zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Hirudinea, Blutegel

1 Umbau (HP)

.

Der Egel[1] Pioniere gehören schon lang der Vergangenheit an!

Keine Spur lässt sich von ihnen mehr finden;

Ihr geringelter Bau hingegen, im Innern zumindest verblieben,

Legt mit Ringelwürmern[2] ihre Verwandtschaft dar.

.

Wer stülpte als Erster sein letztes Segment[3],

Vielleicht auch schon mehr,

Für unsicheren Halt zunächst

Auf ein langsam vorüberziehendes Tier?

.

Mit Borsten[4], vielleicht am vorderen Ende nur,

Hielt er sich, in leichter Strömung wohl, an seinem Vehikel noch fest

Und graste mit hin und her schwingendem Mund

Algenaufwüchse[5] und andere haftende Teilchen energiebringend ab.

.

Wer ein solch förderndes Umfeld

Mit ständig nachwachsender Kost

Für sich und die Nachkommen findet,

Hat für die Zukunft Alles getan!

.

Er bleibt der Fitteste[6] seiner ganzen Population[7] und

Fördert durch seiner Nachkommen Zahl

Verbreitung und Optimierung der neuen Erfindung,

Schreitet in kürzester Zeit

Revolutionär der ganzen Verwandtschaft voran und

Lässt den Anfang vergessen.

.

Kämpfen verlustreich gegen stärkere Strömung

Folgen sie Trägern ins offene Wasser,

Doch Ausdauer manch eines Verwegenen

Hält sie trotz des heftigen Gegendrucks fest.

.

Dorsoventralmuskulatur[8] flacht den Körper zum Anschmiegen ab;

Zur stromlinienförmigen[9] Länge dehnen ihn diagonal verlaufende

Aufeinander senkrecht stehende Muskeln,

Zwischen den beiden Schichten des Hautmuskelschlauchs.

Am Ende des Sturms im Wasser zieh‘n ihn kräftige Längsmuskeln[10]

Wieder zusammen, heben ihn ab zur bogigen, querschnittrundlichen Form.

.

Muskeln am hinteren Ende

Drücken den Saugnapf[11] an mit Kraft,

Kein Stoßen, kein Ziehen

Löst ihn vom Untergrund ab.

.

Raumgreifend füllen nun Muskeln des Körpers Peripherie,

Durchlöchern, verdrängen die trennenden Dissepimente[12];

Nur der Ganglien[13] Ordnung

Erinnert noch ans Annelidensystem.

.

Fußnoten

[1] Blutegel: Hirudinea (Clitellata – Annelida – Schizocoelia – Spiralia – Bilateria –…)

[2] Annelida: Ringelwürmer, Borstenwürmer (Schizocoelia – Spiralia – Protostomia – Bilateria – Animalia –…)

[3] Segmente (Annelida): Sich identisch wiederholende Abschnitte des Körpers

[4] Borsten: Dicke, harte, steife Haare bestimmter Tiere

[5] Algen: Eine organismenreichübergreifende Bezeichnung für überwiegend im Wasser lebende, grüne Thallophyten

[6] Fitness (biologische): Je mehr nachkommenerzeugende Nachkommen entstehen, umso fitter ist ein Organismus

[7] Population (biologisch): Eine Gemeinschaft von Tieren, Pflanzen oder Pilzen, etc., deren Glieder in kompatibler sexueller Beziehung leben.

[8] Dorso-ventral, dorsi-ventral: vom Rücken zum Bauch

[9] Stromlinienförmig: Körper, der so geformt ist, dass er Luft oder Wasser mit minimalem Widerstand durchdringt; Ziel ist ein sehr geringer Strömungswiderstand, um Energie zu sparen und höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen

[10] Längsmuskeln: Sich längs des Körpers erstreckende Muskeln

[11] Saugnapf: Ein bei Unterdruck sich anheftendes, randlich dichtschließendes Organ

[12] Dissepimente (Annelida): Zwischenwände, Querwände des Coeloms

[13] Ganglion: Ansammlung von Nervenzellkörpern (Perikarya), aus der eine Verdickung des Nervenstrangs resultiert

Eingestellt am 20. Juni 2026

.

Hirudinea, Blutegel

2 Kostwechsel (AP)

.

Weiden auf algengrünen, weichzelligen, wattigen Matten,

Genügt nur kleinen, anspruchslosen Kommensalen[1];

Doch ein kräftiger, saugend-kauender Pharynx[2]

Zerbricht auch härtere Schalen und Wände,

Schafft Zugang zu umfangreichen Reserven

Dem größer gewordenen Tier.

.

Spangenverstärkt, mit Muskeln nach vorne gezogen,

Knackt er bereits außen härtere Schranken

Nicht mundgerechter Portionen,

Saugt sie aus, oder würgt sie zerkleinert hinab.

.

Ein Durchdringen auch kräftiger Häute[3]

Gelingt durch heftiges Schnellen des spitzenversteiften Rohrs[4],
Holt sich aus Flüssigkeit führenden Räumen und Zonen

Proteine, Zucker und Fette[5] hervor.

.

Blut[6] aus fremden Köpern zu holen,

Bewährt sich für Landbewohner als Methode der Wahl!

An lebender Tiere Reserven zu kommen,

Bedarf neuer Initiativen jedoch, denn das Opfer setzt sich zur Wehr.

Ein weiterer Saugnapf[7], rund um den Mund,

Klebt die Blutsauger zur doppelten Sicherung an.

Fußnoten

[1] Kommensale: Ein „Mitfresser“, der für seine Ernährung auf einen Organismus einer anderen Art angewiesen ist, indem er an dessen Nahrung teilhat, diesen aber nicht durch körperlich Angriff schädigt. Nur der Kommensale ist Nutznießer des Zusammenlebens und ist meist vom Wirt abhängig. Der Kommensale ernährt sich von Abfallstoffen oder dem Nahrungsüberschuss des Wirtes, entzieht diesem aber keine lebensnotwendigen Substanzen.

[2] Pharynx (Tricladida, Neodermata, Lophophorata, Clitellata): Quergestreift-muskulöse Pumpe kurz nach dem Mund

[3] Haut (allgemein): Den gesamten Körper von Tieren gleichmäßig umgebendes äußeres Gewebe, das dem Schutz der darunterliegenden Gewebe und Organe, der Atmung, der Wärmeregulierung u. a. dient

[4] Pharynx

[5] Fett, festes Lipid: in diesem Fall weisen die an Glycerin hängenden Fettsäuren kaum Doppelbindungen auf. Damit erhält die Struktur der Fettsäure eine mehr oder weniger gestreckte Gestalt, wodurch ein geregeltes Aneinanderlegen ermöglicht wird und somit eine Verfestigung eintreten kann

[6] Blut (allgemein): CO2, O2, Nähr- und Abfallstoffe transportierende Flüssigkeit im Körper eines Tieres

[7] Saugnapf: Ein bei Unterdruck sich anheftendes, randlich dichtschließendes Organ

Eingestellt am 20. Juni. 2026

.

Hirudinea, Blutegel

3 Angriff (AP)

.

Feuchtgrün hängen vom Regen niedergedrückte, blattdichte Zweige,

Den schmalen Urwaldpfad noch weiter beengend,

Kreuz und quer vor des Forschers Gesicht:

Schlagen, kurz entschlossen zur Seite gedrängt,

Nach Passage wieder zusammen,

Lassen klatschnasse Stellen auf der Wange zurück.

.

Mehrmals bückt sich der Mykologe[1] zu Boden,

Hebt jedes Ästchen, überfliegt mit Lupe bewaffnet und Kennerblick,

Borke und freiliegende Stellen

Nach einem der Wissenschaft noch verborgenen Pilz.

.

Ein Balken, schräg über dem Glas seiner Brille,

Trübt plötzlich den Blick.

Doch ein flüchtiges Wischen erhöht nicht die Sicht!

Nur durch der Finger kneifende Zange

Wird ein Katzbuckeltier

Widerstrebend von der Brille geschafft.

.

Zum Glück versperrte die Brille den weiteren Weg

Zum Lid und Apfel[2] des Auges!

Verhinderte, wie’s einem anderen Forscher aber erging

Als nur der Arzt den Aggressor vom Augenlidinneren fing.

.

Andere bohrten mit Ausdauer sich durch den Strumpf,

Fanden ohne viel irrendes Suchen

Heimlich die fließende Quelle und

Zapften, stechend und saugend, das nährende Blut.

.

Ein Jucken führte die Hand an die Stelle;

Rieb kratzend den Egel[3] entzwei!

Zur Strafe gab er wieder von sich,

Was er geraubt:

Ein kreisrunder, blutiger Fleck nur,

Blieb als Zeuge zurück.

.

Fußnoten

[1] Mykologe: Wissenschaftler, der sich mit Pilzen beschäftigt

[2] Augapfel

[3] Tropischer Landegel: Haemadipsa sp. (Gnathobdelliformes, nicht separat behandelt; – Hirudinida; nicht separat behandelt – Hirudinea – Clitellata – Annelida –…)

Eingestellt am 20. Juni 2026

.

Oben: Haemadipsa zeylandica

Autor: Alpsdake

Unten: Haemadipsa sp.

Bodenlebende Haemadipsa-Arten saugen sich bevorzugt an den Beinen fest und gelangen sogar durch Socken

Autor: Dick Culbert from Gibsons, B.C., Canada

Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic license; unverändert

Eingestellt am 20. Juni 2026

.

Hirudinea, Blutegel

4 Sägen (AP)

.

Drei radial gerichtete, winzige Wunden blieben zurück

Als der Egel[1] von seiner Beute dann ließ;

Ein kreisrunder Fleck in der Mitte dazu.

Satt war er, gebläht wie ein aufgeblasener Luftballon. –

.

Erst im Praktikum sehen Studenten den Grund

Für des Egels Zutritt zum Blut:

Drei halbrunde, schmale, blattartige Zähne,

Mit Zacken bewaffnet am äußeren Rand,

Steh‘n in gleichem Abstand vom Zentrum nach außen

Im Saugnapf[2] rund um den Mund.

.

Eine Abbildung im Buch zeigt zusätzlich Details:

Ein enger Kanal mit Mündung in jedem Zahn,

Führt zu Drüsen[3] im Egelgewebe,

Sekrete[4] wandern daraus in die Wunde hinein.

.

Schmerzstillend wirken die einen,

Kapillaren[5] erweiternd die andern,

Gerinnungsmindernde Mittel verhindern das Stocken des Bluts:

Ohne Pause füllt der pumpende Pharynx[6] den Darm.

.

Lang und verzweigt,

Mit Blindsäckchen verseh‘n,
Füllt er, falls ihn das Opfer nicht löst,

Für Wochen reichlich den Darm.

.

Glück hat Haemadipsa, der tropische Egel im Wald:

Fällt vom Waldkänguruh[7]

Ohne Verletzung auf den Boden hinab,

Holt verdauend sich Kräfte für einen neuen Coup.

.

Vier Paar Augen[8] am Kopf, gleich hinter dem Saugnapf,

Zeigen, wohin seine Reise soll geh‘n.

Hoch hinauf in die Blatter, knapp über dem Pfad,

Bis ihn wieder abstreift ein Tier.

.

Nach langem Mühen findet er Halt

Mit seinem hinteren, saugenden Napf[9],

Streckt sich, zum engen Kreise die Ringmuskeln[10] ziehend,

Weit aus und verdünnend nach vorn,

Bis der Napf[11] an der Spitze

Einen Ort zum Ansaugen fasst.

.

Löst sein Ende vom Untergrund dann,

Lässt seine Längsmuskeln[12] spielen,

Verkürzt und krümmt sich wie ein fauchender Kater,

Saugt sich an,

Befreit seinen Mund vom Anheftungsort und

Streckt suchend nach vorn wieder sich aus.

.

Ein feuchtes Blatt in luftiger Höh‘

Genügt schon als Platz für die Ruh.

Wartet geduldig, auf was? – Auf ein Känguruh,

Oder auf des Mykologen Gesicht.

.

Zu lange schon liegt der Egel auf Lauer,

Kein Tier weit und breit in Sicht;

Bleibt aber nicht hoffnungslos liegen,

Verkürzt sich mit Umsicht die Zeit.

.

Stellt, seinen hinteren Saugnapf als Sicherung nutzend,

Schräg seinen Körper, die Augen nach oben,

Pendelt gemächlich, Muskulatur aktivierend,

Vielleicht selbst ein Opfer zu streifen,

Denn nach der aufwendigen Baumkletterei

Fühlt er den Darm fast wieder leer.

.

Fußnoten

[1] Tropischer Landegel: Haemadipsa sp. (Gnathobdelliformes, nicht separat behandelt; – Hirudinida; nicht separat behandelt – Hirudinea – Clitellata – Annelida –…)

[2] Saugnapf: Ein bei Unterdruck sich anheftendes, randlich dichtschließendes Organ

[3] Drüsen: Organe aus mehreren Drüsenzellen

[4] Sekrete: Von Drüsen (oder Organ) produzierte und abgesonderte Stoffe, die im Organismus bestimmte Aufgaben erfüllen 

[5] Blutkapillaren: Feinste Verästelungen der Arterien und Venen, verbinden arterielles und venöses Gefäßsystem.

[6] Pharynx (Tricladida, Neodermata, Lophophorata, Clitellata): Quergestreift-muskulöse Pumpe kurz nach dem Mund

[7] Flinkwallaby, Waldkänguruh: Notamacropus agilis (Macropodoidea – Diprodontia – Syndactyla – Australidelphia – Marsupialia –…)

[8] Pigmentbecheraugen, Pigmentbecherocellen: Bestehen meist aus 20 bis 30 Sehzellen (Fotorezeptoren), die in einer halbkreisförmigen Vertiefung angeordnet sind und in einem von lichtundurchlässigen Zellen (Pigmentzellen) ausgekleidetem Becher liegen. Je nach Richtung des einfallenden Lichtes werden daher nur wenige Fotorezeptoren angeregt, sodass es dem Organismus damit möglich ist, die Richtung des Lichtes wahrzunehmen

[9] Saugnapf

[10] Ringmuskeln: Muskeln rund um den Körper eines Nichtwirbeltiers oder generell um Öffnungen

[11] Saugnapf

[12] Längsmuskeln: Sich längs des Körpers erstreckende Muskeln

Eingestellt am 20. Juni 2026

.

Hirudinea, Blutegel

5 Die nächsten bitte

.

Gürtellos lungern die meisten herum,

Denn noch sind auf Saugen sie gestimmt.

Bald aber kommt die entscheidende Zeit und

Legen voll innerer Kraft das Hochzeitsband[1] um.

.

Verkleben Bauch an Bauch das Clitellum,

Fahren den röhrigen Spermienspender[2] heraus,

Suchen die weibliche Öffnung,

Injizieren sich gegenseitig Richtung Ovar[3] wandernde Samen[4].

.

Befruchtete Eier drängen nach außen,

Sammeln sich an am Bauch zum Kokon[5].

Wohlbehütet von ihrer Mutter

Schleichen bald sich die Jungen davon.

.

Nicht alle Egel[6] führen direkt in den Uterus[7] die Spermien.

Spermatophoren[8], zum Doppel gebaut,

Platzieren viele dem Partner wahllos auf seine Haut.

Drüsensekrete[9],[10], verpackt im Spermatophor,

Lösen ein Loch in des Glücklichen Hautmuskelschlauch[11],

Bahnen so der Spermien unbeschwerlichen Weg.

.

Fußnoten

[1] Clitellum: Verdickte, drüsenreiche Hautregion im vorderen Körperdrittel von Gürtelwürmern; bildet einen auffälligen Ring oder Sattel, der besonders während der Geschlechtsreife sichtbar ist; Hauptaufgabe ist die Sekretion eines Schleimkokons zur Ablage und Entwicklung der Eier

[2] Penis: männliches Begattungsorgan

[3] Ovar, Ovarium, Ovariole: Weibliches Geschlechtsorgan, Produktionsort der Eizellen

[4] Spermatozoide, Spermatozoen, Spermien: Reife, männliche, haploide Keimzellen; Gameten, die im Normalfall zu eigenständiger Bewegung fähig sind

[5] Kokon (Clitellata): Abgeschiedene Substanz, mit der Regenwürmer und Blutegel ihre Eier umhüllen

[6] Blutegel: Hirudinea (Clitellata – Annelida – Schizocoelia – Spiralia – Bilateria –…)

[7] Uterus (Hirudinea): Paariger oder unpaaren Gang, der aus den Eileitern (Ovidukten) hervorgeht und in dem die befruchteten Eier gesammelt werden

[8] Spermatophore: Zu männlichen Reproduktionsorganen verpackte Spermien, um die Übertragung auf Weibchen zu erleichtern

[9] Drüsen: Organe aus mehreren Drüsenzellen

[10] Sekrete: Von Drüsen (oder Organ) produzierte und abgesonderte Stoffe, die im Organismus bestimmte Aufgaben erfüllen 

[11] Hautmuskelschlauch: Funktionelle Einheit aus Epidermis (Haut) und darunterliegender Muskulatur (Ring- und Längsmuskeln) bei vielen wirbellosen Tieren wie Würmern und Mollusken. Er dient der Fortbewegung und Körperstabilität, indem er als Hydroskelett wirkt. Durch abwechselnde Kontraktion der Muskeln wird der Körper bewegt

Eingestellt am 20. Juni. 2026

.

Hirudinea, Blutegel

6 Was sonst noch von Bedeutung

.

Konstant ist ihrer Segmente[1] Menge,

Was die drei Blutegelgroßsippen[2] betrifft:

Fünfzehen[3], dreißig[4] und dreiunddreißig reihen sich aneinander.

Die Ordnung Hirudinida hat sich dreiunddreißig gewählt.

Der hintere Saugnapf[5], so wird vermutet,

Lässt Verlängerung nicht mehr zu.

Zwei bis vierzehn oberflächliche Pseudoringe[6] gliedern die Oberfläche

In ein ziehharmonikaartiges Faltensystem.

.

Bis auf eine der etwa dreihundert Hirudinea-Arten

Sind alle borstenlos;

Nur Hirudinida besitzen

Einen vorderen Saugnapf,

Gebildet aus Prostomium[7], Peristomium[8],

Sowie vier Segmenten danach;

Sieben Segmente beteiligen sich

An der Hirudinida hinterem Saugnapfes Bau.

.

Die beiden anderen Ordnungen

Kommen ohne frontale Saugnäpfe aus.

.

Einzelne phaosomale Lichtsinneszellen[9] ohne Pigmentzellen[10],

Über den Köper verstreut, sowie auf Saugnäpfen konzentriert,

Helfen Dunkel von Helle zu trennen;

Auch inverse Becheraugen mit Pigmentzellen[11] kommen in Hirudinea vor.

.

Fußnoten

[1] Segmente (Annelida): Sich identisch wiederholende Abschnitte des Körpers

[2] Branchiobdellida, Krebsegel (150 Arten); Acanthobdellida, Borstenegel (1 Art); Hirudinida, Echte Blutegel (150 Arten)

[3] Branchiobdellida; nicht separat behandelt: Krebsegel (Hirudinea – Clitellata – Annelida – Schizocoelia – Spiralia –…)

[4] Acanthobdellida; nicht separat behandelt: Stachelegel (Hirudinea – Clitellata – Annelida – Schizocoelia – Spiralia –…)

[5] Saugnapf: Ein bei Unterdruck sich anheftendes, randlich dichtschließendes Organ

[6] Pseudoringe (Hirudinea): Der Segmente äußere Schichten werfen sich ringartig in Falten, übertönen zum Teil damit der Segmente Ringelung

[7] Prostom, Prostomium, Kopflappen (Annelida): Bezeichnung für die Körperspitze der Ringelwürmer

[8] Peristom (Annelida): Das erste echte Körpersegment, das direkt hinter dem Prostom (dem Kopfabschnitt vor dem Mund) liegt; es umschließt vollständig die Mundöffnung

[9] Phaosomale Lichtsinneszelle: Lichtempfindliche Mikrovilli der Sinneszelle sind nicht nach außen, wie bei der rhabdomeren Lichtsinneszelle gestülpt, sondern durch Einstülpung ins Innere der Zelle gelangt.

[10] Pigmentzellen (Pigmentbecherocellen): Dunkle, lichtundurchlässige Zellen „verschlucken Licht“ und reflektieren es nicht als Störlicht

[11] Pigmentbecheraugen, Pigmentbecherocellen: Bestehen meist aus 20 bis 30 Sehzellen (Fotorezeptoren), die in einer halbkreisförmigen Vertiefung angeordnet sind und in einem von lichtundurchlässigen Zellen (Pigmentzellen) ausgekleidetem Becher liegen. Je nach Richtung des einfallenden Lichtes werden daher nur wenige Fotorezeptoren angeregt, sodass es dem Organismus damit möglich ist, die Richtung des Lichtes wahrzunehmen

Eingestellt am 20. Juni 2026

.

Oben: Hirudo medicinalis (Medizinischer, Gewöhnlicher Blutegel)

Lizenz: GNU Free Documentation License; unverändert

Unten links: Hirudo medicinalis (schematisch)

(a) Kopf des Blutegels mit aufgeschnittener Mundhöhle, K die drei Kiefer; (b) eine Kieferplatte mit ihren Zähnen am Rand

Autor: Asb aus ; Meyers Konversationslexikon von 1888

Lizenz: Public domain; unverändert

Unten rechts: Hirudo medicinalis: Biss

Bisswunde eines (mittelgroßen) Medizinischen Blutegels (Hirudo medicinalis) an einem menschlichen Finger – mehrere Stunden nach dem Biss. Die typische dreistrahlige Form entsteht durch die drei entsprechend angeordneten Kieferplatten. Da der Biss hier unfreiwillig geschah, wurde das Tier, bevor es Blut saugen konnte, von der Hand wieder abgeschüttelt. Die Blutgerinnung/Wundheilung war trotz der sehr kurzen Verweildauer des Egels am Finger zunächst beeinträchtigt.

Autor: Christian Fischer

Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert

Eingestellt am 20. Juni 2026

.

Hirudo medicinalis Habitat

„Natürlicher Lebensraum einer für mitteleuropäische Verhältnisse wohl ungewöhnlich großen Population des Medizinischen Blutegels (Hirudo medicinalis). Hier kommt ein Bestand der Art in dreistelliger Individuenzahl vor. Beim Durchwaten des Gewässers klebten schon nach wenigen Sekunden Dutzende von Egeln an den Stiefeln (siehe Foto unten). Bevorzugt werden eutrophe, submers reich verkrautete Gewässer – in diesem Fall ist es im offenen Wasser vor allem Laichkraut (Potamogeton natans und Potamogeton acutifolius). Nordwestliches Niedersachsen, Deutschland.“

Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert

Hirudo medicinalis dieses Habitats

"‘Angriff‘ von Dutzenden hungrigen Medizinischen Blutegeln (Hirudo medicinalis) beim Durchwaten eines krautigen Kleinweihers. Die Stiefel können sie zum Glück nicht durchbeißen – Badehosen wären hier aber nicht zu empfehlen gewesen... Eine Bestandsdichte im dreistelligen Individuenbereich, wie in diesem kleinen Gewässer, ist für mitteleuropäische Verhältnisse heutzutage wohl eine Ausnahme – der Medizinische Blutegel ist in freier Natur recht selten geworden.“

Autor: Christian Fischer

Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert

Eingestellt am 20. Juni 2026

.

Endpunkt erreicht