zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Monogenea, Hakenplattwürmer

1 Herausfordernd

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Vom fremden Leib sicher behaust,

Eingehüllt von Wirtsgewebe[1],

Brauchen Larven[2] keine speziellen Methoden,

Sich an Ort und Stelle zu halten.

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Adulte Egel[3], von langsam fließender Galle[4] umgeben,

Halten mit Bauch- und Mundsaugnapf[5] doppeltgesichert sich fest,

Widersteh‘n der leicht nur treibenden Strömung,

Sichern erfolgreich ihr Fortpflanzungsleben.

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Ganz anders, wenn Larven und ausgewachsene Tiere

Von außen als Ektoparasiten[6]

Auf Wasserbewohner sich stürzen, der

Schwemmkraft fließenden Wassers

Bei rascher Bewegung der Wirte

Den Wirbeln, wird Wasser durchpflügt, versuchen zu trotzen!

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Zu glitschig und schleimig erweist sich für manche Miracidienlarve[7]

Oftmals die Haut von Wasserbewohnern.

Lange verblieb sie ungesichert,

Bis sie, enzymatisch[8] bewirkt, im Bohrloch verschwand.

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Saugnäpfe zu bilden, charakterisiert die ganze Verwandtschaft.

Auch Cercarien[9] trugen mit großem Erfolg sie bereits.

Warum sollten der Monogenea miracidienartige Larven

Nicht gleichfalls Vorteile ziehen daraus?                                                                         

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Fußnoten

[1] Wirt (Parasiten, Symbionten): Opfer eines Parasiten, Partner eines Symbionten

[2] Larven: Jugendstadien von Tieren, die sich grundsätzlich vom Erscheinungsbild Erwachsener unterscheiden und erst nach einer Metamorphose Adultgestalt annehmen

[3] Digenea: Leberegel (Trematoda – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia – Protostomia –…)

[4] Galle (Animalia): Zähe, gelb-grüne Verdauungsflüssigkeit, die in der Leber produziert wird; dient der Fettverdauung im Dünndarm

[5] Saugnapf: Ein bei Unterdruck sich anheftendes, randlich dichtschließendes Organ

[6] Ektoparasit: Parasit, der außerhalb des Körpers sitzt, nur oberflächlich in ihn eindringt und auf ihm lebt und trotzdem Nahrung vom Wirt bekommt

[7] Miracidium, Miracidie: Bewimpertes, erstes Larvalstadium parasitischer Saugwürmer i.e.S. (Trematoda) mit multicilären Epidermisplatten, zwischen die sich die Neodermis bereits mit Ausläufern erstreckt

[8] Enzym: Protein, das, an spezielle Moleküle angepasst, Synthese oder Abbau katalysiert. Meistens werden mehrere Enzyme zu einem Komplex verbunden, um eine räumliche Nähe zwischen den einzelnen, aufeinanderfolgenden Syntheseschritten herzustellen

[9] Cercarien: Geschwänztes drittes Larvalstadium, das in Redien entstanden ist, den Erstwirt verlässt, um einen Endwirt mit Hilfe des Ruderschwanzes und verschiedenen Sinneszellen zu finden, oder sich zu enzystieren, um vom Endwirt zusammen mit Nahrung gefressen zu werden; bereits mit Saugnäpfen und gut ausgebildetem Darm

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Monogenea, Hakenplattwürmer

2 Doppelt genäht

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Löst sich der Saugnapf[1] partiell von der Fläche,

Erweist sich der Halt als Makulatur!

Schon treibt trudelnd die Larve

Ohne Aussicht auf Rettung im Wasser davon. –

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Wohl den Bedrängten, die Wehrrhabditen[2]

Nicht in der Tasche für möglichen Einsatz belassen,

Vielmehr weit nach außen zum Haltestift strecken und mehrfach

Rundum im Saugnapf als Pfeile im Wirtskörper versenken.

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Zum Onko-, zum Ankermiracidium[3],

Hat der Monogenea Larve[4] sich nun evolviert.

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Stilette, hakenförmig gebogen,

Fest und spitz aus harter Substanz,

Inmitten des Saugnapfs entspringend,

Verankern Adulte[5] noch mehr.

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Mit ein bis drei Saugnäpfen positioniert sich

Der Fleischfetzen rupfende, pharynxbewegte[6] Mund,

Hält seinen wenige Millimeter nur großen,

Jeden unnötigen Strömungswiderstand meidenden Körper

Nahe am Opfer,

Bleibt angedrückt und vollkommen flach.

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Andere lösen, drüsenbewehrt,

Enzymatisch ein winziges Stück aus der Beute,

Saugen genüsslich

Die Flüssigkeit ein.

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Kleben, reißen und zuzeln unbeeinflusst von wechselnden Drücken und

Ziehendem Fließen umgebenden Wassers

An unerschöpflichen Bergen ausgewogener Kost

Langdauernder Frische- und Bestandsgarantie.

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Langsam streckt sich der Körper

Dank seiner guten Ernährung;

Differenziert im Innern,

Was für Verdauung und für die Fortpflanzung gebraucht.

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Glücklich, werden passende Wirte endlich gefunden!

Lichtsensorisches Peilen mit doppelten Paaren Pigmentbecherocellen[7],

Ein kleines nach vorne, ein zweites und großes nach hinten gerichtet,

Brachte sie ans Opfer heran.

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Von Tast-[8], Chemo-[9] und Druckrezeptoren fein justiert,

Finden sie bald den bevorzugten Ort,

Denn, Millionen von Jahren dauernde Evolution,

Resultiert nicht selten in Wirtsspezifität[10].

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Fußnoten

[1] Saugnapf: Ein bei Unterdruck sich anheftendes, randlich dichtschließendes Organ

[2] Rhabditen (Plathelminthes): Stabförmige, ausstoßbare Körperchen, die in Drüsenzellen der Epidermis vieler freilebender Plattwürmer, insbesondere der Strudelwürmer (Turbellaria) und Schnurwürmer, vorkommen. Sie dienen primär der Abwehr von Feinden und zur Fortbewegung; im Wasser quellen diese stark auf und bilden einen klebrigen, schleimigen Schutzfilm und macht den Wurm für Fressfeinde unangenehm oder ungenießbar; auch zur Erleichterung der ciliären Fortbewegung können aufquellende Rhabditen dienen.

[3] Oncomiracidium, Ankermiracidie: Miracidie der Monogenea, mit großem Saugnapf am Körperende; harte Häkchenstrukturen ihn im Innern randlich umgebend; damit wird die Haltekraft des Saugnapfs durch der Häkchen Ankerfunktion unterstützt, in dem ein Loslösen bei sich verringerndem Unterdruck verhindert wird.

[4] Larven: Jugendstadien von Tieren, die sich grundsätzlich vom Erscheinungsbild Erwachsener unterscheiden und erst nach einer Metamorphose Adultgestalt annehmen

[5] Adult, Adultus: Erwachsen, Erwachsener

[6] Pharynx (Neodermata): Quergestreift-muskulöse Pumpe kurz nach dem Mund

[7] Pigmentbecheraugen, Pigmentbecherocellen: Bestehen meist aus 20 bis 30 Sehzellen (Fotorezeptoren), die in einer halbkreisförmigen Vertiefung angeordnet sind und in einem von lichtundurchlässigen Zellen (Pigmentzellen) ausgekleidetem Becher liegen. Je nach Richtung des einfallenden Lichtes werden daher nur wenige Fotorezeptoren angeregt, sodass es dem Organismus damit möglich ist, die Richtung des Lichtes wahrzunehmen.

[8] Tastrezeptoren, Druckrezeptoren: Spezialisierte Sinneszellen, die mechanische Reize wie Berührung, Druck, Vibration und Dehnung in Nervensignale umwandeln und an das Gehirn weiterleiten

[9] Chemorezeptoren: Auf Moleküle reagierende Sinneszellen

[10] Wirtsspezifität, wirtsspezifisch (Parasiten): Es wird nur eine beschränkte Auswahl an Wirten genommen, was mehrere Verwandtschaften, eine Familie, nur wenige Arten, gar eine einzige Art, oder nur bestimmte Taxa unterhalb des Artniveaus umfassen kann

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Monogenea, Hakenplattwürmer

3 Merkmalsbündel

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Zu Ektoparasiten[1] wandelte sich die weit überwiegende Mehrzahl,

Dringen allenfalls in nach außen offene Höhlen[2] ein,

Leben nur ausnahmsweise gänzlich im Innern[3];

Passten Herausforderungen morphologisch sich an:

Ein übergroßer Saugnapf[4] am Ende des Körpers mit

Stacheln im Innern rundum gehören dazu.

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Opisthohaptor[5] nennen Forscher diese entscheidende Hilfe

Mit besonderer Größe, Gestalt, mit ergänzender Häckchenstruktur:

Angepasst an die Oberfläche des Wirts[6], oft an bestimmte Stellen des Körpers von

Fischen[7], Amphibien[8], nur gelegentlich an ein Nichtwirbeltier:

Bevorzugen so bestimmte Wirte,

Was generell zu Wirtsspezifitäten[9] führt.

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Nutzen ein bis drei Mundsaugnäpfe, einen muskulösen Pharynx[10],

Mit dem sie Gewebe entnehmen, saugen, was flüssig bereits

Oder exoenzymatisch[11] verdauen, um zu schlürfen was sie zerlegten:

Schleim, Zellen und Blut.

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Der Oncomiracidien Sinneszellenbestand bestimmt die

Richtung, wo der Adultus[12] sein ganzes Leben verbringt.

So geben zwei Paar Pigmentbecherocellen[13] weitsichtige Informationen:

Nach vorne gerichtet das kleinere Duo, während das größere nach hinten zu blickt.

Eine Vielzahl Rezeptorzellen sitzt am vorderen Ende,

Die Meldung bezüglich Berührung[14], lebenswichtigen Molekülen[15] und Strömungen[16] gibt.

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Als Miracidien ist ihnen aktive Bewegung gegeben,

Sonst ergriffen sie Wirte sicherlich nicht,

Wie für Neodermata[17] üblich, schwimmen sie multiciliär bewimpert;

Dazwischen lugen Neodermisbereiche[18] hervor.

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Leben ohne Generationswechsel[19],

Auch Wirtswechsel[20] kennen sie nicht.

Oncomiracidien, wachsen

Nach Metamorphose zum Adulttier heran.

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Zwei Sippen[21] umfassen Monogenea,

Sind aber nicht der Besprechung Ziel.

Zwei trennende Merkmale der Spermatozoiden[22] lassen hier sich erwähnen.

Der Doppelgeißel Bau weicht vom bekannten Neodermata-Schema leicht ab:

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Eine Sippe verzichtet völlig[23] auf randliche Mikrotubuli,

Während die andere[24] damit alles umschließt.

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Fußnoten

[1] Ektoparasit: Parasit, der außerhalb des Körpers sitzt, nur oberflächlich in ihn eindringt und auf ihm lebt und trotzdem Nahrung vom Wirt bekommt

[2] Wie: Mundhöhle, Pharynx, Harnblase und Augenhöhlen

[3] Endoparasit: Parasit, der im Körper des Wirtes lebt

[4] Saugnapf: Ein bei Unterdruck sich anheftendes, randlich dichtschließendes Organ

[5] Opisthohaptor (Monogenea): Großer, mit Hartstrukturen peripher im Innern versehener Saugknopf

[6] Wirt (Parasiten, Symbionten): Opfer eines Parasiten, Partner eines Symbionten

[7] Fische: Teleostei i.e.S. (Actinopterygii – Osteognathostomata – Gnathostomata – Umericingulata – Lacertipinnatae –…)

[8] Amphibien: Amphibia (Tetrapoda – Rhipidistia – Sarcopterygii – Osteognathostomata – Gnathostomata –…)

[9] Wirtsspezifität, wirtsspezifisch (Parasiten): Es wird nur eine beschränkte Auswahl an Wirten genommen, was mehrere Verwandtschaften, eine Familie, nur wenige Arten, gar eine einzige Art, oder nur bestimmte Taxa unterhalb des Artniveaus umfassen kann

[10] Pharynx (Neodermata): Quergestreift-muskulöse Pumpe kurz nach dem Mund

[11] Exoenzyme: Von Pilzen, auch von manchen Tieren aus der Zelle ausgeschiedene Enzyme, die Substanzen in „mundgerechte“ Portionen, kleinere Moleküle, zerlegen, die dann von der Zelle aufgenommen werden

[12] Adult, Adultus: Erwachsen, Erwachsener

[13] Inverse Pigmentbecherocellen, Pigmentbecheraugen: Hier stehen die Lichtsinneszellen mit ihrem sensitiven Bereich in den Becher hinein; stünden sie nach außen, wäre das Becherauge evers.

[14] Tangorezeptoren, Berührungssinneszellen: Zellen, die Berührungsreize erfassen und in Nervenimpulse umwandeln

[15] Chemorezeptoren: Auf Moleküle reagierende Sinneszellen

[16] Rheorezeptoren, Strömungssinneszellen: Zellen, die Bewegungen in Flüssigkeiten oder Luft erfassen und in Nervenimpulse umwandeln

[17] Neodermata: Sekundärhäuter (Plathelminthes – Spiralia – Protostomia – Bilateria – Animalia –…)

[18] Neodermis: Spezialisierte, syncytiale, sekundäre Körperbedeckung, deren zellkernhaltigen Partien unterhalb der Basallamina liegen, von parasitischen Plattwürmern wie Band-, Saug- und Hakensaugwürmern; ersetzt im Larvenstadium die ursprüngliche Epidermis.

[19] Generationswechsel (allgemein): Zwei Generationen (ungleich oder gleich gestaltet, im zweiten Fall dann aber mit Kernphasenwechsel, lösen in Folge sich ab)

[20] Wirtswechsel: Im Zuge eines Entwicklungskreislaufes regelmäßiger Wechsel von einem Wirt zum anderen; oft mit Kernphasenwechsel gekoppelt

[21] Sippe: Unter Sippe wird eine oft nicht genauer genannte Verwandtschaft verstanden, im Gegensatz zu Gruppe, die lediglich eine Ansammlung nicht näher verwandter Organismen bezeichnen will

[22] Spermatozoide, Spermatozoen, Spermien: Reife, männliche, haploide Keimzellen; Gameten, die im Normalfall zu eigenständiger Bewegung fähig sind

[23] Monopisthocotylea; nicht separat behandelt (Monogenea – Cercomeromorpha – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia –…)

[24] Polyopisthocotylea; nicht separat behandelt (Monogenea – Cercomeromorpha – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia –…)

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Oncomiracidie der Monogenea (Tusche, Bleistift, Kreide; Reinhard Agerer)

Mit großem Saugnapf am Ende des Körpers (Opisthohaptor, ocker), peripher im Innern mit widerhakenartigen Haftstrukturen versehen (schwarz); trichterförmiger Mund und großer Darm (braun) mit auffälligem muskulösem Pharynx (dunkelbraun gestreift). Die Oberfläche ist partiell an Stellen mit noch erhaltener Epidermis multiciliär bewimpert, dazwischen Bereiche der Neodermis.

Nach Westheide & Rieger (2013), Abb. 327 C, Seite 217

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Spermatozoidenschwanz-Varianten bei Neodermata (ppt; Reinhard Agerer)

Oben links: Grundtyp der Neodermata. – Mitte rechts: Monopisthocotylea. – Unten links: Polyopisthocotylea.

Dargestellt: Lipiddoppelmembran (Linien braun – gelb – braun); je zwei Axioneme des Typs 9x2+1; Zellkern (Kern umgebende Cisterne mit Poren); Mitochondrium; solitäre Mikrotubuli unmittelbar unter dem Plasmalemma als verbindende Teilkreise (oben links) oder als vollständige, alles umgebender Kreis (unten links).

Nach Westheide und Rieger (2013), oben links, Abb. 311, Seite 207; Mitte rechts, Abb. 329 A, Seite 218; unten links, Abb. 329 B, Seite 218.

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Monogenea, Hakenplattwürmer

4 Kaum mehr zu toppen (AP)

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Erwacht sind wieder Kröten[1] und andere Frösche[2]

Aus dem kälteerzwungenen Schlaf[3],

Wandern mit längeren Pausen bedächtig

Dem frühlingerhoffenden Altwasser[4] zu.

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Weibchen müh‘n sich

Dem Ende des Weges entgegen,

Ersehnen klammernde Männchen und

Sonnendurchflutete Buchten für das Gelege[5].

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Spüren nichts von der Inwohner gleichem Empfinden!

In der Harnblase sitzend, formen sie,

Stimuliert und synchronisiert durch des Wirtes Hormon[6],

Hunderte deckelversehene Eier,

Übergeben sie des Frosches Kloake zum synchronen Ausstoß

Mit gelumgebenem Laich.

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Gemeinsam bebrütet das wärmer werdende Wasser

Des Frosches Nachwuchs bergende,

Doch auch Polystomas[7] ocomiracidienbildende[8] Eier,

Zusammengefügt durch die Gallerte des Laichs.

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Zeitgleich, nach vier bis sechs Wochen,

Schlüpfen die Jungen aus ihren Eiern.

Kaulquappen[9] entflieh‘n dem leeren Gelege,

Doch des Parasiten[10] Larven[11] nehmen sie mit.

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Festgesaugt an Kiemen[12],

Geschützt in Kammern,

Entnehmen sie, für kurze Zeit zwar nur,

Blut dem nichtsahnenden Tier.

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Erwarten der Kaulquappen Metamorphose[13].

Wenn eine Lunge[14] die Kiemen ersetzt,

Verlassen notgedrungen den schützenden Raum,

Begeben sich, saugnapfbewehrt[15], auf gefährliche Tour.

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Kriechen dem Körper entlang

Des jungen Frosches Kloake[16] entgegen,

Dringen gezielt zur Harnblase vor,

Saugen und krallen für mehrere Jahre sich fest.

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Erst wenn der Frosch zur Geschlechtsreife kommt,

Produzieren auch sie Samen[17] und Eier[18],

Geben Eier[19], befruchtet[20], zeitlich fein abgestimmt,

Des Lurches Gelege gleich wieder mit. –

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Was brachte den Gleichlauf des Lebens,

Der Entwicklung Synchronisation?

Der entscheidende Schritt war des Wurmes[21] Sensibilisierung

Für des Lurches[22] Hormon.

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Rezeptoren für Chemosignale[23] gehören zur Grundausstattung des Wurms.

Wer Sexualhormone des Wirtes erkennt,

Die eignen Signale dessen Gonaden[24] weitergibt,

Sichert Nachkommen zeitgleiches Werden mit ihrem Wirt.

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Nur der Not geschuldet entfliehen hungernde Larven

Den leeren, zuvor mit Kiemen versehenen Kammern,

Kriechen am Anfang wohl ziellos umher,

Bis sie neue Öffnungen finden für den Verbleib.

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Wer das stofflich lockende Ziel,

Unbekannt noch sind die Substanzen,

Per Signalkaskade genetisch gespeichert,

Erhöht erheblich der Nachkommen Zahl, sorgt für Fitness[25],

Besetzt konkurrenzlos die ökologische Nische[26]:

Gilt Monogenea daher als raffinierter Exot[27].

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Fußnoten

[1] Kröten: Bufonidae (Neobatrachia – Anura – Batrachia – Lissamphibia – Amphibia –…)

[2] Frösche: Anura (Batrachia – Lissamphibia – Amphibia – Tetrapoda – Rhipidistia –…)

[3] Winterschlaf, Hibernation: Tiefer, mehrmonatiger Ruhezustand (Torpor) vieler Tiere, um Kälte und Nahrungsmangel zu überbrücken. Dabei sinken Körpertemperatur, Herzfrequenz und Stoffwechsel drastisch, wobei die Tiere von Fettreserven zehren.

[4] Altwasser: Abgetrennter Arm eines Flusses mit stehendem Wasser

[5] Laich: Gelege von Fischen und Amphibien

[6] Hormone: Signal- und Botenmoleküle, die der Regulation der verschiedenen Funktionen in Körpern mehrzelliger Organismen dienen; niedermolekulare Verbindungen, gelegentlich Peptide, übernehmen diese Funktion; wirken in sehr geringen Konzentrationen

[7] Polystoma integerrimum: Froschsaugwurm (Monogenea – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia – Protostomia –…)

[8] Oncomiracidium, Ankermiracidie: Miracidie der Monogenea, mit großem Saugnapf am Körperende; harte Häkchenstrukturen ihn im Innern randlich umgebend; damit wird die Haltekraft des Saugnapfs durch der Häkchen Ankerfunktion unterstützt, in dem ein Loslösen bei sich verringerndem Unterdruck verhindert wird.

[9] Kaulquappenkiemen: Kaulquappen nutzen im frühen Larvenstadium zunächst Außenkiemen zur Atmung, die als büschelartige Strukturen am Kopf sichtbar sind. Im weiteren Verlauf der Entwicklung (nach ca. 10 Tagen) bilden sich diese zu Innenkiemen um, die von einer Hautfalte überdeckt werden und das Wasser über eine seitliche Öffnung ausleiten

[10] Parasit, Schmarotzer: Ein Organismus lebt auf Kosten eines anderen.

[11] Larven: Jugendstadien von Tieren, die sich grundsätzlich vom Erscheinungsbild Erwachsener unterscheiden und erst nach einer Metamorphose Adultgestalt annehmen

[12] Kiemen: Spezialisierte Atmungsorgane bei wasserlebenden Tieren

[13] Metamorphose (Animalia): Entwicklung von der Zygote zum geschlechtsreifen Tier über selbständige Larvenstadien

[14] Lunge: Ein der Atmung dienendes, paarig angelegtes Organ, nimmt Sauerstoff aus der Atemluft auf und transportiert Kohlendioxid als Endprodukt des Körperstoffwechsels ab, kommt bei luftatmenden Wirbeltieren vor.

[15] Opisthohaptor (Monogenea): Großer, mit Hartstrukturen peripher im Innern versehener Saugknopf

[16] Kloake (Animalia): Gemeinsamer Ausgang für Darm, Harn und Geschlechtsorgane

[17] Spermatozoide, Spermatozoen, Spermien: Reife, männliche, haploide Keimzellen; Gameten, die im Normalfall zu eigenständiger Bewegung fähig sind

[18] Eizellen: Unbewegliche, nährstoffreiche, weibliche, haploide Keimzellen

[19] Ektolecithal: Eizellen, bei denen der Dotter extern in separaten Dotterzellen (Vitellocyten) gespeichert ist, welche die Eizelle in einer gemeinsamen Hülle umgeben. 

[20] Zygote: Diploide Zelle, die nach der Verschmelzung zweier haploider Kerne, im Zuge der sexuellen Fortpflanzung entstand

[21] Hakensaugwürmer: Monogenea (Cercomeromorpha – Neodermata – Plathelminthes – Spiralia – Protostomia -…)

[22] Lurche: Amphibia (Tetrapoda – Rhipidistia – Sarcopterygii – Osteognathostomata – Gnathostomata –…)

[23] Chemorezeptoren: Auf Moleküle reagierende Sinneszellen

[24] Gonaden: Geschlechtszellen bildende Organe

[25] Fitness (biologische): Je mehr nachkommenerzeugende Nachkommen entstehen, umso fitter ist ein Organismus

[26] Ökologische Nischen: Meist kleine Gebiete, Habitate, mit relativ einheitlichen Lebensbedingungen

[27] Exot (im übertragenen Sinn): Etwas äußert Ungewöhnliches

Eingestellt am 20. Juni 2026

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Endpunkt erreicht