zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Bryophytina, Laubmoose i.e.S.

1 Erinnerung

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Langfädig sprießen die Sporen aus ihrer Hülle

Weit in die Gegend hinein;

Ziehen, sich ihrer Herkunft erinnernd,

Wie damals als Algen noch, Septen[1] in das Trichom[2],[3].

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Ergrünen, wachsen, gewinnen Reserven,

Verzweigen sich zur grünlichen Matte,

Recken, anfangs an den Boden sich schmiegend,

Scheitelzellbildend[4], kahle Köpfchen steil in die Höh.

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Blättchenformend[5], werden sie schwerer,

Gewinnen erheblich an Länge hinzu,

Verankern sich, der Vorfahren Ideen sei es gedankt,

Mit Rhizoiden[6], septierten Fäden, fest im Grund[7].

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Ein Moospflänzchenrasen ziert nun die Gegend

Voll Chlorophyll[8], lebendig in Grün,

Der bröselnde, windanfällige Boden

Fühlt stabilisierenden Halt.

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Höher hinaus als Takakia[9] dies konnte,

Wachsen die Stämmchen[10] mit flachen, einschichtigen Blättchen,

Denn im Innern reift die Erkenntnis,

Je mehr von ihnen, so höher des Pflänzchens Gewinn.

.

Zellen im Zentrum des Stämmchens zieh‘n sich in Länge,

Vergrößern den Abstand zwischen den Septen[11],

Erweitern, was sonst nur als feinste Kanäle[12] genutzt,

Zu gängigen Pfaden für den Transport.

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Wasser, von Rhizoiden nach oben gesogen,

Übernehmen des Stämmchens randnahe Zellen,

Übergeben es ionenbefrachtet zentralen Bahnen

Zum Weiterleiten nach oben.

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Auch Blättchen, oft mittelrippeversehen[13],

Haben teil am leitenden Spiel;

Aktiver Transport ist sicher nicht nötig,

Denn der Blättchen Transpiration[14] zieht Wasser ohnehin in die Höh‘.

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Fußnoten

[1] Querwände, Quersepten: Zellwände quer eines Fadens

[2] Trichom (Anatomie): Einzellreihiger Faden oder einzellreihiges Haar

[3] Protonema (Laubmoose): Ein haploides, trichales Verzweigungssystem nach der Sporenkeimung, an dem später das typische haploide Moospflänzchen entsteht.

[4] Scheitelzelle: Eine Zelle am oberen Ende eines Organismus (Plantae, Chromalveolata), die durch ständige Teilung für das Verlängern, Vergrößern, sorgt, weil, davon ausgehend, alle weiteren Zellen entstehen, also von ihr abstammen

[5] Blättchen (Moose): Ein blattartiges, flächiges Organ, das äußerlich einem Blatt der Gefäßpflanzen (Tracheophyta) ähnelt, jedoch sich davon im Bau grundlegend unterscheidet; deshalb wird bei Moosen lediglich von Blättchen und nicht von Blatt gesprochen.

[6] Rhizoide: Fadenartige, wurzelähnliche, trichale oder unseptierte Auswüchse zum Festheften von Thallophyten

[7] Substrat: Allgemeine Bezeichnung für feste, unterstützende, tragende oder nährende Substanz

[8] Chlorophyll, Blattgrün: Besteht aus Porphyrinringsystem mit angehängter Kohlenstoffkette. Es lassen sich Untertypen unterscheiden, je nachdem welche Seitenmoleküle am Porphyrinringsystem hängen

[9] Takakia: Klaffmoos (Takakiophytina – Bryophyta – Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta –…)

[10] Stämmchen (Moose): Eine aufrechte oder liegende Achse, die äußerlich einem Spross der Gefäßpflanzen (Tracheophyta) ähnelt, jedoch sich davon grundlegend in Bau und Funktion unterscheidet; deshalb wird bei Moosen lediglich von Stämmchen und nicht von Spross (Stamm) gesprochen.

[11] Querwände

[12] Plasmodesmen: Zell-zu-Zell-Verbindungen der Pflanzen. Diese cytoplasmatischen Kanäle (von 30 – 40 nm Durchmesser) dienen dem Stoff- und Informationsaustausch zwischen Zellen.

[13] Mittelrippe (Blatt, Blättchen): Längsverlaufende, zentrale Verdickung unterseits der Fläche

[14] Transpiration (Plantae): Abgabe von Wasserdampf durch (die Spaltöffnungen der) Pflanzen

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Bryophytina, Laubmoose i.e.S.

2 Wie alles kam

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Der Scheitelzelle Dreischneidigkeit[1] gebührt alle Ehre!

Dazu aber noch der Gene Weisheit, Althergebrachtes nicht komplett zu entsorgen;

Haare[2], wie die Altvorderen schon,

In hintereinander liegende Kompartimente zu teilen,

An ihre Spitze das Wachstum zu schieben

Und an der Seite sich weitere Fäden zu geben[3].

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Nur ihr Zusammenspiel,

Ihr Wirken zur richtigen Zeit

An zugewiesenen Orten,

Eröffnete ihnen zukunftsbestimmend den Weg,

Das Land in unvorstellbarer Weise,

Auch unter extremsten Bedingungen noch zu besiedeln.

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Schon der Sporen Keimung entschied der Laubmoose künftiges Leben:

Mit dem fädigen, allseits gerichteten,

Den Boden grün überziehendem Wachstum[4],

Besetzen sie rasch, nur zu eigenem Vorteil, verfügbare Nischen.

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Scheitelzellen, nicht an der Spitze des liegenden Fadens gelegen,

Streben seitlich, der Schwerkraft entgegen, empor;

Geben Abkömmlingen nach jeglicher Richtung die Freiheit,

Blättchen[5] rund um das Stämmchen[6] in gleichberechtigter Weise zu bilden.

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Fäden, nun ihr Wachstum erst richtig beginnend,

Dringen, auf eigene Zuckersynthese nicht mehr verwiesen,

Erbleichend, Zellwände bräunlich verdickend[7],

Reichlich und weit sich verzweigend, ständig voran.

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Modernste entwickeln, raffiniert aber wahr,

Hocheffektive Verteilungssysteme für Zucker und Wasser,

Mit direktem Anschluss ans Stämmchen,

Anderen Endes verbunden mit den Ressourcen vor Ort:

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Der Rhizoiden Zweige, meist nach vorne lohnenden Quellen zustrebend,

Treiben, nicht ohne Sinn, nahe der Basis,

Nicht unter, wie so gewöhnlich,

Sondern über der Querwand den Seitenzweig aus.

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Schicken ihn, engen Kontakt vermittelnd, nach hinten,

Zu seines eigenen Mutterzweigs Ursprung,

Bis er gleichsam die Großmutter trifft,

Ihr Kommando befolgend, sich gabelt,

Zellwand an Zellwand beide Äste ihr anlegt,

Den einen nach links, den andern nach rechts

Für weiteres Wachstum Richtung eigenem Vorne schickt,

Und die Chance zum Seitenzweigbilden jeweils selbst ergreift.

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Findet die Mutter, das, was sie sucht,

Leitet sie den in Wasser gelösten Fund

Dem Sprössling entgegen mit dem Befehl,

ihn der Großmutter zu geben über die Gabelzweige hinweg.

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Zweierlei Ziele verwirklicht so das System:

Falls ein Seitenzweig Nährlösungen findet,

Schickt er sie rückwärts zum Verteilen den Gabelästen

Dem transpirierenden[8] Pflänzchen entgegen,

Aber ein Quantum davon der weiterwachsenden Front,

Bis auch sie, fündig geworden,

Selbst in der Lage sich sieht,

Gleichfalls Beiträge zu leisten für das gesamte System.

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Zucker, vom grünblättrigen Pflänzchen synthetisiert,

Nimmt den entgegengerichteten Weg,

Nicht in und zwischen den Wänden,

Wie für wässrige Lösung dies gilt:

In der Zelle von einer feinporigen Querwand[9] zur nächsten,

Bis sie die wachsende Spitze erreicht.SL

.

Fußnoten

[1] Dreischneidige Scheitelzelle: Die dauernd teilungsaktive Scheitelzelle gibt, wenn dreischneidig, in schraubiger Drittel-Kreis-Folge anfangs keilförmige Zellen ab, von denen alle weiteren Zellen abstammen; Organismen mit solchen Scheitelzellen formen räumliche Vegetationskörper. Ihre Gestalt ähnelt einem Tetraeder, wobei eine Fläche zur Spitze zeigt und die drei verbleibenden Seiten in schraubiger Weise Segmente abgliedern.

[2] Trichom (Anatomie): Einzellreihiger Faden oder einzellreihiges Haar

[3] Protonema (Laubmoose): Ein haploides, trichales Verzweigungssystem nach der Sporenkeimung, an dem später das typische haploide Moospflänzchen entsteht.

[4] Protonema

[5] Blättchen (Moose): Ein blattartiges, flächiges Organ, das äußerlich einem Blatt der Gefäßpflanzen (Tracheophyta) ähnelt, jedoch sich davon im Bau grundlegend unterscheidet; deshalb wird bei Moosen lediglich von Blättchen und nicht von Blatt gesprochen.

[6] Stämmchen (Moose): Eine aufrechte oder liegende Achse, die äußerlich einem Spross der Gefäßpflanzen (Tracheophyta) ähnelt, jedoch sich davon grundlegend in Bau und Funktion unterscheidet; deshalb wird bei Moosen lediglich von Stämmchen und nicht von Spross (Stamm) gesprochen.

[7] Rhizoide: Fadenartige, wurzelähnliche, trichale oder unseptierte Auswüchse zum Festheften von thallösen Pflanzen

[8] Transpiration (Plantae): Abgabe von Wasserdampf durch (die Spaltöffnungen der) Pflanzen

[9] Plasmodesmen: Zell-zu-Zell-Verbindungen der Pflanzen. Diese cytoplasmatischen Kanäle (von 30 – 40 nm Durchmesser) dienen dem Stoff- und Informationsaustausch zwischen Zellen.

SL Agerer R (1991) Comparison of the ontogeny of hyphal and rhizoid strands of Pisolithus tinctorius and Polytrichum juniperinum. Crypt Bot 2/3: 85-92

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Rhizoidverzweigungen von Polytrichum juniperinum (Agerer; Originale)

Links: a. Dickes Rhizoid, von dünneren in typischer Verzweigungsweise eingehüllt (dargestellt in zwei Teilen (x kennzeichnet Fortsetzungsstelle); a‘ zeigt in schematischer Darstellung die Verzweigungen. – b. Dickes Rhizoid, von dünneren in typischer Verzweigungsweise eingehüllt; die dunklen Punkte in der basalen Zelle eines Seitenzweiges sind angefärbte Stärkekörner; b‘ zeigt in schematischer Darstellung die Verzweigungen. – c. Bildung eines Seitenzweigs, ausgehend von einem dickeren Rhizoid; c‘ zeigt in schematischer Darstellung die Verzweigung. – d. Kleines Gelocke dünnerer Rhizoide um ein anderes. Bemerkenswert und typisch ist die Schrägstellung der Querwände.

Aus Agerer (1991), Fig. 1, Seite 86.

Rechts: Schematische Darstellung der Abbildung a (rechtes Bild). Verzweigungen in unterschiedlichen Farben angegeben; Pfeile zeigen die Wuchsrichtungen an; Querstriche Querwände der Rhizoide; eng-parallel verlaufende Rhizoide stehen miteinander in engem Kontakt.

Nach Agerer (1991), Fig 4a, Seite 88

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Bryophytina, Laubmoose i.e.S.

3 Wiederum Stände

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Wie ihre Schwestern, der Lebermoose Blättchenfraktion[1],

Fördern auch sie ein spitzenplatziertes Splashcup-System[2],

Um Tropfen für sich zu gewinnen,

Damit Spermatozoide[3] auf Fernreise geh‘n.

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Gruppieren vergrößerte Blättchen[4] dicht um das Gipfelplateau[5],

Umstellen der Geschlechtszellbehälter[6] Versammlungsort,

Recken die Helfer, einem Trichterdach[7] gleich,

Dem wasserspendenden Himmel zu.

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Zu weit entfernt jedoch steh‘n die umzäunenden Blättchen,

Wirksam vor schädlichen Wasserverlusten zu schützen,

Obgleich sich die Wände etwas nach innenzu biegen, um

Einzuengen den allzu offenen Raum.

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Fäden, mehr keulig als schlank[8],

Mit dickerer Zellwand am oberen Ende,

Füllen die Räume zwischen den zarten Behältern,

Umgeben sie seitlich, sie schützend von oben dazu.

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In jüngsten Phasen umgreifen die Fäden die

Mündel, wie Finger der bergenden Hand,

Fördern, Turgeszenz[9] ihnen sichernd,

Auch der Entwicklung finierenden Schritt.

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Erfanden damals sie schon den wasserabstoßenden Lotuseffekt[10]

Mit engstehenden, nicht gänzlich schließenden Fäden[11]

Und lufterfüllten Räumen dazwischen, um das

Liegen kugliger Tropfen[12] auf den Fäden zu sichern,

Damit sie nicht dem mächtigen Sog in die Abgründe folgen,

Sich nicht der zugedachten Rolle entzieh’n?

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Stürzt ein Tropfen der unbenetzbaren Fläche entgegen,

Flieht er, die wartenden Spermatozoiden mit sich nehmend,

Unverzüglich den garstigen Ort,

Zerspritzt, dem Aufprall geschuldet, wie heftiges Feuerwerk.

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Dutzende Tröpfchen überspringen den Krater,

Zerstäuben weiter, landen bewegt in der Luft,

In ähnlich gestalteten weiblichen Trichtern,

Finden gottlob wasserumgebene Mündungen vor.

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Was kommt, ist alltäglich:

Glücklich gelandete Flugpassagiere

Schwimmen hinab zum wartenden Ei[13]. –

Folgt jemand nach, kommt er zu spät.

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Fußnoten

[1] Jungermanniopsida: Foliose Lebermoose (Marchamtiophyta – Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta – Plantae –…)

[2] Spritzbecher-Mechanismus, Splashcup-Mechanismus: Eine durch Regen geleitete Verbreitungsmethode unterschiedlicher Propagulen, die am oder gegen den Grund eines glänzend-glattwandigen Bechers bereitstehen; die glatte Wandung bewirkt ein ungebremstes schnelles Gleiten des Regentropfens in den Bechergrund; der unvermittelt ihn stoppende Boden, bringt den Regentropfen dazu, sich in Tröpfchen zu zerteilen, die, der Wand entlang nach oben schießend, die Propagulen mit sich reißen und irgendwo abladen.

[3] Spermatozoide, Spermatozoen, Spermien: Reife, männliche, haploide Keimzellen; Gameten, die im Normalfall zu eigenständiger Bewegung fähig sind

[4] Blättchen (Moose): Ein blattartiges, flächiges Organ, das äußerlich einem Blatt der Gefäßpflanzen (Tracheophyta) ähnelt, jedoch sich davon im Bau grundlegend unterscheidet; deshalb wird bei Moosen lediglich von Blättchen und nicht von Blatt gesprochen.

[5] Apex: Spitze, Scheitel

[6] Antheridien und Archegonien

[7] Trichterdach: Ein trichterförmiges Dach, das in regenarmen Gebieten oft mobil aufgestellt wird, um über die zentrale, tiefste Selle Regen aufzufangen.

[8] Paraphysen (Bryophyta): Sterile, keulige oder spindelförmige, einzellreihige, kurze Trichome zwischen Antheridien und Archegonien

[9] Turgeszent: Mit Flüssigkeit prall gefüllt, dadurch gespannt

[10] Lotuseffekt: Wirkung fein genoppter Oberflächen, auf denen Wasser ähnlich wie auf den Blättern der Lotusblume nicht anhaften kann, sondern der Tropfen wegen der hydrophoben Wirkung der Auflagefläche in annähernder Kugelform liegenbleibt

[11] Paraphysen

[12] Spermatozoiden enthaltend, die aus den Antheridien kamen

[13] Eizellen: Unbewegliche, nährstoffreiche, weibliche, haploide Keimzellen

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Funaria hygrometrica, Archegonienstand und Archegonienontogenese (Tusche und Kreide; Reinhard Agerer)

Links: Halber Archegonienstand im Längsschnitt mit abgeflachter Achsenspitze des Stämmchens, umgeben von einschichtigen und mehrschichtigen Blättchen (Perianth), Paraphysen und zwei Archegonien unterschiedlichen Entwicklungsstands. [In Natura viel dichter stehend]

Rechts: Ontogense von Archegonien, entstanden durch Tätigkeit einer Scheitelzelle aus einer Oberflächenzelle (Bild unten), Bildung einer Zentralzelle (Bild darüber), Verlängerung unterhalb dieser Zelle (Bild oben) zu einem mehrzelligen, deutlichen Stiel und Teilung der Zentralzelle in die Eizelle (gelb) und die Bauchkanalzelle (rötlich); rechts ein weitentwickeltes Archegonium mit vielen Halskanalzellen über der Bauchanalzelle.

Nach Strasburger (2008) Abb. 10-140, G – L, Seite 757

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Funaria hygrometrica, Antheridienstand und Antheridienontogenese (Tusche und Kreide; Reinhard Agerer)

Rechts: Halber Antheridienstand im Längsschnitt mit abgeflachter Achsenspitze des Stämmchens, umgeben von einschichtigen und mehrschichtigen Blättchen (Perianth), Paraphysen und Antheridien unterschiedlichen Entwicklungsstands. Ein Antheridium nur im Umriss dargestellt. [in Natura viel dichter stehend]

Links: Ontogenese von Antheridien, entstanden durch Tätigkeit einer Scheitelzelle aus einer Oberflächenzelle (Bild oben rechts, Mitte rechts und oben links); Entwicklung einer Mehrschichtstruktur durch perikline Teilungen (unten links, unten rechts im Querschnitt); ganz links ein annähernd reifes Antheridium mit vielen kleinen Kammern, in denen je ein Spermatozoid entsteht; darüber ein Spermatozoid, wie es generell für Streptophyta typisch ist. Spermatogenes Gewebe und Spermatozoid bräunlich eingefärbt.

Nach Strasburger (2008), Abb. 10–140, A – G, Seite 757

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Bryophytina, Laubmoose i.e.S.

4 Staunen nur kann ich

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Wie oft bewundern wir finale Gefüge

Wie selbstverständlich geschaffen für ein Problem,

Das nur Experten erkannten, eine Antwort dann fanden und

Niemand dachte, wie außergewöhnlich gedankenfordernd dies war.

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Die Natur denkt nicht lange, um das Leben zu optimieren!

Mit der Freiheit, die sie erhielt,

Mit ihrer Gene Plastizität, bereit sich ständig zu wandeln,

Auch wenn sie noch keinen Vorteil verspürt;

Dann aber, wenn sie gefordert,

Liegt ihr womöglich sofort die passende Antwort zur Hand,

Wird im vermeintlichen Nachteil

Bisweilen ihre Chance seh‘n.

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Manchmal genügt schon, zwei Basen[1] im Gen zu ersetzen, um

Zwei Aminosäuren[2] neu im Protein zu platzieren,

Ohne Wirkung für die normale Funktion:

Vielleicht aber später entscheidend über Leben und Tod.

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Nichts wissen wir über Anzahl und Wirkung der Laubmoosgene,

Ob, wie und wann eventuell Epigenetik[3] die Wirkung bestimmt:

Warum Paraphysen[4] mit verdickten Enden und schnabliger Spitze

Genau am Gipfel des Stämmchens[5] zwischen Antheridien[6] und Archegonien[7] steh‘n

Und nicht an Rändern der Blättchen[8]

Oder im Rhizoidensystem[9].

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Wie viele Schritte waren wohl nötig,

Dies alles in funktionierender Weise zu lösen?

Vielleicht eine Handvoll, womöglich viel mehr!

Mitunter sammeln Mutationen[10] im Stillen sich an,

Bringen, geologisch gesehen in recht kurzer Zeit

All das erstaunend Moderne hervor.

 .

Fußnoten

[1] Basen (Gene): gemeint sind hier die Nucleobasen Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin

[2] Aminosäuren: Organische Säuren mit einer Amino-[–NH2] Seitengruppe. Biologisch bedeutend sind hauptsächlich jene Aminosäuren, die an dem der Säuregruppe benachbarten Kohlenstoffatom diese Gruppe besitzen

[3] Epigenetik: Teilgebiet der Biologie, das sich mit zellulären Prozessen beschäftigt, welche die Aktivität von Genen beeinflussen. Es geht dabei insbesondere um die Genexpression, die die Entwicklung der Zelle zeitweilig festlegt. Die Epigenetik untersucht die Änderungen der Genfunktion, die nicht auf Veränderungen der Sequenz der DNA, etwa durch Mutation oder Rekombination, beruhen und dennoch an Tochterzellen weitergegeben werden. Grundlage für epigenetische Muster und deren Veränderungen sind biochemische Vorgänge, die anhaltende Änderungen an Proteinen des Chromatins hervorrufen, oder auch eine Methylierung der DNA selbst. Damit können Abschnitte oder ganze Chromosomen so beeinflusst werden, dass die Aktivität ihrer Gene (Transkription) erleichtert oder erschwert, erlaubt oder verhindert wird. Man spricht hier auch von epigenetischer Veränderung beziehungsweise epigenetischer Prägung. Da die eigentliche DNA-Sequenz dabei nicht verändert wird, können epigenetische Effekte auch nicht im Genotyp (DNA-Sequenz) nachgewiesen, wohl aber im Phänotyp beobachtet werden. (https://de.wikipedia.org/wiki/Epigenetik)

[4] Paraphysen (Bryophyta): Sterile, keulige oder spindelförmige, einzellreihige, kurze Trichome zwischen Antheridien und Archegonien

[5] Stämmchen (Moose): Eine aufrechte oder liegende Achse, die äußerlich einem Spross der Gefäßpflanzen (Tracheophyta) ähnelt, jedoch sich davon grundlegend in Bau und Funktion unterscheidet; deshalb wird bei Moosen lediglich von Stämmchen und nicht von Spross (Stamm) gesprochen.

[6] Antheridium (Moose, Farne): Behälter mit einzellschichtiger Wand, dessen vielzelliges Zentrum pro Zelle ein Spermatozoid entlässt

[7] Archegon, Archegonium (Moose, Farne): Besitzen eine einzellschichtige Wand (Wandzellen) mit schnabelartig ausgezogenem, anfangs mit einer Zellreihe gefülltem Hals (Halskanalzellen), die sich im Zuge der Spermatozoidenanlockung auflösen; auch die Bauchkanalzelle, als Schwesterzelle der Oocyte entstanden, löst sich dann auf.

[8] Blättchen (Moose): Ein blattartiges, flächiges Organ, das äußerlich einem Blatt der Gefäßpflanzen (Tracheophyta) ähnelt, jedoch sich davon im Bau grundlegend unterscheidet; deshalb wird bei Moosen lediglich von Blättchen und nicht von Blatt gesprochen.

[9] Rhizoide: Fadenartige, wurzelähnliche, trichale oder unseptierte Auswüchse zum Festheften von thallösen Pflanzen

[10] Mutation: Spontan auftretende, dauerhafte Veränderung des Erbguts

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Bryophytina, Laubmoose i.e.S.

5 Spaltöffnungen (SP)

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Tief im Schlingengewirr von Solenoiden[1] verborgen,

Liegen, obwohl sie noch niemand gebraucht,

Seit längerer Zeit Informationen bereit,

Der Moose[2] Abschlussgewebe neu zu gestalten:

Platz für Lücken zu schaffen,

Gase auszutauschen für der Fotosynthese[3] Erfolg.

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Doch, um das Programm auch zu starten,

Braucht es den doppelten Satz an Information[4]!

Wann bringt ein Partner den zweiten nötigen Bauplan mit?

Anscheinend kommt der chlorophyllgrüne Thallus[5] mit einem Satz Chromosomen[6] recht gut aus.

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Nur der Sporophyt[7] ist Ziel der Hoffnung

Für den Zellenumbau;

Nur er hält alle Optionen für

Neugestaltung in seiner Hand.

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Laub[8]- und Hornmoose[9] erst, später Tracheophyten[10],

Brachten die richtigen Partner zusammen:

Dem Sporophyten, bei Moosen noch klein,

Wird die Zukunft deshalb gehören. –

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Zwei Zellen, je halbrund, zur Scheibe gespannt,

Spreizen bei Feuchte den engen Kontakt

– Weil an Enden reißfest noch die gemeinsame Wand –

Zu einer weit sich dehnende Lücke,

Formen sich zur Bohne dabei,

Bieten Durchtritt umgebender Luft.

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Wände, in ringartiger Weise fibrillenverstärkt[11],

Lassen keinerlei Dehnung der Zelle zum Zentrum hin zu:

Jede Volumenzunahme geht so Richtung Länge,

Drückt die Zelle, die Nachbarn tangierend, zum bogigen Wulst.

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Nimmt der Luft Wassergehalt wiederum ab,

Verlieren die Zellen sogleich an Volumen,

Gleiten zurück in Originalposition und

Schließen wieder den Schlitz.

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Zwei Fliegen zugleich

Schlagen die Zellen mit ihrem Wandverschiebeverhalten:

Lassen bei hoher Luftfeuchte Austausch von Gasen[12] zu,

Schotten sich, fällt Trockenheit ein, schnell wieder ab.

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– Vor vierhundert Millionen Jahren, so die Wissenschaft,

Entstanden Spaltöffnungen[13] schon

In gemeinsamen Vorfahren von Laubmoosen und Tracheophyten;

Gleiche Proteine, wohl von gleichen Genen codiert,

Lösen Spaltöffnungsbildung in Physcomitrella patens[14]

Und in der Ackerschmalwand[15] aus.

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Ein Schlüsselpunkt der Evolution war damit gegeben,

Der des Landes Besiedlung erst so richtig möglich gemacht!

Kamen beide entscheidenden Gene tatsächlich erst durch

Diploidisierung[16] zusammen, was Sporophyten erst dann

Fürs wasserbeschränkte Landleben in geeigneter Weise stimulierte und

Damit seine Bedeutung der Gametophyt[17] nach und nach verlor? –

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So gerüstet erwarten Moossporophyten

Getrost die Anpassung fordernde Zukunft:

Moosen öffnet sich, weil sie flexibel,

Ein weithin gelingendes Leben an Land.

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Kommen vorerst mit dem Thallus zurecht,                                                        

Optimieren seine Strukturen,

Passen der Umwelt ihn an,

Finden sowieso nur wenig Konkurrenz.SL

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– So entstanden etwa zwölftausendfünfhundert heute noch lebende Arten auf

Fünfunddreißig Ordnungen und auf vierundvierzig Familien verteilt. –

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Fußnoten

[1] Solenoid (Chromosom): Röhrenartige Surpastruktur mit helikaler Anordnung von Nucleosomen.

[2] Bryophyta: Laubmoose i.w.S. (Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta – Plantae – Eukarya)

[3] Fotosynthetisch, Fotosynthese: Umwandlung von Lichtenergie in Energie organischer Moleküle. Dabei wird letztlich CO2 über komplexe Vorgänge zu energiereicher Glucose aufgebaut. Mit Hilfe von Chlorophyll (Licht!), erzeugtem ATP (zyklischer Elektronentransport) und NADPH2 (azyklischer Elektronentransport) werden von Zellen Zucker synthetisiert

[4] Diploid: Zellkerne mit doppeltem Satz zusammenpassender, homologer, Chromosomen; ausgedrückt mit 2n

[5] Thallus: Körper von Pflanzen (von Pilzen); nicht in Spross, Blatt und Wurzel gegliedert

[6] Haploid: Zellkerne mit einfachem Chromosomensatz; ausgedrückt als n

[7] Sporophyt: Bildet im Generationswechsel von Sporophyt zu Gametophyt meiotisch (R!), da selbst diploid (oder dikaryotisch), haploide Sporen

[8] Laubmoose i.w.S.: Bryophyta (Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta – Plantae – Eukarya)

[9] Hornmoose: Anthocerophyta (Thallopyta – Embryophyta – Streptophyta – Plantae – Eukarya)

[10] Tracheophyta: Stelenpflanzen i.w.S. (Embryophyta – Streptophyta – Plantae – Eukarya)

[11] Cellulosefibrillen: Elementarfibrillen und Mikrofibrillen

[12] Kohlendioxid gegen Sauerstoff

[13] Spaltöffnungen (Pflanzen): Spaltförmige Öffnungen in der Epidermis des Blatts/Stengels zum Gasaustausch (O2, CO2) und zur Abgabe von Wasser (Transpiration)

[14] Physcomitrella patens: Kleines Blasenmützenmoos (Funariaceae; nicht separat behandelt – Funariales – Bryopsida – Peristommoose – Bryophytina –…)

[15] Ackerschmalwand: Arabidopsis thaliana (Brassicaceae – Brassicales – Malvanae – Rosidae – Superrosidae –…)

[16] Befruchtung: Verschmelzung der Protoplasten (P!) von Gameten oder Gametangien mit unmittelbar anschließender Karyogamie (K!)

[17] Gametophyt: Bildet im Generationswechsel mitotisch, da selbst haploid, haploide Zellen (Gameten); oder nur Kerne, die direkt oder nach einer dikaryotischen Phase zur Karyogamie bestimmt sind

SL Chater CC, Caine RS, Tomek M, Wallace S, Kamisugi Y, Cuming AC, Lang D, MacAlister CA, Casson S, Bergmann DC, Decker EL, Frank W, Gray JE, Fleming A, Reski R, Beerling DJ (2016) Origin and function of stomata in the moss Physcomitrella patens. Nature Plants 2, 16179.

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Spaltöffnungen verschiedener Laubmoose

Fig. 4. Phaneropore Spaltöffnung von Dicranum scoparium; s: Schließzellen. Fig. 5. Kryptopore Spaltöffnung von Rhizomnium punctatum; s: Schließzellen. Fig. 6. Schildförmige Spaltöffnung von Funaria hygrometrica; s: Schließzellen. 

Migula WEFA (1904) Moose Band I. Director Prof. Dr. Thomé's Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz in Wort und Bild. Band V. Kryptogamen-Flora. Moose, Algen, Flechten und Pilze. Friedrich von Zezschwitz, Botanischer Verlag, Flora von Deutschland, Gera. Seite 23, Moose 3. www.biolib.de

Lizenz: GNU Free Document License; unveränderte Ausschnitte

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Bryophytina, Laubmoose i.e.S.

6 Rippen und Bahnen

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Gewaltiger Druck lastet auf der Laubmoose Pflänzchen,

Wollen sie nicht nur wasserbegünstigte Stellen besiedeln.

Die Frage, wie lassen sich Transpirationsverluste[1] gut kompensieren,

Treibt sie mächtig um und voran.

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Ihr Verhältnis von Fläche zu Blättchenvolumen zu bessern[2],

Gelingt ihnen durch mehrschichtigen Bau,

Erhöhen besonders die Basis, auch ihre Mitte,

Lassen die Flanken aber wie ursprünglich dünn.

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Zunehmende Dicke hält jedoch Licht

– Wie sollte es anders denn sein? –

Von Chloroplasten, wenn tiefer sie liegen, unweigerlich fern;

Suchen deswegen ständig den annehmbaren Kompromiss.

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Blättchen[3] dichter zu stellen, Pflänzchen dazu,

Um stämmchennah[4] windstille Räume zu schaffen,

Konkurriert in gleicher Weise

Mit der Fotosynthese Bedarf.

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Polster, prallem Licht exponiert,

Durch Silberhaare[5] und tote Zellen[6]

Mit hellem Glanz zu umgeben, verringert die Wärme,

Weil das Weiße Licht reflektiert.

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Ektohydrisch[7] Wasser zu leiten,

Bleibt nur dann Methode der Wahl,

Liegt unter der Möschen Rasen ein

Kaum versiegendes Wasserreservoir.

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Ohne Verluste Wasser zu leiten,

Ermöglicht Bryophytina interner Transport[8];

In Länge sich streckende Zellen geben Stämmchen,

Sie ummantelnd, den nötigen Schutz.

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Anfangs vielleicht noch ineffizient,

Verringert zunehmender Abstand der Wände und Septen, sowie

Erweitern vorhandener Poren[9], Widerstände;

Begünstigen so des Wassers dauernden Fluss.

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Zur Wasserleitung differenzieren, zumindest Hochentwickelte,

Hydroiden[10] als protoplastenarme Zellen in Rippen[11] der Blättchen, in Stämmchen, die,

Transporthindernisse zu minimieren, sich in die Länge strecken;

Für Weiterleiten der Assimilate[12] umgeben Höchstevolvierte sie mit

Ähnlichen Zellen[13], die sie mit Siebplatten[14] aus Plasmodesmen versehen,

Wohindurch die Leitung bedeutend effektiver geschieht.

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Blättchen verändern Länge und Zahl ihrer Rippen[15]:

Generell sind sie vorhanden, fehlen ausnahmsweise jedoch;

Durchgehende Mittelrippen von der Basis bis zur Spitze finden sich öfter,

Auch zwei oder drei Rippen sind möglich, enden dann aber subapikal;

Ausnahmsweise sind auch mehr vorhanden.

Alle dienen der Festigung und dem Transport.

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Fußnoten

[1] Transpiration (Plantae): Abgabe von Wasserdampf durch (die Spaltöffnungen der) Pflanzen

[2] Geringere Oberfläche im Vergleich zum größeren Volumen reduziert den Wasserverlust

[3] Blättchen (Moose): Ein blattartiges, flächiges Organ, das äußerlich einem Blatt der Gefäßpflanzen (Tracheophyta) ähnelt, jedoch sich davon im Bau grundlegend unterscheidet; deshalb wird bei Moosen lediglich von Blättchen und nicht von Blatt gesprochen.

[4] Stämmchen (Moose): Eine aufrechte oder liegende Achse, die äußerlich einem Spross der Gefäßpflanzen (Tracheophyta) ähnelt, jedoch sich davon grundlegend in Bau und Funktion unterscheidet; deshalb wird bei Moosen lediglich von Stämmchen und nicht von Spross (Stamm) gesprochen.

[5] Apikale Blättchenenden werden oft mit einem weißen, oft silbrig glänzendem Haar versehen

[6] Tote Zellen, wenn mit Luft gefüllt, erscheinen weiß; entweder wenn sie dauernd vorhanden, oder wenn gespeichertes Wasser verdunstet ist

[7] Ektohydrisch (Moose): Wasseraufnahme bei Moosen, bei der das Wasser über die gesamte Pflanzenoberfläche aufgenommen wird und die Wasserleitung primär äußerlich, zum Beispiel kapillar zwischen Rhizoiden, Ästchen, Stämmchen oder Blättchen, erfolgt.

[8] Endohydrisch (Tracheophyta): Wasserleitung im Innern von Achsen, von Blättern

[9] Plasmodesmenporen: Zell-zu-Zell-Verbindungen der Pflanzen. Diese cytoplasmatischen Kanäle (von 30 – 40 nm Durchmesser) dienen dem Stoff- und Informationsaustausch zwischen Zellen.

[10] Hydroide (Laubmoose i.e.S.): Gestreckte tote Zellen, im voll entwickelten Zustand ohne Kern und Protoplsma, mit verdickten Längswänden und steilen Querwänden; ohne Lignin.

[11] Blättchenrippen, Blättchennerven (Laubmoose i.e.S.): Auf der Blättchenunterseite vorstehende Verdickungsleisten

[12] Assimilate: Energiereiche organische Stoffe (wie Zucker), die Pflanzen durch Fotosynthese aus anorganischen Stoffen (CO2, Wasser) herstellen und speichern, um Energie zu zur Verfügung zu haben

[13] Leptoide (Laubmoose i.e.S.): Zellen mit oft verdickten Seitenwänden; Querwände nur leicht schräg gestellt und mit Siebplatten versehen.

[14] Siebplatten, Siebfelder: Dichtstehende Plasmodesmen die zu größeren Einheiten (Platten, Felder) zusammengefasst sind

[15] Blättchenrippen, Blättchennerven (Laubmoose i.e.S.): Auf der Blättchenunterseite längsverlaufende, verdickte Erhebungen

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Einige Laubmoosblättchen Querschnitte (Kreide, Tusche, Bleistift; Reinhard Agerer)

Links oben: Andreaea rothii; ein Stereidenband und Deuter-Zellen. Rechts oben: Aulacomnium palustre; mit zwei Stereidenbändern (oben und unten); mit Deuter-Zellband und Hydroiden. Unten: Polytrichum piliferum mit nur teilweise gezeigten, angeschnittenen, fotosyntheseaktiven Blättchenlamellen; mit zwei Stereidenbändern (oben und unten) und je einem Deuter-, Hydroiden- und Leptoidenband.

Grün gefüllt: Chloroplasten führende Epidermis (untere Epidermis ungefüllt). – Rosa gefüllt: Deuter. – Graue Zellwände: Stereide. – Blau gefüllt: Hydroide. – Gelb gefüllt: Leptoide. [Ventral, stämmchenzugewandt (oben); dorsal; stämmchenabgewandt (unten)]. Zur Kennzeichnung der ursprünglichen Zellform, wenn noch ohne Wandverdickung: Mittellamellen als dünne Linien).

Nach Frey & Stech (2009), Fig. 5-6, 1 und 7, Seite 134

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Bryophytina, Laubmoose i.e.S.

7 Streubüchsen

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Ist ihr Wasserversorgungsproblem endlich gelöst,

Lässt sich leicht mit Trockenheit spielen,

Falls – bestimmt lässt sich‘s erraten –

Damit auch Vorteile noch verknüpft.

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Kapseln[1], sporenprall, erkunden der Trockenheit Wirkung

Für Öffnen und wieder Verschließen,

Ob sie der reichlichen, dennoch risikominimierenden

Sporenausbreitung wirklich dient.

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Des Gametophyten[2] Nahrungstransfer zum Sporophyten[3]

Optimieren noch stärker sich verzahnende Plazentazellen[4],

Geben der sporentragenden Generation die Freiheit

Zu jedem Experiment mit Kapsel und Stiel[5].

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Fußnoten

[1] Mooskapsel, Kapsel, Sporenkapsel (Moose): Mit der oft sehr komplex gebauten sogenannten Kapsel der Moose, werden Sporangien von zusätzlichen Schichten umschlossen; so bekommt dieses Organ die von Sporangien sie abgrenzende Bezeichnung Kapsel.

[2] Gametophyt: Bildet im Generationswechsel mitotisch, da selbst haploid, haploide Zellen (Gameten); oder nur Kerne, die direkt oder nach einer dikaryotischen Phase zur Karyogamie bestimmt sind

[3] Sporophyt: Bildet im Generationswechsel von Sporophyt zu Gametophyt meiotisch (R!), da selbst diploid (oder dikaryotisch), haploide Sporen

[4] Plazenta (Laubmoose): Kontaktbereich zwischen Gametophyt und Sporophyt, über den der zumindest anfangs chlorophylllose Sporophyt vom Gametophyten ernährt wird.

[5] Seta (Moose): Basaler, langgestreckter Teil des Sporophyten, der die Mooskapsel aus dem zunächst noch schützenden Bauch des Archegons und evtl. aus noch zusätzlichen Hüllen in die Umwelt streckt

Eingestellt am 21. Februar 2026

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