenpassender, homologer Chromosomen; ausgedrückt mit 2n

[14] Zygote: Diploide Zelle, die nach der Verschmelzung zweier haploider Kerne im Zuge der sexuellen Fortpflanzung entstand

[15] Oogamie: Verschmelzung eines haploiden, beweglichen Spermatozoids mit einer unbeweglichen, nährstoffreichen Eizelle

[16] Genetisch gepuffert: Diploide Kerne sind genetisch gegen mutative Einflüsse gepuffert, weil das homologe Partnerchromosom womöglich nicht in gleicher Weise verändert wird und so eine negative Veränderung nicht unmittelbar zum Ausdruck kommen muss; haploide Organismen oder haploide Abschnitte eines Entwicklungszyklus’ sind deshalb für Manifestwerden von Mutationen viel anfälliger

Eingestellt am 23. November 2024

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Entwicklungszyklus eines Diplonten (ppt-generiert; Reinhard Agerer)

Animalia als Diplonten (2n) entwickeln über Meiose (R!) haploide Geschlechtszellen (n), Gameten, als Eizellen und Spermatozoide

Ein Spermatozoid (n) trifft auf eine Eizelle (n), worauf Plasmogamie (P!) und unmittelbar darauf die Karyogamie (K!) stattfindet. Es entsteht eine diploide Zygote (2n), die sich weiter zu einem diploiden (2n) adulten Tier, gelegentlich über Larven, entwickelt; nur die Gameten sind haploid

Eingestellt am 23. November 2024

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Ab hier werden die Texte bezüglich Taxanamen (s. Stammbaum und/oder Pfade) alphabetisch geordnet.

Die evolutiven Zusammenhänge lassen sich deshalb aber nur erkennen und verfolgen, wird auch der zugehörende Stammbaum berücksichtigt.