zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Dasycladales, Schirmchenalgen
1 Siphonal und stellenweise determiniert
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Wer taucht oder schnorchelt an Mittelmers Küsten,
Ist wieder und wieder von kleinen, langgestielten Schirmchen überrascht
Fragt sich: Wie heißt das seltsame Wesen? Zu welcher Verwandtschaft es wohl gehört?
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Acetabularia mediterranea hieß es lange Zeit, doch Prioriätsregeln[3] verlangten, den
Älteren, den gültigen Namen zu nehmen, der von Linné[4] aus siebzehnhundertundachtundfünfzig stammt.
So hieß, als dies jemand entdeckte, Mediterranea ab neunzehnhundertundzweiundfünzig Acetabulum[7]. –
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Die Schirmchenalge ist die höchstdifferenzierte Art der Ordnung
Und die bestuntersuchte zugleich.
Darauf wollen wir uns im nächsten Beitrag konzentrieren,
Doch zunächst bedenken, was die Ordnung uns sagt:
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Siphonal organsiert sind die Thalli[8] mit
Einziger Riesenzelle ist die Pflanze bis zu zehn Centimeter hoch;
Die nur so weit wachsen und sich verzweigen, wie es genetisch bestimmt.
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Wie schon Halimedaceen[17] werden auch Dasycladales,
Doch viel umfangreicher noch, von Calciumcarbonat[18] inkrustiert.
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Lange Zeit von der Kernhülle[24] umgeben.
Centriolen[25] verwenden Mitosen nicht.
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Die gleichfalls frei im Protoplasten liegen;
Meist aber bilden Dasycladales als Reservestoff Fructan[31].
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Schnell strömt das Protoplasma entlang der Achse noch oben,
Nimmt Zellkerne und Chloroplasten mit.
Werden haploide[32] Zellkerne nach oben versendet,
Wird die Transportschwindigkeit noch erheblich gesteigert von
Sechzig bis einhundertundzwanzig bis auf sechshundert µm[35] pro Minute sogar.
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Einen haplontischen Lebenszyklus[36] besitzen Dasycladales
Mit sich vergrößernder Zygote, die bald einen Kerngiganten enthält.
Sie wächst unter Meiose, sowie multiplen Mitosen zum Gametophyten[37].
Am Ende werden Gametocysten[38] gebildet, die, nachdem sie geruht,
Isogameten[39] aus unterschiedlichen Cysten entlassen, die
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Ein Dutzend Genera[42] umfasst die Ordnung,
Auf die etwa fünfzig rezente[43] Arten wurden verteilt.
Doch mehr als einhundertundfünfzig fossile[44] Gattungen sind beschrieben:
Aus kambrischen[45] Zeiten stammt das älteste gesicherte dasycladale Fossil;
Womöglich sind Dasycladales noch viel älter;
Über 1200 Millionen Jahre[46] werden diskutiert.
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Oft in Tiefen von weniger als 20 Metern und vor heftigen Wellen geschützt.
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Fußnoten
[1] Lagunen: Vom offenen Meer durch einen natürlich entstandenen Streifen Land abgetrenntes, meist flaches Wasser
[2] Muscheln: Bivalva (Mollusca – Schizocoelia – Spiralia – Protostomia – Bilateria –…)
[3] Priorität (Taxonomie): Beim Benennen einer Art gilt nach dem International Code of Botanical Nomenclature (ICBN) jener Name als einzig gültig, falls dem gleichen Organismus unterschiedliche gegeben wurden, dessen Publikationsdatum das älteste ist und der Name gültig (u. a. als Binomen; in einem zugänglichen Publikationsorgan; mit einer aussagekräftigen Beschreibung) publiziert wurde.
[4] Linné, Carl von (1707 – 1778): Schwedischer Naturforscher, der mit der binären Nomenklatur die Grundlagen der modernen botanischen und zoologischen Taxonomie schuf und viele Pflanzen und Tiere in seinen berühmten Werken Species Plantarum von 1753, 1. Auflage und Systema Naturae von 1758, 10. Auflage, die Grundlage botanischer und zoologischer Taxonomie wurden.
[5] Epitheton (Taxonomie): Artbenennendes Wort im Binom aus Gattungsnamen und Epitheton; z. B. Acetabularia acetabulum
[6] Mediterranea: Acetabularia mediterranea als Synonym von Acetabularia acetabulum
[7] Acetabularia acetabulum: Schirmchenalge (Dasycladales – Ulvopyhceae – Chlorophyta – Plantae – Eukarya)
[8] Thallus: Körper von Pflanzen (Pilzen); nicht in Spross, Blatt und Wurzel gegliedert
[9] Monaxial (Dasycladales): Stämmchen nur mit einer Achse; im Querschnitt nur aus einem Siphon, aus einem siphonalen Schlauch gebaut
[10] Wirtel: Anordnung, bei der mehr als zwei Seitenelemente (Blätter, Zweige, etc.) auf einer Höhe kranzförmig an einer Achse stehen
[11] Determiniert (Morphologie, Anatomie): Wachstum bis eine genetisch vorherbestimmte Länge oder Form erreicht ist
[12] Fibrillär: aus Fibrillen bestehend, faserig
[13] Polysaccharide: Vielfachzucker aus einer großen, unbestimmbaren Zahl von Einfachzuckern (Monosacchariden)
[14] Mannan: Polymere aus β-1,4 glycosidisch verknüpfen Mannose-Einfachzucker
[15] Cyste (Überdauerungsform): Mit widerstandsfähiger Wand umgebene Überdauerungsform von Zellen, von mehrzelligen Gebilden, gar von winzigen Organismen
[16] Cellulose: Unverzweigte Ketten aus Glucose in β-1,4-Verknüpfung; wobei der 6C-Zucker Glucose in Ring-Form geschrieben, das C1 der Aldehydgruppe ist [CH2OHCHOHCHOHCHOHCHOHCHO], davon aus gerechnet ist der vierte Kohlenstoff das C4 ist. In Ringform geschrieben weist die OH-Gruppe des C1 nach oben, wie auch die frei gebliebene CH2OH-Gruppe. Die OH-Gruppen wechseln von 1 bis 4 die Stellung: C1 nach oben, C2 nach unten, C3 noch oben, C4 nach unten, an C5 hängt die nach oben stehende CH2OH-Gruppe.
[17] Halimedaceae: Brunnenkressealgen (Bryopsidales – Ulvophyceae – Chlorophyta – Plantae – Eukarya)
[18] Calciumcarbonat: [CaCO3]
[19] Mitose, mitotisch, abgekürzt M!: Im Kern mittig in einer Ebene versammelte Chromosomen bildeten je zwei identische Chromatiden, die bei der Mitose durch Mikrotubuli separiert werden und, von einer Zellwand getrennt, als identische Chromosomensätze der entstandenen Zellen wirken
[20] Ulvophyceae: Meersalatartige (Chlorophyta – Plantae – Eukarya)
[21] Geschlossene Mitose: Mitose, bei der die Kernhülle nicht aufgelöst wird
[22] Hantel: Sportgerät meist aus einer Stange und zwei an deren Enden befestigten Gewichten in Form von Scheiben oder Kugeln
[23] Persistierende Telophasenspindel: Die Telophasenspindel bleibt außerhalb der beiden Tochterkerne noch eine Zeitlang erhalten, was ihnen zusammengenommen Hantelgestalt verleiht
[24] Kernhülle: Der Eukarya Zellkern ist von einer Kernhülle umgeben, die sich aus Cisternen, als Abkömmlinge des Endoplasmatischen Retikulums, zusammensetzt. Dazwischen bleiben nicht wenige Poren mit speziellem Bau.
[25] Centriol als Mikrotubuliorganisationszentrum: Zylinderförmige Struktur im Doppelpack nahe der Kernhülle, die sich in vielen lebenden Zellen befindet. Centriolen haben eine Größe von etwa 170 × 500 Nanometern; sind an der Bildung des Mikrotubuliorganisationszentrums beteiligt, das die Mikrotubulispindel für die Chromosomen-, bzw. Kernteilung bildet. Centriolen kommen in den meisten tierischen Zellen vor, sowie in Pflanzen, nicht jedoch bei Rhodophyta, Bacillariophyceae und Magnoliatae; auch nicht bei Unbegeißelten Chitinpilzen. Charakteristisch ist ihr spezieller Bau aus 9 x 3 Mikrotubuli.
[26] Chloroplast (allgemein): Zur Fotosynthese befähigter, grüner Chromatophor
[27] Amyloplasten: Farblose Plastiden als Stärkespeicher
[28] Protoplast, Protoplasma: Gesamter Inhalt einer Zelle (ohne Saftvakuole)
[29] Pyrenoid: Eine räumlich begrenzte, lichtmikroskopisch oft gut erkennbare Struktur in Plastiden von verschiedenen Algengruppen und Hornmoosen
[30] Stärkekörner: In Chloroplasten von Pflanzen im Zuge der Photosynthese synthetisierte Zucker werden als Reservestärke in Form von Körnern abgelagert, wobei diese Stärkekörner, abhängig von der Pflanzenverwandtschaft, spezielle äußere und interne Strukturen aufweisen können; sie besitzen einen Durchmesser von 2–150 µm.
[31] Fructane: Die allgemeine Struktur ist ein lineares oder verzweigtes Polymer aus Fructose, das an einem Ende eine Glucoseeinheit trägt, wobei die Fructoseeinheiten β-1,2 oder/und β-2,6 verknüpft sein können.
[32] Haploid: Zellkerne mit einfachem Chromosomensatz; ausgedrückt als n
[33] Zygote: Diploide Zelle, die nach der Verschmelzung zweier haploider Kerne, im Zuge der sexuellen Fortpflanzung entstand
[34] Meiose, meiotisch, R!: Meiose dient der Reduktion eines diploiden Chromosomensatzes zu haploiden Sätzen. Dabei werden einander entsprechende Chromosomen, im Kern sich dann mittig in einer Ebene gegenüberstehend, gepaart und anschließend in entgegengesetzter Richtung („polwärts“) separiert. Dieser Vorgang wird auch als Reduktionsteilung (oft abgekürzt als R! und zugleich stellvertretend für die ganze Meiose verwendet) bezeichnet. Da die voneinander getrennten haploiden Chromosomen schon zu Chromatiden verdoppelt sind, schließt sich an die Reduktionsteilung noch eine mitotische Teilung an, so dass vier haploide Kerne letztlich vorliegen.
[35] Mikrometer, µm: Tausendstel Millimeter (10-3 mm); Millionstel Meter (10-6 m)
[36] Haplontischer Entwicklungszyklus: Bei diesem Lebenskreislauf ist ausschließlich die Zygote diploid, alles andere haploid
[37] Gametophyt: Bildet im Generationswechsel mitotisch, da selbst haploid, haploide Zellen (Gameten); oder nur Kerne, die direkt oder nach einer dikaryotischen Phase zur Karyogamie bestimmt sind
[38] Gametocysten: Überdauerungsorgane, in denen Gameten entstehen
[39] Isogameten: Gleichgestaltete „weibliche“ und „männliche“ Gameten; man spricht stattdessen besser von (+)- und (–)-Gameten oder von α- und β-Gameten
[40] Plasmogamie: Verschmelzung der Protoplasten zweier Zellen im Zuge sexueller Fortpflanzung; abgekürzt P!
[41] Karyogamie: Verschmelzung zweier haploider Zellkerne; abgekürzt K!
[42] Gattung, Genus (pl. Genera): Gesamtheit von Arten, die in wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen und sich damit von anderen Gattungen trennen lassen
[43] Rezent: gegenwärtig lebend
[44] Fossilien: Versteinerte Körperteile, Inkohlung, Einschlüsse in versteinerte Harze, unverändert erhalten gebliebene Hartteile, oder Abdrücke aus vergangener Zeit
[45] Kambrium-Zeit: vor 542 – 488 Millionen Jahren
[46] Präkambrium-Zeit: von 4,6 Milliarden bis 542 Millionen Jahren, wobei der letzte Abschnitt, das Ediacarium, vor 635-542 Millionen Jahren liegt; der vorletzte Abschnitt ist das Cryogenium vor 720-635 Millionen Jahren
[47] Marin: im Meer
[48] Tropen, tropisch: Klimazone zwischen Äquator und Wendekreisen
[49] Subtropen, subtropisch: Klimazone zwischen Wendekreisen und gemäßigtem Klima
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Fructane und Inulin (ppt-generiert; Reinhard Agerer)
Die allgemeine Struktur der Fructane ist ein lineares oder verzweigtes Polymer aus Fructose, das an einem Ende eine Glucoseeinheit trägt, wobei die Fructoseeinheiten β-1,2 oder/und β-2,6 verknüpft sein können. Inulin (hier dargestellt) ist ein lineares, in heißem Wasser lösliches Fructan aus (1,2)-β-glycosidisch gebundenen D-Fructoseresten, meistens mit einem D-Glucosemolekül am Kettenende; Kettenlängen von 2–70 und mehr Fructoseeinheiten, wobei stets Moleküle unterschiedlicher Kettenlänge nebeneinander vorliegen.
Grau: Kohlenstoff; rot: Sauerstoff; violett: Wasserstoff; dünne grüne Linie: Einfachbindung. Violette Ziffern: Kohlenstoffreihenfolgennummern der Fructose; grüne Ziffern: Kohlenstoffreihenfolgennummern der Glucose; n: Ausdruck für unterschiedliche Anzahlen von Fructoseeinheiten.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Dasycladales, Schirmchenalgen
2 Acetabularia acetabulum
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Dehnt sich ohne zu ruhen, wächst zur Riesenzygote[4] heran
Mit einem Zellkern, der etwa zwanzigmal größer als nach der Kernverschmelzung[5],
Vervielfältigt seinen Nucleolus[6], denn umfangreiche Syntheseorder warten auf ihn:
Mengen Ribosomen[7] sind zusammenzusetzen für Produktion von Enzymen,
Das Pflänzchen zum Schirmchen, zum gestielten Rad zu gestalten mit Potenz zur Reproduktion.
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Wächst saisonal[8] in Stufen, erreicht im dritten Jahr erst finale Größe:
Die aufrechte Achse verlängert sich oben, heftet mit Rhizoiden[9] unten sich fest,
Lagert Zellwandsubstanzen an, verdickt die Wand an der Basis,
Damit stabiler sie wird; beginnt, hat das Stämmchen eine gewisse Höhe erreicht,
Verlängert sie, bis sie so lang gewachsen, wie es genetisch bestimmt[12].
Nach einer gewissen Zeit entsteht, die Achse wuchs weiter,
Ein zweiter Quirl der Ästchen, während der erste Kranz, allmählich abgeworfen,
Am Stämmchen nur noch Narben hinterlässt.
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Einen Centimeter erreicht Acetabulum[13] im Laufe des ersten Jahres,
Wird aber während des Winters bis auf einige Rhizoide reduziert.
Dort bleibt der Zellkern, eingebettet in Reservesubstanzen, erhalten,
Bis im Frühjahr ein neues Stämmchen zu wachsen beginnt.
Erzielt im Vergleich zum Vorjahr dann gut die doppelte Länge,
Legt erneut eine Winterpause ein, stirbt bis aufs reservevolle Rhizoidsystem ab.
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Im dritten Jahr aber schießt die Achse gleichsam in Länge,
Legt mehrere Wirtel determinierter, dichotom verzweigter Haare an,
Um zuletzt das reproduktive Schirmchen zu formen.
Darüber, auch darunter, bildet sich je ein kleines Krönchen aus,
Von, so könnte man denken, aus seitlichen Möchtegernhaaren,
Deren Nachschub für andere Zwecke gebraucht.
Darüber aber, im Zentrum, rund um das Ende der Achse,
Entwickelt sich nach oben gerichtet ein mehretagiger Kranz
Dünner und dünner werdender Haare, deren Sinn zwar nicht weiter beschrieben,
Doch deren Aufgabe wohl in unterstützender Fotosynthese besteht.
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Der reproduktive Schirm, entstanden aus seitlich verklebten,
Kurz gebliebenen, dick gewordenen Ästchen, verrät ihn als Gametangienkranz[14].
Als die Bildung des Schirmchens, des Gametangienreigens abgeschlossen,
Die umfangreiche Synthesephase ist nun beendet; folglich nimmt deutlich an
Größe er ab, reduziert seiner Nucleoli Zahl, bevor die Teilung beginnt.
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Bis am Ende um die zwanzigtausend durch Cytoplasmaströmung verteilte Kerne entsteh’n.
Letztlich konzentriert sich der größere Teil des Protoplasten[20] gegen das Schirmchen,
Womit auch die Kerne in Acetabulums Gametangienanlagen kommen, so wie gewollt.
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Der Gametangien Inhalt teilt sich in uninucleäre[21] Portionen,
Die, mit dicker Wand sich umgebend, Cysten[22] nun sind
Und freiwerden, wenn das Pflänzchen abstirbt:
Nur Cysten überdauern den Winter, brauchen die Ruhe, um zu keimen danach.
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Viele zweigeißlige Gameten werden darin mitotisch gebildet,
Je vom gleichen Kreuzungstyp[23], weil je ein Kern nur Ausgangspunkt war;
Ein offenbar vorgebildeter Deckel öffnet sich, wodurch sie ins Wasser gelangen und
Schwimmen, bis für Isogamie[24],[25],[26]
Damit der Lebenskreislauf[29] von vorne beginnt.
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Fußnoten
[1] Planozygote: Mit Geißeln schwimmende Zygote
[2] Flagellum, Geißel (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und durch ein zentrales Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte (Terminalplatte) trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt.
[3] Substrat: Allgemeine Bezeichnung für feste, unterstützende, tragende oder nährende Substanz
[4] Zygote: Diploide Zelle, die nach der Verschmelzung zweier haploider Kerne, im Zuge der sexuellen Fortpflanzung entstand
[5] Karyogamie: Verschmelzung zweier haploider Zellkerne; abgekürzt K!
[6] Nucleolus: Wird bei der Kernteilung aufgelöst und seine RNA in Gestalt der Ribosomen in das Cytoplasma entlassen; besteht aus. ca. 40% Protein und ca. 60% RNA und der DNA des Nucleolusorganisators
[7] Ribosom: Organell aus ribosomaler RNA und Proteinen. Es dient zur Translation der mRNA-Informationen in Proteine. Meist sind mehrere Ribosomen über die mRNA kettenartig verbunden, um zugleich mehrere Ablesevorgänge hintereinander ablaufen lassen zu können
[8] Saisonal (Klima): jahreszeitengemäß
[9] Rhizoide: Fadenartige, wurzelähnliche, trichale oder unseptierte Auswüchse zum Festheften von Thallophyten
[10] Wirtel, Quirl: Anordnung, bei der mehr als zwei Seitenelemente (Blätter, Zweige, etc.) auf einer Höhe kranzförmig an einer Achse stehen
[11] Dichotom: gegabelt
[12] Determiniert (Morphologie, Anatomie): Wachstum bis eine genetisch vorherbestimmte Länge oder Form erreicht ist
[13] Acetabularia acetabulum
[14] Gametangien: Behälter für Gameten; oder für Zellkerne, die, ohne Gameten zu bilden, dazu bestimmt sind, früher oder später über Karyogamie der sexuellen Fortpflanzung zu dienen
[15] Diploid: Zellkerne mit doppeltem Satz zusammenpassender, homologer, Chromosomen; ausgedrückt mit 2n
[16] Meiose, meiotisch, R!: Meiose dient der Reduktion eines diploiden Chromosomensatzes zu haploiden Sätzen. Dabei werden einander entsprechende Chromosomen, im Kern sich dann mittig in einer Ebene gegenüberstehend, gepaart und anschließend in entgegengesetzter Richtung („polwärts“) separiert. Dieser Vorgang wird auch als Reduktionsteilung (oft abgekürzt als R! und zugleich stellvertretend für die ganze Meiose verwendet) bezeichnet. Da die voneinander getrennten haploiden Chromosomen schon zu Chromatiden verdoppelt sind, schließt sich an die Reduktionsteilung noch eine mitotische Teilung an, so dass vier haploide Kerne letztlich vorliegen.
[17] Haploid: Zellkerne mit einfachem Chromosomensatz; ausgedrückt als n
[18] Zellkerne
[19] Mitose, mitotisch, abgekürzt M!: Im Kern mittig in einer Ebene versammelte Chromosomen bildeten je zwei identische Chromatiden, die bei der Mitose durch Mikrotubuli separiert werden und, von einer Zellwand getrennt, als identische Chromosomensätze der entstandenen Zellen wirken
[20] Protoplast, Protoplasma: Gesamter Inhalt einer Zelle (ohne Saftvakuole)
[21] Uninucleär: einkernig
[22] Cyste (Überdauerungsform): Mit widerstandsfähiger Wand umgebene Überdauerungsform von Zellen, von mehrzelligen Gebilden, gar von winzigen Organismen
[23] Kreuzungstyp (allgemein): Wenn gleichgestaltete Gameten sich identisch verhalten, doch einen kompatiblen Partner brauchen, spricht man von unterschiedlichen Kreuzungstypen; oft als (+)- und (–)-Gameten oder als α- und β-Gameten ausgedrückt.
[24] Isogameten: Gleichgestaltete „weibliche“ und „männliche“ Gameten; man spricht stattdessen besser von (+)- und (–)-Gameten oder von α- und β-Gameten
[25] Isogamie: Plasmo- und Karyogamie gleichgestalteter Gameten
[26] Anisogamie (physiologische): Obwohl Gameten morphologisch identisch sind, können sie geschlechtsspezifisch unterschiedliches Verhalten zeigen, z. B. männliche Gameten schwimmen auf weibliche zu, weil diese Pheromone ausscheiden
[27] Kompatibel: zueinanderpassend; sexuell verträglich
[28] Jede Cyste beinhaltet Gameten des gleichen Kreuzungstyps
[29] Lebenskreislauf, Lebenszyklus, Entwicklungszyklus, Entwicklungskreislauf: Ein Kreislauf (eigentlich ist es eine Schraube, weil immer Neues entsteht, das zwar dem Anfänglichen gleicht, doch zeitlich später kommt), in dem sexuelle Fortpflanzung erfolgt. Zusätzlich kann noch in regelmäßigem Wechsel eine Phase der asexuellen Vermehrung eingeschlossen sein.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Acetabularia
Rasen abgestorbener Acetabularien; Fische schwimmen darüber hinweg.
Autor: Chris Taklis
Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International license; unverändert
Acetabularia acetabulum
Autor: albert kok
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Entwicklungszyklus von Acetabularia acetabulum (Tusche- und ppt-generiert; Reinhard Agerer)
Zwei konträrgeschlechtliche, ungleichgroße Gameten (weiblicher Gamet etwas größer, mit Kringel-Kern; männlicher Gamet mit Punkt-Kern) verschmelzen (P!) und bilden eine diploide (2n, Punkt- in Kringel-Kern) Zygote. Sie vergrößert sich und wandelt ihren Zellkern in einen diploiden Riesenkern.
Ohne Pause entwickelt sich daraus das Acetabularia-Pflänzchen mit einem nach oben gerichteten Schlauch und an der anderen Seite wenig verzweigte, kurze Rhizoide. Im Rhizoidbereich bleibt der diploide (2n) Kern und vergrößert sich weiter.
Nachdem Acetabularia ihre endgültige Gestalt erreicht hat, erfolgt Meiose (R!), wobei wieder haploide (n) Kerne entstehen, die über viele Mitosen (M!) das Pflänzchen zu einem siphonalen, vielkernigen System gestalten. Die Kerne wandern nach oben in die vorgebildeten radialen Kammern ein, worin jeweils einkernige Cysten gebildet werden. Haarförmige, etagierte Gebilde um das Zentrum herum krönen das Schirmchen, wobei über und unter dem Kammerkranz noch je ein Kranz aus kurzen Ausbuchtungen entsteht.
Die Cysten werden nach Absterben des Schirmchens frei, vermehren ihre Kerne mitotisch (M!), wonach jeweils die Gameten entstehen. Verschmelzen zwei kompatible Gameten (P!), kann der Entwicklungskreislauf von vorne beginnen.
Acetabularia ist somit ein Haplont, bei dem nur die Zygote diploid ist. Als Vorbereitung auf die Gamtangienbildung (Cystenbildung) erfolgt im siphonalen System des Pflänzchens die Meiose, worauf je ein haploider Kern für die Cysten bereitgestellt wird. Damit liegt ein zygotischer Kernphasenwechsel vor.
Nach van den Hoek et al. (1995/2002), Fig. 25.1, S. 437.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Dasycladales, Schirmchenalgen
3 Nicht alle wie Acetablularia
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Batophoren[1] tragen an ihren bis zehn Centimeter langen Achsen,
Gametangien[4] an Verzweigungsstellen der letzten Gabeln;
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Zu Dasycladus vermicularis[9] gehören etwas kleinere Pflänzchen
Moderat exponierter Felsen seichten Wassers der karibischen See[10],
Mit ähnlichen, aber dichter stehenden Wirteln dichotom[11] verzweigter Ästchen,
Als dies von Batophora bekannt,
Leicht nur überzieht sie Kalk, ohne auffällige Krusten zu bilden;
Runde Gametangien entspringen der Basis jedes seitlichen Zweigs. –
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Von Grund auf bedecken Wirtel lateraler, dichotom verzweigter Äste Neomeris‘ Achse,
Lang und dicht walzenförmig über dem kürzer bekleideten Stiel,
Legen mit flachen Enden sich dicht aneinander, dazwischen Gametangienbüschel,
Jeweils versehen mit Gametangien an der Basis des letzten Ästchenglieds,
Steh’n rundum der Walze in gleichem Abstand Ring um Ring von unten bis oben;
Von einem Wuschel längerer Haare ihr Gipfel gekrönt.
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Kalk inkrustiert Neomeris annulata[12] in auffallender Weise,
Lebt in Gezeitenpools[13] felsiger Küsten im karibischen Meer. –
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Cymopolia fällt deutlich aus der Dasycladales Rahmen:
Schon ihre Größe übertrifft mit zwanzig Centimeter alles, was besprochen bislang,
Baut ihr Stämmchen aus Segmenten[14], die an verengten Stellen ein Beugen erlauben;
Mehrfach verzweigt Cymopolia sich in der oberen Hälfte und jedes Ästchenende trägt
Trichotom[15] geteilte, blassgrüne Haare;
Determinierte, dichtschließende, am Ende keulige, wirtelige Zweige bedecken dicht
Stämmchen- und Ästchensegmente, mit je einem Gametangium basal.
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Cymopolia[16] bewohnt warmes, seichtes Wasser der Tropen,
Wächst Steinen aufsitzend, bisweilen dem ein oder andern Korallenfragment[17].
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Fußnoten
[1] Batophora oesterdii: Flaumige Fingeralge (Dasycladales – Ulvophyceae – Chlorophyta – Eukarya)
[2] Wirtel, Quirl: Anordnung, bei der mehr als zwei Seitenelemente (Blätter, Zweige, etc.) auf einer Höhe kranzförmig an einer Achse stehen
[3] Determiniert (Morphologie, Anatomie): Wachstum bis eine genetisch vorherbestimmte Länge oder Form erreicht ist
[4] Gametangien: Behälter für Gameten; oder für Zellkerne, die, ohne Gameten zu bilden, dazu bestimmt sind, früher oder später über Karyogamie der sexuellen Fortpflanzung zu dienen
[5] Marin: im Meer
[6] Tropen, tropisch: Klimazone zwischen Äquator und Wendekreisen
[7] Lagunen: Vom offenen Meer durch einen natürlich entstandenen Streifen Land abgetrenntes, meist flaches Wasser
[8] Kalk: Calciumcarbonat [CaCO3]
[9] Dasycladus vermicularis: Wurmalge (Dasycladales – Ulvophyceae – Chlorophyta – Eukarya)
[10] Karibisches Meer: Im Westen des Karibischen Meers liegen die Länder Zentralamerikas, im Süden Kolumbien und Venezuela; im Osten bildet der Inselbogen der Kleinen Antillen die Grenze zum offenen Atlantik.
[11] Dichotom: gegabelt
[12] Neomeris annulata: Wuschelige Grünalge (Dasycladales – Ulvophyceae – Chlorophyta – Eukarya)
[13] Gezeitenpool: Isolierte Wasserpfütze, die sich in Felsmulden oder anderen Vertiefungen an der Küste bildet, wenn die Flut zurückgeht.
[14] Segment: Abschnitt
[15] Trichotom: Drei Äste von einer Stelle abgehend
[16] Cymopolia barbata: Büsche des Meeres (Dasycladales – Ulvophyceae – Chlorophyta – Eukarya)
[17] Korallen: Blumentiere (Anthozoa – Cnidaria – Animalia – Opisthokonta – Eukarya)
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Oben: Batophora oesteridii
Autor: James St. John
Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic license; unverändert
Unten: Dasycladus vermicularis
Autor: Golfopolikayak
Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International license; unverändert
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Oben: Neomeris vanbosseae
Autor: Philippe Bourjon
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert
Unten: Cymopolia barbata
Autor: Ben Jobson
Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International license, unverändert
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Cymopolia barbata
Autor: William Henry Harvey (1811–1866)
Lizenz: Public domain; unverändert
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Endpunkt erreicht
