zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Charophyceae, Armleuchteralgen
1 Spitzenwärts (HP)
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Ormidia[1] kannte noch eine
Dritte Weise, neue Wege zu geh’n:
Statt sich irisblendenartig[2] zu teilen
Baut sie mit Hilfe des Phragmoplasts[3]
Schwesterzellen eine gemeinsame,
Nicht mehr sich spaltende Wand.
Wiederholt den Vorgang, streckt sich zum Faden,
Geordnete Cellulosefibrillen[4] verhindern den Bruch.
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Stabiler nun gegen die Basis,
Behindern dickere Wände ein Strecken Zellen jedoch.
Verschieben folglich Teilungsaktivitäten gegen die Spitze,
Zwingen, das Trichom zu verlängern, den Scheitel[5] dazu.
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Bald ist der Apex[6] allein in der Pflicht
Fürs Wachstum des ganzen Trichoms.
Bleibt undifferenziert und allzeit bereit
Wiederholt sich zu teilen[7], ständig um neue Zellen sich zu bemüh‘n.
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Schlag auf Schlag erfolgt nun Teilung um Teilung.
Inäqual[8] zieht der erste Abkömmling die Querwand ein:
Eine größere Zelle bildet sich unten, die kleine darüber.
Auf rhythmischen Wechsel richtet der Faden sich ein.
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Die große streckt sich, wird zum Zylinder,
Drängt mit Vakuolenkraft[9],[10] als dünnen Belag
Den Protoplasten[11] dicht an die Wand:
Sich nochmals zu teilen, nimmt er sich die Chance damit.
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Die zwischenliegenden kleineren Zellen
Nutzen die Lage, sich zu segmentieren der Länge nach,
Formen einschichtige Knoten[12] zwischen den Röhren
Als Ursprungszonen von Zweigen, die wie die Achse geformt.
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Treiben sich hinein in den Grund,
Verkrallen sich verzweigend zwischen Ufergestein,
Halten die grünen Gliederfäden unentwegt fest.
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Fußnoten
[1] Ormidia: Bezeichnung für hypothetischen Vorfahren der Coleochaetophyceae; die Bezeichnung leitet sich ab von einer molekularphylogenetisch früher abzweigenden Verwandtschaft, von den hier nicht näher behandelten Klebsormidiophyceae.
[2] Irisblende: Verstellbare Blende, deren Öffnung in der Größe kontinuierlich verändert werden kann
[3] Phragmoplast: Besteht aus einem Komplex von Mikrotubuli und Actinfilamenten, die mehr oder minder senkrecht zur in der Telophase sich bildenden Querwand verlaufen; entlang der Mikrotubuli werden Golgivesikel transportiert, die zur jungen Zellwand, zur sog. Querplatte verschmelzen, die sich ständig zur Längswand hin erweitert, bis sie daran Anschluss findet; Poren für Plasmodesmen bleiben in Querplatte und Querwand dabei frei.
[4] Cellulosefibrillen: Elementarfibrillen und Mikrofibrillen
[5] Oberste Zelle
[6] Apex: Spitze, Scheitel
[7] Scheitelzelle: Eine Zelle am oberen Ende eines Organismus (Plantae, Chromalveolata), die durch ständige Teilung für das Verlängern, Vergrößern, sorgt, weil, davon ausgehend, alle weiteren Zellen entstehen, also von ihr abstammen.
[8] Inäqual (allgemein): ungleich
[9] Saftvakuolen: Vakuolen, deren Aufgabe wesentlich in der Aufnahme, oft Speichern, von in Wasser gelösten Substanzen liegt
[10] Druck der sich vergrößernden Saftvakuole
[11] Protoplast, Protoplasma: Gesamter Inhalt einer Zelle (ohne Saftvakuole)
[12] Knoten (Charophyceae): Die gegliederten Achsen bilden zwischen den langgestreckten Internodien kleinere aus vielen gleichartigen Zellen bestehende Knoten(scheiben)
[13] Rhizoide: Fadenartige, wurzelähnliche, trichale oder unseptierte Auswüchse zum Festheften von Thallophyten
[14] Tella: Bezeichnung für einen Vorfahren der Charophyta; angelehnt an Palaeonitella (†) und Nitella
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Charophyceae, Armleuchteralgen
2 Spezielle Trichome (HP)
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Der seitlichen Triebe Knotenscheiben[1] entsprossen mancherorts,
Zum Schutze des kostbarsten Kleinods
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Wie im Nest saß der Eizellbehälter[7],
Umgeben von leicht gebog‘nen grünen Trichomen,
So, als wollten sie hüllen und doch der
Vielfach Bedrohten nicht zu aufdringlich sein.
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Einen Trichter formten sie gleichsam,
Kommenden Richtung zu geben,
Sie zu leiten an den zukunftsverheißenden Ort,
Leben neu zu begründen.
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Suchende Schwärmer[8] erschienen am Rande der Mündung,
Tauchten hinein, schwammen zum Zentrum der Sehnsucht,
Erspähten die winzige Öffnung der Cyte[9],
Einer nur fand Erfüllung, durchdrang die Pore mit Wucht[10].
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Zu spät erreichten noch viele den Ort der Begierde,
Doch längst umschloss, fibrillenbewehrt
Eine dichte Wandung die neue Generation[11].
Die andern schraubten sich weiter und schwammen davon.
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Reifend lösten sich Cysten[12], hofften auf Wellen und Strömung,
Landeten wirklich auf günstigem Grund:
Licht begleitet nach Ruhe und Keimung die
Ersten Armleuchteralgen ein Leben lang.
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Fußnoten
[1] Knoten (Charophyceae): Die gegliederten Achsen bilden zwischen den langgestreckten Internodien kleinere aus vielen gleichartigen Zellen bestehende Knoten(scheiben)
[2] Oogon, Oogonium: Eizellbehälter
[3] Trichom (Anatomie): Einzellreihiger Faden oder einzellreihiges Haar
[4] Trichal (Algen, Pilze, u.a.): Gebaut aus einzellreihigem Faden, wobei jede Zelle funktionell nur einen Zellkern besitzt, n, 2n (oder n+n, Dikaryon, bei Pezizomycotina und Agaricomycotina)
[5] Tella: Bezeichnung für einen Vorfahren der Charophyta; angelehnt an Palaeonitella (†) und Nitella
[6] Wirtel, Quirl: Anordnung, bei der mehr als zwei Seitenelemente (Blätter, Zweige, etc.) auf einer Höhe kranzförmig an einer Achse stehen
[7] Oogon
[8] Gameten: Für sexuelle Fortpflanzung vorgesehene haploide Zellen
[9] Oogon
[10] Plasmogamie: Verschmelzung der Protoplasten zweier Zellen im Zuge sexueller Fortpflanzung; abgekürzt P!
[11] Zygote: Diploide Zelle, die nach der Verschmelzung zweier haploider Kerne, im Zuge der sexuellen Fortpflanzung entstand
[12] Cyste (Überdauerungsform): Mit widerstandsfähiger Wand umgebene Überdauerungsform von Zellen, von mehrzelligen Gebilden, gar von winzigen Organismen
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Charophyceae, Armleuchteralgen
3 Unverkennbar
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Mehrere Decimeter[1] hoch wachsen Armleuchteralgen,
So wie die Achse, gegliedert gebaut.
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Verstärkt wird die Zellwand durch mehrschichtig geordnete Cellulosemikrofibrillen[11],
Die Lage für Lage gegeneinander liegen versetzt.
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Im Körper verzurrt, wie von Bauchgeißlern[18] bekannt;
Der Flagellat[19] selbst, wie auch die Geißeln
Sind von diamantförmigen[20] Schuppen belegt.
Schlank, lang und korkenzieherförmig schrauben sich Spermatozoide[21]
Durch Wasser und lockenden Schleim des Oogons[22].
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Wie schon von Coleochaetophyceae[23] verwirklicht,
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Jedoch vakuolennah andere Organelle des Cytoplasmas[35] in heftiger Strömung
Längs der Zelle mit fünfzig bis hundert µm[36] pro Sekunde bewegt.
Eine indifferente Zone, die frei von Chloroplasten, trennt Vorwärts- und Rückwärtsströme,
Verhindert womöglich ein drohendes Verkehrschaos damit.
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Oogonien und Antheridien[39] an Knoten der längendeterminierten Seitenachsen entsteh’n:
Eine Initiale bildet Stiel- und aufsitzende Eizelle[40].
Sie wird umgeben, gleichfalls von der Stielzelle abgetrennt,
Von fünf Exemplaren zweier übereinanderstehender Zellen,
Jede unterste verlängert sich schlauchförmig und umwächst parallel,
Konzertiert mit den andern, die Eizelle;
Die fünf oberen Zellen werden zum Krönchen, halten für Spermatozoide zentral einen Zugang frei.
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Ebenso einmalig im ganzen Pflanzenreich[41] bauen Armleuchteralgen Antheridien:
Vom Knoten wird eine Zelle zur Initiale bestimmt;
Quer geteilt, gibt die untere Zelle den Stiel des Geschlechtszellbehälters[42],
Die obere teilt sich durch Längswände in ein Quartett, danach zum Oktett,
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Jede Zelle teilt sich durch zwei perikline[43] Zellwände, wodurch vierundzwanzig Zellen entstehen;
Sie bestimmen, je zu drei Etagen vereint, Antheridiums endgültigen Bau:
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Von außen nach innen betrachtet, liefern sie acht schützende Schildzellen,
Nach innen zu eine sich später verlängernde Zelle, Griffzelle[44] genannt oder Manubrium, woran
Die innerste Zelle liegt, die sogenannte primäre Köpfchenzelle[45]; sie teilt sich nochmals,
Erst Sie tragen, nachdem sie mehrfach sich teilten, einen trichal organisierten Faden[48],[49],
Der pro Zelle ein korkenzieherförmiges Spermatozoid entlässt.
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So, dass ein gehöriger Hohlraum als Sammelort für freigekommene Spermatozoide entstand.
Ein Platzen des Antheridiums, befreite sie ins Wasser; beim Schwimmen sich drehend,
Erreichen sie das Oogon, worauf sich das erste in des Krönchens[52] Zentrum bohrt.
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Fußnoten
[1] Dezimeter: 10 cm
[2] Knoten (Charophyceae): Die gegliederten Achsen bilden zwischen den langgestreckten Internodien kleinere aus vielen gleichartigen Zellen bestehende Knoten(scheiben)
[3] Internodien: Viele Plantae sind, äußerlich sichtbar, regelmäßig in begrenzte Verdickungen (Knoten) und langgezogene etwas dünnere Abschnitte, die Internodien, gegliedert.
[4] Nodien: Knoten
[5] Quirl, Wirtel: Anordnung, bei der mehr als zwei Seitenelemente (Blätter, Zweige, etc.) auf einer Höhe kranzförmig an einer Achse stehen
[6] Erreichen nur eine definierte Länge
[7] Trichom (Anatomie): Einzellreihiger Faden oder einzellreihiges Haar
[8] Zellkern
[9] Trichal (Algen, Pilze, u.a.): Gebaut aus einzellreihigem Faden, wobei jede Zelle funktionell nur einen Zellkern besitzt, n, 2n (oder n+n, Dikaryon, bei Pezizomycotina und Agaricomycotina)
[10] Siphonocladal (Algen, Pilze): Schlauchartige, mit einzelnen Septen versehene Röhren (Hyphen), deren Abschnitte vielkernig sind
[11] Cellulosefibrillen: Elementarfibrillen und Mikrofibrillen
[12] Streptophyta: Bauchgeißler (Plantae – Eukarya)
[13] Cellulose: Unverzweigte Ketten aus Glucose in β-1,4-Verknüpfung; wobei der 6C-Zucker Glucose in Ring-Form geschrieben, das C1 der Aldehydgruppe ist [CH2OHCHOHCHOHCHOHCHOHCHO], davon aus gerechnet ist der vierte Kohlenstoff das C4 ist. In Ringform geschrieben weist die OH-Gruppe des C1 nach oben, wie auch die frei gebliebene CH2OH-Gruppe. Die OH-Gruppen wechseln von 1 bis 4 die Stellung: C1 nach oben, C2 nach unten, C3 noch oben, C4 nach unten, an C5 hängt die nach oben stehende CH2OH-Gruppe.
[14] Rosette: Runde Bauteile, die achsengleiche oder annähernd achsengleiche Formen haben können
[15] Cellulosesynthase: Enzymkomplex in der Plasmamembran von Pflanzenzellen, der Cellulose herstellt, indem er Glukosemoleküle zu langen β-1,4-Glucanketten polymerisiert. Dieser Prozess findet in der Zellmembran statt und die entstehenden Ketten werden nach außen abgegeben und zu starken Mikrofibrillen zusammengefügt.
[16] Subterminal: Unterhalb des höchsten, des weitest vorstehenden Punktes
[17] Flagellum, Geißel (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und durch ein zentrales Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte (Terminalplatte) trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt.
[18] Bauchgeißler: Streptophyta (Plantae – Eukarya)
[19] Flagellat: Begeißelter, einzelliger Organismus; oder als Eigenschaft: mit Geißel versehen
[20] Diamantförmig: oktaederförmig
[21] Spermatozoide, Spermatozoen, Spermien: Reife, männliche, haploide Keimzellen; Gameten, die im Normalfall zu eigenständiger Bewegung fähig sind
[22] Oogon, Oogonium: Eizellbehälter
[23] Coleochaetophyceae: Scheidenstachelalgen, Haarscheidenalgen (Streptophyta – Plantae – Eukarya)
[24] Offene Mitose: Mitose, bei der die Kernhülle gänzlich abgebaut wird
[25] Persistierende Telophasenspindel: Die Telophasenspindel bleibt außerhalb der beiden Tochterkerne noch eine Zeitlang erhalten, was ihnen zusammengenommen Hantelgestalt verleiht
[26] Golgivesikel, Golgicisternen: Vesikel des Golgiapparates, eines Zellorganells, bestehend aus ausgedehnten, meist gestapelten Cisternen, in denen vom ER hergestellte Proteine sortiert und modifiziert werden; schnürt kleine Vesikel ab, die Zellprodukte sammeln, die für andere Zellorganellen bestimmt sind
[27] Zellplatte: Durch Vesikel zusammengesetzte plattenförmige Anlage einer Zellwand
[28] Phragmoplast: Besteht aus einem Komplex von Mikrotubuli und Actinfilamenten, die mehr oder minder senkrecht zur in der Telophase sich bildenden Querwand verlaufen; entlang der Mikrotubuli werden Golgivesikel transportiert, die zur jungen Zellwand, zur sog. Querplatte verschmelzen, die sich ständig zur Längswand hin erweitert, bis sie daran Anschluss findet; Poren für Plasmodesmen bleiben in Querplatte und Querwand dabei frei.
[29] Plasmodesmen: Zell-zu-Zell-Verbindungen der Pflanzen. Diese cytoplasmatischen Kanäle (von 30 – 40 nm Durchmesser) dienen dem Stoff- und Informationsaustausch zwischen Zellen.
[30] Saftvakuolen: Vakuolen, deren Aufgabe wesentlich in der Aufnahme, oft Speichern, von in Wasser gelösten Substanzen liegt
[31] Protoplast, Protoplasma: Gesamter Inhalt einer Zelle (ohne Saftvakuole)
[32] Actin, Fädiges Actin: Actin ist ein häufiger Bestandteil des Cytoskeletts und kommt besonders in Muskelzellen vor; zu Fäden polymerisiert (F-Actin), dient es der Stabilisierung der äußeren Zellform sowie der Ausbildung von Zellfortsätzen, intrazellulären Verlagerungen und gerichteten intrazellulären Bewegungen
[33] Pyrenoid: Eine räumlich begrenzte, lichtmikroskopisch oft gut erkennbare Struktur in Plastiden von verschiedenen Algengruppen und Hornmoosen
[34] Chloroplast (allgemein): Zur Fotosynthese befähigter, grüner Chromatophor
[35] Cytoplasma: Flüssiger Zellinhalt mit darin liegendem Cytoskelett
[36] Mikrometer, µm: Tausendstel Millimeter (10-3 mm); Millionstel Meter (10-6 m)
[37] Oogamie: Verschmelzung eines haploiden, beweglichen Spermatozoids mit einer unbeweglichen, nährstoffreichen Eizelle
[38] Haplont: Organismus, dessen Zygote ausschließlich diploid ist, alles andere ist haploid
[39] Antheridium (Charophyceae): Komplex gebautes kugeliges Hohlorgan, in dessen Zentrum spermatogene Fäden Spermatozoide freisetzen, die nach Platzen des Antheridiums freiwerden
[40] Eizellen: Unbewegliche, nährstoffreiche, weibliche, haploide Keimzellen
[41] Pflanzenreich: Plantae (Eukarya)
[42] Antheridium
[43] Periklin: parallel zur Oberfläche
[44] Griffzelle, Manubrium (Charophyceae): Spezielle Trägerzelle in Antheridien, an denen Köpfchenzellen und an ihnen spermatogene Fäden sitzen
[45] Primäre Köpfchenzellen, Primäre Capitulumzellen (Charophyceae): Rundliche Zellen, die direkt am Manubrium des Antheridiums sitzen und Träger von sekundären Köpfchenzellen sind
[46] Sekundäre Köpfchenzellen, Sekundäre Capitulumzellen (Charophyceae): Rundliche Zellen, die an primären Köpfchenzellen des Manubrium im Antheridium sitzen und Träger von tertiären Köpfchenzellen sind.
[47] Tertiäre Köpfchenzellen, Tertiäre Capitulumzellen (Charophyceae): Rundliche Zellen, die an sekundären Köpfchenzellen des Manubrium im Antheridium sitzen und Träger von spermatogenen Fäden sind.
[48] Oftmals werden nur diese spermienbildenden Fäden als Antheridien bezeichnet, das ganze Organ, in dem sie liegen, folglich als Antheridienstand
[49] Spermatogene Fäden (Charophyceae): Trichale Fäden im Innern des Antheridiums, aus deren Zellen je ein Spermatozoid entsteht
[50] Antheridium
[51] Schildzellen (Charophyceae): Nach außen hin abschließende Zellen des Antheridiums
[52] Krönchen (Charophyceae): Kronenartige Bildung des Oogons durch Endzellen der Eizellenumgebenden, spiraligen einkernigen Schläuche
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Oben: Chara braunii
Autor: Show_ryu
Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation; unverändert
Unten: Chara hispida
Autor: Lorenz Seebauer
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license; unverändert
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Oben: Chara cf. virgata
Autor: Christian Fischer
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert
Unten: Chara sp.
Autor: Keisotyo
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Chara: Ontogenese von Antheridium und Oogon (Tusche-, kreide-, bleistift- und ppt-generiert; Reinhard Agerer)
Oberhalb des grünen Trennbalkens: Antheridien-Ontogenese (oben von links nach rechts und darunter von links nach rechts)
Ausgehend von räumlich angeordneten acht Zellen (links), werden nach und nach durch Zellteilungen und Vergrößern der Anlage folgende durch Farben gekennzeichnete Strukturen gebildet: Stielzelle (grau) – Schildzellen (braun) – Manubriumzellen, Griffzellen (orange) – primäre Köpfchenzellen (dunkelrot) – sekundäre Köpfchenzellen (blau) – tertiäre Köpfchenzellen (offene Ringe) –Schildzelle mit Manubrium und Köpfchenzellen mit gekammerten spermatogenen Fäden – Ausschnitt daraus, junges Entwicklungsstadium – gekammerte spermatogene Fäden, Ausschnitt daraus, Entwicklungsstadium mit Spermatozoiden – korkenzieherförmiges, zweigeißliges Spermatozoid.
Unterhalb des grünen Trennbalkens: Ooogonien-Ontogenese (oben von links nach rechts und darunter von links nach rechts)
Ausgehend von einem 3-Zellen-Stapel, oberste Zelle eine Internodialzelle, darunter eine Nodialzelle, getragen von einer internodialen Stielzelle (grau), entwickelt sich von der obersten Zelle ausgehend, die Eizelle (gelb), die Zelle darunter ist Ausgang für die schraubig windenden zweizelligen Hülltrichome (rot), wobei die kleinen obersten Zellen zusammen das Krönchen bilden. Unten rechts Aufsicht auf das reife Oogonium mit eizellhüllenden, zweizelligen Trichomen.
Nach van den Hoek et al. (1995/2002), Fig. 30.3, Seite 457.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Charophyceae, Armleuchteralgen
4 Komplettschutz
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Eine Scheitelzelle[1] reguliert, übernimmt das Wachstum der Achse,
Teilt sich quer, gibt damit für alles weitere eine Initiale ab,
Die, nicht zögerlich, erneut sich senkrecht zur Achse verdoppelt und
Zwei ungleiche Zellen von sich gibt:
Zunächst eine größere, bikonvexe[2] und eine kleinere,
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Die Knotenscheibe darunter, die ältere,
Nimmt randliche Zellen als Initialen her,
Seitenzeige auszutreiben, deren Zellen zunächst noch gleichgestaltet,
Dann aber die Endzelle zur Scheitelzelle bestimmt.
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Noch eine Etage tiefer lassen sich an Ästen Knotenscheiben bereits erkennen,
Jeweils durch dünne bikonvexe Internodienzellen[5] getrennt.
Äußerste Zellen der Knoten, über-, unterhalb und zwischen den Ästen,
Wachsen nach oben und unten den sich verlängernden Internodienzellen entlang,
Ummanteln, gleichfalls mit Scheitelzelle wachsend, die Achse
Rund ums Internodium, wobei Nodien- und Internodienzellen auch hier
Abwechseln, die Rinde ums Zentrum zu bilden,
Stabilisieren den Haupttrieb damit fürs Biegen und für aufrechten Stand.
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Doppelreihen von kurzen, spitz zulaufenden Stipeln[6]
Bilden sich rundum am unteren Knotenrand.
Hauptachse, wie quirlig angeordnete Äste
Sind, wenn fertiggestellt, von gleicher Konstruktion.
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Charas Antheridium steht unterhalb des Oogons
– In den übrigen Gattungen lässt sich die umgekehrte Reihenfolge erkennen –
Spermatozoide[9] finden offenbar leicht das Oogon,
Sodass des Antheridiums Unterständigkeit für Chara wohl
Keine merkbaren Nachteile bringt.
Freilich ist sie nicht die größte Gattung dieser Verwandtschaft,
Die erfolgreichste aber, Nitella[10], trägt die Geschlechtsorgane andersherum.
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Fußnoten
[1] Scheitelzelle: Eine Zelle am oberen Ende eines Organismus (Plantae, Chromalveolata), die durch ständige Teilung für das Verlängern, Vergrößern, sorgt, weil, davon ausgehend, alle weiteren Zellen entstehen, also von ihr abstammen.
[2] Bikonvex: beidseits nach außen gewölbt
[3] Bikonkav: beidseits nach innen gewölbt
[4] Knoten (Charophyceae): Die gegliederten Achsen bilden zwischen den langgestreckten Internodien kleinere aus vielen gleichartigen Zellen bestehende Knoten(scheiben)
[5] Internodien: Viele Plantae sind, äußerlich sichtbar, regelmäßig in begrenzte Verdickungen (Knoten) und langgezogene etwas dünnere Abschnitte, die Internodien, gegliedert.
[6] Stipeln (Charophyceae): einzellige, kurze, spitz zulaufende Auswüchse des unteren Rands der Knoten
[7] Oogon, Oogonium: Eizellbehälter
[8] Antheridium (Charophyceae): Komplex gebautes kugeliges Hohlorgan, in dessen Zentrum spermatogene Fäden Spermatozoide freisetzen, die nach Platzen des Antheridiums freiwerden
[9] Spermatozoide, Spermatozoen, Spermien: Reife, männliche, haploide Keimzellen; Gameten, die im Normalfall zu eigenständiger Bewegung fähig sind
[10] Nitella: Glanzleuchtealge (Charophyceae – Streptophyta – Plantae – Eukarya)
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Oben links: Chara tomentosa
Chara tomentosa
Autor: Kristian Peters -- Fabelfroh
Lizenz: GNU Free Documentation License; unverändert
Oben rechts: Chara contraria
Autor: Kristian Peters -- Fabelfroh
Lizenz: GNU Free Documentation License; unverändert
Unten: Fossile Chara im Achsenquerschnitt
„Dünnschliff durch ein fossiles Internodium von Chara spec. [aus Süßwasserkalk]. Im Querschnitt ist die Umrandung mit den Rindenzellen erkennbar“
Autor: Ringwoodit
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license; unverändert
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Chara Achsenspitze und Berindung (Tusche-, kreide- und ppt-generiert; Reinhard Agerer)
Rechts: Achsenspitze in zellulärer Darstellung. Die Scheitelzelle (gelb; Haupt- wie Seitenachsen) teilt sich und gibt eine Zelle nach unten ab (orange; Haupt- wie Seitenachsen); diese teilt sich in eine Knotenzelle und eine darunterliegende Internodienzelle; die Knotenzelle teilt sich und wird zur Knotenscheibe, aus deren Randzellen die Seitenachsen entstehen. Dieser Aufbau wiederholt sich bis Haupt- und Seitenachsen ihr maximale Länge erreichen, wobei die Länge der Seitenachsen definiert erscheint. Die Internodienzellen strecken sich im Zuge des größer werdenden Abstands zur Scheitelzelle (grüne Doppelpfeile), dabei kommt es zur Berindung der Hauptachse, indem von der Knotenscheibe ausgehend, nach oben und nach unten sich verlängernde Trichome (moosgrün; violette Pfeile) wachsen und dabei die Internodienzellen vollkommen bedecken.
Links: Berindete, verzweigte Haupt- und Seitenachsen (moosgrün; ganz links im Querschnitt). Unterhalb der Verzweigungsstelle entsteht artabhängig ein Doppelkranz zugespitzter Stachelzellen, wie auch aus der Berindung (runde Zellen kennzeichnen die Positionen) Stachelzellen abstehen können.
Nach van den Hoek et al. (1995/2002), Fig. 30.1b, Seite 475 und Fig. 30.3z, Seite 478.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Charophyceae, Armleuchteralgen
5 Unbemantelt
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Nur Chara[1] trägt die berindete Achse,
Alle anderen Gattungen sparen den Aufwand sich.
Aus deren Knotenscheiben[2], die außerdem größeren Abstand besitzen,
Treiben zwar gleichfalls wirtelige[3] Seitenäste hervor,
Doch keinerlei achsenparallele Trichome[4]
Für Stabilisierung des aufrechten Stands.
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Wies genau wie Nitella[8] keine Berindung auf.
So lässt daraus sich wohl schließen,
Chara evolvierte dies als Sondergut:
Nackte Achsen können damit als ursprünglich gelten,
Wie es damals Palaeonitella als gut befand.
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Waren wohl bereits en vogue,
Doch Palaeonitella fehlen Nodienzellen an
Seitenästen, so wie es scheint.
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Nicht viel anders als heute, waren Palaeonitellas Oogonien[12].
Antheridien[13] aber ließen bis jetzt sich nicht finden, denn
Sie kalzifizieren[14] nichts, was aber innere Schlauchbereiche der Ooogonien vollziehen.
So ist es verständlich, dass sich jedes Antheridium in der Geschichte verlor.
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Somit lässt sich wohl folgern:
Schon damals galt der Lebenskreislauf[15],
Wie wir von Chara heute ihn sehen,
Mit kalzifizierter Dauerzygote[16], in der
Nach Ruhepause die Zelle
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Fußnoten
[1] Chara spp.: Armleuchteralgen (Charophyeae – Streptophyta – Plantae – Eukarya)
[2] Knoten (Charophyceae): Die gegliederten Achsen bilden zwischen den langgestreckten Internodien kleinere aus vielen gleichartigen Zellen bestehende Knoten(scheiben)
[3] Wirtel, Quirl: Anordnung, bei der mehr als zwei Seitenelemente (Blätter, Zweige, etc.) auf einer Höhe kranzförmig an einer Achse stehen
[4] Trichom (Anatomie): Einzellreihiger Faden oder einzellreihiges Haar
[5] Palaeonitella † (Charophyceae – Streptophyta – Plantae – Eukarya)
[6] Devon-Zeit: vor etwa 416 – 359 Millionen Jahren
[7] Rhynie-Chert: Fossilführende Hornsteine (Cherts) aus dem Unterdevon nahe der Ortschaft Rhynie (Schottland)
[8] Nitella: Glanzleuchteralge (Charophyceae – Streptophyta – Plantae – Eukarya)
[9] Scheitelzelle: Eine Zelle am oberen Ende eines Organismus (Plantae, Chromalveolata), die durch ständige Teilung für das Verlängern, Vergrößern, sorgt, weil, davon ausgehend, alle weiteren Zellen entstehen, also von ihr abstammen.
[10] Nodialzelle (Charophyceae): Initiale der Knotenscheibe; im weiteren Sinne eine Zelle des Knotens
[11] Internodialzelle (Charophyceae): Initiale und finale Zelle des Internodiums
[12] Oogon, Oogonium: Eizellbehälter
[13] Antheridium (Charophyceae): Komplex gebautes kugeliges Hohlorgan, in dessen Zentrum spermatogene Fäden Spermatozoide freisetzen, die nach Platzen des Antheridiums freiwerden
[14] Kalzifizieren: mit Kalk inkrustieren
[15] Lebenskreislauf, Lebenszyklus, Entwicklungszyklus, Entwicklungskreislauf: Ein Kreislauf (eigentlich ist es eine Schraube, weil immer Neues entsteht, das zwar dem Anfänglichen gleicht, doch zeitlich später kommt), in dem sexuelle Fortpflanzung erfolgt. Zusätzlich kann noch in regelmäßigem Wechsel eine Phase der asexuellen Vermehrung eingeschlossen sein.
[16] Dauerzygote, Hypnozygote: Zygote, die der Überdauerung dient, meist gekennzeichnet durch dicke, widerstandsfähige, oft auch dunkle Wand, gelegentlich mit Oberflächenstrukturen
[17] Meiose, meiotisch, R!: Meiose dient der Reduktion eines diploiden Chromosomensatzes zu haploiden Sätzen. Dabei werden einander entsprechende Chromosomen, im Kern sich dann mittig in einer Ebene gegenüberstehend, gepaart und anschließend in entgegengesetzter Richtung („polwärts“) separiert. Dieser Vorgang wird auch als Reduktionsteilung (oft abgekürzt als R! und zugleich stellvertretend für die ganze Meiose verwendet) bezeichnet. Da die voneinander getrennten haploiden Chromosomen schon zu Chromatiden verdoppelt sind, schließt sich an die Reduktionsteilung noch eine mitotische Teilung an, so dass vier haploide Kerne letztlich vorliegen.
[18] Armleuchteralge
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Oben: Nitella flexilis
Autor: Show_ryu
Lizenz: GNU Free Documentation License; unverändert
Unten: Nitella hyalina
Einige Nitellen akkumulieren Kalk an ihrer Oberfläche (weiß)
Autor: JMK
Lizenz: GNU Free Documentation License; unverändert
Eingestellt am 21. Februar 2026

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Nitella capillaris
Autor: James Groves in Bullock_Webster_George_Russell_b_1858
Lizenz: Public domain; unverändert
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Palaeonitella cranii (†)
Tusche-Zeichnung (Reinhard Agerer) nach einer Fotographie eines fossilisierten Exemplars aus der Rhynie-Chert. Drei Knoten sind zu erkennen. Messtrich: 200 µm.
Aus: Taylor et al. (2009) Paleobotany, Fig. 4.31, Seite 138.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Entwicklungszyklus von Chara (Tusche-, kreide-, bleistift- und ppt-generiert; Reinhard Agerer)
Aus reifen spermatogenen Fäden der Antheridien werden haploide (n) korkenzieherförmige Spermatozoide frei, suchen die zentrale Öffnung des Ooogon-Krönchens, dringen ein (P!), (nur eines pro Oogon); dort verschmelzen der haploide Spermatozoiden- und der haploide (n) Zellkern der Eizelle (gelb), (K!), zur diploiden (2n) Zygote.
Oogon mit Dauerzygote im Innern halten nun Ruhepause, wobei die Außenbereiche der schraubig die Eizelle umhüllenden zweizelligen Trichome degenerieren und nur die inneren kalkinkrustierten Teile erhalten bleiben.
Zur Vorbereitung der Dauerzygotenkeimung erfolgt die Meiose (R!), wobei vier haploide (n) Zellkerne entstehen, drei davon gehen zugrunde, nur der vierte bleibt und bildet mit dem enthaltenen Protoplasten das junge Pflänzchen.
Dabei entstehen Anlagen für die nach oben wachsende Achse (dunkelgrün) und für Rhizoide als Halteorgane (braun).
Bald wird eine Scheitelzelle angelegt (gelb), eine von ihr abgegebene subterminale Zelle (orange), die sich in eine oben gelegene Knotenzelle und eine Internodienzelle darunter (hellgrün), teilt, um, dies ständig wiederholend, die Hauptachse (und Seitenachsen) von Chara aufzubauen. Anordnung der Zellen in der ersten Knotenscheibe separat dargestellt.
An der reifen Pflanze entstehen wieder Oogonien und Antheridien, womit sich der Lebenskreislauf schließt.
In Kreisform dargestellt, zeigt sich ein haploider Organismus, dessen Zygote als einzige Zelle diploid ist. Es liegt somit ein zygotischer Kernphasenwechsel vor.
Nach van den Hoek et al. (1995/2002), Fig. 30.3, Seiten 478-479.
Eingestellt am 21. Februar 2026
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Endpunkt erreicht
