zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Digenea, Leberegel
1 Ihr Profil
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Ihrer stachelbesetzten Neodermis[3] auf,
Deren Erhebungen, völlig überzogen von Cytoplasma[4], so
Manch einen Egel[5] wölben distal empor.
An der Basalmembran[6] scheinen die Stacheln den Ursprung zu nehmen.
Woraus sie bestehen, ist ungelöst.
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Mit deutlich verdicktem, muskulösem Pharynx[7]
Beginnt ihr zweischenkliger Darm;
Nur bei größten Arten verzweigt er sich weiter, um zu verdauen,
Was sie den Wirten entnommen: Schleim, Gewebe, Darminhalt und Blut.
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Tragen multiciliäre Epidermisplatten, zwischen die sich
Neodermis bereits mit Ausläufern erstreckt.
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Ihrer Aufgabe entsprechend, Wirtstiere zu suchen, schwimmen sie,
In denen, frei geworden, oft eine neue Sporocystengeneration entsteht.
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Die erste Sporocyste ist somit identisch mit der eingedrungenen Miracidie,
Besitzt gleichfalls noch keinen Darm, nimmt jedoch über die Neodermis Nahrung auf,
Die mit Hilfe von Exoenzymen[16] aus Wirtsgewebe sie lösen, später sich wandeln,
Um Redien[17] zu bilden, die zweite Larvengeneration.
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Darm und Stummelfüßchen kennzeichnen Redien,
Die gleichfalls im Erstwirt noch leben, doch sie wandern umher,
Optimale Ernährungsbedingungen zu finden und den günstigsten Startplatz
Für die im Innern entstehende dritte Larvengeneration:
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Aktive Suche ermöglicht mit kräftigen, quergestreiften Muskeln[22] der Ruderschwanz,
Geleitet von verschiedensten Sinneszellen, womit besonders bestückt ihr Kopf:
Mundsaugnapf und oft ein Bauchsaugnapf – bereits Merkmale von Adulten –
Ermöglichen iren Start im Endwirt, nachdem sie abgeworfen den Schwanz.
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Benötigen allerdings noch einen Zwischenwirt[30],
In dem sie als sogenannte Metacercarien[31], aus Cercarien entstanden, leben
Und von dem sie, an geeigneten Stellen enzystiert exponiert,
Gefressen werden, in die Leber gelangen, dort geschlechtlich sich fortpflanzen,
Eier mit vorgebildetem Deckel bilden, die, ausgeschieden mit Kot[32],
Wieder von Schnecken[33] aufgenommen werden,
Damit der Kreislauf des Lebens sich wieder schließt.
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Fußnoten
[1] Adult, Adultus: Erwachsen, Erwachsener
[2] Glycocalyx: Zuckerreiche, schleimige Schicht auf der Außenseite der Zellmembran bei eukaryotischen und prokaryotischen Zellen. Sie besteht aus Kohlenhydratketten, die an Membranproteine und Lipide gebunden sind; dient dem Schutz, der Zell-Zell-Erkennung, und Adhäsion
[3] Neodermis: Spezialisierte, synzytiale, sekundäre Körperbedeckung bei parasitischen Plattwürmern wie Band-, Saug- und Hakensaugwürmern. Sie ersetzt im Larvenstadium die ursprüngliche Epidermis.
[4] Cytoplasma: Flüssiger Zellinhalt mit darin liegendem Cytoskelett
[5] Digenea: Leberegel (Trematoda – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia – Protostomia –…)
[6] Basalmembran, Basallamina, Basalmatrix: Eine dünne aus Kollagenfibrillen, Glykoproteinen und anderen Bestandteilen bestehende Schicht, die im extrazellulären Raum zwischen dem Epithel bzw. Endothel und dem angrenzenden Gewebe liegt und der Zelle dort Stabilität verleiht
[7] Pharynx (Neodermata): Quergestreift-muskulöse Pumpe kurz nach dem Mund
[8] Uterus (Plathelminthes): Eileiter – nicht Eizellleiter! – zwischen Ootyp und Genitalöffnung
[9] Ektolecithal: Eizellen, bei denen der Dotter extern in separaten Dotterzellen (Vitellocyten) gespeichert ist, welche die Eizelle in einer gemeinsamen Hülle umgeben.
[10] Miracidium, Miracidie: Bewimpertes, erstes Larvalstadium parasitischer Saugwürmer i.e.S. (Trematoda) mit multicilären Epidermisplatten, zwischen die sich die Neodermis bereits mit Ausläufern erstreckt
[11] Larven: Jugendstadien von Tieren, die sich grundsätzlich vom Erscheinungsbild Erwachsener unterscheiden und erst nach einer Metamorphose Adultgestalt annehmen
[12] Rostral: am oberen Kopfende
[13] Sinneszellen, Sensorische Zellen: Spezialisierte Zellen, die Reize aus der Umwelt (äußere Reize) oder aus dem Körperinneren (innere Reize) aufnehmen
[14] Epidermis (Animalia, allgemein): Außenschicht eines Tieres
[15] Sporocysten (Trematoda): Nichtüberdauernde, intern sporocysten- oder redienbildende Stadien, die aus einer Miracidie durch Abwurf der Epidermis bei Infektion des Wirtes und unter Neodermisbildung entstanden sind
[16] Exoenzyme: Von Pilzen, auch von manchen Tieren aus der Zelle ausgeschiedene Enzyme, die Substanzen in „mundgerechte“ Portionen, kleinere Moleküle, zerlegen, die dann von der Zelle aufgenommen werden
[17] Redien (Trematoda): In Sporocysten entstandenes, mit Darm und Stummelfüßchen ausgestattetes Larvalstadium mit Neodermis, das im Erstwirt für Ernährung und Ausbreitung günstigere Stellen aufsucht
[18] Cercarien: Geschwänztes drittes Larvalstadium, das in Redien entstanden ist, den Erstwirt verlässt, um einen Endwirt mit Hilfe des Ruderschwanzes und verschiedenen Sinneszellen zu finden, oder sich zu enzystieren, um vom Endwirt zusammen mit Nahrung gefressen zu werden; bereits mit Saugnäpfen und gut ausgebildetem Darm
[19] Erstwirt: Erster Wirt eines Parasiten, mit dem der Lebenskreislauf beginnt, um letztlich im Endwirt die sexuelle Fortpflanzung zu vollziehen
[20] Encystieren: Mit widerstandsfähiger Wand umgeben, um eine Überdauerungsform zu bilden
[21] Endwirt (Animalia): Wirt, in dem sexuelle Fortpflanzung (P! K! R!) erfolgt
[22] Quergestreifte Muskeln: Unter dem Mikroskop zeigen sich regelmäßige, helle und dunkle Streifen, die durch die Anordnung von Myofilamenten (Aktin und Myosin) in sogenannten Sarkomeren entstehen.
[23] In inversen Pigmentbecheraugen: Hier stehen die Lichtsinneszellen mit ihrem sensitiven Bereich in den Becher hinein
[24] Sensorisch: reizempfindend und reizleitend
[25] Cilie, Wimper, Flagellum, Geißel, (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und einem zentralen Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt.
[26] Penetrationsapparat (Cercarien): Mund-Saugnapfbereich mit verschiedensten, wohl proteolytischen Drüsen, gelegentlich mit stachelförmigen intrazellulären Hartsubstanzen
[27] Drüsenzellen: Zellen, die der Produktion und Abgabe (Sekretion) bestimmter Substanzen dienen
[28] Kleiner Leberegel: Dicrocoelium dendriticum (Digenea – Trematoda – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia –…)
[29] Großer Leberegel: Fasciola hepatica (Digenea – Trematoda – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia –…)
[30] Zwischenwirt (Pathogene, Parasiten): Wird zwar befallen, doch dient er nicht der Verbreitung
[31] Metacercarien: Ruhecysten von Cercarien in einem zweiten Zwischenwirt, gelegentlich im Freien
[32] Kot: Kacke, Faeces
[33] Schnecken: Gastropoda (Mollusca – Schizocoelia – Spiralia – Protostomia – Bilateria –…)
Eingestellt am 20. Juni 2026
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Larventypen der Digenea (Tusche, Bleistift; Reinhard Agerer)
Links: Miracidie, mit multiciliärer Epidermis. – Daneben: Redien bildende Sporocyste (weil mit Darm; wenn ohne Darm, dann wären es wieder Sporocysten). – Daneben: Redie. – Rechts: Cercarie mit zwei Saugnäpfen, zwei Pigmentbecherocellen und Schwanz.
Nach Westheide & Rieger (2013), links, Abb. 310 B unten, Seite 206; Mitte; daneben, Abb. 310 B unten, Seite 206; Daneben, Abb. 318, Seite 211; rechts Abb. 319 A, Seite 212
Eingestellt am 20. Juni 2026
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Digenea, Leberegel
2 Gallig
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Endlich wieder nach so langer Zeit Lebendmaterial für die Studenten!
Ein prüfender Schnitt der Metzger am Schlachthof
An der Leber mächtigsten Stelle,
Befreite wurlende, längliche Blättchen aus dem ausgeweiteten Gang.
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Nach der Länge zu schließen,
Müssten sie Fasciola[1], dem Großen Leberegel gehören,
Im Lichtmikroskop wird es sich zeigen, ob die Vermutung stimmt:
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Ein Mundsaugnapf[4]
An der Spitze des dreieckig sich gebenden Kopfes
Führt direkt zum Pharynx[5],
Der, muskulös nach vorne und hinten sich schiebend,
Sich abwechselnd öffnend und schließend,
Nahrhaftes Blut als saugende Pumpe entnimmt
Und dem zweischenkligen,
Divertikulös[6] vergrößerten Darm übergibt.
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Der, reichlich mit Blindsäcken versehen,
Den Schmarotzer als Großen der beiden Verwandten verrät.
Dem Kleinen[7], kaum ein Drittel so lang,
Genügt ein weniger voluminöser, glatter Verlauf.
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Knapp hinter dem Pharynx, in einem Beutel,
Treffen zwei Gänge Seite an Seite mit ihrer Öffnung zusammen:
Des mehrfach geschlängelten Uterus[8] Ende
Legt sich hier an Fasciolas Samenkanal[9],[10],
Der, von der Samenblase[11] herkommend,
Hier in den ausstülpbaren Cirrus[12] mündet.
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Zwei Hoden[13], reich verzweigt im Körper verteilt,
Füllen über zuführende Leiter die Samenblase[14],
Wenn Fasciola mit langfädigen Spermatozoiden
Zunächst als Männchen sich fühlt.
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Zwei Geißeln[15], am hinteren Ende inserierend,
Verstecken sie integrierend in ihrer Zelle:
Bleibt das Sperma[18] dennoch beweglich;
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Eine Mode, die sie mit allen Neodermata[19] vereint.
Die Bewegung separater, opisthokonter[20] Flagellen
Wäre zu störungsanfällig wohl, zu koordinierungsbedürftig,
So, dass dies ein Fassen zur Einheit erzwingt.
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Begattet der Egel den spermienbefreiten Partner,
Führt er den Cirrus in des Uterus‘ Öffnung,
Entleert seine prall erweiterte Samenblase,
Lässt den Spermien freien Lauf
Dem leeren Uterus bis zum Receptaculum seminis[21],
Nah des Ovars[22], hinauf.
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Wie ein komplizierter Montageraum erweist sich der Ootyp[23]:
Drei Zugänge: der Vagina[24] Kanal,
Der vereinte von Ovar[25] und Receptaculum seminis
Und ein drüsiges Stück an des Uterus‘ Start[28],
Produzieren das fertige Ei[29]:
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Eizellen aus dem Ovar,
Umwunden von langgestrecktem Spermatozoid,
Kurz zuvor dem Receptaculum seminis entschlichen,
Umgeben Dotterzellen des Dottergangs,
Und, schon zum Uterus wandernd,
Beschalen Drüsenzellen diesen Komplex
Zum widerstandsfesten Produkt.
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In rascher Folge wirken vier Komponenten zusammen,
Füllen den Uterus dicht mit reifenden Eiern.
Erst wenn des Ovariums letzte Zelle durch den Ovidukt[30] gedrungen,
Werden restliche Spermatozoide und überflüssige Zellen eliminiert.
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Ein zweiter Saugnapf[31], etwas bauchwärts gelegen,
Hält Fasciola noch zusätzlich fest.
Saugend, verdauend und ruhend,
Überschwemmt sie mit Eiern der Leber gallegefüllten Gänge,
Um über Gallenblase[32] und Darm,
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Fußnoten
[1] Fasciola hepatica: Großer Leberegel (Digenea – Trematoda – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia –…)
[2] Wiederkäuer: Ruminantia (Cetruminantia – Übrige Cetartiodactyla – Cetartiodactyla – Ungulata – Übrige Laurasiatheria – …)
[3] Moderner Mensch: Homo sapiens (Homo spp. – Hominini – Homininae – Hominidae – Hominoidea –…)
[4] Saugnapf: Ein bei Unterdruck sich anheftendes, randlich dichtschließendes Organ
[5] Pharynx (Neodermata): Quergestreift-muskulöse Pumpe kurz nach dem Mund
[6] Divertikel (Pathelminthes): dünne und gelegentlich mehrfach verzweigte Ausstülpungen des Darms
[7] Kleiner Leberegel: Dicrocoelium dendriticum (Digenea – Trematoda – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia –…)
[8] Uterus (Plathelminthes): Eileiter – nicht Eizellleiter! – zwischen Ootyp und Genitalöffnung
[9] Spermatozoide, Spermatozoen, Spermien: Reife, männliche, haploide Keimzellen; Gameten, die im Normalfall zu eigenständiger Bewegung fähig sind
[10] Spermienkanal, Samenkanal: Vas efferens, Kanal vom Hoden zur Samenblase
[11] Samenblase (Bilateria): Vesicula seminalis
[12] Cirrus (Begattungsorgan): Penis
[13] Hoden: Paarig angelegtes, inneres männliches Geschlechtsorgan sich geschlechtlich fortpflanzender Gewebetiere; Spermien produzierende männliche Gonaden.
[14] Vas efferens: Spermienkanal, Samenkanal; Kanal vom Hoden zur Samenblase
[15] Geißel, Flagellum, Ciie (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und einem zentralen Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt
[16] Plasmalemma: Zellmembran (Lipiddoppelmembran) von Organismen; wird oft als Gegenstück zum Tonoplasten betrachtet, der im Zellinneren eine größere Saftvakuole umgibt
[17] Protoplast, Protoplasma: Gesamter Inhalt einer Zelle (ohne Saftvakuole)
[18] Gesamtheit der Spermien
[19] Neodermata: Sekundärhäuter (Plathelminthes – Spiralia – Protostomia – Bilateria – Animalia –…)
[20] Opisthokont begeißelt: Die Geißel inseriert am hinteren Ende des Flagellaten und schiebt den Körper voran
[21] Receptaculum seminis: Organ im weiblichen oder zwittrigen Genitaltrakt vieler Wirbelloser (Insekten, Krebse, Schnecken) sowie einiger Wirbeltiere. Es dient der Aufnahme, Lagerung und Ernährung von Spermien nach der Paarung, um Eizellen über längere Zeiträume gezielt zu befruchten
[22] Ovar, Ovariole: Weibliches Geschlechtsorgan, Produktionsort der Eizellen
[23] Ootyp (Plathelminthes): Ort, an dem die Eizelle (Oocyte) befruchtet wird, mit Dotterzellen (aus dem Dotterstock/Vitellarium) umgeben wird und ihre endgültige Eischale erhält.
[24] Vagina (Plathelminthes): Öffnung zum inneren, schlauchförmigen, weiblichen Begattungsorgan (Laurerscher Kanal)
[25] Ovidukt, Eizellenleiter: Röhrenförmiges Organ, in dem die Eizellen geleitet werden
[26] Dotterzellen, Vitellocyten: Dotterhaltige, spezialisierte Zellen, die bei vielen Wirbellosen der Eizelle (oder der Zygote) beigegeben werden und deren Ernährung dienen
[27] Vitellarium, Dotterstock: Spezialisiertes Organ bei bestimmten wirbellosen Tieren, insbesondere Plattwürmern (Plathelminthes) und Insekten, das Dotter für die Eizellen produzieren und in separaten Zellen abspeichern können
[28] Eischalendrüsen: Mehlissche Drüsen
[29] Ei: Besteht aus einer (befruchteten) weiblichen Keimzelle (Eizelle), Nährstoffen (Dotter) und schützenden Hüllen
[30] Ovidukt, Eizellenleiter: Röhrenförmiges Organ, in dem die Eizellen geleitet werden
[31] Bauchsaugnapf
[32] Gallenblase: Hohlorgan, das der Speicherung und Eindickung der Galle dient
[33] Wiese: Meist vom Menschen geschaffene, offene Grünfläche, die überwiegend mit Gräsern und Kräutern und bewachsen ist
[34] Weide (für Haustiere): Gras- und kräuterbewachsenes Stück Land, auf dem das Vieh weiden kann
[35] Kot: Kacke, Faeces
Eingestellt am 20. Juni 2026
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Digenea: Schematischer Bau eines Adultus (Tusche, Kreide [Falschfarben], Bleistift; Reinhard Agerer)
Vom Mundsaugnapf (ocker, mit Bogenstreifen) ausgehend, schließt sich der Oesophagus (Speiseröhre, dunkelbraun) an, der in den zweischenkligen Darm (dunkelbraun) mündet; der Oesphagus ist mit dem muskulösen Pharynx (schwarzbraun, gestreift) umschlossen. Der Bauchsaugnapf (ocker, mit Bogenstreifen) liegt hier etwas unterhalb der Darmgabelung.
Im Zentrum ist der Ootyp mit Mehlisschen Drüsen zu sehen (hellgrau), darüber links das Receptaculum seminis (rosa) in unmittelbarer Nähe des Ovars (hellgelb); etwas seitlich versetzt liegt die Vagina mit anschließendem Laurerschem Kanal (dunkelrot), in den das Fremdsperma eingeführt wurde und sich im Receptaculum seminis sammelte. Noch oberhalb der Mehlischen Drüsen liegt die Mündung der vereinen Vitellargänge (rechts und links, jeweils gegabelt) mit Dotterzellfollikeln (dottergelb).
Im weiblichen Zustand der protrandrischen Zwitter wandern Eizellen aus dem Ovar (hellgelb), die im Ootyp (hellgrau) mit Fremdsperma des Receptaculum seminis (rosa) befruchtet werden, bekommen Dotterzellen (dottergelb) zugeführt (nicht gezeigt) und die Mehlisschen Drüsen (hellgrau) sorgen für die Beschalung der Eier (dunkelgrau), die dem Uterus entlanggleiten und im Genitalatrium (moosgrün) den Leberegel verlassen.
Im männlichen Zustand des protrandische Zwitters werden die Eigenspermien von den Hoden (orange) zur Samenblase (orange), nahe dem Atrium gelegen, geleitet und bei der Kopulation mit einem Individuum im weiblichen Zustand in die Vagina (dunkelrot) eingeführt, von wo aus sie über den Laurerschen Kanal (dunkelrot) zum Receptaculum seminis (rosa) gelangen. Auf diese Weise ist Fremdbefruchtung gesichert.
Exkretionsporus (blau) des Protonephridiensystems (nicht dargestellt)
Nach Westheide & Rieger (2013), Abb. 315 A, Seite 210
Eingestellt am 20. Juni 2026
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Digenea-Ootyp mit zu- und abführenden Gängen (Tusche, Kreide [Falschfarben], ppt; Reinhard Agerer)
Aus dem Ovar (hellgelb) wandern nach Meiose (R!) haploide (n) Eizellen (hellgelb) in die Befruchtungskammer (hellgrau, Ootyp), sowie diploide (2n) Dotterzellen (dottergelb) aus dem vereinten Dottergang und Spermatozoide (rot) des haploiden Fremdspermas aus dem Receptaculum seminis (rosa), wo die Befruchtung der Eizellen (B!) zur diploiden Zyygote (2n) stattfindet. Dabei wandern sie an den Mehlisschen Drüsen (hellgrau) vorbei, die die Schalenbildung veranlassen, unterstützt durch spezielle Schalenvesikel der Dotterzellen. In die ektolecithalen Eier (dunkelgrau) wandert die Zygote (hellgelb) zusammen mit Dotterzellen (dottergelb) dem Uterus entlang dem Genitalatrium (nicht dargestellt) zu, aus dem sie ins Freie abgesetzt werden (nicht dargestellt).
Nach Westheide & Rieger (2013), Abb. 296, Seite 194
Eingestellt am 20. Juni 2026
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Digenea, Leberegel
3 Erstwirt (AP)
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Regenschauer überziehen grün-saftiges Weideland,
Schlagen prasselnd mit riesigen Tropfen dem
Kuhfladen tiefe Löcher ein.
Reflektierende Tröpfchen nehmen spritzend
Landen auf frischgetrieb‘nen Grashalmen an.
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Anhaltender Regen überschwemmt
Senken verdichteter Böden am Ende,
Lockt Miracidien[3] aus den Eiern hervor:
Um erste Schritte parasitischen[8] Lebens zu tun.
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Dringen, ihr Cilienkleid stückweise abstreifend,
In des Gastropoden[9] Körper ein,
Ersetzen, neoblastisch[10] geformt,
Ihre Blößen durch neue Haut,
Verwandeln sich zu
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Auch sie bringen im Innern weiter Redien hervor,
Parasitieren das Opfer bis an den Rand des Erträglichen!
Schließlich, keine Redien in die Welt mehr setzend, entfliehen Cercarien[13]
Als schwanzgetriebene Generation,
Zunächst der sauerstoffreichen Lunge zustrebend,
Dem todkranken Tier.
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Fußnoten
[1] Fasciola hepatica: Großer Leberegel (Digenea – Trematoda – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia –…)
[2] Ei: Besteht aus einer (befruchteten) weiblichen Keimzelle (Eizelle), Nährstoffen (Dotter) und schützenden Hüllen
[3] Miracidium, Miracidie: Bewimpertes, erstes Larvalstadium parasitischer Saugwürmer i.e.S. (Trematoda) mit multicilären Epidermisplatten, zwischen die sich die Neodermis bereits mit Ausläufern erstreckt
[4] Cilie, Wimper, Flagellum, Geißel, (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und einem zentralen Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt.
[5] Echte Lungenschnecken: Eupulmonata (Erythroneura – Gastropoda – Mollusca – Schizocoelia – Spiralia –…)
[6] Galba truncatula: Kleine Sumpfschnecke (Eupulmonata – Erythroneura – Gastropoda – Mollusca – Schizocoelia – Spiralia –…)
[7] Fossaria: Dornschnecken ((Eupulmonata – Erythroneura – Gastropoda – Mollusca – Schizocoelia – Spiralia –…)
[8] Parasit, Schmarotzer: Ein Organismus lebt auf Kosten eines anderen.
[9] Gastropoda: Schnecken (Mollusca – Schizocoelia – Spiralia – Protostomia – Bilateria –…)
[10] Neoblasten (Plathelminthes): Stammzellen, aus denen alle differenzierten Zelltypen hervorgehen, auch die Geschlechtszellen; Zellteilung ist nur von Neoblasten bekannt
[11] Redien (Trematoda): In Sporocysten entstandenes, mit Darm und Stummelfüßchen ausgestattetes Larvalstadium mit Neodermis, das im Erstwirt für Ernährung und Ausbreitung günstigere Stellen aufsucht
[12] Sporocysten (Trematoda): Nichtüberdauernde, intern sporocysten- oder redienbildende Stadien, die aus einer Miracidie durch Abwurf der Epidermis bei Infektion des Wirtes und unter Neodermisbildung entstanden sind
[13] Cercarien: Geschwänztes drittes Larvalstadium, das in Redien entstanden ist, den Erstwirt verlässt, um einen Endwirt mit Hilfe des Ruderschwanzes und verschiedenen Sinneszellen zu finden, oder sich zu enzystieren, um vom Endwirt zusammen mit Nahrung gefressen zu werden; bereits mit Saugnäpfen und gut ausgebildetem Darm
Eingestellt am 20. Juni 2026
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Digenea, Leberegel
4 Endwirt (AP)
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Mit ihren Schwänzen bestens gerüstet,
Schwimmen Cercarien[1] aktiv im Wasser umher,
Kriechen, mit Mund- und Saugnapf versehen,
An Gräsern empor,
Bereiten sich, mit Schutzschicht umhüllend[2],
Auf längere Wartezeit vor.
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Frisst eine Kuh[3] cystenbehangenes Gras,
Erkennt die Ruhecercarie[4] schnell die neue Situation:
Von innen heraus die schützende Wandung lösend, sucht sie,
Aus ihrer Hülle befreit, mit der nahen Darmwand Kontakt.
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Sie mit Saugnapfes Hilfe durchbohrend,
Findet sie zielstrebig des Körpers Blutreservoir:
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Der Leber Parenchym[9] gewaltsam durchdringend,
Heftet sie sich, Saugnäpfe[10] nutzend,
Final für dauerhafte Ernährung in
Gallenkanälen[11] fest.
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Den Schwanz, als Hilfsorgan nicht mehr benötigt, abstreifend,
Lebt sie nun ungestört,
Sich nur Ernährung und Fortpflanzung widmend:
In der mächtigen Leber der Kuh. –
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Fußnoten
[1] Cercarien: Geschwänztes drittes Larvalstadium, das in Redien entstanden ist, den Erstwirt verlässt, um einen Endwirt mit Hilfe des Ruderschwanzes und verschiedenen Sinneszellen zu finden, oder sich zu enzystieren, um vom Endwirt zusammen mit Nahrung gefressen zu werden; bereits mit Saugnäpfen und gut ausgebildetem Darm
[2] Metacercarien: Ruhecysten von Cercarien in einem Zwischenwirt, gelegentlich im Freien
[3] Kuh, Hausrind: Bos taurus (Bovini – Boodontia – Bovidae – Pecora – Ruminantia –…)
[4] Metacercarie
[5] Wiederkäuer: Ruminantia (Cetruminantia – Übrige Cetartiodactyla – Cetartiodactyla – Ungulata – Übrige Laurasiatheria – …)
[6] Sekundäre Leibeshöhle, Coelom: Flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der von einem mesodermalen Epithel umgeben ist und als Flüssigkeitspolster bei vielen Protostomiern die Funktion eines Hydroskeletts übernimmt; Das Coelom wird im Lauf der Ontogenese durch Abfaltung vom Urdarm oder aus besonderen, dem Entoderm oder dem Ektoderm entstammenden mesodermalen Zellen erst etwas später gebildet und verdrängt die primäre Leibeshöhle oft ganz.
[7] Wirbeltiere: Craniota (Nothochordata – Chordata – Deuterostomia – Bilateria – Animalia –…)
[8] Leber: Die Leber ist zentrales Stoffwechselorgan. Sie fungiert als lebenswichtige "Gesundheitsfabrik", die Nährstoffe verarbeitet/speichert, Schadstoffe entgiftet, Galle produziert und Blutgerinnungsfaktoren herstellt.
[9] Leberparenchym: Eigentliches Funktionsgewebe der Leber, hauptsächlich bestehend aus Hepatozyten (Leberzellen)
[10] Saugnapf: Ein bei Unterdruck sich anheftendes, randlich dichtschließendes Organ
[11] Galle (Animalia): Zähe, gelb-grüne Verdauungsflüssigkeit, die in der Leber produziert wird; dient der Fettverdauung im Dünndarm
Eingestellt am 20. Juni 2026
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Digenea, Leberegel
5 Klein aber oho! (AP)
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Rupfen sich Kräuter, Blätter und Gräser,
Achten auf Fressbar,
Meiden, was giftig,
Für nichts Anderes haben sie Sinn.
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Beachten nicht
Grimmig in Halme verbiss‘ne Insekten[5]:
Denn Ameisen[6] lassen das Gras nicht mehr los,
Rühren sich nicht mehr vom Fleck.
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Spüren auch nicht, was dann in den Därmen geschieht:
Den Weg alles Irdischen geht die Ameise,
Wird rasch als trojanisches Pferd[7] zerlegt
Und in dunklen Kanälen verdaut.
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Cercarien[8] schlüpfen aus dem geschundenen Körper,
Ob es die eine, aus dem Gehirn[11], ebenfalls schafft,
Bleibt ohne Belang, denn ihren Auftrag hat sie erfüllt.
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Sie brachte die Ameise an des Halmes Spitze,
Programmierte den letzten heftigen Biss,
Sperrte die Muskeln[12] für Rückwärtsbewegung,
Hielt sich für lange Zeit fest.
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Der Weg der Cercarien ist längst schon bestimmt:
Darmwände passierend, bleibt die Leber[13] ihr einziges Ziel,
Feinverästelte Röhren sucht sie dort auf,
Heftet sich unlösbar mit Saugnäpfen[14] fest.
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Dicrocoelium[15], der kleinere der beiden Leberegel,
Etwas einfacher gebaut als der größere Bruder,
Doch zellen- und schalenumgebene Eier[16]
Zum Ausscheiden über den Darm, produziert auch er.
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Suchen sich, nahe Schafexkrementen raspelnde Schnecken[19]:
Durchdringen die Haut, bilden zügig Sporocysten[20],
Die, anders als Fasciola[21] dies tat,
Auf Redien[22] verzichten und
Gleich Cercarien formen dafür.
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In der Lunge, zum Schleimen gereizt,
Ihre Cecarien, Ameisen zur Freude, in Schleimballen ab,
Die sie durstig verzehren mit hohem Genuss.
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In der Ameise Leibeshöhle[26] setzen sich alle
Überlassen einer einzigen Botin, was noch zu tun:
Sie wandert ins Unterschlundganglion[29],
Programmiert der Ameise Benehmen,
Führt sie am Abend nicht in den Bau:
Sie verbeißt sich ganz oben am Halm,
Bleibt über Nacht bei Kälte und Tau.
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Drei Wirte verbraucht in geregelter Folge dieser schmarotzende Wurm[30]:
Zum clonalen[31] Vermehren umgebende Schnecken,
Ameisen für den gezielten Transport,
Ziegen oder Schafe für ihren Sex[32].
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Fußnoten
[1] Weide (für Haustiere): Gras- und kräuterbewachsenes Stück Land, auf dem das Vieh weiden kann
[2] Kuh, Hausrind: Bos taurus (Bovini – Boodontia – Bovidae – Pecora – Ruminantia –…)
[3] Hausziege: Capra aegagrus hircus (Antilopini – Aegodontia – Bovidae – Pecora – Ruminantia –…)
[4] Schafe: Caprini (Aegodontia – Bovidae – Pecora – Ruminantia – Cetruminantia –…)
[5] Insekten: Hexapoda (Tetraconata – Mandibulata – Arthropoda – Panarthropoda – Ecdysozoa –…)
[6] Ameisen: Formicidae (Aculeata – Apocrita – Hymenoptera – Holometabola – Neoptera –…)
[7] Trojanisches Pferd (hier im übertragenen Sinn gebraucht): Das Trojanische Pferd stammt aus der griechischen Mythologie und ist eine berühmte List aus dem Trojanischen Krieg, die vermutlich auf den Dichter Homer zurückgeht. Odysseus ließ ein riesiges, hohles Holzpferd bauen, in dem sich griechische Soldaten versteckten, während die Armee vortäuschte abzuziehen. Die Trojaner holten das vermeintliche Geschenk in ihre Stadt, was deren Untergang besiegelte.
[8] Cercarien: Geschwänztes drittes Larvalstadium, das in Redien entstanden ist, den Erstwirt verlässt, um einen Endwirt mit Hilfe des Ruderschwanzes und verschiedenen Sinneszellen zu finden, oder sich zu enzystieren, um vom Endwirt zusammen mit Nahrung gefressen zu werden; bereits mit Saugnäpfen und gut ausgebildetem Darm
[9] Thorax (Insekten): Zwischen Kopf und Hinterleib liegendes Bruststück
[10] Hinterleib, Abdomen (Insekten): Hinterstes der drei Körperteile Kopf, Brust, Hinterleib
[11] Gehirn: Organ des zentralen Nervensystems, das insbesondere aus Nervengewebe besteht; seine Hauptfunktion besteht in der sensorischen Informationsaufnahme, deren Verarbeitung und der Befehlserteilung bezüglich Reaktion
[12] Muskel: Kontraktile Organe, die aktive Bewegungen ermöglichen; sie führen zu einer Form- und/oder Ortsveränderung von Körperkomponenten
[13] Leber: Zentrales Stoffwechselorgan. Sie fungiert als lebenswichtige "Gesundheitsfabrik", die Nährstoffe verarbeitet/speichert, Schadstoffe entgiftet, Galle produziert und Blutgerinnungsfaktoren herstellt.
[14] Saugnapf: Ein bei Unterdruck sich anheftendes, randlich dichtschließendes Organ
[15] Dicrocoelium dendriticum, Kleiner Leberegel (Digenea – Trematoda – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia –…)
[16] Ektolecithal: Eizellen, bei denen der Dotter extern in separaten Dotterzellen (Vitellocyten) gespeichert ist, welche die Eizelle in einer gemeinsamen Hülle umgeben.
[17] Miracidium, Miracidie: Bewimpertes, erstes Larvalstadium parasitischer Saugwürmer i.e.S. (Trematoda) mit multicilären Epidermisplatten, zwischen die sich die Neodermis bereits mit Ausläufern erstreckt
[18] Cilie, Wimper, Flagellum, Geißel, (Eukaryageißel): Charakterisiert durch ihren internen Bau aus 9 peripheren, etwas schräg nach innen gestellten Doppelmikrotubuli (Querschnitt durch die Geißel) und einem zentralen Tubulipaar, das etwas Abstand voneinander hält. Dyneinarme verbinden die Mikrotubuli. Die Geißel ist von der Zellmembran umgeben und gefüllt mit Cytosol. Am Übergang der Geißelbasis in den Zellkörper treten spezielle Verstrebungen, Verstärkungen, auf; eine dünne Querplatte trennt oft den untersten, in die Zelle integrierten Teil, der in seiner Struktur einem Centriol entspricht: Es fehlen die beiden zentralen Mikrotubuli und die peripheren Zwillinge wurden zu Drillingen. Die in der Zelle gelegenen Teile der Geißel sind noch durch verwandtschaftsabhängig gestaltete Haltestrukturen verwurzelt.
[19] Schnecken: Gastropoda (Mollusca – Schizocoelia – Spiralia – Protostomia – Bilateria –…)
[20] Sporocysten (Trematoda): Nichtüberdauernde, intern sporocysten- oder redienbildende Stadien, die aus einer Miracidie durch Abwurf der Epidermis bei Infektion des Wirtes und unter Neodermisbildung entstanden sind
[21] Fasciola hepatica: Großer Leberegel (Digenea – Trematoda – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia –…)
[22] Redien (Trematoda): In Sporocysten entstandenes, mit Darm und Stummelfüßchen ausgestattetes Larvalstadium mit Neodermis, das im Erstwirt für Ernährung und Ausbreitung günstigere Stellen aufsucht
[23] Zebrina: Zebraschnecken (Eupulmonata – Euthyeura – Gastropoda – Mollusca – Schizocoelia – Spiralia –…)
[24] Cionella: Glattschnecken (Eupulmonata – Euthyneura – Gastropoda – Mollusca – Schizocoelia – Spiralia –…)
[25] Helicella: Heideschnecken (Eupulmonata – Euthyneura – Gastropoda – Mollusca – Schizocoelia – Spiralia –…)
[26] Sekundäre Leibeshöhle, Coelom: Flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der von einem mesodermalen Epithel umgeben ist und als Flüssigkeitspolster bei vielen Protostomiern die Funktion eines Hydroskeletts übernimmt; Das Coelom wird im Lauf der Ontogenese durch Abfaltung vom Urdarm oder aus besonderen, dem Entoderm oder dem Ektoderm entstammenden mesodermalen Zellen erst etwas später gebildet und verdrängt die primäre Leibeshöhle oft ganz.
[27] Encystieren: Mit widerstandsfähiger Wand umgeben, um eine Überdauerungsform zu bilden
[28] Metacercarien: Ruhecysten von Cercarien in einem Zwischenwirt, gelegentlich im Freien
[29] Unterschlundganglion: Nervenknoten im Kopf von Gliederfüßern (Arthropoda) und Ringelwürmern, der unter dem Darm/Schlund liegt.
[30] Plattwürmer: Plathelminthes (Spiralia – Protostomia – Bilateria – Animalia – Opisthokonta -…)
[31] Clonale Vermehrung: Asexuelle Vermehrung (rein mitotisch bedingte Vermehrung, daher Individuen genetisch identisch)
[32] Geschlechtliche, sexuelle Fortpflanzung: Dafür sind drei Vorgänge miteinander gekoppelt, Meiose (abgekürzt mit R!), Plasmogamie (Zellen vereinen sich, abgekürzt mit P!) und Karyogamie (Kerne verschmelzen, abgekürzt mit K!), wobei P! und K!, mit Ausnahme bei Dikarya, unmittelbar aufeinander folgen. Bei Dikarya (Unbegeißelte Chitinpilze – Fungi – Opisthokonta – Eukarya) sind beide Vorgänge unterschiedlich lang (weit) voneinander getrennt. Da bei Animalia und Plantae P! und K! unmittelbar aufeinander folgen, werden beide Vorgänge häufig zu Befruchtung (B!) zusammengefasst.
Eingestellt am 20. Juni 2026
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Digenea, Leberegel
6 Bilharziose (AP)
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Eier mit argspitzem Stachel
Setzen sie, weil ihnen gegeben, rücksichtslos ein!
Doch davon erst später,
Wenn der Lebenskreislauf[1] sie formt. –
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Miracidien[2], entschlüpfen den Eiern spüren sie Wasser,
Schwimmen darin, suchen – wie könnte es anders auch sein? –
Schnecken[3] wieder fürs weitere Leben:
Biomphalarien[4], lieben doch wärmeres Wasser sie.
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Befallen sie, nachdem sie gefressen,
Wandeln sich nach Großsippenart
Zügig zu Sporocysten[5], die als aalschlanke Mütter
Erneut Sporocysten gebär’n.
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Sparen sich Redien[6],
Bilden Cercarien[7] als letzte Larvengeneration,
Die, wie jene all andern Verwandten den Wirt[8] über die Lunge verlassen,
Wasser aufsuchen, worin ihr Gabelschwanz besonders sie trägt,
Weil er wie der Wale[9]Schwanzflosse den
Nötigen Auftrieb[10] schenkt.
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Suchen sich nackte Beine Badender
Oder des Ermüdeten, der sie ins Wasser streckt und kühlt:
Landen an Füßen, an Unterschenkeln,
Dort, wo nicht nur eine Vene hervortritt.
Licht- und chemische Reize spielen Rollen,
Dass die Cercarie sich nicht verirrt.
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Penetriert, Schwanz abwerfend, die begrenzende Schicht,
Lässt sich mit Blut transportieren, das ihr Nahrung verspricht,
Durchläuft Wachstumsphasen in Haut und Lunge,
Nistet sich endlich artabhängig ins Pfortadersystem[11]
Worin sie sich paaren, nahm das Männchen ein Weibchen auf.
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Aufnehmen ist tatsächlich die treffende Wortwahl,
Besitzt das Männchen doch, wegen ventro-lateraler[14] Krümmung des Körpers, einen Spalt
Der geräumig genug, ein längeres, dünneres, fast drehrundes Weibchen
In seine ständige Obhut zu nehmen.
– Das Zwittersein[15] haben sie längst verloren,
Auch wenn noch Rudimente vorhanden des zweiten Geschlechts. –
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Wohlbehütet legt es stachelbewehrte Eier,
Bohren dort mit Hilfe des Stachels Löcher in deren Wandung;
Miracidien, die darin entwickelt, bilden ein eischalendurchringendes Molekül,
Womit die Aderbegrenzung[19] zusätzlich in Mitleidenschaft wird gezogen,
So, dass ihr Weg zu Darm oder Harnleiter und -röhre frei wird.
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Gelangen mit Kot[20] oder Harn sie ins Wasser,
Ist der Weg, den Lebenskreislauf neu zu beginnen, frei,
Sobald ein Mensch, sich zu reinigen, zu erholen oder zu kühlen,
Ins Wasser zu treten, großes Bedürfnis verspürt. –
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Bilharziose heißt die Erkrankung, kommt in
Zentral- und Südost-Afrika, sowie im zentralen und östlichen Mittelamerika vor[21],
Doch als Blasen-Bilharizose in Blasenwand und Urogenitalumgebung
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Andere Arten von Pärchenegeln
Treiben ihr Unwesen in Blutgefäßen des Darms[24].
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Fußnoten
[1] Lebenskreislauf, Lebenszyklus, Entwicklungszyklus, Entwicklungskreislauf: Ein Kreislauf (eigentlich ist es eine Schraube, weil immer Neues entsteht, das zwar dem Anfänglichen gleicht, doch zeitlich später kommt), in dem sexuelle Fortpflanzung erfolgt. Zusätzlich kann noch in regelmäßigem Wechsel eine Phase der asexuellen Vermehrung eingeschlossen sein
[2] Miracidium, Miracidie: Bewimpertes, erstes Larvalstadium parasitischer Saugwürmer i.e.S. (Trematoda) mit multicilären Epidermisplatten, zwischen die sich die Neodermis bereits mit Ausläufern erstreckt
[3] Schnecken: Gastropoda (Mollusca – Schizocoelia – Spiralia – Protostomia – Bilateria –…)
[4] Biomphalaria (Hygrophila; nicht separat behandelt – Eupulmonata – Euthyneura – Gastropoda – Mollusca–…)
[5] Sporocysten (Trematoda): Nichtüberdauernde, intern sporocysten- oder redienbildende Stadien, die aus einer Miracidie durch Abwurf der Epidermis bei Infektion des Wirtes und unter Neodermisbildung entstanden sind
[6] Redien (Trematoda): In Sporocysten entstandenes, mit Darm und Stummelfüßchen ausgestattetes Larvalstadium mit Neodermis, das im Erstwirt für Ernährung und Ausbreitung günstigere Stellen aufsucht
[7] Cercarien: Geschwänztes drittes Larvalstadium, das in Redien entstanden ist, den Erstwirt verlässt, um einen Endwirt mit Hilfe des Ruderschwanzes und verschiedenen Sinneszellen zu finden, oder sich zu enzystieren, um vom Endwirt zusammen mit Nahrung gefressen zu werden; bereits mit Saugnäpfen und gut ausgebildetem Darm
[8] Erstwirt (oft etwas ungenau als Zwischenwirt bezeichnet): Erster Wirt eines Parasiten, mit dem der Lebenskreislauf asexuell beginnt, um letztlich im Endwirt die sexuelle Fortpflanzung zu vollziehen
[9] Wale: Cetacea (Whippomorpha – Cetruminantia – Übrige Cetartiodactyla – Cetartiodactyla – Ungulata –…)
[10] Auftrieb: Der Schwerkraft entgegengesetzte Kraft, der ein in eine Flüssigkeit oder in ein Gas eingetauchter oder untergetauchter Körper unterworfen ist; sie wirkt senkrecht zur Bewegungsrichtung eines Körpers in einem Medium (Flüssigkeit oder Gas). Ist z. B. das spezifische Gewicht eines Körpers in einer bestimmen Höhe des Wasserkörpers geringer als Wasser, steigt er, ist er schwerer, sinkt er, bis sich, hängig vom einwirkenden Druck der Wassersäule, die Größen gleichen.
[11] Schistosoma mansoni: Mansonscher Pärchenegel (Schistosomatida; nicht separat behandelt – Digenea – Trematoda – Neodermata – Plathelminthes –…)
[12] Urogenitalsystem: Morphologisch-funktionell miteinander verknüpfte Harn- und Geschlechtsorgane
[13] Schistosoma haematobium: Blut-Pärchenegel (Schistosomatida; nicht separat behandelt – Digenea – Trematoda – Neodermata – Plathelminthes –…)
[14] Ventro-lateral: zwischen Bauch und Seite
[15] Zwitter: Weibliche und männliche Gameten befinden sich auf ein und demselben Individuum, müssen aber nicht zur gleichen Zeit zur Reife kommen
[16] Blutkapillaren: Feinste Verästelungen der Arterien und Venen, verbinden arterielles und venöses Gefäßsystem.
[17] Schistosoma mansoni: Mansonscher Pärchenegel (Schistosomatida; nicht separat behandelt – Digenea – Trematoda – Neodermata – Plathelminthes –…)
[18] Schistosoma haematobium
[19] Blutader
[20] Kot: Kacke, Faeces
[21] Darm- und Leber-Bilharziose verursacht durch Schistostoma mansoni
[22] Tropen, tropisch: Klimazone zwischen Äquator und Wendekreisen
[23] Blasen-Bilharziose verursacht durch Schistosoma haematobium
[24] Schistosoma japonicum in Südostasien und S. intercalatum in Zentralafrika
Eingestellt am 20. Juni 2026
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Schistosoma mansoni Pärchen (Bleistift, Kreide; Reinhard Agerer)
Männchen birgt in seiner ventro-lateralen Bauchfalte schützend das Weibchen. Mund- und Bauchsaugnapf des Männchens schwach entwickelt.
Nach Westheide & Rieger (2013), Abb. 324 B, Seite 215
Eingestellt am 20. Juni 2026
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Endpunkt erreicht
