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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

1 Anfänge (HP)

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Breitlappig, vielleicht dichotom[1] schon verzweigt,

Antheridien[2] und Archegonien[3] auf ihrem Rücken,

Dem Ufer, dem Wasserspiegel entlang,

Optimieren Thalli[4] ihr wasserbedürftiges Leben.

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Geschlechtszellbehälter[5],

Von einer Wand ohnehin schon umgeben,

Schützen sie einsenkend, oder mit dünnen, einzellschichtigen Häutchen,

Vor Wasserverlust durch trocknenden Wind.

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Immer mächtiger wachsen der Thalli Gewebe.

So erbleichen substratnah[6] die Zellen, Sonne strahlt nicht mehr in sie,

Grün bleiben nur die oberen Schichten,

Tragen für Zuckersynthese sämtliche Last.

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Ins Wasser zurück, wie Vorfahren schon,

Versuchen mit Vorsicht die einen,

Speichergewebe, wenn Regen des Baches Rand überschwemmt,

Wird andern des Lebens Brevier[7].

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Wenn zu mächtig die Dicke des Thallus,

Hungern die unteren Schichten durch Mangel an Zucker,

Denn zu gering erweist sich der grünen Fabriken[8] Kapazität

Für der Höchstmengen nötigen Fluss.

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Wer es schafft, beständig den Hunger nach Mehr zu stillen,

Dem winkt die Freiheit die Zukunft für sich zu erklimmen,

Über ungezählte Millionen von Jahren,

Den Kampf ums Überleben auch zu gewinnen.

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Fußnoten

[1] Dichotom: gegabelt, gabelig

[2] Antheridium (allgemein): Spermatozoen oder Spermakerne bildender Behälter von Plantae, Fungi und Chromalveolata

[3] Archegon: Eizelle bildender Behälter der Plantae

[4] Thallus: Körper von Pflanzen (Pilzen); nicht in Spross, Blatt und Wurzel gegliedert

[5] Antheridien und Archegonien

[6] Substrat: Allgemeine Bezeichnung für feste, unterstützende, tragende oder nährende Substanz

[7] Brevier: tägliches kirchliches Stundengebet

[8] Chloroplast (allgemein): Zur Fotosynthese befähigter, grüner Chromatophor

Eingestellt am 21. Februar 2926

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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

2 Des Gametophyten Ideen (HP)

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Licht und Wasser mögen an diesen Standorten reichen:

Lichter Schatten entlang eines Bachs,

Des Tages Helle am Fuß des tropfnassen Felsen,

Oder am wasserstauenden Boden des sich türmenden Walls.

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CO2 aber muss in die Zellen gelangen,

Um mit Wasser und Hilfe des Lichts

Zucker zu synthetisieren[1] als Speicher der Lichtenergie,

Glucane in Vielfalt zu bilden.

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Wie aber des Kreises[2] Quadratur lösen?

Stellt sich für Thalla[3] nun das Problem:

Ohne schädlichen Wasserverlust

Den Kohlenstoffträger[4] in die Zelle zu führ‘n.

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Diffusion[5] von außen mag oftmals genügen,

Gelingt es, chlorophyllführender Lagen

Kompaktheit mit Luftzwischenräumen

Für tieferes Dringen des Gases zu füllen.

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Begrenzend, behindernd, bleibt aber weiter

Der äußeren Zellen dickere Wand,

– Zudem belagert mit feiner Cuticula-Schicht[6]

Um der Chloroplasten[7] Kapazität vollends zu nutzen.

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Epidermen[8], mit einzelnen Spalten durchlöchern,

Bringt Lüftung für des aktiven Gewebes Raum,

Führt Sauerstoff ab und Kohlenstoffdioxid zu,

Beschränkt Wasserverlust auf ein erträgliches Maß.

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Der Weg, den Marchantia[9]

Für ausgetüftelte Atmungsräume beschritt,

Den besten Bauplan zu finden, bleibt im Dunkeln.

Vielleicht hilft des Genoms[10] Gesamtanalyse ihn zu erhellen dabei.

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Fußnoten

[1] Fotosynthetisch, Fotosynthese: Umwandlung von Lichtenergie in Energie organischer Moleküle. Dabei wird letztlich CO2 über komplexe Vorgänge zu energiereicher Glucose aufgebaut. Mit Hilfe von Chlorophyll (Licht!), erzeugtem ATP (zyklischer Elektronentransport) und NADPH2 (azyklischer Elektronentransport) werden von Zellen Zucker synthetisiert

[2] Quadratur des Kreises (im übertragenen Sinn): Metapher für jede schwierige oder unlösbare Aufgabe

[3] Thalla: Bezeichnung für hypothetischen Vorfahren der thallösen Lebermoose

[4] CO2: Kohlendioxid

[5] Diffusion: Physikalischer Prozess der zum Ausgleich unterschiedlicher Konzentrationen von Stoffen in Gasen und Flüssigkeiten führt

[6] Cuticula (Plantae): Wachsartiger Überzug, der nur Epidermiszellen von Blättern und jungen Sprossen und anderen der Luft ausgesetzten Geweben ohne Periderm überzieht. Durch ihre hydrophoben Eigenschaften verringern sich die Wasserverluste der Pflanze.

[7] Chloroplast (allgemein): Zur Fotosynthese befähigter, grüner Chromatophor

[8] Epidermis (Plantae): Äußerste, einzelllagige Schicht von Blättern, Stengeln und Blütenorganen; bei Wurzeln wird sie Rhizodermis genannt

[9] Marchantia polymorpha: Brunnenlebermoos (Marchantiales; nicht separat behandelt – Marchanitiopsida – Marchantiophyta – Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta –…)

[10] Genom: Erbmasse (einer Zelle)

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

3 Marchantias Lösung

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Lichtnahes, scheitelzellfrisches[1],[2] Gewebe[3] beginnt,

Einzelne Zellen in weitem Umkreis dazu bestimmend,

Lüftungskamine in Stockwerkmanier

Um die Luftaustauschöffnung zu bilden, die sie geplant:

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Kreuzweise die Zelle senkrecht zum Thallus zerteilend,

Gewinnt sie aus einzigem Baustein gleich vier,

Zweimal die Zellen horizontal noch getrennt,

Gibt vier Quadranten[4] auf ebenso vielen Etagen.

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Sechzehn keilige Zellen stoßen mit Spitzen

Zentral zusammen,

Markieren so die mittige Stellung des

Nun zu bildenden, anfangs noch kaum erkennbaren Schachts.

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Zur Bohne verformt sich jede der Zellen, konkave Seite nach innen,

Halten einander am kürzeren Ende und drücken, die

Rücken verbiegend, benachbarte Zellen nach außen,

Öffnen den dünnen Kanal im Zentrum zum weiten Kamin.

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Weit lässt der Schlot in Marchantias Innere blicken:

Der Kaminzellen Dehnung folgend,

Trennen darunterliegende Zellen gleichfalls sich voneinander,

Stehen säulenähnlich in einer zierlichen Kammer;

Wurden, dem darunterliegenden echten Gewebe weiter verbunden, zu

Freistehenden Säulchen, nun von CO2 für Fotosynthese[5] umhüllt.

Weit offen steht in der Mitte die Verbindung nach außen,

CO2 tritt ein, während Sauerstoff flieht.

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Licht, Epidermen[6] durchdringend,

Fällt tief in sie ein,

Feuchte füllt den Fadenparcourt[7],

Getragen von CO2- und sauerstoffwabernder Luft.

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Fast keine Grenzen verspüren Thalli im Wachstum jetzt mehr:

Zufuhr von CO2, Abfuhr von Sauerstoff,

Laufen durch den Kamin permanent nebenher,

Trocknet die Luft doch einmal aus,

Liefern Speicherzellen im substratnahen Teil des Thallus

Fehlendes Wasser bereitwillig als Notration nach.

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Fußnoten

[1] Scheitelzelle: Eine Zelle am oberen Ende eines Organismus (Plantae, Chromalveolata), die durch ständige Teilung für das Verlängern, Vergrößern, sorgt, weil, davon ausgehend, alle weiteren Zellen entstehen, also von ihr abstammen.

[2] Nahe liegende Abkömmlinge der Scheitelzelle

[3] Echtes Gewebe, wie für alle Embryophyta zutreffend

[4] Quadrant: Ein Viertel von etwas, insbesondere ein Bereich, der durch zwei rechtwinklig zueinander stehende Achsen definiert wird

[5] Fotosynthetisch, Fotosynthese: Umwandlung von Lichtenergie in Energie organischer Moleküle. Dabei wird letztlich CO2 über komplexe Vorgänge zu energiereicher Glucose aufgebaut. Mit Hilfe von Chlorophyll (Licht!), erzeugtem ATP (zyklischer Elektronentransport) und NADPH2 (azyklischer Elektronentransport) werden von Zellen Zucker synthetisiert

[6] Epidermis (Plantae): Äußerste, einzelllagige Schicht von Blättern, Stengeln und Blütenorganen; bei Wurzeln wird sie Rhizodermis genannt

[7] Parcours (entlehnt aus dem Pferdesport): Festgelegte Strecke mit verschiedenen Hindernissen

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantia polymorpha (Brunnen-Lebermoos)

Aufsicht auf Thallus; helle Punkte sind die Mündungen der Atemöffnungen (Kamine)

Autor: Kristian Peters

Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantia polymorpha, Thallus quer (Tusche und Kreide; Reinhard Agerer)

Von oben nach unten: Obere Epidermis mit ringförmiger Atemöffnung; Kamin aus vier Etagen bestehend und pro Ring aus vier Zellen (jeweils eine ganze und zwei halbe Zellen dargestellt). – Unterhalb des Kamins Luftkammer mit fadenartig aufgelöstem Gewebe; Fäden mit darunterliegender Zellschicht verbunden; Kammer leicht bläulich ausgefüllt (feuchte- und luftgefüllt), begrenzt von zwei durchgehenden Scheiden, die die Kammer von allen Seiten (nicht gezeigt) umgeben; palisadenartige Fäden der Kammern dicht mit Chloroplasten versehen, Epidermis und darunter liegende geschlossene Zellschicht chloroplastenärmer. – Die untere Hälfte, der durchgehende Gewebeteil, besitzt pro Zelle nur ganz wenige Chloroplasten, nur die untere Epidermis ist damit etwas reicher bestückt. – Zwei abweichende Zelltypen, Ölzellen und spangenverstärkte Wasserspeicherzellen, sind zu erkennen; die Zellwandverstärkungen sollen ein Kollabieren der Zellen verhindern, verringert sich die Menge an Wasser. – Zwei Rhizoide (ohne Querwände) gehen aus der unteren Epidermis hervor, außerdem ist eine einzellschichtige Schuppe (ein flächiges, Richtung Epidermis gekrümmtes Gebilde) angeschnitten (zelluläre Struktur), die ebenfalls Epidermiszellen entspringt.

Nach Strasburger (2008), Abb. 10-128 G, Seite 749

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

4 Dem Boden verhaftet

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Flach liegen gablige, ab und zu wellige Bänder,

 – Dem gelblich-bräunlichen Boden, wie zur Zierde geschenkt –

Gründlich verhaftet der tragenden Lage[1],

Nehmen, wenn die untere Seite nach oben gekehrt,

Krümel und Flecken mit sich empor,

Krallen sie fest mit filzigen, bräunlichen Haaren[2].

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Nimmst du das sonst Verborgene mit ans Licht,

Betrachtest im Lichtmikroskop der Unterseite Struktur,

So werden die Haare zu englumigen Röhren mit kräftigen Wänden:

Glatt im Innern, doch manchen ragen Zäpfchen ins Lumen[3] hervor.

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Wie lange Kanäle durchzieh‘n sie,

Vom bloßen Auge nur als Fäden erkannt,

Den festgehaltenen Boden wie eine kostbare Habe.

Wozu, denkst du, sind die Strukturen nur gut?

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Intim sind sie dem Boden zu Leibe gerückt,

Entnehmen ihm alles, was sie so brauchen

Für ihren Thallus[4], der sie zum Sammeln geschickt:

Wasser sollen sie bringen, mit Mineral.

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Dochtartig[5], scheint es, ist eine Reihe von ihnen verflochten,

Saugen nicht Wachs[6], lebensnotwendiges Wasser dafür

In engen Räumen zwischen den Haaren,

Nehmen, physikalisch getrieben, Nährstofflösung[7] für den Thallus gleich mit.

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Von der Evolution Verwöhnte, schützen ihr haariges Bündel

Mit Schuppen, des Thallus Unterseite entwachsen,

Legen sie dicht um den Strang[8],

Wasserverlust zu behindern auf womöglich trockenem Weg.

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Raffiniert scheint dir die Lösung,

Den hohen Bedarf eines oft mehrere Centimeter langen Thallus zu stillen,

Denn du siehst nicht nur an feuchten, bisweilen auf trockenen Böden,

Thallöses Moos[9] überleben.

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Fußnoten

[1] Substrat: Allgemeine Bezeichnung für feste, unterstützende, tragende oder nährende Substanz

[2] Rhizoide: Fadenartige, wurzelähnliche, trichale oder unseptierte Auswüchse zum Festheften von Thallophyten

[3] Lumen (gegenständlich): lichte Weite eines Hohlkörpers 

[4] Thallus: Körper von Pflanzen (Pilzen); nicht in Spross, Blatt und Wurzel gegliedert

[5] Dochtartig: Eigenschaft, wenn feine Fäden verflochten (oder auch annähend parallel) verlaufen und in ihren Zwischenräumen Flüssigkeiten aufsaugen und, wenn am anderen Ende entnommen, rein physikalisch transportieren können.

[6] Wachse: Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen (also nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff und damit hydrophob), das bei über 40oC schmilzt und dann eine Flüssigkeit niedriger Viskosität bildet. Wachse sind nahezu unlöslich in Wasser; können in ihrer chemischen Zusammensetzung und Herkunft sehr unterschiedlich sein, sie werden daher heute durch ihre mechanisch-physikalischen Eigenschaften definiert. Hauptkomponenten dieser natürlichen Stoffgemische sind Ester von Fettsäuren mit langkettigen, aliphatischen, primären Alkoholen.

[7] Nährionen: Ionen, die für die Ernährung von Organismen von Bedeutung sind

[8] Docht: Fadenförmiges Geflecht, das flüssigen Brennstoff, wie Wachs oder Öl, zur Flamme transportiert, wo er verbrennen kann

[9] Marchantiopsida: Thallöse Lebermoose (Marchantiophyta – Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta – Plantae –…)

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

5 Unglückliches Treffen (AP)

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Nicht nur Rhizoide suchen das Leben zu sichern,

Auch andere Fäden, dünner noch, zudem verzweigt,

Explorieren[1] die Gegend nach Wasser und lebenswichtigen Ionen[2];

Doch nicht nur dies, fahnden gleichfalls nach Zucker[3] mit großem Geschick.

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Mit feinen Enden ausdauernd bohrend,

Durchziehen sie, Exoenzyme[4] beständig ergießend,

– Sich an den gelösten Produkten gerne bedienend –

Den nahen, organisch beladenen Boden;

Fahnden mit ausgeschiedenen Säuren

In nahen Lehmen[5], Sanden[6] und Schluff[7] nach Phosphat[8],

Essenziellen Makro[9]- und Mikronährelementen[10]

Und nehmen, alles in Wasser gelöst, in ihre dünnen Kanülen[11] auf.

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Zu Beginn der Landnahme thallöser Moose,

Vor mehr als vierhundert Millionen Jahren wohl,

Trafen sie, per Zufall vielleicht, wohl nicht ohne Absicht,

Auf undichte, aufgeweichte Zellen des bodenverhafteten Bands[12].

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Ohne viel Aufwand verschwinden

Kleinmolekül um Kleinmolekül in zuckergewinnenden Hyphen,

Die, um nahe der Quelle möglichst zu liegen, sich mehrfach verzweigend,

Dichtest besiedeln den pausenlos liefernden Ort.

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Vorwitzige dringen auch tiefer, in Zellwände, vor,

Entnehmen, die Zelle merkt nichts davon,

Cellulose[13] und Matrixglucane[14],[15] zerlegend, Zucker zuhauf,

Transportieren, wer kann es ihnen verdenken, auch Nährionen mit.

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Keine Grenze behindert jetzt ihren Drang, mehr noch

Von dieser leicht zu gewinnenden Nahrung zu nehmen,

Bis eine der Hyphen, zu aufdringlich wird,

An die Innenbegrenzung[16] der Zelle gerät – und sie verbiegt.

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Der Doppelmembran[17] Signale

Alarmieren der Zelle Abwehrsystem!

Sie schickt – nicht zu füttern den Dieb! –

Zellwandmaterial gegen ihn,

Ihn zum Stillstand zu bringen,

Zu verhindern die nahende Invasion[18].

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Am Anfang scheint es ihr zu gelingen:

Sondert Zellwandmaterial gegen den Eindringling ab.

Doch zu schnell dringt er vor,

Zu langsam läuft die Synthesemaschine,

Ihn gänzlich zu stoppen!

Nur eine hauchdünne Schicht an Glucanen

Zwingt sie der raumgreifenden Hyphe auf;

Konzentriert nun den Blick auf die letzte Bastion!

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Um der Abwehr vielleicht zu entkommen,

Verdünnt sich die Hyphe, wächst immer schneller,

Drückt die letzte Umzäunung weit in den Innenraum vor,

Hofft auf Zugang zur immerzu fließenden Quelle.

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Doch die Zelle weiß um diese Gefahr!

Schiebt Ressourcen rasch zur Cholin[19]- und Fettsäuresynthese[20],

Entlastet den Druck auf die Membran[21]:

Sie hält mit der wachsenden Hyphe Gott sei Dank Schritt.

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Am Ende, völlig durchzogen mit Ästelsystem,

Legt sich der Kampf.

– Scheinbare Ruhe erfüllt nun den Raum. –

Doch nur, weil die Hyphe ihr Ziel schon erreicht!

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Jedes feinste Zweiglein der Hyphe,

Von Plasmalemma der Zelle umgeben,                                                                                        

– Das bisschen Hülle schadet dem Vorhaben nicht –

Liegt dicht an der Quelle des Zuckers, den sie so liebt.

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Alles, was dem Neuplasmalemma[22] nach außen entkommt,

Nimmt der Pilz sofort und führt es davon.

Dicht, aufs Feinste verzweigt,

Schöpft Gloma[23], solange die Zelle des Mooses auch lebt,

– Im Falle des Falles gibt es noch mehr –

Bringt ihren eigenen Nachwuchs in Startposition damit.

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Fußnoten

[1] Exploration, explorieren: Erkundung der Umgebung, um geeignete Stellen für Besiedlung und Gewinnung von Nahrung zu finden

[2] Nährionen: Ionen, die für die Ernährung von Organismen von Bedeutung sind

[3] Zucker: Kohlenstoffverbindungen mit einem doppelbindigen Sauerstoff [–C=O] am Ende der Kette, wenn in offener Form dargestellt, oder als Ringform mit einem einfachgebundenen Sauerstoff im Ring, und einer oder mehreren [–OH]-Gruppen; Summenformel meist [Cn(H2O)n]

[4] Exoenzyme: Von Pilzen durch die Zellwand ausgeschiedene Enzyme, die Substanzen in „mundgerechte“ Portionen, kleinere Moleküle, zerlegen, die dann durch die Zellwand aufgenommen werden.

[5] Lehm: Dreikorngemenge aus annähernd gleichen Anteilen von Ton, Schluff und Sand

[6] Sand: Gesteinspartikel zwischen 2 und 0,06 mm Größe

[7] Schluff: Gesteinspartikel zwischen 0,06 und 0,002 mm Größe

[8] Phosphat, [PO43−]: Als Ion vorliegend, oder an andere Atome oder Moleküle gebunden

[9] Makronährelemente: Ein Begriff aus der Pflanzen- und Bodenkunde; hier für Fungi entlehnt; Nährstoffe, die in größeren Mengen für das Wachstum von Pflanzen notwendig sind; hierzu zählen neben den ohnehin für das Leben notwenigen Elementen C, H und O, besonders Stickstoff, Phosphor, Schwefel, Kalium, Calcium und Magnesium in unterschiedlicher Ionen- oder in gebundener Form.

[10] Mikronährelemente, Spurenelemente: Als Mikronährelemente gelten für Pflanzen Bor (B), Kupfer (Cu), Mangan (Mn), Molybdän (Mo) und Zink (Zn) 

[11] Hyphen (Pilze): Einzellreihige, zellwandumgebene Fäden von Pilzen mit Spitzenwachstum, mit oder ohne Querwände

[12] Thallus: Körper von Pflanzen (Pilzen); nicht in Spross, Blatt und Wurzel gegliedert

[13] Cellulose: Unverzweigte Ketten aus Glucose in β-1,4-Verknüpfung; wobei der 6C-Zucker Glucose in Ring-Form geschrieben, das C1 der Aldehydgruppe ist [CH2OHCHOHCHOHCHOHCHOHCHO], davon aus gerechnet ist der vierte Kohlenstoff das C4 ist. In Ringform geschrieben weist die OH-Gruppe des C1 nach oben, wie auch die frei gebliebene CH2OH-Gruppe. Die OH-Gruppen wechseln von 1 bis 4 die Stellung: C1 nach oben, C2 nach unten, C3 noch oben, C4 nach unten, an C5 hängt die nach oben stehende CH2OH-Gruppe.

[14] Matrix: Zwischen festen Teilen (z. B. Zellen oder Fasern) liegende amorphe Substanzen, um Stabilität und Zusammenhalt zu geben

[15] Glucane: Generelle Bezeichnung für aus Zuckern entstandene Substanzen

[16] Plasmalemma: Zellmembran (Lipiddoppelmembran) von Organismen; wird oft als Gegenstück zum Tonoplasten betrachtet, der im Zellinneren eine größere Saftvakuole umgibt

[17] Lipidmembran (Bacteria, Eukarya): Lipide, bestehend aus einem mit drei Hydroxylgruppen [–OH] versehenen Glycerinmolekül, an dem zwei Fettsäuren und ein Cholin unter Wasserabspaltung angeknüpft sind, zeigen einen hydrophilen Kopf (Glycerin und Cholin) und den hydrophoben Fettsäureschwanz; nach dem Motto Gleich zu Gleich gesellt sich gern, ordnen sich die hydrophilen Köpfe zum einen und die hydrophoben Schwänze zum anderen nebeneinander an und bilden eine geschlossene Schicht; eine Doppelmembran entsteht dann, wenn sich zwei solcher Schichten, hydrophobe Schwänze zueinander gereckt, aneinanderlegen

[18] Invasion (Biologie): Feindliches Eindringen in fremdes Gebiet

[19] Cholin [(CH3)3N+CH2CH2OH]: ist ein Amin und bildet zusammen mit dem daran gebundenen Phosphat die hydrophile Gruppe des Phospholipids, der Hauptkomponente der Lipidmembranen

[20] Fettsäuren: Langkettige Kohlenwasserstoffe mit einer Säuregruppe [–COOH] an einem ihrer Enden

[21] Eingedelltes Plasmalemma

[22] Das neue um die eindringende Hyphe herumgelegte Plasmalemma

[23] Gloma: Bezeichnung für hypothetischen Vorfahren der Glomeromycota

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

6 Greif doch selber zu (TP)

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Was zunächst uns oft als Nachteil erscheint,

Wendet sich später mitunter zum Glück,

Falls wir, bereit zum Denken und Sinnen,

Uns nicht in Ärger, in misslicher Lage, verlieren. –

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Der Schnelle geschuldet, dünnen sich nicht nur die Äste der Hyphen[1],

Auch deren Wände bleiben fein und zart,

Um weitgehend ungehindert durch eigne Barrieren

Sich das Beste der umgebenden Fülle zu nehmen.

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Tallas[2] Zellen Drang,

Des Bäumchens[3] Gezweig sich vom Leibe zu halten,

Erwies sich kaum hilfreich aus nämlichem Grund.

Sollte als Glücksfall jedoch sich erweisen.

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Kaum zu verhindern war,

– Und Gloma musste es dulden –

Ein Lecken des eignen Systems,

Weil dies ihr immer schon diente,

Draußen zu lösen, enzymatisch[4] zu knacken,

Was endlich zum eigenen Nutzen sie nahm.

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Wer kann es Thalla verdenken,

Aus dem Niemandsland zwischen der Beiden Fronten sich zu bedienen,

Wasser und nützliche Ionen[5], die Gloma verlor, für sich in Anspruch zu nehmen,

Was ohne eigenes Zutun geboten, sie aber sonst so schwer sich beschuf?

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Der Aggression ist somit die Spitze genommen,

Denn Thalla gewinnt mit Eindringlings Hilfe,

Auch wenn vom Urheber niemals es so gewollt und wartet nun

– Bestimmt nicht vergebens – auf Glomas willkommene Zellinvasion[6].

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Der Wirt[7], den Schmarotzer[8] für sich nun verpflichtend,

Wandelt den anfangs erlittenen Schaden zu beider Seiten Gewinn!

Wenn Kosten und Nutzen gewogen,

Die Waage sich halten, wird Symbiose[9] aus anfänglicher Aggression[10]!

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Fußnoten

[1] Hyphen (Pilze): Einzellreihige, zellwandumgebene Fäden von Pilzen mit Spitzenwachstum, mit oder ohne Querwände

[2] Thalla: Bezeichnung für hypothetischen Vorfahren der thallösen Lebermoose

[3] Bäumchen aus reich verzweigten Hyphen

[4] Durch Exoenzyme: Von Pilzen durch die Zellwand ausgeschiedene Enzyme, die Substanzen in „mundgerechte“ Portionen, kleinere Moleküle, zerlegen, die dann durch die Zellwand aufgenommen werden.

[5] Nährionen: Ionen, die für die Ernährung von Organismen von Bedeutung sind

[6] Arbuskuläre Mykorrhiza: Wurzelsymbiose der Glomeromycota; Pilzhyphen dringen in die Zelle ein, Haustorien in Form dichter Bäumchen zu bilden, ohne die letzte Schranke der Pflanze, das Plasmalemma zu überwinden; wegen der Bäumchenform der Haustorien wird diese Endomykorrhiza (weil Hyphen in die Zelle einwachsen) Arbuskuläre Mykorrhiza genannt.

[7] Wirt (Parasiten, Symbionten): Opfer eines Parasiten, Partner eines Symbionten

[8] Schmarotzer, Parasit: Ein Organismus lebt auf Kosten eines anderen

[9] Symbiose, symbio(n)tisch: wechselseitiges Nehmen zu beiderseitigem Vorteil; auch als wechselseitiger Parasitismus verstehbar

[10] Parasitismus: Verhalten, wenn ein Organismus auf Kosten eines anderen lebt, ohne selbst zu „geben“.

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

7 Wind und Wetter ausgesetzt

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Auch heute noch zeigt Marchantia mit ihrer Verwandtschaft

Das große Bedürfnis – wohl auch der Ahnen –

Durch Konzentration der Gametangien auf nur wenige Orte des Thallus

Der Fortpflanzung Erfolge reichlich zu sichern.

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Eine Scheibe, kaum umgrenzt, auf dem Thallus,

Hebt sich, von Thallusrändern mit

Rhizoidenbündel zum Stämmchen gefasst,

Nach und nach zu weitexponiertem Gametangienträger empor.

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Transportieren wässrige Lösungen

Allerlei Ionen im inneren Docht

Mit Hilfe des transpirierenden[1] Schirmchens[2] nach oben,

Hin zum verbrauchenden Ort.

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Als hochgelagerte Landeplattformen,

Ob mit Antheridien[3], nach oben geöffnet,

Oder unterseits mit Archegonien[4] besetzt,

Profitieren sie aus doppeltem Grund:

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Gametangien[5] der Männchen, dicht versammelt oben im Schirm,

Entlassen riesige Mengen auf Regen wartende Spermatozoide[6].

Fällt ein Tropfen auf ihren erhabenen Platz,

Zerspritzen sie, von stäubenden Tröpfchen umschlossen,

In langen Bögen, vom Wind noch erfasst,

Weit hinaus in die Lebermooswelt und

Landen, falls hoch in die Strömung gereckt,

Auf der Archegonien rundem, mit Fingern verseh’nem Plateau.

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Sind der Weibchen Gametangien

Auf ebenem Ort am Thallus versammelt,

Und nicht der gestielten Platte zum Schutz anvertraut,

Schwimmen die Spermien, von Wasser umhüllt,

Gezielt zu Archegonien hin.

Verschwinden schon bald in deren Kanal.

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Auf Spermatozoide, zu Archegon-Schirmchen gebracht,

Wartet ein mühsamer Weg,

Bis sie dort hingelangen:

Zum Schirmrand hinschwimmen, nach unten sich wendend,

Vielleicht auch Spalten, wenn sie geboten, durchdringend,

Folgen sie der Archegonien Kanäle befüllenden Zellen[7],[8] duftendem Reiz[9]

Und finden, Hüllen[10],[11] durchwühlend,

Vielleicht schon für immer verschlossen der Eizelle[12] Tor.

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Ausgeklügelt zeigt sich Marchantias Schirmchensystem

Aus Sicht ihrer weiten Verbreitung:

Denn rasch besetzt Marchantia polymorpha[13],

Sei es auf feuchter Erde in Blumentöpfen,

Oder am Brunnen im Garten,

Fast jeden nur denkbaren, nicht zu trockenen Ort.

Übertrifft damit, der Evolution ist es verdankt,

Jedes Bemüh‘n der nicht so hoch differenzierten engen Verwandtschaft.

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Alleinentscheidend ist der Gameten[14] Propagation[15] sicherlich nicht,

Denn der Zygoten[16] Entwicklung, der Sporangien[17] Schutz,

Der Sporen[18] Windexposition und, man wird es kaum glauben,

Auch des Thallus[19] Eigeninitiative[20], tragen zur Ausbreitung Marchantias wesentlich bei.

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Fußnoten

[1] Transpiration (Plantae): Abgabe von Wasserdampf durch (die Spaltöffnungen der) Pflanzen

[2] Durch Transpiration wird von unten her Wasser nachgesaugt, und damit Nährionen transportiert

[3] Antheridium (Moose, Farne): Behälter mit einzellschichtiger Wand, dessen vielzelliges Zentrum pro Zelle ein Spermatozoid entlässt

[4] Archegon (Moose, Farne): Besitzen eine einzellschichtige Wand (Wandzellen) mit schnabelartig ausgezogenem, anfangs mit einer Zellreihe gefülltem Hals (Halskanalzellen), die sich im Zuge der Spermatozoidenanlockung auflösen; auch die Bauchkanalzelle, als Schwesterzelle der Oocyte entstanden, löst sich dann auf.

[5] Gametangien: Behälter für Gameten; oder für Zellkerne, die, ohne Gameten zu bilden, dazu bestimmt sind, früher oder später über Karyogamie der sexuellen Fortpflanzung zu dienen

[6] Spermatozoide, Spermatozoen, Spermien: Reife, männliche, haploide Keimzellen; Gameten, die im Normalfall zu eigenständiger Bewegung fähig sind

[7] Halskanalzellen des Archegons (Moose, Farne): Füllzellen des als Hals in die Länge gezogenen Teils des Archegons

[8] Bauchkanalzelle des Archegons (Moose, Farne): Entstanden durch Teilung der Zentralzelle des Archegons von Moosen und Farnen; sie entsteht zusammen mit der eigentlichen Eizelle aus einer Mutterzelle

[9] Pheromon: Von Organismen produzierter und abgesonderter (Duft)stoff, der Stoffwechsel und Verhalten anderer Individuen der gleichen Art beeinflusst

[10] Einzelhülle: Perichaetium (Marchantia): Archegonstielen entspringende sackartige Hülle

[11] Gruppenhülle: Involucrum (Marchantia): Dem Schirmchen zwischen Archegonienreihen entspringende vorhangartige Hülle

[12] Eizellen: Unbewegliche, nährstoffreiche, weibliche, haploide Keimzellen

[13] Marchantia polymorpha: Brunnenlebermoos (Marchantiales; nicht separat behandelt – Marchanitiopsida – Marchantiophyta – Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta –…)

[14] Gameten: Für sexuelle Fortpflanzung vorgesehene haploide Zellen

[15] Propagation: Ausbreitung

[16] Zygote: Diploide Zelle, die nach der Verschmelzung zweier haploider Kerne, im Zuge der sexuellen Fortpflanzung entstand

[17] Sporangium: Behälter, in dem Sporen asexuell oder sexuell gebildet werden

[18] Aplanosporen: Nichteigenbewegliche, geißellose Sporen

[19] Thallus: Körper von Pflanzen (von Pilzen); nicht in Spross, Blatt und Wurzel gegliedert

[20] Asexuelle Vermehrung durch Brutkörperchen

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantia polymorpha (Brunnenlebermoos)

Oben: Weibliche Pflanze mit weiblichen Gametangienträgern

Autor: Manfred Morgner

Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert

Unten: Weibliche (links) und männliche (rechts) Schirmchen in Aufsicht

Autor: Plantsurfer

Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license: unverändert

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Archegonienstand von Marchantia polymorpha (Tusche und Kreide; Reinhard Agerer)

Links von oben nach unten: Längsschnitt durch das äußere Drittel eines Archegonienstandes im Bereich der Archegonien. Oberfläche des Schirmchens mit Luftkammern (eine Atemöffnung zu sehen; Räume leicht bläulich getönt). – Darunter Echtes Gewebe mit zwei Ölzellen (dunkelgelbe Einschlüsse) und auf der Unterseite zwei der in Reihe stehenden Archegonien unterschiedlicher Entwicklungsstadien. Rechts davon Anschnitt und teilweise Aufsicht eines Fingers des Schirmchens. Linkes Archegonium mit noch gering entwickelter Einzelhülle (rötlich eingefärbt) umgeben, mit Eizelle (hellgelb eingefärbt) und Bauchkanalzelle (rötlichbraun eingefärbt); rechtes Archegonium reif, mit Eizelle. Im Hintergrund (leicht gräulich eingefärbt, mit dunkelgelbem Inhalt von Ölzellen; nicht zellulär dargestellt) die zum unteren Rand hin zerfranst wirkende Gruppenhülle, die radiale Archegonienreihen voneinander trennt.

Rechte Reihe von oben bis unten zeigt die Ontogenese von Archegonien. Oben ein Dreizellstadium mit Scheitelzelle (grau eingefärbt), darunter Teilungsabfolgen mit entstehender Zentralzelle, Halswandzellen und Halskanalzellen (viertes Bild von oben). Fast fertiggestelltes Archegonium (fünftes Bild) mit Eizelle (hellgelb) und Bauchkanalzelle (rötlichbraun), Halskanalzellen füllen den Hals des Archegoniums aus. Unten ein reifes Stadium, Halskanal- und Bauchkanalzellen haben sich aufgelöst, noch ist der Archegonienhals mit Deckelzelle verschlossen.

Nach Strasburger (2008), Abb. 10-129, H und J, Seite 750

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Antheridienstand von Marchantia polymorpha (Tusche und Kreide; Reinhard Agerer)

Rechts oben: Längsschnitt durch ein Antheridienschirmchen im äußeren Drittel der Schirmchenhälfte mit zwei unterschiedlich weit entwickelten Antheridien, eingeschlossen je in einer Kammer mit Öffnung nach oben-außen. Antheridienwand und Stiel im rechten Antheridium und spermatogenes Gewebe (bräunlich eingefärbt) zu erkennen. Zwischen den Antheridien liegen Luftkammern mit Atemöffnungen (leicht bläulich eingefärbt). Am rechten unteren Rand des Schirmchens schließt eine Schuppe ein Zäpfchenrhizoid (braun eingefärbt; interne Wandverdickungen) ein.

Links oben ein fast reifes Antheridium mit bereits klein- und vielzelligem. spermatogenem Gewebe (braun eingefärbt), das noch weitere Teilungen benötigt, um jene Zellen zu bilden, in denen jeweils ein Spermatozoid entsteht. Wandzellen und Stiel gut zu erkennen.

Links unten: Anfangsstadien der Antheridienontogenese; drei Stadien, von rechts nach links.

Rechts unten: Ein für Streptophyta typisches Spermatozoid (vgl. Spermatozoide der Charophyceae)

Nach Strasburger (2008), Abb. 10-129, C – F, Seite 750

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

8 Schutz und hoffen auf Wind

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Glücklich vermählt sich der Schwärmer[1]

Mit einer lockstoffumgebenen[2] Zelle.

Aus Zweien wird Eins[3],[4], doch ohne zu ruh’n

Plant die Vereinte[5] schon für Reproduktion[6].

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Eine einschichtige Tülle[7] entwächst des Archegons[8] Stiel[9],

Umfängt seinen embryohüllenden[10] Bauch[11],

Spaltet sich, wie auch des Embryos primärer Schutz[12],

Denn die werdende Kapsel[13] überfordert der Dehnung Potenz.

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In Reihen, zur Peripherie[14] orientiert,

Unternehmen Jungsporophyten[15], von benachbarten Reihen mit duftigem Stor isoliert[16],

Differenzierung in Wand- und Archesporzellen[17]:

Nun mit dreifacher Hülle[18] vor trocknenden Winden geschützt.

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Ein kurzer Stiel hebt die Kapsel bei Reife

Aus dem Gefältel empor;

Lässt den Scheitel nach Trocknen zerbröseln,

Befreit den restlichen Teil, sich zur Kugel zu zwingen.

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Nehmen ohne zu zögern diese Offerte gern wahr,

Klappen die Wand als Zähne zurück,

Vermindern den Druck auf dicht gelagerte Elateren[19] und Sporen[20],

Streu‘n die Propagulen[21] Luftturbulenzen entgegen.

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Wie gut, dass die streuenden Kapseln nach unten schon hängen,

Hoch über dem Boden die Sporen sich streuen,

Den Moosen zur Freude, den Winden zum Spiel

Mit Hoffen auf langdauernde Reise mit glücklichem Ziel.

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Ihre eigenen Wege sollen die Sporen nun geh’n:

Formen einen Thallus[22] haplodien[23] Gewebes,

Ihrer Verwandtschaft entsprechend, routiniert,

Mit Ständern[24], Befruchtung[25], meiotisch[26] gebildeten Sporen.

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Werden ihr Leben schon meistern,                                                                                

Wie schon Millionen Generationen erfolgreich davor!

Der Thallus aber, mit allen Wassern gewaschen,

Verlässt sich nicht auf Tausender Sporen windiges Glück!

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Fußnoten

[1] Spermatozoide, Spermatozoen, Spermien: Reife, männliche, haploide Keimzellen; Gameten, die im Normalfall zu eigenständiger Bewegung fähig sind

[2] Pheromon: Von Organismen produzierter und abgesonderter (Duft)stoff, der Stoffwechsel und Verhalten anderer Individuen der gleichen Art beeinflusst

[3] Plasmogamie: Verschmelzung der Protoplasten zweier Zellen im Zuge sexueller Fortpflanzung; abgekürzt P!

[4] Karyogamie: Verschmelzung zweier haploider Zellkerne; abgekürzt K!

[5] Zygote: Diploide Zelle, die nach der Verschmelzung zweier haploider Kerne, im Zuge der sexuellen Fortpflanzung entstand

[6] Reproduktion: Fortpflanzung, Erzeugung von Nachkommen

[7] Tülle: kurze Röhre, durch die etwas ins Freie gelangt

[8] Archegon (Moose, Farne): Besitzen eine einzellschichtige Wand (Wandzellen) mit schnabelartig ausgezogenem, anfangs mit einer Zellreihe gefülltem Hals (Halskanalzellen), die sich im Zuge der Spermatozoidenanlockung auflösen; auch die Bauchkanalzelle, als Schwesterzelle der Oocyte entstanden, löst sich dann auf.

[9] Einzelhülle: Perichaetium (Marchantia): Archegonstielen entspringende sackartige Hülle

[10] Embryo (Plantae): Im Anfangsstadium seiner Entwicklung umschlossener, diploider Sporophyt

[11] Bauch des Archegons

[12] Archegonbauch

[13] Kapsel, Sporenkapsel (Moose): Mit der sehr komplex gebauten sogenannten Kapsel der Moose, werden Sporangien von zusätzlichen Schichten umschlossen; so bekommt dieses Organ die abgrenzende Bezeichnung Kapsel.

[14] Peripherie, Peripher: (in den) äußere(n) Zonen

[15] Sporophyt: Bildet im Generationswechsel von Sporophyt zu Gametophyt meiotisch (R!), da selbst diploid (oder dikaryotisch), haploide Sporen

[16] Gruppenhülle: Involucrum (Marchantia): Dem Schirmchen zwischen Archegonienreihen entspringende vorhangartige Hülle

[17] Archespor (Moose, Farne, Samenpflanzen): Sporogenes Gewebe, jene Zellen im Innern des Sporangiums, die sich später zu Sporenmutterzellen (und zu Elateren) entwickeln.

[18] Archegonwand, Einzelhülle, Gruppenhülle

[19] Elateren (Lebermoose): Schraubenförmige Zellen in den Sporenkapseln von Lebermoosen, die die Sporenausbreitung fördern

[20] Aplanosporen: Nichteigenbewegliche, geißellose Sporen

[21] Propagulen: Allgemeine Bezeichnung für Verbreitungseinheiten

[22] Thallus: Körper von Pflanzen (von Pilzen); nicht in Spross, Blatt und Wurzel gegliedert

[23] Haploid: Zellkerne mit einfachem Chromosomensatz; ausgedrückt als n

[24] Antheridienständer, Archegonienständer mit Schirmchen

[25] Befruchtung: Verschmelzung der Protoplasten (P!) von Gameten oder Gametangien mit unmittelbar anschließender Karyogamie (K!)

[26] Meiose, meiotisch: Meiose dient der Reduktion eines diploiden Chromosomensatzes zu haploiden Sätzen. Dabei werden einander entsprechende Chromosomen, im Kern sich dann mittig in einer Ebene gegenüberstehend, gepaart und anschließend in entgegengesetzter Richtung („polwärts“) separiert. Dieser Vorgang wird auch als Reduktionsteilung (oft abgekürzt als R! und zugleich stellvertretend für die ganze Meiose verwendet) bezeichnet. Da die voneinander getrennten haploiden Chromosomen schon zu Chromatiden verdoppelt sind, schließt sich an die Reduktionsteilung noch eine mitotische Teilung an, so dass vier haploide Kerne letztlich vorliegen; abgekürzt mit R!

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantia polymorpha, Sporophytenentwicklung (Tusche und Kreide; Reinhard Agerer)

Links: Junger Sporophyt mit vergrößertem in das haploide Gewebe (Gametophyt: grün) eingesenktem Fuß (Sporophyt: braun), sporogenem Gewebe (hellgelb, dunkelgelb), eingehüllt in den etwas mitvergrößerten Archegonienbauch (grün) und noch vorhandenem Archegonienhals (grün), umgeben von der Einzelhülle (grün); angeschnitten und in Aufsicht.

Rechts: Reifer, mit Lappen aufgeplatzte Sporenkapsel (Sporophyt: braun), mit basalem Archegonienrest (Gametophyt: grün) und entquellenden Elateren mit Sporen (gelb).

Unten: Teil einer Elatere (Schraubenverdickungen!) und Sporen.

Nach Strasburger (2008), Abb. 10–129, K–M, Seite 750

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

9 Absicherung (HP)

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Liegen tief verborgen im Dunkel ihrer Geschichte,

Kein Auge hat je sie geseh‘n!

War es der Zelljugend fehlgeleitete Information[1],

Ein Nicht-Akzeptieren-Wollen des ewigen Haftens am Grund? –

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Einzelne Zellen am Rücken des Thallus[2]

Blieben der Jugend verbunden, fielen gleichsam in sie zurück,

Wollten nicht ins Gewebe sich fügen,

Hielten sich, wie die Spitze des grünen Bandes[3] teilungsaktiv[4].

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Quollen Krebsgeschwüren gleich aus der Fläche hervor

Als kleine Scheibchen mit Bucht, ähnlich dem Herz.

Nichts Besonderes liegt ansonsten in der Gestalt,

Jedoch ihr Einschnitt bringt sie in Zukunft voran.

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Ob der Epidermis[5] noch undifferenzierte Cyte[6]

Sich als Scheitelzelle besann,

Oder aus tieferen Schichten die Tätigkeit kam,

Lässt sich aus heutiger Zeit nur indirekt schließen.

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Eine Wandung umgibt der Körperchen Zahl,

Ragt wie eine Schüssel auf Hochglanz poliert,

Aus dem Thallus hervor:

Mit frischen, senkrecht stehenden Blättchen am Boden garniert.

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Liegen verankert stabil im Gewebe,

Geben Hinweis auf tiefer gelegene Orte

Als dieser Scheibchen[7] Bildung

Vor lang verflossenen Zeiten begann.

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Fußnoten

[1] Mutation: Spontan auftretende, dauerhafte Veränderung des Erbguts

[2] Thallus: Körper von Pflanzen (von Pilzen); nicht in Spross, Blatt und Wurzel gegliedert

[3] Thallus

[4] Mit Scheitelzelle: Eine Zelle am oberen Ende eines Organismus (Plantae, Chromalveolata), die durch ständige Teilung für das Verlängern, Vergrößern, sorgt, weil, davon ausgehend, alle weiteren Zellen entstehen, also von ihr abstammen.

[5] Epidermis (Plantae): Äußerste, einzelllagige Schicht von Blättern, Stengeln und Blütenorganen; bei Wurzeln wird sie Rhizodermis genannt

[6] Cyten: Zellen

[7] Brutkörper: Mehrzellige, wenig oder nichtdifferenzierte, vegetative Organe, die ungeschlechtlicher Fortpflanzung dienen

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

10 Spritzbecher

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Lange bereits wartet Marchantia[1] auf den großen Moment!

Hunderte kleiner Blättchen[2], am Grunde der Schale versammelt,

Wie Brut im schützenden Nest,

Hält sie dem wolkigen Himmel entgegen,

Hofft, obwohl sie noch voll des Wassers sich fühlt,

Auf Regen, der sie trommelnd bedenkt.

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Spiegelblank glänzt die Schale im irrenden,

Durchs Blätterdach lugenden Strahl,

So als möchte sie Bereitschaft bekunden,

Den lang schon ersehnten Regen glatt in die Tiefe zu führ‘n.

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Ein leises, dann stärker werdendes Rauschen

Kündet den nahenden Regen;

Schon fallen einzelne Tropfen neben Marchantia nieder und

Plötzlich platzt einer hinein in der Schale beblätterten Grund.

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Ohne Halt an der schräg in die Tiefe leitenden Wandung

Zielgerichtet zum Boden geführt,

Reißt der schießende Tropfen, die Brut schier ertränkend, sie vom Sitz,

Nimmt sie, kein anderer Ausweg bietet sich mehr,

Der glatten Wandung, in kleineren Tröpfchen zerberstend nach oben zu jagend,

Ohne Absicht sie in sprühender Weise gleich mit sich fort.

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Nicht weit geht die Reise!

Von wirbelnden Winden erfasst,

Fallen sie, zu schwer sind die Körper,

In näherem Umkreis herab.

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Was bleibt für die Blättchen hier noch zu tun?

Gut mit Wasser versorgt,

Teilen sie die schlafenden Zellen.

Ihr Scheitel[3] geht allen voran.

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Fußnoten

[1] Marchantia polymorpha: Brunnenlebermoos (Marchantiales; nicht separat behandelt – Marchantiopsida – Marchantiophyta – Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta –…)

[2] Brutkörper: Mehrzellige, wenig oder nichtdifferenzierte, vegetative Organe, die ungeschlechtlicher Fortpflanzung dienen

[3] Scheitelzelle: Eine Zelle am oberen Ende eines Organismus (Plantae, Chromalveolata), die durch ständige Teilung für das Verlängern, Vergrößern, sorgt, weil, davon ausgehend, alle weiteren Zellen entstehen, also von ihr abstammen.

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantia polymorpha, Spritzbecher

Zackenrandiger Becher mit Brutkörpern; weiß umrandete dunkle Punkte sind Atemöffnungen des Thallus; rhombische Felder deuten die Kammern unter den Atemöffnungen an (Linien sind die Begrenzungen davon)

Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Marchantiopsida, Thallöse Lebermoose

11 Und anno dazumal?

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Bodenverhaftet, eng mit Bakterien[1] und Pilzen[2] verbunden,

Laufen sie, falls suboptimal ihr Lebenslauf,

Beständig Gefahr, geschwächt zu werden bis in den Tod.

Mit Wasser beträufelt, fänden sie bald sich zerlegt.

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Kein Sand[3], kein weich sie bedeckender Ton[4],

Nicht Kieselsäure[5], noch sinternder Kalk[6],

Konservierten zu frühesten Zeiten

Dieser Lebermoose[7] bezeichnendes Bild.

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Zu langsam des Konservierens Bemühen! Verwesung kommt ihm zuvor,

Kein ihnen ähnelndes Band wurde bis heute entdeckt.

Ganz anders als es den jüngeren Schwestern, Jungermanniopsida, ging:

Ihre Spuren liegen seit Devonischen Zeiten[8] vor.

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Vor zweihundertzehn Millionen Jahren jedoch,

In oberen Schichten der Trias[9], lebte Márchantítes[10],

Mit Luftkammern[11] im Thallus[12],

Der heute bekannten Marchantia[13] recht ähnlich bereits.

Rhizoiden[14], einer Mittenverstärkung entspringend,

Bringen Marchantia, mit gleichem Verhalten, uns in den Sinn.

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In spanischen Lagen der Unteren Kreide[15],

Auf einhundertzwanzig Millionen Jahre datiert,

Finden sich, der Form nach zu schließen,

Hübsche Rosetten[16] mit bis zu viermal

Flach dichotom[17] gegabelten Bändern;

Gerade zierlich und auffällig genug,

Als natürliche Muster zu gelten,

Für ein reizendes Kleinod[18] an zierlichem Hals.

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Thallöse Lebermoose, neben ander‘m Gezier,

Tragen, von Bernstein[19] umschlossen, manche der heutigen Damen, im

Ausschnitt als honiggelb glänzenden zierenden Schmuck.

Doch wer weiß schon um ihr

Schicksal vor vierzig Millionen Jahren

Im Eozän[20]? –

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Sie hielten aber nicht sich schlecht bis in die Gegenwart:

Zwölf Familien und einhundertundachtzig Arten schuf die Evolution.

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Fußnoten

[1] Bakterien: Bilden zusammen mit Archäen die sog. Prokaryo(n)ten, die noch keinen echten Zellkern und keine komplex gebauten Chromosomen besitzen. Sie unterscheiden sich grundsätzlich voneinander. Deshalb wurden die Archäen in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts als eigene Organismen-Domäne der Domäne der Bakterien gegenübergestellt

[2] Fungi: Echte Pilze, Chitinpilze (Opisthokonta – Eukarya)

[3] Sand: Gesteinspartikel zwischen 2 und 0,06 mm Größe

[4] Ton: Gesteinspartikel keiner als 0,002 mm Größe

[5] Kieselsäure: [Si(OH)4]

[6] Kalksinter: Poröser Kalkstein, der durch Ablagerung aus kalkhaltigen Quellen oder schnell fließenden Gewässern entstanden ist

[7] Thallöse Lebermoose: Marchantiopsida (Marchantiophyta – Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta – Plantae –…)

[8] Devon-Zeit: vor etwa 416 – 359 Millionen Jahren

[9] Trias-Zeit: vor etwa 251 – 200 Millionen Jahren

[10] Marchantites (†): Marchantiopsida (Marchantiophyta – Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta – Plantae –…)

[11] Luftkammern (Marchantiopsida): Die lichtzugewandte Oberfläche ist in Kammern aufgeteilt, die mit einer kaminartigen Öffnung Verbindung zur Umwelt herstellen; in den Kammern stehen sekundär aus Echtem Gewebe entstandene Fäden mit größer Oberfläche zur Aufnahme von CO2 und Abgabe von Sauerstoff.

[12] Thallus: Körper von Pflanzen (von Pilzen); nicht in Spross, Blatt und Wurzel gegliedert

[13] Marchantia polymorpha: Brunnenlebermoos (Marchantiales; nicht separat behandelt – Marchantiopsida – Marchantiophyta – Thallophyta – Embryophyta – Streptophyta –…)

[14] Rhizoide: Fadenartige, wurzelähnliche, trichale oder unseptierte Auswüchse zum Festheften von Thallophyten

[15] Unterkreide-Zeit: vor ca. 145 – 100 Millionen Jahren

[16] Rosette: Runde Bauteile, die achsengleiche oder annähernd achsengleiche Formen haben können

[17] Dichotom: gegabelt, gabelig

[18] Kleinod: Kostbares Schmuckstück

[19] Bernstein: Klarer bis undurchsichtiger, gelber oder gelbbrauner Stein aus fossilem Harz

[20] Eozän-Zeit: vor etwa 56-23 Millionen Jahren

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Oben: Conocephalum conicum, Kegelkopfmoos

In der Regel vermehrt sich die Pflanze vegetativ durch Knospen, die an der Thallusspitze oder auf der Thallusunterseite gebildet werden; Brutbecher werden nicht gebildet.

Unten: Peltolepis quadrata, Schildschupppenmoos

Mit deutlich abgegrenzten, rundlich scheibenförmigen, dorsal in der Thallusmitte stehenden, Antheridienständen. [Träger der Archegonienstände entspringen den Thallusspitzen und sind etwa 1 Zentimeter hoch.]

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Oben: Sauteria alpina, Sautermoos

Unten: Lunularia cruciata, Mondbechermoos

Charakteristisch sind die halbmondförmigen Brutkörperbecher

Autor: Velela

Lizenz:  Public domain; unverändert

Eingestellt am 21. Februar 2026

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Endpunkt erreicht