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Bilateria, Spiegelbildsymmetrische

1 Weichenstellung (HP)

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Gastrulas[1] neuer Versuch in Zukunft sich Freiraum zu schaffen,

Bringt sie zum Liegen, schmiegt ihre Mundregion[2] eng an den Boden,

Kriecht bäuchlings damit, wölbt ihren Rücken,

Sensorische Zellen[3] nach oben, den Urmund[4] nach unten, dicht ans Substrat[5].

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Ob zunächst sitzend,

Wie junge Schwämme[6] Urmund nach oben gerichtet,

Oder anfangs schon gleitend die Horizontale gewählt,

Verbirgt wohl für immer die Evolution.

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Im Wasser sich langsam nach vorne bewegend,

Wirbelt der gleitende Körper Partikel empor;

Entkommen kaum des Schlundes strudelnden Zellen,

Beugen sich wehrlos dem nahenden Tod.

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Steigender Druck in der Gastrula Raum

Kehrt Richtung Mund die Strömung zurück,

Entleert, was von eingestrudelter Ware noch übrig;

Andere zieh‘n den Mund[7] in Länge,

Trennen zwischen Aufnahmeort vorne und dem Entsorgungsorgan am Ende[8],

Oder formen sekundär am vorderen Ende den Mund,

Nehmen die ursprüngliche Öffnung zum After[9],

Übergeben Unverbrauchtes Bakterien[10] und Pilzen[11] final zum Verdau.

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Fußnopten

[1] Gastrula: Im Verlauf der Ontogenese der Eumetazoa stülpt sich die Blastula zur Gastrula ein, bildet dadurch ein zweizellschichtiges Stadium

[2] Mundregion (Gastrula): Region um Urmund

[3] Sensorische Zellen, Sinneszellen: Spezialisierte Zellen, die Reize aus der Umwelt (äußere Reize) oder aus dem Körperinneren (innere Reize) aufnehmen

[4] Urmund: Öffnung der Gastrula, die nach Einstülpung der Blastula im Zuge der Gastrulation entstanden ist

[5] Substrat: Allgemeine Bezeichnung für feste, unterstützende, tragende oder nährende Substanz

[6] Schwämme: Porifera (Animalia – Opisthokonta – Eukarya)

[7] Urmund

[8] Protostomia: Urmünder (Bilateria – Animalia – Opisthokonta – Eukarya)

[9] Deuterostomia: Sekundärmünder (Bilateria – Animalia – Opisthokonta – Eukarya)

[10] Prokaryo(n)t: Organismus, der keinen echten Zellkern besitzt, sondern einfache, meist ringförmige Chromosomen frei in einem zentralen Bereich liegen hat

[11] Pilze: Eine organismenreichübergreifende Bezeichnung für heterotrophe, mit Hyphen oder Hefen wachsende Lebewesen

Eingestellt am 20. Juni 2026 

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Gastrulation (Kreide, Tusche; Reinhard Agerer)

Links: Die Blastula stülpt sich ein und damit das Blastoderm (braun) nach innen, reduziert dabei das Volumen des Blastocoels (blau).

Rechts: Die Gastrula hat ihr Endstadium erreicht; aus dem eingestülpten Blastoderm ist das Entoderm (orange), das innere Keimblatt, geworden, legte sich eng an das nun als Ektoderm (braun) bezeichnete äußere Keimblatt. Damit entstand die Urleibeshöhle (grau) und der Urmund. Das Blastocoel ist verschwunden.

Nach Westheide & Rieger (2013), Abb. 121 A, Seite 76

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Bilateria, Spiegelbildsymmetrische

2 Wimpernkegel (SP)

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Zum Kegel verjüngt sich Gastrulas[1] Form

Mit weiter Eb‘ne rund um den Mund[2],

Umgeben von dichterem Kranz

Vereinter, versteifter Flagellen[3].

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Vermehrte Cilien pro Zelle

Tragen behänder des aufliegenden Kegels Last,

Wirbeln wie angekurbelt Partikel vom Grund,

Strömen sie, mit Flagellen befördert, zum zentral gelegenen Mund[4].

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Wahllos bringen sie schnell in die Tiefe,

Ob neu von unten genommen oder als Rest der Öffnung entkommen,

Doch Abfall, wieder ins Lumen geströmt,

Verringert der Nährstoffbeschaffung Effizienz.

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Schlitzförmig den Urmund in Länge gezogen,

Trennt, falls Vorder- und Hinterende erweitert,

Eingang der Ware, Entsorgung des Abfalls,

Wenn sie, flagellengetrieben, von vorn sich nach hinten bewegt.

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Mund[5] und After[6], der Geißeln[7] gerichteter Schlag,

Bestimmen damit die vorangehende Rundung[8]

Und den rückwärts gerichteten Pol[9]

Seiner nunmehr spiegelbildlichen[10] Form.

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Sinnescilien[11], am Apex des Kegels gelegen,

Ein Relikt aus freischwimmender Zeit,

Bringen vorausschauend umfangreichere Information,

Kippen mit der Spitze des Kegels nach vorn.

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Den Spalt zwischen Mund und After

Mit länger werdendem Körper schließend,

Kreiert Lateria[12] den hochwirksamen Darm,

Der zum Vorteil all ihrer Nachkommen von vorne nach hinten nur wirkt.

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Eingang für Nahrung, Austrittspforte für Reste,

Liegen, mit verlängerter Röhre dazwischen, getrennt,

Erhöh‘n der Verdauungspassage Dauer

Zu Laterias unschätzbarem Gewinn.

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Fußnoten

[1] Gastrula: Im Verlauf der Ontogenese der Eumetazoa stülpt sich die Blastula zur Gastrula ein, bildet dadurch ein zweizellschichtiges Stadium

[2] Urmund: Öffnung der Gastrula, die nach Einstülpung der Blastula im Zuge der Gastrulation entstanden ist

[3] Flagellum, Geißel (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und durch ein zentrales Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte (Terminalplatte) trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt.

[4] Urmund

[5] Mund (allgemein): Öffnung für Aufnehme von Nahrung

[6] After: Öffnung für Ausscheidung von unverdaulichen Nahrungsresten

[7] Flagellum

[8] Vorderpol (Tiere): der bei Bewegungen vorausgehende Pol, Bereich

[9] Hinterpol (Tiere): der bei Bewegungen nachfolgende Pol, Bereich

[10] Spiegelbildlich: in der Art eines Spiegelbildes; durch eine gedachte Ebene in zwei seitenverkehrte Teile gegliedert

[11] Sinnescilien: Cilien von Sinneszellen

[12] Latéria: Bezeichnung für hypothetischen Vorfahren der Bilateria

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Bilateria, Spiegelbildsymmetrische

3 Warum nicht gleich? (HP, SP)

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Laterias[1] Schwestern liebten pelagisches[2] Leben:

Waagrecht schwebend, Sinneswimpern[3] voraus,

Wedeln hocheffiziente Mundsaumflagellen

Bakterien[4] und Einzelzeller in den

Mehr und mehr dem Strömungsdruck folgenden,

Sich längs streckenden Darm,

Bis er, am Ende die primäre Leibeshöhle[5] verdrängend,

Ans Ektoderm stößt.

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Ento[6]- und Ektoderm[7] nahtlos verschmelzend,

Öffnet sich sekundär

Ciliennah eine Ausstoßpforte

Für den unverdaulichen Rest.

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Das Deuterostom[8], ein neuer Mund ist entstanden,

Denn der Vorwärtsbewegung dienende,

Dort gelegene Geißeln,

Kehren die Darmströmung einfach um,

Degradieren den Urmund[9] zum After.

Von vorne nach hinten entsteht eine Spiegelbildebene,

Wandelt Lateria zu Bilateria[10] um.

Spiegelbildlich[11] gleichen sich linke und rechte Hälfte:

Bilateralsymmetrisch[12] zeigt sich das zukunftsweisende Tier.

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Zukunftsweisend im wirklichen Sinne,

Denn Arbeitsteilung erfordert Ordnung auf hohem Niveau.                    

Der entscheidende Wurf ist gelungen,

Doch wer ordnet, was programmiert des Tierlebens vielfältiges Bild?

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Fußnoten

[1] Lateria: Bezeichnung für hypothetischen Vorfahren der Bilateria

[2] Pelagisch: schwimmend, schwebend

[3] Flagellen von Sinneszellen

[4] Prokaryot, Prokaryont: Organismus, der keinen echten Zellkern besitzt, sondern einfache, meist ringförmige Chromosomen frei in einem zentralen Bereich liegen hat

[5] Primäre Leibeshöhle, Blastocoel: flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der während der frühen Embryonalentwicklung (Gastula-Stadium) zwischen Ektoderm und Entoderm entsteht

[6] Entoderm: Inneres Keimblatt der Embryogenese; im Zuge der Gastrulation nach innen gebrachte Zellschicht der Blastula

[7] Ektoderm: Äußeres Keimblatt der Embryogenese; im Zuge der Gastrulation außen verbliebene Zellschicht der Blastula

[8] Deuterostom: Sekundärmund

[9] Urmund: Öffnung der Gastrula, die nach Einstülpung der Blastula im Zuge der Gastrulation entstanden ist

[10] Bilateria: Bezeichnung für hypothetische Schwester Laterias, für hypothetischen Vorfahren der Bilateria

[11] Spiegelbildlich: in der Art eines Spiegelbildes; durch eine gedachte Ebene in zwei seitenverkehrte Teile gegliedert

[12] Bilateralsymmetrisch: Spiegelbildsymmetrisch

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Bilateria, Spiegelbildsymmetrische

4 Gencocktail (SP)

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Fest und dauerhaft hält sich Bilaterias[1] Ordnung im Körper!

Cilienbüschel zieren das vordere Ende

Mund und After

Bleiben dem Bauch zugekehrt.

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Schon Bilaterias Ei[2] zeigt sich womöglich polarisiert,

Deutet die baldige Längsrichtung an mit

Konzentrationsgradienten von Erstproteinen,

mRNAs[3] und zu Dotter[4] geballten Reserven.

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Homöotische Gene[5], zur Homöbox[6] kombiniert,

Geben Morphoproteine[7] in Auftrag:

Heften sich, aus sechs Dutzend Aminosäuren gebaut,

An strukturvermittelnde Gene.

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Transkriptionsfaktoren[8] aktivieren Kaskaden wartender Gene[9],

Bringen andere gekonnt zum Schweigen[10] und

Liegen, Seite an Seite zu Schlaufen gereiht,

Auf ein und demselben Kernchromosom[11].

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Hochkonserviert sind der Homöobox genau einhundert Basenpaare,

Auch Pilze[12] und Pflanzen[13] bedienen sich dieser konservierten Sequenz

– Vielleicht als Erbstück der ersten Eukaryoten –

Nur verwandtschaftsspezifisch modifiziert in wenigen angehängten Tripletts[14].

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Kollineare Arrangements der Gene am Chromosom[15]

Erleichtern Ordnung und Timing im vielzelligen Raum!

Wie viele Versuche waren wohl nötig,

Dies geniale Prinzip zu erfinden?

War es gar nur ein einziger Wurf,

Ein einziger Schritt?

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Fußnoten

[1] Bilateria: Spiegelbildsymmetrische (Animalia – Opisthokonta – Eukarya)

[2] Ei: Besteht aus einer weiblichen Keimzelle (Eizelle), Nährstoffen (Dotter) und schützenden Hüllen

[3] mRNA, messenger RNA, Boten RNA: Der DNA übersetzter genetischer Code (gelegentlich von RNA) in für tRNAs ablesbare Matrizen.

[4] Dotter: Ansammlung von Reservestoffen in Eizellen in Form von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten, besonders Glycogen

[5] Homöotische Gene, HOX-Gene, Homöobox-Gene: Familie von regulativen Genen. Ihre Genprodukte sind Transkriptionsfaktoren, welche die Aktivität anderer, funktionell zusammenhängender Gene im Verlauf der Individualentwicklung steuern; sind evolutionär hoch konserviert, kommen bei Animalia und Fungi vor; stellen nach heutiger Sicht einen in der Evolution früh entstandenen grundlegenden Regulationsmechanismus dar.

[6] Homöobox: Eine hochkonservierte DNA-Sequenz aus ca. 180 Basenpaaren, die in Hox-Genen vorkommt. Sie kodiert für die sogenannte Homöodomäne, ein Proteinmotiv aus 60 Aminosäuren, das als Transkriptionsfaktor fungiert und die Expression anderer Gene steuert. Diese Gene bestimmen den Körperbauplan und die Segmentierung während der Embryonalentwicklung bei vielzelligen Tieren, Pflanzen und Pilzen.

[7] Morphoproteine, Morphogene Proteine, Morphogene: Sezernierte Signalmoleküle (oft Proteine), die eine entscheidende Rolle bei der Morphogenese (Musterbildung) während der Embryonalentwicklung spielen.

[8] Transkriptionsfaktoren: Spezialisierte Proteine, die als zentrale Regulatoren der Genexpression dienen, indem sie an spezifische DNA-Sequenzen binden. Sie steuern, welche Gene aktiv sind, indem sie die Anlagerung der RNA-Polymerase am Genort fördern (aktivieren) oder blockieren (reprimieren). Sie sind essenziell für die Zellidentität und -entwicklung.

[9] Genkaskade: Hier sind Gene hierarchisch hintereinandergeschaltet. Dabei aktiviert oder reprimiert das Produkt eines übergeordneten Gens (oft ein Transkriptionsfaktor) das nächste Gen in der Kette, was zu einer stufenweisen Genaktivierung, etwa in der Embryonalentwicklung, führt.

[10] Reprimieren: unterdrücken, hemmen (von genetischen Informationen)

[11] Chromosom des Zellkerns

[12] Fungi: Echte Pilze, Chitinpilze (Opisthokonta – Eukarya)

[13] Plantae: Echte Pflanzen (Eukarya)

[14] Basentripletts: Immer drei Nucleobasen in Folge bestimmen die Aminosäure, die zum Protein verknüpft werden sollen

[15] Kollineare Arrangements von Genen: Bezeichnen die konservierte Abfolge (Anordnung) von Genen auf den Chromosomen verschiedener Arten oder innerhalb verschiedener genomischer Regionen. Das bedeutet, dass eine Gruppe von Genen in derselben Reihenfolge und Orientierung auf dem Chromosom angeordnet ist, was auf einen gemeinsamen evolutionären Ursprung hindeutet.

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Bilateria, Spiegelbildsymmetrische

5 Bilaterias Problem (HP)

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Als kaum gestrecktes Würmchen liegt Bilateria[1] irgendwo.

Denn nur wenige bewegungvermittelnde Zellen,

Aus dem Ektoderm[2] nach unten etwas gesunken,

Verlängern, verkürzen sie wieder[3];

Kommt trotz heftigen Mühens fast nicht voran!

Auch kraftvolles, ständiges Strudeln mit

Mundrandständigen Geißeln[4] bringt

Kaum Verwertbares ein.

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Sustratnah trägt sie bäuchlings den Mund

Zur tiefen Röhre gezogen:

Die unübertreffliche Innovation,

Fände sie, andauernd vorwärts kriechend,

So ausgebeutete Orte verlassend,

Bald wieder Nahrhaftes in neuen Gefilden vor.

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Nahrungsarme, ausgebeutete Stellen blieben zurück,

Würden durch neue lohnende Plätze ersetzt.

Freilich ist für Bilateria dies noch keine Option!

Fristet deswegen ihr Leben auf räumlich eng begrenztem Gebiet.

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Ihre Nachkommen erst stülpen vom Ektoderm

Streifen und hohle Scheiden in der Leibeshöhle[5] mächtigen Raum,

Um Muskelzellen[6] in gefestigter Schicht zu differenzieren,

Nervenzellen[7] fürs Befehle Versenden dazu.

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Fußnoten

[1] Bilateria: Bezeichnung für hypothetische Schwester Laterias, für hypothetischen Vorfahren der Bilateria

[2] Ektoderm: Äußeres Keimblatt der Embryogenese; im Zuge der Gastrulation außen verbliebene Zellschicht der Blastula

[3] Möglicherweise Epithelmuskelzellen, wie sie auch bei Cnidaria auftreten

[4] Flagellum, Geißel (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und durch ein zentrales Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte (Terminalplatte) trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt.

[5] Primäre Leibeshöhle, Blastocoel: flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der während der frühen Embryonalentwicklung (Gastula-Stadium) zwischen Ektoderm und Entoderm entsteht

[6] Epithelmuskelzellen: Epithelzellen mit basalen Ausläufern, in denen Actinomyosinkomplexe für Bewegungsvorgänge liegen

[7] Nervenzellen: Hochspezialisierte, für Reize sehr sensible Zellen, die für Aufnahme und Weiterleitung von Informationen entlang der Kommunikationswege des Nervensystems zuständig sind

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Bilateria, Spiegelbildsymmetrische

6 Bilateria (SP)

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An der Kontaktregion von Ekto-[1] und Entoderm[2],

An der jungen Gastrula[3] Mund[4],

Treiben, wiederholt sich teilend,

Beidseits des Darms

In Reihe geordnete Zellen

Mehrzellreihige Streifen

Tief in die Urleibeshöhle[5] hinein.

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Mittig sich spaltend,

Zur weiten, zur sekundär eingefügten Leibeshöhle[6] sich spreizend,

Drängen sie die primäre Höhle

Als schmächtige Reste

An der Gastrula inneres Grenzepithel[7] und

Formen als Mesoderm[8] eine dritte separate Schicht.

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Nicht nur diese Methode führt zum Coelom[9],

Englumige Dachauffaltung des Entoderms,

Den Gastralraum[10] seitlich mit Höhlung umwölbend,

Oder mehrfaches Ausfalten

Der Gastrula Rohr,

Erbringt ein mehrkammrig unterteiltes Coelom. –

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Mit jungfräulichem Zellgewebe

Beschreitet die Evolution bedeutsame Wege,

Eröffnet reichlich Optionen

Für Experimente, Neugestaltung und Innovation. –

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Wenig ausgeprägte Bewegungen nur,

Waren Lateria auf Suche nach Nahrung

Mit ektodermalen Epithelien erlaubt.

Mesodermales Gewebe[11] kommt unterstützend dazu. –

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Zur Spindelform schräg sich verlängernd,

Mit Doppelfilamenten bauchig gespreizt,

Etwas versetzt zum Stratum[12] vereint,

Übernehmen mesodermale Zellen der Bewegung Koordination.

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Im Zentrum der Spindel, knotig verbunden,

Strecken sich Bündel paralleler Fäden Actins[13],

– Umwunden von langgezog’nen Spiralen Tropomyosins[14],

In Actins Spiralen harmonisch sich schmiegend –

Verjüngenden Teilen der Zellen entgegen,

Bleiben Plasmalemmata[15] allerdings fern.

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Von dort her recken sich Myosinbündel[16] ihnen entgegen,

Fügen sich, partiell mit Actin überlappend,

Zwischen die haltvermittelnden, wartenden Fäden[17]

Mit ihnen zu Pärchen eng geordnet zusammen.

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Des Myosins gestielte Bewegungsköpfchen,

Zu Hundert und mehr dem Faden entlang,

Liegen, Signale erwartend,

ATP-vermittelt[18] gedrückt und kraftvoll gespannt.

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Calciumionen[19], den zellinternen Cisternen[20] entströmend,

Befreien, durch Lockern des Tropomyosins entlang der Actinfilamente,

Anknüpfungsstellen für Myosins Köpfchen,

Vermitteln so widerstandsfähigen Halt.

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ATPs Spaltung löst des Köpfchenstiels Spannung,

Schnellt das Doppelköpfchen plötzlich zurück und empor,

Schiebt den Actinfaden dem

Mysonfilament ein stückweit entlang zurück.

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Ein Zurückgleiten ist nicht möglich,

Weil nicht gleichzeitig alle Pärchen ziehen und wieder sich lösen

Und ATP schnell der Greifhändchen Stellung wiederum spannt,

Bis sie der Zelle schmälere Enden zur Mitte nun zieh‘n

Und ihr Actino-Mycosin-Komplex

Die schlanke Zelle zur dickbauchigen Spindel verkürzt.

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Hunderte, ja Tausende Zellen,

Reißfest über der Myosinfibrillen Haftgrund[21]

Miteinander verbunden,

Antworten zugleich auf der Cisternen Ionensignal.

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Einseitig das mesodermale Band der Muskelzellen zusammengezogen,

Krümmt Bilateria[22] sich zur Seite.

Der andere Strang auf gleiche Weise verkürzt,

Richtet sie wieder gerade und –

Biegt sie zur anderen Richtung.

Schlängelnd bewegt sie so sich voran.

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Fußnoten

[1] Ektoderm: Äußeres Keimblatt der Embryogenese; im Zuge der Gastrulation außen verbliebene Zellschicht der Blastula

[2] Entoderm: Inneres Keimblatt der Embryogenese; im Zuge der Gastrulation nach innen gebrachte Zellschicht der Blastula

[3] Gastrula: Im Verlauf der Ontogenese der Eumetazoa stülpt sich die Blastula zur Gastrula ein, bildet dadurch ein zweizellschichtiges Stadium

[4] Urmund: Öffnung der Gastrula, die nach Einstülpung der Blastula im Zuge der Gastrulation entstanden ist

[5] Primäre Leibeshöhle, Blastocoel: Flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der während der frühen Embryonalentwicklung in der Blastula entsteht und im Gastula-Stadium zwischen Entoderm und Ektoderm zu liegen kommt

[6] Sekundäre Leibeshöhle, Coelom: Flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der von einem mesodermalen Epithel umgeben ist und als Flüssigkeitspolster bei vielen Protostomiern die Funktion eines Hydroskeletts übernimmt; Das Coelom wird im Lauf der Ontogenese durch Abfaltung vom Urdarm oder aus besonderen, dem Entoderm oder dem Ektoderm entstammenden mesodermalen Zellen erst etwas später gebildet und verdrängt die primäre Leibeshöhle oft ganz.

[7] Epithel: Ein- oder mehrlagige Zellschichten, die alle inneren und äußeren Körperoberflächen von Echten Tieren (Animalia) bedecken

[8] Mesoderm (Bilateria): Mittleres der drei Keimblätter (Ektoderm, Mesoderm, Entoderm), die während der Embryogenese entstehen

[9] Coelom: Sekundäre Leibeshöhle

[10] Gastralraum (Bilateria): Primärer Verdauungshohlraum (Urdarm), der während der Gastrulation in der Ontogenese (Individualentwicklung) aus dem Entoderm besteht.

[11] Echtes Gewebe, Parenchym: Hierbei sind die Zellen allseits mit den Nachbarzellen durch gemeinsame Zellwände verbunden.

[12] Stratum (generell): flache, ausgebreitete Schicht von Zellen

[13] Actin, Fädiges Actin: Actin ist ein häufiger Bestandteil des Cytoskeletts und kommt besonders in Muskelzellen vor; zu Fäden polymerisiert (F-Actin), dient es der Stabilisierung der äußeren Zellform sowie der Ausbildung von Zellfortsätzen, intrazellulären Verlagerungen und gerichteten intrazellulären Bewegungen

[14] Tropomyosin: Ein hochkonserviertes aktinbindendes Protein, das in Eukaryoten in Animalia und in Fungi, nicht in Pflanzen, gefunden wird; es begleitet Actinfilamente und reguliert (über Ca2+ am Troponin) die Freigabe der Myosinbindungsstellen.

[15] Plasmalemma: Zellmembran (Lipiddoppelmembran) von Organismen; wird oft als Gegenstück zum Tonoplasten betrachtet, der im Zellinneren eine größere Saftvakuole umgibt

[16] Myosin: Eine Familie von Motorproteinen eukaryotischer Zellen. Koordiniert mit anderen Motorproteinen wie Kinesin und Dynein wesentlich den intrazellulären Transport von Biomakromolekülen, Vesikeln und Zellorganellen längs des Cytoskeletts; ist aber allein an Actinfilamenten tätig.

[17] Actin

[18] ATP: Adenosin-Tri-Phosphat; der Energieträger von Organismen, bestehend aus Ribose und Adenin; Ribose trägt an seiner nicht in den Zuckerring einbezogenen Kohlenstoffgruppe drei hintereinander liegende Phosphatgruppen. Diese lineare Anordnung der Phosphate hat zur Folge, dass das dritte, äußerste Phosphat, mit seiner ihm dadurch innewohnenden Energie, diese leicht unter Abspaltung auf andere Moleküle übertragen kann

[19] Ca2+

[20] Cisternen (Zelle): Abkömmlinge des endoplasmatischen Retikulums in hohler und oft flacher Form; Zellvesikel auch Zellkerne sind damit umgeben; besitzen den gleichen Grundbau wie die Zellmembran.

[21] Actinfilament

[22] Bilateria: Bezeichnung für hypothetische Schwester Laterias, für hypothetischen Vorfahren der Bilateria

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Verschiedene Bildungsweisen des Mesoderms, des dritten Keimblatts (Schemata)

Ektoderm: Zellulär dargestellt, braun; Zellen mit Flagellen; Apex mit längeren Zellen und mit Wimpernschopf aus längeren Flagellen. – Entoderm: nicht zellulär dargestellt, orange; mit Flagellen. – Primäre Leibeshöhle, Blastocoel, leicht grau. – Mesoderm: nicht zellulär dargestellt, violett; Anfangsstadien der sekundären Leibeshöhle, Coelom.

Oben: Diploblastisches Ausgangsstadium mit multipolarer Einwanderung ektodermaler Zellen in die primäre Leibeshöhle (Blastocoel).

Mitte und unten: Triploblastische Organisation (Ektoderm, Mesoderm, Entoderm)

Mitte: Mesodermbildung durch unipolare Einwanderung ektodermaler Zellen; bei Spiralia. – Mitte links: Beginnende Bildung durch unipolar einwandernde Ektodermzellen; violett; bei Plathelminthes, Nemertini und Mollusca. – Mitte zentral: Bildung paariger Mesodermstreifen und der sekundären Leibeshöhle (Coelom) durch Auseinanderweichen von Zellen (Schizocoelie); bei Echiura und Sipuncula (Annelida). -  Mitte rechts: Bildung paariger Mesodermstreifen und der sekundären Leibeshöhle (Coelom) durch Auseinanderweichen von Zellen (Schizocoelie); bei segmentierten Annelida.

Unten: Mesodermentstehung durch Abfaltung vom Urdarm; bei Deuterostomia. – Unten links: Bei einigen Hemichordata. – Unten rechts: bei einigen Hemichordata und Echinodermata.

Nach Westheide & Rieger, Hrsg (2008) Spezielle Zoologie 1, Abb. 280, Seite 165

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Bewegung filamentösen Actins durch aktive Bewegung der Myosinköpfchen

Phase 1 – Myosin (gelb) bindet an Actin (rosa). Dies wird durch Konformationsumwandlung des Tropomyosins möglich, das so die Bindestellen des Actins für Myosin freigibt. Diese Konformationsumwandlung des Tropomyosins wird durch Bindung von Ca2+-Ionen an Troponin ausgelöst. Der angedeutete Winkel beträgt etwa 90°.

Phase 2 – Myosinköpfchen (gelb) spalten ATP zu ADP und Phosphat und führen dabei ihren Kraftschlag aus. Das gebundene Actin wird dabei in Richtung des Kraftschlags verschoben. Der angedeutete Winkel beträgt etwa 50°.

Phase 3 – Myosinköpfchen (gelb) lösen sich unter Aufnahme von ATP vom Actin (rosa).

Phase 4 – Myosin (gelb) im Ruhezustand. Actin (rosa).

Autor: Almut Hampl

Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license; ergänzt: [Ca2+ freigesetzte Bindungsstellen am Actin (dunkelblaue Ellipsen); Bindungsstellen an den Mykosinköpfchen (ocker); Troponin, die Ca2+ abhängigen Positionen des Tropomyosins (violett), dessen Bindungsstellen an Actin durch Ca2+ freigegeben werden und damit des Actins Bindungsstellen); Positionen der an die Myosinköpfchen gebundenen Actinmoleküle (grüne Sterne), um das Zurückziehen des Actinfilaments zu kennzeichnen; Ca2+ vorhanden und fehlend (hellblau durchgestrichen); Bewegungsrichtung des Actins (Pfeil). Publiziert unter: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license]

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Bilateria, Spiegelbildsymmetrische

7 Auslöser (SP)

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Laterias[1] Sinnes-[2] und Nervenzellen[3], noch im Ektoderm[4] liegend,

Verdünnen sich feinfädig in die basal gelegene Matrix[5],

Verknüpfen sich mit Synapsen[6]

Zum peripher im Körper verlaufenden Netz.

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Noch ohne größere Ordnung, meist gleichmäßig verteilt,

Mundnah vielleicht etwas dichter,

Liefern sie, dem näheren Umfeld nur,

Der Sinneszellen Signale.

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Bilateria[7], schon mit Muskelsträhnen versehen,

Genügt dieser einfache Plexus[8] nicht,

Versenkt einen Teil der leitenden Zellen,

Kombiniert sie axonvermischt[9] zu längs verlaufenden Strängen.

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Formt einen Ring um den Schlund,

Sammelt, zu kleinen Knoten vereint,

Mehrere Nervenzellkörper anterior[10]

Zu Ganglien[11], zu Informationstransformatoren.

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Verknüpft die Längsstränge leiterartig der Quere,

Konzentriert sie ventro-basal[12],[13]

Entlang ihrer Mesodermmuskelzellschicht[14],[15]

Und gibt, synapsenverbunden,

Mit Neurotransmittern[16] den Zellen Befehl,

Calcium-Ionen[17] Actinfilamenten[18] zu liefern.

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Fußnoten

[1] Lateria: Bezeichnung für hypothetischen Vorfahren der Bilateria

[2] Sinneszellen, Sensorische Zellen: Spezialisierte Zellen, die Reize aus der Umwelt (äußere Reize) oder aus dem Körperinneren (innere Reize) aufnehmen

[3] Nervenzellen: Hochspezialisierte, für Reize sehr sensible Zellen, die für Aufnahme und Weiterleitung von Informationen entlang der Kommunikationswege des Nervensystems zuständig sind

[4] Ektoderm: Äußeres Keimblatt der Embryogenese; im Zuge der Gastrulation außen verbliebene Zellschicht der Blastula

[5] Basalmembran, Basallamina, Basalmatrix: Eine dünne aus Kollagenfibrillen, Glykoproteinen und anderen Bestandteilen bestehende Schicht, die im extrazellulären Raum zwischen dem Epithel bzw. Endothel und dem angrenzenden Gewebe liegt und der Zelle dort Stabilität verleiht

[6] Synapsen: Verbindungen zwischen Nervenzellen, bzw. von Axon zu Axon. Dort enden die elektrischen Signale (an der Grenze zwischen prä- und postsynaptischem Teil); die Informationsübertragung erfolgt nun durch Ausschüttung von in Vesikeln gebildeten Neurotransmittern; sie werden vom postsynaptischen Teil aufgenommen, wodurch wieder elektrisches Potential entsteht, das vom Axon rasch weitergeleitet wird

[7] Bilateria: Bezeichnung für hypothetische Schwester Laterias, für hypothetischen Vorfahren der Bilateria

[8] Plexus: Netzartige Verknüpfung von Nerven oder Blutgefäßen

[9] Axon: Langgezogener, ungegliederter, schlauchartiger, gelegentlich seitlich verzweigter Fortsatz einer Nervenzelle, der elektrische Impulse vom Zellkörper (z. B. Dendrit) wegleitet; auch gegen Ende kann das Axon verzweigt sein. Das Axon, gegebenenfalls seine Seitenzweige, blähen sich am Ende zum präsynaptischen Teil auf, der im anschließenden Axon ein becherförmiges postsynaptisches Gegenstück findet; beide zusammen gelten als Synapse. Axone erreichen Längen von wenigen Millimetern bis zu Metern

[10] Anterior: Beschreibt die Position von Organen, Körperteilen oder Geweben, die weiter vorne liegen als andere. Das Gegenteil ist posterior (hinten gelegen)

[11] Ganglion: eine Ansammlung von Nervenzellkörpern (Perikaryon), aus der eine Verdickung des Nervenstranges resultiert

[12] Ventral: am Bauch, bauchseits

[13] Basal meint hier: an der Basis der Zelle

[14] Mesoderm (Bilateria): Mittleres der drei Keimblätter (Ektoderm, Mesoderm, Entoderm), die während der Embryogenese entstehen

[15] Muskelzelle: Hochspezialisierte Zelle, die sich durch Kontraktion (Zusammenziehen) verkürzen kann und somit Bewegung ermöglicht. Sie wandelt chemische Energie (ATP) in mechanische Arbeit um. 

[16] Neurotransmitter: Moleküle, die von einer Nervenzelle abgegeben und von einer anderen aufgenommen werden, wodurch Signale im Nervensystem weitergeleitet werden. Als bedeutende Neurotransmitter gelten z. B. Adrenalin, Acetylcholin, Serotonin, Dopamin, Glycin und GABA.

[17] Ca2+

[18] Actin, Fädiges Actin: Actin ist ein häufiger Bestandteil des Cytoskeletts und kommt besonders in Muskelzellen vor; zu Fäden polymerisiert (F-Actin), dient es der Stabilisierung der äußeren Zellform sowie der Ausbildung von Zellfortsätzen, intrazellulären Verlagerungen und gerichteten intrazellulären Bewegungen.

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Bilateria, Spiegelbildsymmetrische

8 Leitung (HP,SP)

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Nervenzellen[1] – ob schon damals zu Dendriten[2] verzweigt? –

Warten, mit Natrium- und Kalium-Kanälen[3] in Spannung gehalten,

Mit negativ innen, positiv außen gelad‘nem Membranpotential[4],

Sinneszellenverbunden[5], auf ein Signal.

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Plötzlich bricht ihr Ruhepotential[6],

Kehrt sich kurzzeitig um,

Jagt die neue Ladung,

Das Perikaryon[7] der Nervenzelle passierend,

Dem Axon[8] entlang

Bis das Elektrosignal die Synapse[9] erreicht.

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Aktiviert Neurotransmittervesikel[10]

– Mit Amiden[11], vielleicht schon Adrenalin[12]

Sich mit der Synapse Membran[13] zu verbinden,

Zu entleeren in ihren Spalt[14].

Als Membranpotential senkendes

Chemosignal.

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Auch hier das nämliche Spiel,

Vom Axon zur nächsten Synapse und immerzu fort,

Bis sich nahe der Muskelzellen

Das Axon, sich zum Bäumchen aufzweigend,

Den Zellen chemisch bedeutet:

Jetzt ist Zeit für Aktion.

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Lässt sich der Muskel[15] verkürzen,

Wendet Bilateria[16] sich zum Signalgeber hin,

Und – wenn es ihr glückt –

Strudelt sie proteinreiche Beute in ihren Darm.

Warnsignale laufen, wenn fällig, zur anderen Seite,

Geben Befehl, sich von der Stelle zu kehren.

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Bilateria lässt ihre Muskeln mit Hilfe von Nerven[17] spielen,

Bringt sich schlängelnd mundwärts voran,

Verlässt sich nicht mehr auf zufällig gefundene, lohnende Orte:

Zu ihrem Vorteil, zum Nachteil der unflexiblen, konservativen Konkurrenz.

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Fußnoten

[1] Nervenzellen: Hochspezialisierte, für Reize sehr sensible Zellen, die für Aufnahme und Weiterleitung von Informationen entlang der Kommunikationswege des Nervensystems zuständig sind

[2] Dendrite: Zellen mit astartigen Cytoplasmafortsätzen; bei Nervenzellen dienen sie der Aufnahme elektrischer Reize und ihrer Weiterleitung ins Innere der Zelle

[3] Kanäle, Membrankanäle: in den Lipiddoppelmembranen werden von bestimmten Proteinen feine Kanäle gebildet, durch die verschiedene Substanzen transportiert werden können

[4] Membranpotential: Eine elektrische Potentialdifferenz (Spannung) zwischen Außen- und Innenseite einer Zellmembran

[5] Sinneszellen, Sensorische Zellen: Spezialisierte Zellen, die Reize aus der Umwelt (äußere Reize) oder aus dem Körperinneren (innere Reize) aufnehmen

[6] Ruhepotential: Elektrische Spannungsdifferenz (-70 bis -90 mV) zwischen dem negativen Zellinneren und dem positiven Außenraum einer nicht erregten Nerven- oder Muskelzelle

[7] Perikaryon, Nervenzellkörper: Vergrößertes Zellende eines Axons, das mit Dendriten ausgestattet, Signale aufnimmt und weiterleitet; Perikaryon („um den Zellkern)“ deshalb, weil es die Stelle der Nervenzelle ist, die den einzigen Zellkern dieser Zelle enthält

[8] Axon: Langgezogener, ungegliederter, schlauchartiger, gelegentlich seitlich verzweigter Fortsatz einer Nervenzelle, der elektrische Impulse vom Zellkörper (z. B. Dendrit) wegleitet; auch gegen Ende kann das Axon verzweigt sein. Das Axon, gegebenenfalls seine Seitenzweige, blähen sich am Ende zum präsynaptischen Teil auf, der im anschließenden Axon ein becherförmiges postsynaptisches Gegenstück findet; beide zusammen gelten als Synapse. Axone erreichen Längen von wenigen Millimetern bis zu Metern

[9] Synapsen: Verbindungen zwischen Nervenzellen, bzw. von Axon zu Axon. Dort enden die elektrischen Signale (an der Grenze zwischen prä- und postsynaptischem Teil); die Informationsübertragung erfolgt nun durch Ausschüttung von in Vesikeln gebildeten Neurotransmittern; sie werden vom postsynaptischen Teil aufgenommen, wodurch wieder elektrisches Potential entsteht, das vom Axon rasch weitergeleitet wird

[10] Neurotransmitter: Moleküle, die von einer Nervenzelle abgegeben und von einer anderen aufgenommen werden, wodurch Signale im Nervensystem weitergeleitet werden. Als bedeutende Neurotransmitter gelten z. B. Adrenalin, Acetylcholin, Serotonin, Dopamin, Glycin und GABA.

[11] Amide (allgemein): Chemische Verbindungen, bei denen ein Wasserstoffatom des Ammoniaks [NH3] durch einen Säurerest ersetzt wird. Dabei handelt es sich meistens um einen Acyl-Rest [–(C=O)–]

[12] Adrenalin: Stresshormon, das die Voraussetzungen für rasche Bereitstellung von Energiereserven in gefährlichen Situationen schaffen soll

[13] Lipidmembran (Bacteria, Eukarya): Lipide, bestehend aus einem mit drei Hydroxylgruppen [–OH] versehenen Glycerinmolekül, an dem zwei Fettsäuren und ein Cholin unter Wasserabspaltung angeknüpft sind, zeigen einen hydrophilen Kopf (Glycerin und Cholin) und den hydrophoben Fettsäureschwanz; nach dem Motto Gleich zu Gleich gesellt sich gern, ordnen sich die hydrophilen Köpfe zum einen und die hydrophoben Schwänze zum anderen nebeneinander an und bilden eine geschlossene Schicht; eine Doppelmembran entsteht dann, wenn sich zwei solcher Schichten, hydrophobe Schwänze zueinander gereckt, aneinanderlegen

[14] Spalt zwischen präsynaptischer und postsynaptischer Erweiterung

[15] Muskel: Kontraktile Organe, die aktive Bewegungen ermöglichen; sie führen zu einer Form- und/oder Ortsveränderung von Körperkomponenten

[16] Bilateria: Bezeichnung für hypothetische Schwester Laterias, für hypothetischen Vorfahren der Bilateria

[17] Nerven: Bündel aus Nervenfasern von vielen verschiedenen Nervenzellen. Die Fasern werden gebündelt, so dass sie stärker und vor Verletzungen geschützt sind. Nerven sind wie Signalleitungen; sie tauschen Informationen aus.

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Bilateria, Spiegelbildsymmetrische

9 Nachkommen (HP)

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Zellvermehrung zentral im mesodermalen[1] Band

Wölbt beidseits rund-keulige Knoten hervor,

Mit dicht schließender Wand

Um des Zentrums Vielzellstruktur[2].

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Hundert und tausend Mal teilend,

Vermehrt sich miniaturisierend der winzigen Zellen Zahl,

Bis im letzten Schritt mit Faktor Vier

Dies zahllose, opisthokonte[3] Gameten[4] bewirkt.

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Der zappelnden Zellen rastloses Drängen

Führt in der Urleibeshöhle Fluidum

Sie entlang des Kontakts linker und rechter Mesodermfalten[5].

Mit ungebroch‘ner Vehemenz als letzte trennende Schicht

Die Ektodermis[6] durchbrechend,

Erreichen sie endlich die Freiheit, die sie schon lang ersehnt.

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Wohl dem Männchen, das gleich in der Nähe ein Weibchen verspürt,

Das gerade die wenigen, großen Oocyten[7] im Säckchen[8]

Durch engen Kanal ins Freie führt:

Seine Spermatozoiden sind nicht umsonst geboren.

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Zu Morula[9], Blastula[10] wächst die Zygote[11],

Stülpt sich zur Gastrula[12] ein.

Determiniert zeigen sich wenige Urmundsaumzellen.

Ständig sich teilend, unipolar[13] sie ins Blastocoel[14] gebend,

Formen sie Streifen des Mesoderms,

Das, sich spaltend, ihr Coelom[15] ergibt,

Beidseits des urmundoffenen Darms.

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Rund um den Mund[16],

Vielleicht um den After gleichfalls herum,

Erleichtern Cilienkränze der Jungtiere[17] Ernährung,

Entsorgen den unverwendbaren Rest.

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Frei im Wasser sich tummelnd,

Sucht die Larve[18] neues Terrain,

Lässt sich wohlernährt nieder,

Entwickelt sich zum kriechenden Wurm[19].

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Biphasisch[20] damit der Lauf ihres Lebens,

Frei beweglich verbreitet die Larve das neue Design.

Befördert die Zukunft

Der Bilateralen Organisation.

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Fußnoten

[1] Mesoderm (Bilateria): Mittleres der drei Keimblätter (Ektoderm, Mesoderm, Entoderm), die während der Embryogenese entstehen

[2] Männliches Gametangium

[3] Opisthokont begeißelt: Die Geißel inseriert am hinteren Ende des Flagellaten und schiebt den Körper voran.

[4] Spermatozoide, Spermatozoen, Spermien: Reife, männliche, haploide Keimzellen; Gameten, die im Normalfall zu eigenständiger Bewegung fähig sind

[5] Mesoderm (Bilateria): Mittleres der drei Keimblätter (Ektoderm, Mesoderm, Entoderm), die während der Embryogenese entstehen

[6] Ektoderm: Äußeres Keimblatt der Embryogenese; im Zuge der Gastrulation außen verbliebene Zellschicht der Blastula

[7] Oocyten, Eizellen: Unbewegliche, nährstoffreiche, weibliche, haploide Keimzellen

[8] Weibliches Gametangium

[9] Morula: Ein frühes ontogenetisches Stadium der Animalia; ein kugeliger Zellhaufen von 16 – 32 Zellen nach den ersten Teilungen der Zygote

[10] Blastula: Zunächst einzellschichtiges Hohlkugelstadium während der Ontogenese von Animalia

[11] Zygote: Diploide Zelle, die nach der Verschmelzung zweier haploider Kerne, im Zuge der sexuellen Fortpflanzung entstand

[12] Gastrula: Im Verlauf der Ontogenese der Eumetazoa stülpt sich die Blastula zur Gastrula ein, bildet dadurch ein zweizellschichtiges Stadium

[13] Unipolare Immigration: Nur an einer Stelle wandern Zellen der Blastula oder Gastrula in das Bastocoel

[14] Blastocoel, Primäre Leibeshöhle: Flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der während der frühen Embryonalentwicklung (Gastula-Stadium) zwischen Ektoderm und Entoderm entsteht

[15] Coelom, Sekundäre Leibeshöhle: Flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der von einem mesodermalen Epithel umgeben ist und als Flüssigkeitspolster bei vielen Protostomiern die Funktion eines Hydroskeletts übernimmt; Das Coelom wird im Lauf der Ontogenese durch Abfaltung vom Urdarm oder aus besonderen, dem Entoderm oder dem Ektoderm entstammenden mesodermalen Zellen erst etwas später gebildet und verdrängt die primäre Leibeshöhle oft ganz.

[16] Urmund: Öffnung der Gastrula, die nach Einstülpung der Blastula im Zuge der Gastrulation entstanden ist

[17] Die möglicherweise nicht viel anders ausgesehen haben als heutige Trochophora-Larven, aber doch schon adulte Tierchen waren

[18] Larven: Jugendstadien von Tieren, die sich grundsätzlich vom Erscheinungsbild Erwachsener unterscheiden und erst nach einer Metamorphose Adultgestalt annehmen

[19] Falls das Jungtier erst eine Larve war

[20] Biphasischer Lebenskreislauf (Animalia): Bezeichnet einen Entwicklungszyklus, der aus zwei deutlich voneinander abgegrenzten, aufeinanderfolgenden Phasen besteht, z. B. abweichend gestaltete Morphologie, wie Larve/Adulttier

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Bilateria, Spiegelbildsymmetrische

10 Triebfedern (HP)

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Leise Ahnung durchzieht die Welt der Geschöpfe,

Mit Bilateria[1] fängt die neue Zeitrechnung an,

Denn gezieltes Schlängeln auf Suche nach Nahrung

Öffnet Folgegenerationen fast jede Bahn. –

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Nervenzellen[2], obwohl Rippenquallen[3] und Nesseltiere[4] schon damit gekrönt,

Fassen zu koordinierenden Strängen[5] sie zusammen,

Erspüren Reize an verschiedensten Stellen,

Überlassen andern der Antworten Wahl.

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Kompartimentierung[6] des Körpers, Mesodermgewebe[7] verdankt,

Eignet weithin ein noch ungehobenes Potenzial:

Muskelstränge[8], zusammen mit Nervengeweben[9],

Relativieren Grenzen für Körpergröße und Freiheit im Raum.

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Ihr vorwärts in Bewegungsrichtung operierender Mund[10],

Vielleicht selektiv die Nahrung schon prüfend,

Nimmt, bakteriendurchmischt[11], was sie erfühlt, auf in den Darm,

Ob gut verdaulich oder auch nicht.

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Bakterien, auch dort noch aktiv,

Nutzen, entziehen partiell, was Drüsenzellen[12] zerlegen,

Arrangieren sich, als Population gesehen,

Mit Bilaterias unbeabsichtigter Wahl.

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Begleiten in Zukunft Bilaterias Verdauung Schritt für Schritt,

Richten sich, inerte[13] Substanzen erschließend,

Häuslich für den Aufenthalt ein.

Weisen über Millionen von Jahren Bilaterias Nachkommen den

Zukunftsträchtigen Weg.

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Manche Darmkommensalen[14] helfen,

Obwohl sich selbst nur im Blick,

Schwerverdauliches aufzubereiten,

Werden oft selbst der Darmdrüsen Ziel. –

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Sauerstoff, in frühen Zeiten noch für Heterotrophe[15] limitierend,

Dringt, dank unübersehbar photosynthetisch wirkender Algen[16],

Auch in größere Tiefen hinab,

Ermöglicht seit einiger Zeit schon Protein als treibende Kraft.

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Bilaterien zehren, wie ihre Vorfahren undenklicher Zeiten,

Von der Doppelchromosomen Organisation[17].

Keine haploide Generation[18] ist gefährdet,

Wie vielen begleitenden Wesen dies ständig geschieht, durch

strahlungsbedingte[19] Mutation[20].

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Im Verborgenen bleiben sie liegen,

Hoffen auf Eliminieren was stört, sowie auf begleitende Rekombination[21]. –

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Jeder einzelne vorwärtstreibende Schritt

Diente bereits der Evolution[22],

Doch geordnet, zum Modell kombiniert,

Bringen sie Fortschritte fast explosiv!

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Fußnoten

[1] Bilateria: Bezeichnung für hypothetische Schwester Laterias, für hypothetischen Vorfahren der Bilateria

[2] Nervenzellen: Hochspezialisierte, für Reize sehr sensible Zellen, die für Aufnahme und Weiterleitung von Informationen entlang der Kommunikationswege des Nervensystems zuständig sind

[3] Rippenquallen: Ctenophora (Animalia – Opisthokonta – Eukarya)

[4] Nesseltiere: Cnidaria (Animalia – Opisthokonta – Eukarya)

[5] Nerven: Bündel aus Nervenfasern von vielen verschiedenen Nervenzellen. Die Fasern werden gebündelt, so dass sie stärker und vor Verletzungen geschützt sind. Nerven sind wie Signalleitungen: sie tauschen Informationen aus.

[6] Kompartimentiert (Körper): In Organe mit eigenständigen Aufgaben gegliedert

[7] Mesoderm (Bilateria): Mittleres der drei Keimblätter (Ektoderm, Mesoderm, Entoderm), die während der Embryogenese entstehen

[8] Muskel: Kontraktile Organe, die aktive Bewegungen ermöglichen; sie führen zu einer Form- und/oder Ortsveränderung von Körperkomponenten

[9] Plexus: Netzartige Verknüpfung von Nerven oder Blutgefäßen

[10] Mund (allgemein): Öffnung für Nahrungsaufnehme

[11] Prokaryot, Prokaryont: Organismus, der keinen echten Zellkern besitzt, sondern einfache, meist ringförmige Chromosomen frei in einem zentralen Bereich liegen hat

[12] Drüsenzellen: Zellen, die der Produktion und Abgabe (Sekretion) bestimmter Substanzen dienen

[13] Inert: schwer zu zerlegen, zu verdauen

[14] Kommensale: Ein „Mitfresser“, der für seine Ernährung auf einen Organismus einer anderen Art angewiesen ist, indem er an dessen Nahrung teilhat, diesen aber nicht durch körperlich Angriff schädigt. Nur der Kommensale ist Nutznießer des Zusammenlebens und ist meist vom Wirt abhängig. Der Kommensale ernährt sich von Abfallstoffen oder dem Nahrungsüberschuss des Wirtes, entzieht diesem aber keine lebensnotwendigen Substanzen.

[15] Heterotroph: Darunter werden alle Organismen subsumiert, die für ihr Leben auf bereits vorhandene organische Substanzen angewiesen sind

[16] Algen: Eine organismenreichübergreifende Bezeichnung für überwiegend im Wasser lebende, grüne Thallophyten

[17] Diplont: Organismus, bei dem ausschließlich die Gameten haploid sind, alles andere ist diploid

[18] Gametophyt: Bildet im Generationswechsel mitotisch, da selbst haploid, haploide Zellen (Gameten); oder nur Kerne, die direkt oder nach einer dikaryotischen Phase zur Karyogamie bestimmt sind

[19] Hartes ultraviolettes Licht: Ultraviolette Strahlung (UV-A-Strahlung) zwischen 380 und 315 Nanometer Wellenlänge

[20] Mutation: Spontan auftretende, dauerhafte Veränderung des Erbguts

[21] Rekombination, genetische: Neuanordnung genetischen Materials, von RNA und DNA; im engeren Sinn kommt es zum Austausch von Allelen und durch deren Rekombination zu neuen Gen- und Merkmalskombinationen.

[22] Evolution: Stammesgeschichtliche Entwicklung von niederen zu weiterentwickelten (zu oft höheren) Formen des Lebendigen

Eingestellt am 20. Juni 2026

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