zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Eutracheophyta, Stelenpflanzen i.e.S.
1 Meristem und was daraus wird
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Wieviel Zeit verflösse wohl ohne größeren Nutzen,
Um kompaktes Gewebe zu formen,
Den stielrunden Stift differenzierend nach oben zu bringen?
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Meristeme[3] sind es, mit vielen sich teilenden Zellen
– Nicht Scheitelzellen sind somit des Kormus[4] Motor –
Die von Anfang in Fülle sich bilden,
Um voll Kraft der Zukunft entgegenzugeh’n.
Anfangs bleiben viele aber der Scheitelzelle noch treu,
Leben auch damit recht gut.
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Klein, dicht bepackt, grundausgestattet mit riesigem Kern[5],
Mit Organellen, soweit fürs Erste vonnöten,
Wände hauchdünn, der Zelle Wachstum nicht zu behindern,
Keine Vakuole[6], Wasser zu speichern:
So starten die jungen Zellen – ständig nach hinten gegeben –
Ins differenzierende Leben, doch im Gepäck schon ein volles Programm.
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Im Zentrum strecken sie sich in Länge,
Verdicken, je weiter sie werden vom Gipfel entfernt,
Stellen Schräg die Wände zur tieferliegenden Schwester,
Lassen kleinere Stellen, gar nicht so winzige Poren, in ihrer Wand
Ohne Verdickung für geregelten Tausch[9].
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Übernehmen – im Bündel wirken sie ständig zusammen –
Des Wassers Transport, mit Ionen[10] bestückt.
Nicht sie selbst sorgen für die Bewegung des flüssigen Guts:
Der wachsende Spross[11] verursacht den Sog,
Wenn er in trockener Luft den Großteil des Wassers wieder verliert.
Sie verzichten längst, des Schnelltranssports wegen, auf ihr eigenes Leben[12].
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Schräg stellen sie, wie raffiniert,
Die Reihe trennende Wände!
Wer funktionell denkt, hat längt schon kapiert,
Welche Wirkung das Bündel damit erzielt:
Je schräger die Wand, desto mehr und dichter die Poren,
Umso rascher auch der Transport!
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Ob erste Tracheophyten[13] dies alles schon kannten,
Bleibt für immer ihr gutes Geheimnis.
Doch die Nachfahren leben noch heute mit diesem Prinzip.
Je eher es wirkte, desto größer der Tracheophyten Erfolg! –
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Xylos[14], das Holz, so nennen Griechen
Der Bäume braunen, ligninversehenen Teil;
So nannten zurecht Morphologen[15] die
Bündel wasserleitender Zellen Xylem[16].
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Fußnoten
[1] Eutracheophyta: Stelenpflanzen i.e.S. (Tracheophyta – Embryophyta – Streptophyta – Plantae – Eukarya)
[2] Scheitelzelle: Eine Zelle am oberen Ende eines Organismus (Plantae, Chromalveolata), die durch ständige Teilung für das Verlängern, Vergrößern, sorgt, weil, davon ausgehend, alle weiteren Zellen entstehen, also von ihr abstammen
[3] Meristematische Zonen, Meristeme: Ständig teilungsaktive Zonen aus undifferenzierten Zellen, die immer neue Zellen für Differenzierung in verschiedene Gewebe liefern
[4] Kormus: Vegetationskörper einer Pflanze, der in Sprossachse, Blatt und Wurzel gegliedert ist; im Gegensatz zu Thallus, wo eine solche Aufteilung fehlt.
[5] Zellkern
[6] Saftvakuolen: Vakuolen, deren Aufgabe wesentlich in der Aufnahme, oft Speichern, von in Wasser gelösten Substanzen liegt
[7] Cellulosefibrillen: Elementarfibrillen und Mikrofibrillen
[8] Lignin: Eine äußerst stabile und resistente, aus vielen phenolischen Verbindungen zusammengesetzte, daher braune Raumnetzstruktur aus p-Cumarylalkohol, Coniferylalkohol und Sinapylalkohol wechselnder Anteile; eine Substanz, die nur bei Tracheophyta (Stelenpflanzen i.w.S.) vorkommt.
[9] Tracheiden: Zur Wasserleitung und Festigung gebildete, abgestorbene, protoplastenlose, meist stark verholzte, in axialer Richtung langgestreckte Zellen im Xylem der Leitbündel von Spross, Blättern und Wurzeln.
[10] Nährionen: Ionen, die für die Ernährung von Organismen von Bedeutung sind
[11] Spross i.w.S. (Plantae): Aus Sprossachse und Blättern (Blüten) bestehender, meist oberirdisch wachsender Teil des Kormus höher entwickelter Pflanzen. Häufig wird als Spross auch nur die Sprossachse exklusive Blätter und Blüten verstanden.
[12] Tracheiden der Eutracheophyta bestehen aus abgestorbenen Zellen ohne Protoplasten
[13] Tracheophyta: Stelenpflanzen i.w.S. (Embryophyta – Streptophyta – Plantae – Eukarya)
[14] Xylos (gr.): Holz
[15] Morphologe: Wissenschaftler, der sich mit dem äußeren und inneren Bau von Organismen beschäftigt
[16] Xylem: Wasserleitende Bahnen (Holzteil) von Eutracheophyta, Stelenpflanzen i. e. S.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Längsschnitt durch das Xylem mit dicht angeordneten Tracheiden (hier von Abies, Tanne)
Hintereinanderliegende (untereinanderliegende) Zellen sind durch extrem schräg gestellte Zellwände voneinander getrennt (hellere, dünnere Wände). Verbunden hingegen werden die einzelnen, protoplastenlosen Zellen durch verwandtschaftsabhängig oft unterschiedlichst gestaltete, sog. Tüpfel. Dort liegen Aussparungen der sekundär aufgelagerten Zellwand (ligninimprägnierte Sekundärwand). Über diese sind benachbarte Zellen (der Länge und der Quere nach) nur über die Primärwand verknüpft, die zudem funktionsbezogen dort besonders differenziert ist. Die in diesem Bild vorliegende Tüpfelform wird als Hoftüpfel bezeichnet.
Autor: AndiHolz
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Eutracheophyta, Stelenpflanzen i.e.S.
2 Zucker- und Proteintrnsport
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Wie ein Ring[1] umgeben besondere Zellen
Tracheiden[2] im Zentrum der Achse:
Dünnwandig, zart, nicht verstärkt mit Lignin[3],
Längsgestreckt und Enden leicht schräg.
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Auch sie, untereinander mit feinsten Poren[4] verbunden,
Spezialisierten sich für internen Transport,
Verteilen fotosynthetisch gewonnenen Zucker von
Lichtbeschienenen Stellen hin zu finsterem Ort.
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Nicht große Poren, der Plasmodesmen[5] feinste Kanäle
Verwenden sie für Zell-zu-Zellen-Transport,
Die sie, verglichen mit anderen Zellen, erheblich vermehren,
Um Stau zu verhindern, sollen zügig bedienen sie jeden Bedarf.
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Fein durchsiebt,
Mehr Richtung unten und oben,
Schwächer gegen die Seite,
So erscheinen wohl Tracheophytenzellen[6]
Zu Beginn der Evolution[7], bedürfen der Optimierung
Verlaufen doch hierüber Transport und Kommunikation.
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Primitiv noch war wohl der ersten Tracheophyten Logistik
Für Zuckertransport der wie üblich ausgestatteten Zellen
Entlang der einfach gestalteten Achse.
Im Laufe der Zeiten jedoch, optimierten sie dieser Zellen Funktion,
Verbannten alles, was hinderlich aus ihrer Mitte,
Und zu Netzen ausgebautes ER[12].
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Kommando und Aufsicht übernehmen bei Angiospermen[13]
Für Transport von Proteinen und Zucker bis heut
Engangeschmiegte, voll ausgestattete, schmale Geleitzellenkerne[14],[15],[16],
Regeln des Be- und Entladens Verlauf.
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Auch Siebzellen[17] unterlagen der Evolution:
Gingen in Breite,
Stellten Schrägwände quer,
Vereinten zu Feldern[20] die sonst vereinzelten Poren,
Behielten dennoch vielfach die Enge der Durchlässe bei.
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Fußnoten
[1] Phloem: Anteil eines pflanzlichen Leitbündels, der vornehmlich Assimilate von grünen, fotosynthetisch aktiven Pflanzenteilen abtransportiert; assoziiert mit wasserleitenden Bahnen des Xylems
[2] Tracheiden: Zur Wasserleitung und Festigung gebildete, abgestorbene, protoplastenlose, meist stark verholzte, in axialer Richtung langgestreckte Zellen im Xylem der Leitbündel von Spross, Blättern und Wurzeln.
[3] Lignin: Eine äußerst stabile und resistente, aus vielen phenolischen Verbindungen zusammengesetzte, daher braune Raumnetzstruktur aus p-Cumarylalkohol, Coniferylalkohol und Sinapylalkohol wechselnder Anteile; eine Substanz, die nur bei Tracheophyta (Stelenpflanzen i.w.S.) vorkommt.
[4] Plasmodesmen: Zell-zu-Zell-Verbindungen der Pflanzen. Diese cytoplasmatischen Kanäle (von 30 – 40 nm Durchmesser) dienen dem Stoff- und Informationsaustausch zwischen Zellen.
[5] Plasmodesmen: Zell-zu-Zell-Verbindungen der Pflanzen. Diese cytoplasmatischen Kanäle (von 30 – 50 nm Durchmesser) dienen dem Stoff- und Informationsaustausch zwischen Zellen.
[6] Tracheophyta: Stelenpflanzen i.w.S. (Embryophyta – Streptophyta – Plantae – Eukarya)
[7] Evolution: Stammesgeschichtliche Entwicklung von niederen zu weiterentwickelten (zu oft höheren) Formen des Lebendigen
[8] Mitochondrien: Gelten als Kraftwerke der Zellen, da sie Energie für die zellulären Prozesse liefern; es lassen sich Außen- und Innenmembran unterscheiden, wobei die innere Membran auf einen zellwandlos gewordenen Endosymbionten (ein Alpha-Proteobacterium) zurückgeht, während die äußere Membran der Plasmamembran der eukaryotischen Zelle entspricht; prokaryotische Chromosomen weisen ebenfalls auf einen aufgenommenen prokaryotischen Endosymbionten als Ursprung der Mitochondrien hin
[9] Plastid: Allgemeiner Ausdruck für Chloroplasten und Abwandlungen davon (Leucoplasten, Amyloplasten, Proteinoplasten, Elaioplasten)
[10] Proteinoplasten: Farblose Plastiden als Proteinspeicher
[11] Amyloplasten: Farblose Plastiden als Stärkespeicher
[12] Endoplasmatisches Retikulum, ER: Intrazelluläres Membransystem aller eukaryotischen Zellen; besteht aus lipiddoppelmembranumschlossenen Hohlräumen, die ein zusammenhängendes System bilden, und das mit der Kernhülle in Verbindung steht
[13] Angiospermen: Bedecktsamer, Magnoliatae
[14] Geleitzellenähnliche Zellen (Farne, Coniferopsida, Cycadopsida): Parenchymatische Zellen, die eng mit den Siebzellen verbunden sind; gehen nicht aus derselben Mutterzelle wie die Siebzelle hervor.
[15] Geleitzellen (Bedecktsamer): Kleine parenchymatische Zellen, Schwesterzellen der Siebzellen; enthalten einen Zellkern, zahlreiche Mitochondrien und ER; sind über Plasmodesmen mit den Siebzellen (Siebröhren) verbunden; viele, wenn nicht alle der Siebröhren-Proteine werden in den Geleitzellen synthetisiert.
[16] Zellkerne
[17] Siebzellen (Farne, Coniferopsida, Cycadopsida): Spezialisierte, langgestreckte Zellen mit rudimentärem Kern im Siebteil (Phloem) von Pflanzen, die dem Transport von Zuckern und Nährstoffen dienen; ihre Besonderheit sind die siebartig durchbrochenen schräggestellten Querwände (Siebfelder/Siebplatten), die sie mit benachbarten Zellen verbinden; Geleitzellenähnliche Zellen sind damit assoziiert
[18] Plasmodesmen: Zell-zu-Zell-Verbindungen der Pflanzen. Diese cytoplasmatischen Kanäle (von 30 – 50 nm Durchmesser) dienen dem Stoff- und Informationsaustausch zwischen Zellen
[19] Siebröhren (Bedecktsamer): Sind ein hochspezialisiertes, kontinuierliches System aus aneinandergereihten, weitlumigen, kernlosen Siebröhrengliedern mit großer Zahl von Siebplatten in den hier quergestellten Querwänden, die einen schnellen Transport im Röhrensystem mit Hilfe von Geleitzellen ermöglichen
[20] Siebplatten, Siebfelder: Dichtstehende Plasmodesmen die zu größeren Einheiten (Platten, Felder) zusammengefasst sind
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Siebröhren und Geleitzellen bei Passiflora coerulea (Tusche, Bleistift, Fineliner, Kreide; Reinhard Agerer)
Siebröhre (weitlumige Zellreihe in der Mitte und links oben) mit Geleitzellen (schmale Zellen rechts und links der mittigen Zellreihe) mit Phloemparenchymzellen (rechte Zellreihe). Zu jeder Siebröhenzelle gehört eine Geleitzelle.
Benachbarte Siebröhren und der Siebröhrenzellen Querwände sind mit Siebplatten versehen, die über Plasmodesmen kontrollierte Stoffleitung übernehmen. Diese Verbindungen bestehen aus zusammengesetzten (dunkelgelb) und einfachen Siebplatten (hellgelb). Einfache Siebplatte (links unten, hellgelb) und eine zusammengesetzte Siebplatte (darüber, dunkelgelb) jeweils in Aufsicht; blaue Punkte stehen für Poren, durch die Plasmodesmen ziehen. – Siebröhrenzellen und Geleitzellen sind ebenfalls über Plasmodesmen verbunden (blaue Querstriche in den Zellwänden). Auch die Phloemparenchymzellen sind damit ausgestattet. –Geleitzellen und Parenchymzellen sind mit großen Zellkernen (dunkelgrau strukturiert, mit Nucleolus) ausgestattet, wobei sich jene der Geleitzellen zu eingezwängten Ellipsoiden verformten. Proteinoplasten, Proteinkörper in Plastiden (ockerlich) und Amyloplasten, Stärkekorn in Plastiden (grau mit Radialstrichen) liegen als Speicherorganelle in den Siebröhrenzellen.
Zeichnung nach Strasburger, Abb. 3-23, Seite 145
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Eutracheophyta, Stelenpflanzen i.e.S.
3 Minikanäle
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In Meristemen[1] schon bleiben,
In welcher Richtung und wie oft sich die Zellen auch teilen,
Alle entstehenden Töchter mit all ihren Nachbarn,
Auch wenn Wände fürs Auge sie trennen,
Über feinste plasmatische Fäden[2]
Engstens miteinander verbunden;
Zu langwierig wäre, müssten Ionen[3], Moleküle, Wasser und
Information immer durch abgedichtete Wände geh‘n.
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Durch engste Kanäle,
Fünfzig Milliardstel eines Meters[4] nur weit,
Zieh‘n Plasmodesmen von Zelle zu Zelle;
Einige Dutzend pro hundert Quadratmikrometer[5], wenn gering der Bedarf.
In Meristemen und aktiven Geweben, wenn massiv der Transport,
Erreichen sie Dichten von tausend und mehr.
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Kontrollieren und lassen nicht alles passieren:
Ein kompakter Membranstrang verbunden mit Cystoskelett, dick und zentral,
Mit beidseitigem Anschluss ans ER[6], verengt zusammen
Mit an ihm und an der Doppelmembran[7] liegenden Proteinen erheblich den Raum.
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Kleine Proteine, Zucker, Hormone[8] natürlich,
Flutschen dagegen behände von Zelle zu Zelle;
Werden Transporte dennoch beschwerlich,
Sorgt vielleicht für Bewegung Kinesin[9] am Cytoskelett.
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Für Massenverfrachtung lösen Enzyme[10] Dutzende Öffnungen neu
Mit gleicher Kontrolle für den Transfer.
Bleibt die Gefahr misslichen Staus,
Oder wächst der Warenbedarf,
Bohren sie Löcher hundertfach weit,
Lassen Dieses und Jenes hinüber, falls es eilt. –
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Den ersten Tracheophyten[11], noch kaum differenziert und relativ klein,
Genügten wohl wenige Brücken zwischen den Zellen;
Doch im Verlauf der Evolution[12],
Wenn immer höher, differenzierter, massiver die Pflanzen,
War‘s Porenweiten recht konsequent,
Zu verbessern den Massentransport. –
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Im Phloem leiten Eutracheophyta Proteine und Zucker überall hin
Fürs Verbrauchen oder zum Speichern an sicherem Ort.
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Fußnoten
[1] Meristematische Zonen, Meristeme: Ständig teilungsaktive Zonen aus undifferenzierten Zellen, die immer neue Zellen für Differenzierung in verschiedene Gewebe liefern
[2] Plasmodesmen: Zell-zu-Zell-Verbindungen der Pflanzen. Diese cytoplasmatischen Kanäle (von 30 – 50 nm Durchmesser) dienen dem Stoff- und Informationsaustausch zwischen Zellen.
[3] Nährionen: Ionen, die für die Ernährung von Organismen von Bedeutung sind
[4] Nanometer, nm: Millionstel Millimeter (10-6 mm); Tausendstel Mikrometer (10-3 µm); Milliardstel Meter (10-9 m)
[5] Mikrometer, µm: Tausendstel Millimeter (10-3 mm); Millionstel Meter (10-6 m)
[6] ER (Abkürzung für Endoplasmatisches Retikulum): Intrazelluläres Cisternensystem aller eukaryotischen Zellen. Es besteht aus lipiddoppelmembranumschlossenen Räumen, die ein zusammenhängendes System bilden und mit der Kernhülle in Verbindung stehen
[7] Lipidmembran (Bacteria, Eukarya): Lipide, bestehend aus einem mit drei Hydroxylgruppen [–OH] versehenen Glycerinmolekül, an dem zwei Fettsäuren und ein Cholin unter Wasserabspaltung angeknüpft sind, zeigen einen hydrophilen Kopf (Glycerin und Cholin) und den hydrophoben Fettsäureschwanz; nach dem Motto Gleich zu Gleich gesellt sich gern, ordnen sich die hydrophilen Köpfe zum einen und die hydrophoben Schwänze zum anderen nebeneinander an und bilden eine geschlossene Schicht; eine Doppelmembran entsteht dann, wenn sich zwei solcher Schichten, hydrophobe Schwänze zueinander gereckt, aneinanderlegen
[8] Pflanzenhormone, Phytohormone: Regulieren das Wachstum und die Entwicklung von Pflanzen, indem sie Zellteilung, Zelldifferenzierung und Zellstreckung steuern.
[9] Kinesin: Bezeichnet eine Gruppe von Motorproteinen in eukaryotischen Zellen. In Kooperation mit anderen Motorproteinen, wie Myosin und Dynein ist Kinesin wesentlich am intrazellulären Transport von biologischen Lasten entlang der Mikrotubuli beteiligt. Der Kinesinkomplex besteht aus zwei schweren und zwei leichten Proteinketten. Das Kinesin-Protein selbst besteht aus einer Kopfregion, die an Mikrotubuli binden kann und die katalytische Domäne enthält, einem Hals, einem langen Stiel, sowie einem Schwanzteil, der mit anderen Proteinen über eine Vielzahl von Verbindungsproteinen interagieren kann. Durch ATP-Hydrolyse am aktiven Zentrum verändert sich die Konformation des Kopfes und des Halses, ein 8 nm langer Schritt über ein Tubulindimer folgt damit. Kinesinkomplexe binden ein zu transportierendes Molekül an sich und 'laufen' dann entlang einem Mikrotubulus vom Minus- zum Plus-Ende.
[10] Enzym: Protein, das, an spezielle Moleküle angepasst, Synthese oder Abbau katalysiert. Meistens werden mehrere Enzyme zu einem Komplex verbunden, um eine räumliche Nähe zwischen den einzelnen, aufeinanderfolgenden Syntheseschritten herzustellen
[11] Tracheophyta: Stelenpflanzen i.w.S. (Embryophyta – Streptophyta – Plantae – Eukarya)
[12] Evolution: Stammesgeschichtliche Entwicklung von niederen zu weiterentwickelten (zu oft höheren) Formen des Lebendigen
[13] Phloem: Anteil eines pflanzlichen Leitbündels, der vornehmlich Assimilate von grünen, fotosynthetisch aktiven Pflanzenteilen abtransportiert; assoziiert mit wasserleitenden Bahnen des Xylems
[14] Xylem: Wasserleitende Bahnen (Holzteil) von Eutracheophyta, Stelenpflanzen i. e. S.
[15] Borke: Äußerste, tertiär entstandene Abschlussschicht an Bäumen; Korkschichten trennen, um entstandene Risse zum lebenden Gewebe hin wieder abzudichten, Teile des Bastes ab, die danach absterben und artabhängig in unterschiedlichen Formen abblättern; sekundäres Abschlussgewebe ist Rinde; primäres die Epidermis.
[16] Rinde, Cortex (Pflanzen, allgemein): Gewebe der Sprossachse und der Wurzel von Tracheophyta, das außerhalb des Zentralzylinders liegt; Epidermis und Rhizodermis sind davon ausgeschlossen
[17] Bast (Eutracheophyta): Lebendes Gewebe im äußeren Bereich der Pflanzenachsen, im Phloem. Dort liegen Pflanzenfasern in Form von mehrzelligen Faserbündeln als langgezogene und dickwandige Zellen, wodurch sie nur ein sehr enges Zelllumen besitzen; sie sind im Regelfall unverholzt und laufen an beiden Enden spitz zu. Eine der Hauptfunktionen dieser Fasern innerhalb der Pflanze ist eine Versteifung der Struktur, um dem Stengel eine ausreichende Stabilität zu verleihen.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Bau der Plasmodesmen (ppt-generiert; Reinhard Agerer)
Plasmodesmen verbinden benachbarte Zellen durch die Zellwand hindurch, deren Aufbau hier gezeigt ist: Das Plasmalemma (braun-gelb-braune Dreifachlinie) kleidet Plasmodesmenkanäle aus; die ihrerseits außen von einem Ring aus Kallose (rosa) umgeben sind. – Geschichteter Zellwandaufbau aus Sekundärwand (orange), Primärwand (gelb) und Mittellamelle (grau strukturiert). – Durch den Kanal zieht mittig eine zylinderförmige, kompakte Struktur aus Elementen von Membranen des Endoplasmatischen Retikulums und des Cytoskeletts; sie verbindet das ER beider Zellen. Das Plasmalemma des Kanals wird von Proteinen ausgekleidet, wie auch die zentrale zylinderförmige Struktur von Proteinen umgeben ist. Beide Typen von Proteinen werden durch fädiges Protein miteinander verbunden. Durch den Plasmodesmenkanal zieht das Cytosol (hellgelb).
Nach Lüttge et al (2010), Abb. 13-19, A links, S. 302
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Eutracheophyta, Stelenpflanzen i.e.S.
4 Auf Vorrat
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Rund ums Phloem[1] drängen sich polygonale Zellen,
Das Mehr an Zucker zu speichern, das nicht schon verbraucht;
Wandeln, was läge denn näher,
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Verkürzen zu Schrauben die Ketten,
Legen der Hälfte Verzweigungen an:
Speichern Amylose[8], von unten bis obenhin glatt,
Amylopectin[9], von seitlichen Ketten bürstig und rauh,
Zu Körnern[10] hochindividueller Gestalt.
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Mobilisieren, wenn nötig den Zucker erneut,
Speisen ihn ein in zuckerbefördernde Bahnen[11],[12],
Energie- und baustoffbedürftigen Stellen
Ihn als sinnvollen Zuschuss zu geben.
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Doch, wer kontrolliert Art und Menge der Moleküle,
Des Wassers Verlauf, der Ionen[13] Transfer?
Eine besondere Grenze, wie ein Zylinder,
Umgibt des Abschnitts Zentrale[14]:
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Apoplastisch[15] wandern Wasser und Ionen,
Hin Richtung Zentrum sobald sie im Innern der Wurzel[16],
Doch der Endodermis radial imprägnierte[17], undurchlässige Wände,
Zwingen den Strom frontal durch die Wand,
Hin zum Plasmalemma[18] der Zelle;
Diskriminierend entscheidet es, wer Durchtritterlaubnis erhält.
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Bisweilen kontrolliert auch im Spross[19] eine Endodermis,
Transport und Weitergabe je nach Bedarf.
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Die typische Einheit zum Leiten, Verteilen, zwischenzeitlichem Speichern
Der Erde Grün bestimmender Pflanzen
– Ein Grund ihres planetenweiten Erfolgs – ist damit geworden:
Eine Protostele[20], von außen nicht sichtbar, weil von Gewebe umhüllt;
Die, selbst als Baustein nur dienend,
Komplexes, Hochkonstruktives bewirkt
Und so der Schöpfung Gesicht bis heute bestimmt.
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Fußnoten
[1] Phloem: Anteil eines pflanzlichen Leitbündels, der vornehmlich Assimilate von grünen, fotosynthetisch aktiven Pflanzenteilen abtransportiert; assoziiert mit wasserleitenden Bahnen des Xylems
[2] Chloroplast (allgemein): Zur Fotosynthese befähigter, grüner Chromatophor
[3] Amyloplasten: Farblose Plastiden als Stärkespeicher
[4] Stärke: Gemisch aus Amylose und Amylopectin; Speicherpolysaccharid der Pflanzen
[5] Saccharose, Rohrzucker, Rübenzucker: Disaccharid aus α-Glucose und β-Fructose in 1,2-Verknüpfung; Zwischenspeicherzucker von Echten Pflanzen
[6] Traubenzucker: Glucose
[7] Fruchtzucker: Fuctose
[8] Amylose: Glocosemoleküle sind in der Amylose fast ausschließlich α-1,4-glycosidisch miteinander verbunden¸ wobei das unverzweigte Molekül in Schraubenform vorliegt; beim Amylosenachweis („Stärkenachweis“) lagert sich Jod in das Schraubeninnere ein, wobei eine bläuliche Färbung entsteht
[9] Amylopectin: Glucose-Moleküle sind α-1,4-glycosidisch miteinander verbunden. Etwa alle 15–30 Monomere hängt eine α-1,6-glycosidisch verknüpfte Seitenkette daran, wodurch die strauchartige Verzweigung des Amylopectins entsteht
[10] Stärkekörner: In Chloroplasten von Pflanzen im Zuge der Photosynthese synthetisierte Zucker werden als Reservestärke in Form von Körnern abgelagert, wobei diese Stärkekörner, abhängig von der Pflanzenverwandtschaft, spezielle äußere und interne Strukturen aufweisen können; sie besitzen einen Durchmesser von 2–150 µm.
[11] Siebzellen (Farne, Coniferopsida, Cycadopsida): Spezialisierte, langgestreckte Zellen mit rudimentärem Kern im Siebteil (Phloem) von Pflanzen, die dem Transport von Zuckern und Nährstoffen dienen; ihre Besonderheit sind die siebartig durchbrochenen schräggestellten Querwände (Siebfelder/Siebplatten), die sie mit benachbarten Zellen verbinden; Geleitzellenähnliche Zellen sind damit assoziiert
[12] Siebröhren (Bedecktsamer): Sind ein hochspezialisiertes, kontinuierliches System aus aneinandergereihten, weitlumigen, kernlosen Siebröhrengliedern mit großer Zahl von Siebplatten in den hier quergestellten Querwänden, die einen schnellen Transport im Röhrensystem mit Hilfe von Geleitzellen ermöglichen
[13] Nährionen: Ionen, die für die Ernährung von Organismen von Bedeutung sind
[14] Endodermis: Bildet einen Zylinder um das Leitbündelsystem der Wurzel. Die radial orientierten Zellwände der endodermalen Zellen enthalten eine wasserundurchlässige Schicht aus Lignin, Fett und Suberin, die verhindert, dass Wasser und die darin gelösten Stoffe unkontrolliert über die Radialwände in die Leitbahnen diffundieren können. Sie können dann nur durch die Zelle diffundieren oder transportiert werden.
[15] Apoplastisch: Transport in den Zellwänden (nicht quer durch die Zellwände)
[16] Wurzel (Tracheophyta): Drittes Grundorgan, neben Spross und Blättern, der Eutracheophyta. Sie wächst im Substrat, verfügt über Wurzelhaare und an der wachsenden Spitze über ein Meristem, über der eine Wurzelhaube (Calyptra) liegt; Verzweigungen erfolgen endogen, innerhalb der Endodermis heraus; tragen keine Blätter
[17] Mit Suberin: Ein polymeres Phenylpropanoid, das Hydroxyfettsäuren, Dicarbonsäuren, langkettige Fettsäuren und Fettalkohole enthält. Es wird im Sekundärstoffwechsel von Pflanzen gebildet und fungiert als gas- und wasserundurchlässige Isolierschicht.
[18] Plasmalemma: Zellmembran (Lipiddoppelmembran) von Organismen; wird oft als Gegenstück zum Tonoplasten betrachtet, der im Zellinneren eine größere Saftvakuole umgibt
[19] Spross i.e.S. (Plantae): Achse einer Pflanze, an der Anhangsorgane (wie Blüten, Blätter, Wurzeln) sitzen:
[20] Protostele: In Spross und Wurzel ursprünglicher Landpflanzen zentral liegender, zylinderförmiger Leitbereich für Wasser und Assimilate aus phloemumgebenem Xylem. Sie ist in ersten fossilen Tracheophyten, auch in heute noch lebenden ursprünglichen Eutracheophyten erkennbar. Die Protostele, wie sie schon in Rhynia vorkommt, war Ausgangspunkt für die Entwicklung der Stelärtheorie, die die unterschiedlichsten fossil und auch heute vorkommenden Leitsysteme der Eutracheophyten auf die Protostele zurückführen kann. Ausgangspunkt für die Theorie ist, vom Meristem beginnend, die Entwicklung des Xylems, wobei dem sog. Protoxylem, bestehend aus noch sehr kleinzelligen dünnerwandigen Leitelementen, um das herum sich das größerzellige, dickerwandige Metaxylem nach und nach entwickelt, eine zentrale Bedeutung zukommt. Die Protostele enthält also im Zentrum von Metaxylem umgebenes Protoxylem.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Schematische Darstellung eines Achsenabschnittes mit Protostele (ppt-generiert; Reinhard Agerer)
Von außen nach innen: Epidermis (dunkelgrau); Rindenparenchym (grün); Endodermis (dunkelgelb); Perizykelparenchym (hellgrau); Phloem (orangebräunlich); Metaxylem (dunkelbraun strukturiert); Protoxylem (hellbraun, strukturiert).
Der Zentralzylinder besteht aus Endodermis, Perizykel, Phloem und Xylem. Die Protostele ist der Achsenabschnitt aus (von innen): Protoxylem, Metaxylem und Phloem (geschweifte Klammer).
Der gesamte Achsenabschnitt (mit meristemtragender Spitze; hier nicht dargestellt) wird in seiner ganzen Schichtung als Telom bezeichnet.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Fortsetzung Februar 2027
