zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Pholadoidea, Bohrmuscheln

1 Undicht

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Wasser sickert durch ehemals dichte Planken[1]

Des welterfahrenen Schiffs,

Durchfeuchtet Ladung, Kajüten und Bettzeug,

Viele Matrosen liegen schon krank.

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Im Heimathafen bohren sie Löcher,

Den Grund für die undichten Stellen zu seh‘n,

Dringen schon bald in wurmzerfressenes Holz,

Ausgekleidet mit weißer Kruste aus Kalk.

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Ziehen lange, dehnbare Würmer

Mit hartem Plättchen am vorderen Ende hervor;

Keine Ringelung läuft dem Körper entlang,

Ein Wurm, wie ihn keiner noch sah! –

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Sein Schildchen nutzt er zum Bohren,

Nimmt die Späne zu sich,

Verdaut Cellulose[2],

Cellulasen[3] und Glucosidasen[4] serviert die Drüse des Darms.

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Zucker gewinnt er und wertvolle Ionen daraus,

Aber stickstoffarm erweist sich das Holz.

Kein Problem!

Bakterien[5] kultiviert er,

Zu beheben diesen Bedarf,

Am Grunde des Kiemensystems[6].

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Eine Horde unterschiedlicher Größen,

Von einigen Centimetern bis zum halben herab,

Brachten des Rätsels überraschende Lösung:

Kleinste Muscheln[7],[8], beginnen zu graben,

Nehmen winzige[9] Valven[10] zum Bohren,

Halten sie klein, zieh‘n den Mantel zur Röhre,

Füllen in Länge den dünnen Kanal,

Werden zum Wurm in der Enge.

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Aus Ostasien brachten Segler[11] sie mit

Als Neozoen[12] in Häfen und Deiche;

Zerstörten Dämme aus Holzkonstruktion:

Nun ist sie ersetzt durch Stein und Beton.

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Gefürchtet bleibt dennoch der Bohrmuscheln Tat

Von Reedern, Kapitänen und Fischern.

Falls Holz zum Bau des Schiffes gehört

Versiegeln sie Planken zum Schutz. –

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Nicht alle Pholadoidea bohren in Holzkonstruktionen,

Sondern löchern vielmehr submarines Kreidegefels[13],

Unterseeische Ton-[14] und Torfschichten[15].

Warum viele der Arten biolumineszieren[16], bleibt ein Rätsel bislang.

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Fußnoten

[1] Planken: Lange, flache und dicke Holzbretter, die hauptsächlich im Schiffsbau als äußere Begrenzung des Rumpfes und zum Bau des Decks verwendet werden

[2] Cellulose: Unverzweigte Ketten aus Glucose in β-1,4-Verknüpfung; wobei der 6C-Zucker Glucose in Ring-Form geschrieben, das C1 der Aldehydgruppe ist [CH2OHCHOHCHOHCHOHCHOHCHO], davon aus gerechnet ist der vierte Kohlenstoff das C4 ist. In Ringform geschrieben weist die OH-Gruppe des C1 nach oben, wie auch die frei gebliebene CH2OH-Gruppe. Die OH-Gruppen wechseln von 1 bis 4 die Stellung: C1 nach oben, C2 nach unten, C3 noch oben, C4 nach unten, an C5 hängt die nach oben stehende CH2OH-Gruppe

[3] Cellulasen: Cellulose abbauende Enzyme

[4] Glucosidasen: Eine Gruppe von Enzymen, die von Zweifach- und Mehrfachzuckern, oder von Molekülen mit Glucose-Anhang den Einfachzucker Glucose abspaltet

[5] Prokaryot, Prokaryont: Organismus, der keinen echten Zellkern besitzt, sondern einfache, meist ringförmige Chromosomen frei in einem zentralen Bereich liegen hat

[6] Kiemen (Pholadoidea): Eulamellibranchien; Septibranchien bei parasitischen Vertretern

[7] Teredo navalis: Schiffsbohrmuschel (Pholadoidea – Bivalvia – Mollusca – Schizocoelia – Spiralia –…)

[8] Lyrodus pedicellatus: Schwarzspitzen-Schiffsbohrwurm (Pholadoidea – Bivalvia – Mollusca – Schizocoelia – Spiralia –…)

[9] 8 mm bei einer Körperlänge von bis zu 20 cm

[10] Valven (Bivalvia): Die beiden den Muschelkörper bedeckenden Schalen

[11] Ab 1730 n. Chr.

[12] Neozoon: Unter Neozoon werden Tiere verstanden, bewusst oder unbewusst, oder durch des Menschen Einfluss in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie natürlicherweise zuvor nicht vorkamen

[13] Kreidegestein: Feinkörniges, weiches und meist weißes Sedimentgestein, das primär aus Calciumcarbonat [CaCO3] besteht; als biogenes Gestein ist es durch die Ablagerung von Skelettresten mikroskopisch kleiner Meeresorganismen entstanden; Kreideschichten stammen hauptsächlich in der Oberkreide-Zeit

[14] Ton: Gesteinspartikel keiner als 0,002 mm Größe

[15] Torf: Organisches Sediment, das sich durch die Zersetzung von abgestorbenen Torfmoosen und anderen torfbildenden Pflanzenteilen weit überwiegend in Mooren bildet. Es liegen anaerobe Verhältnisse vor, wodurch der Abbau der akkumulierten organischen Substanz stark gehemmt ist.

[16] Biolumineszenz: Emission kalten, sichtbaren Lichts eines Lebewesens

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Oben: Schiffsbohrmuschel

„Eine Schiffsbohrmuschel („Turu“), herausgelöst aus Mangrovenholz, in der Nähe von Joanes, auf der Flussinsel Marajó, Brasilien. Die Schiffsbohrmuschel auf dem Foto ist ca. 50 cm lang.“

Autor: Deplewsk

Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert

Unten: Schiffsbohrmuschel

Autor: United States Geological Survey

Lizenz: Public domain; unverändert

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Oben: Teredo navalis

„Körper eines Teredo navalis (links) und seine Lebensweise (Schadbild) in einem Duckdalben aus Lärche nach vier Jahren Einsatz im Norderneyer Hafen (rechts).“

Autor: Tone4751

Mitte: Teredo navalis, Schadbild in Holz

Autor: Ralf Roletschek

Lizenz: © Ralf Roletschek; unverändert

Unten: Wie der Schiffsbohrwurm bohrt

Siphonen ragen aus dem Holz

Autor: Flingeflung

Lizenz: GNU Free Documentation License; unverändert

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Endpunkt erreicht