zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Nereididae, Seeringelwürmer

1 Fortschrittlich schreitened

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Trochophoras[1] Freiheit, im Raum gemächlich zu gleiten,

Schenkt wahrlich ungebundenes Leben;

Feinde fühlen sich freilich genauso im Recht,

Todbringend jagend in Besitz sie zu nehmen.

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Doch zu Boden zu sinken, zur Ebne sich wenden,

Entzieht sie partiell nur der Räuber Gesicht;

Als Adulte[2] Höhlen zu graben,                                                                               

Engt mancher Würmer Lebensraum jedoch allzu sehr ein.

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Protonereis[3] findet sich nicht damit ab:

Modifiziert Muskeln, Stummelfüßchen[4] und Krallen[5],

Bewegt ihren schlanken Körper in horizontalen Wellen,                                

Gibt Konstruktion und Anleitung der

Nachkommenschaft weiter

Bis sie Nereis[6] Schritt für Schritt optimiert:

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Vom Bauchmark[7] mit Ganglien[8] nervlich begleitet,

Zieh‘n Muskelfasern schräg in die Höhlung[9],

Heften sich seitlich, vorne und hinten,

Acikeln[10], Parapodienwänden[11] und Krallen von innen her an.

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Mit Muskelkraft drücken sich wenige,

Seitlich in Reihe stehende Füßchen,

Mit ausgefahrenen, bogigen Borsten[12] bewehrt,

Schnell und kräftig vom Untergrund ab,

Führen mit eingezogenen Krallen dann sie

Langsam wieder nach vorn.

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Um die gleiche Zahl Füßchen

Auf der anderen Seite nach vorne verschoben,

Wiederholt sich der Vorgang im ständig wechselnden Spiel

Von links nach rechts und wieder zurück.

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Kaum ist die Welle der stemmenden Füßchen vorübergezogen,

Beginnen gerade entlastete Podien[13] schon wieder ihr stoßendes Werk

Und schieben, den Körper engbogig schlängelnd,

Nereis langsam voran.

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Drängt es Nereis einmal zur Eile,

Stoßen mehrere Füßchen,

Den schlängelnden Wurm vom Boden abhebend,

Gleichzeitig zu.

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Nereis‘ Längsmuskulatur[14] übernimmt das Kommando,

Formt ihn, wie vormals die Füßchen, zum Schlängelgefährt

Und bringt ihn, Räubern das Nachsehen gebend,

Rasch zu sicheren Standorten hin.

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Fußnoten

[1] Trochophora-Larven: Birnenförmige bis runde Larven, die zumindest einen Wimpernkranz besitzen, sich mit dessen Hilfe fortbewegen und ernähren 

[2] Adult, Adultus: Erwachsen, Erwachsener

[3] Protonereis: Bezeichnung für hypothetischen Vorfahren der Nereididae

[4] Parapodien (Annelida): Ungegliederte oder paarige, gegliederte Seitenanhänge beidseits der Segmente

[5] Krallenförmige Borsten

[6] Nereis: Seeringelwürmer (Nereididae – Phyllodocida – Polychaeta – Annelida – Schizocoelia –…)

[7] Bauchmark: Auf der Bauchseite (ventral) gelegene Zentralnervensystem von Wirbellosen wie Insekten, Krebsen und Ringelwürmern

[8] Ganglion: Ansammlung von Nervenzellkörpern (Perikarya), aus der eine Verdickung des Nervenstrangs resultiert

[9] Coelom, Sekundäre Leibeshöhle: Flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der von einem mesodermalen Epithel umgeben ist und als Flüssigkeitspolster bei vielen Protostomiern die Funktion eines Hydroskeletts übernimmt; Das Coelom wird im Lauf der Ontogenese durch Abfaltung vom Urdarm oder aus besonderen, dem Entoderm oder dem Ektoderm entstammenden mesodermalen Zellen erst etwas später gebildet und verdrängt die primäre Leibeshöhle oft ganz

[10] Acikel (Polychaeta): Einzelne, lange und dicke, spitze, Parapodien versteifende, nicht daraus nicht hervor ragende steife Borsten

[11] Parapodien

[12] Borsten: Dickes, hartes, steifes Haar bestimmter Tiere

[13] Parapodien

[14] Längsmuskeln: Sich längs des Körpers erstreckende Muskeln

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Oben: Nereis pelagica (Brauner Seeringelwurm)

Autor: Alexander Semenov

Lizenz:  Creative Commons Attribution 2.0 Generic license; unverändert

Unten: Neanthes fucata (Gefärbter Seeringelwurm)

Autor: Arne Nygren/Sjøfartsmuseet Akvariet Gøteborg

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Oben: Alitta succinea (Bernstein-Seeringelwurm)

Autor: Hans Hillewaert

Unten: Alitta virens (Grüner Seeringelwurm)

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alitta_virens_(head).jpg

Autor: Hans Hillewaert

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Oben: Hediste diversicolor (Schillernder Seeringelwurm)

Autor: M.Buschmann

Lizenz: Gemeinfrei; unverändert

Unten: Platyneris dumerilii

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Endpunkt erreicht