zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Atractiellomycetes, Atractosomenpilze
1 Leitorganelle
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Wer ist noch erstaunt, wenn erneut eine Fungi-Verwandtschaft
Für sich ein Organell[1] rekrutiert, das nur ihr zu eigen?
Und Evolutionsbiologen über dessen Bedeutung spekulieren:
Für der Zelle interne Funktion? für der Verwandtschaft mögliches Plus?
Über das, was als Symplechosom[5] ist benannt.
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Pflanzen und Tiere und anderer Wesen,
– Echte Pilze nehmen oftmals fenestrierte[8] Cisternen dafür –
Sind nicht mit Cisternen aneinandergebunden:
Filamente[9], parallel, senkrecht orientiert zu den Stapeln, nehmen sie her,
In hexagonaler[10] Ordnung,
Kommen Mitochondrien[11] ihnen zu nah
Werden damit auch sie verbunden. –
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Spindelpolkörper[12], wenn an den Polen fixiert,
Sind in des Kernes Hüllcisterne[13] gebunden;
Darüber deckt sie, wie ein Häuschen gestaltet,
Von ER-Cisternen ein löchriges Stück. –
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Hefen[14] kennen sie nicht;
Tauschten sie gegen Konidien[15],
Die, in Mengen und an eigenen Körpern in Schleimen,
Interessenten zu finden, oft gerne schwimmen.
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An Gametophyten[16], wenn haploide Kerne einzeln,
Werden sie asexuell[19], schnell
In größeren Zahlen zur Ausbreitung der Arten gebildet. –
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Schnallen[20] sind einigen ihrer Arten bekannt,
Auch aktives Schleudern von Sporen;
Leben bescheiden, übervorteilen andere nicht,
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Fußnoten
[1] Organell: Meist lipidmembranumgrenzte Bereiche einer Zelle eigener Funktion, z. B. Zellkern, Mitochondrien, Chloroplasten, etc.; oder als Zelle, weicht sie signifikant in Gestalt und Funktion von anderen ab, z. B. Drüsenzelle, Exkretionszelle
[2] Plantae: Echte Pflanzen (Eukarya)
[3] Animalia, Echte Tiere (Opisthokonta - Eukarya)
[4] Organismenreiche
[5] Symplechosom (Atractiellomycetes): Cisternenstapel, manchmal auch Mitochondrien, sind über parallele, in hexagonaler Ordnung senkrecht auf den Cisternen stehende, nicht näher definierte Filamente verbunden
[6] ER-Cisternen: Vom ER gebildete, oft unregelmäßig gestaltete, vesikelartige Strukturen
[7] Dictyosom (Netzorganell) bezeichnet, während alle Organelle zusammen als Golgi-Apparat geführt werden
[8] Gefenstert
[9] Filamente: Fadenartige Formen
[10] Hexagonal: sechseckig
[11] Mitochondrien: Gelten als Kraftwerke der Zellen, da sie Energie für die zellulären Prozesse liefern; es lassen sich Außen- und Innenmembran unterscheiden, wobei die innere Membran auf einen zellwandlos gewordenen Endosymbionten (ein Alpha-Proteobacterium) zurückgeht, während die äußere Membran der Plasmamembran der eukaryotischen Zelle entspricht; prokaryotische Chromosomen weisen ebenfalls auf einen aufgenommenen prokaryotischen Endosymbionten als Ursprung der Mitochondrien hin
[12] Spindelpolkörper als Mikrotubuliorganisationszentrum: Elektronendichte Körper besonderen Baus, dienen bei Rhodophyta, Bacillariophyceae und Unbegeißelten Chitinpilzen der Kernteilung; an ihnen setzt die Kernteilungsspindel an, um Chromosomen in die Tochterkerne zu ziehen
[13] Kernhülle
[14] Hefen i.w.S.: Von Fungi (Echten Pilzen) durch Knospung gebildete Einzelzellen unterschiedlichster Form; Knospungsstellen sind als Narben in der Zellwand erkennbar; im weiten Sinne können sie von Ascomycota (Schlauchpilzen) wie von Basidiomycota (Ständerpilzen) gebildet werden; als Hefen in engerem Sinne werden jene der Ascomycota bezeichnet
[15] Konidie: Asexuell und nach außen gebildete Verbreitungseinheit, die mit einer Hyphe oder hefeartig keimt
[16] Gametophyt: Bildet im Generationswechsel mitotisch, da selbst haploid, haploide Zellen (Gameten); oder nur Kerne, die direkt oder nach einer dikaryotischen Phase zur Karyogamie bestimmt sind
[17] Dikaryon, dikaryotisch: Zwei konträrgeschlechtliche haploide (n) Kerne [werden als (+)- und (–)-Kerne oder als α- und β-Kerne bezeichnet; unterscheiden sich ihre Behälter in Größe oder die Dikaryen bildenden Kerne in der Wanderungsrichtung, kann auch von männlichen (wandern zu ihren Partnern, die stationär bleiben) und weiblichen Kernen gesprochen werden], bilden funktionell eine Einheit (n+n), ohne miteinander zum diploiden Kern (2n) verschmolzen (K!) zu sein; sie teilen sich mitotisch synchron, um damit zwei Dikaryen zu bilden, sich zu verdoppeln. Im Entwicklungskreislauf erfolgt zwar zunächst die Plasmogamie (P!), doch die Karyogamie (K!) zum diploiden (2n) Kern wird erst kurz vor der Meiose (R!) vollzogen. Man spricht hier auch von verzögerter Karyogamie. Dikaryen treten bei Taphrinomycotina, Pezizomycotina, Pucciniomycotina, Ustilaginomycotina und Agaricomycotina auf
[18] Mycel: Gesamtheit dicht oft wachender Hyphen
[19] Asexuelle Vermehrung: Rein mitotisch bedingte Vermehrung, daher Individuen genetisch identisch
[20] Schnallen: Formen sich bei vielen Agaricomycotina im Zuge der Zellteilung einer Hyphe. Seitlich wächst ein etwas einwärts gekrümmter Auswuchs nach hinten, findet Kontakt zu einer darunterliegenden Stelle der Hyphe; gleichzeitig teilen sich zwei Kerne (ein Dikaryon) synchron mitotisch, wobei sich die Tochterkerne eines der beiden Kerne in der ursprünglichen Hyphe nach unten, beziehungsweise nach oben separieren. Eine Tochter des zweiten Kerns begibt sich in den gekrümmten Auswuchs, der andere wandert in der Hyphe nach oben und bildet mit dem zweiten wieder ein Dikaryon. Zwei Querwände werden nun eingezogen: Eine Querwand trennt den Auswuchs von seinem Ursprung, die zweite bildet sich nahe oberhalb des Auswuchses quer in der Hyphe. Diese zweite trennt das Dikaryon im oberen Teil der Hyphe von der Partie darunter, die momentan nur einen Kern besitzt. Um wieder ein Dikaryon bilden zu können, bildet der Auswuchs mit seiner Berührungsstelle an der Hyphe eine Anastomose, lässt seinen Kern zum wartenden wandern, womit auch hier wieder ein Dikaryon etabliert ist. An der Stelle des Auswuchses entsteht eine Verdickung, die als Schnalle bezeichnet wird, geht sie doch auf den rückwärts gerichteten Auswuchs zurück, der wie der Dorn einer Gürtelschnalle aussieht
[21] Saprotroph, saprob: Von totem, organischem Material lebend
SL Bauer R (2006) Basidiomycetous interfungal cellular interactions – a synopsis. In Agerer R, Piepenbring M, Blanz P (eds) Frontiers in Basidiomycote mycology. IHW Eching, pp. 325-337. – Bauer R, Begerow D, Sampaio JP, Oberwinkler F (2006) The simple septate basidiomycetes. Mycol Progr 5: 41-66.
Eingestellt am 24. Oktober 2026

Symplechosom und Atractosom der Atractiellales (Fineliner, Kreide; Reinhard Agerer)
Links: Symplechosom; Cisternenstapel des Endoplasmatischen Reticulums (ER) mit aufgeblähten Cisternenenden, ähnlich einem Dictyosom, sind über dunkle Bälkchen miteinander und mit Mitochondrien verbunden.
Rechts: Atractosom; Bei ihrer Bildung krümmen sich Cisternenräander ein und verschmelzen zu einem globulären Organell; den Atractosomen lagert sich elektronendicktes, daher dunkles Material auf.
Violette Linien: Lipiddoppelmembranen
Nach TEM-Aufnahmen aus Weiß et al. (2004), Figs.17 und 22, Seite 33.
Eingestellt am 24. Oktober 2026

Merkmale der Atractiellomycetes
Erklärung im Text
Eingestellt am 24. Oktober 2026

Phleogena faginea, Buchen-Hütchenträger (Phleogenaceae)
Autor: Martin Livezey (MLivezey) at Mushroom Observer
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert
Eingestellt am 24. Oktober 2026

Phleogena faginea, Buchen-Hütchenträger
„Fig. 276. Phleogena faginea. 1 Vollentwickelter Fruchtkörper, bei auffallendem Lichte gezeichnet. 2 Längsschnitt drtuch einen jungen Fruchtkörper, dessen Peridie sich eben abzuheben beginnt. 2 Stärker vergrößerter Längsschnitt durch die Peridie, unten mit jugnen Basidien. 4 Lockig gewundene Hyphen mit Basidien“ mit sitzenden, querellipsoiden, pigmentieren Sporen an querseptierten Basidien.
Aus Gäumann (1926), Seite 420.
Eingestellt am 24. Oktober 2026
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