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Peltigerales, Schildflechtenartige
1 Von Blaualgen dominiert (TP)
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Warum sie, ohne Ausnahme fast, an feuchteren Stellen nur wohnen,
Lehrt ein Querschnitt, betrachtet durchs Lichtmikroskop:
Wie Perlen gereiht in des Thallus[1] oberen Zonen
Finden sich Fäden der schleimigen Perlschnurblaualge Nostoc[2].
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Der Cyanobakterien Lebensgewohnheit, deutet auf Wasserbedürftigkeit hin:
Nur dort wo Quellen, wo Regen der Zellen Schutzmantel[3] füllen,
Bringt Fotosynthese genügend Gewinn,
Dort werden nicht Algen nur, auch fremde Flechten beherbergt sich fühlen.
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Anscheinend wählten sie wieder,
Nachdem auf Grünalgen die Vorfahren bauten,
Cyanobakterien[4] als helfende Glieder;
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Ihre Vorfahren schon, bevor sie an Nostoc sich wandten,
Modifizierten der Asci Schleudergebaren,
Differenzierten den oberen Teil, den andere sonst als Einheit verwandten,
In zwei funktionell divergierende Lagen:
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Die äußere Schicht, als Schutz der entwickelnden Sporen gedacht,
Platzt apikal, befreit die innere Lage vom äußeren Druck[7]:
Verschmälert, verlängert mit Vehemenz sich, nicht sacht,
Schleudert die Sporen mit Wucht!
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Sporen, selten noch einfach, meist querseptiert,
Des Öftern auch mauerförmig, muriform[8],
Blass oder braun pigmentiert,
Schätzen der Zellen erhöhte Zahl, werden die Hyphen gebor’n.
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Paraphysen[9] – wer weiß schon warum? –
Vielleicht geht es ihnen
Nur um Schutz vor Vertrocknen, zu verhindern den langsamen Tod.
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Wären sie als Reservestrukturen für Ascusentwicklung zu seh’n,
Wären aber ohne wirklichen Grund für Flechten viel zu teuer
Und würde als Merkmal bestimmt nicht lange besteh’n.
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Fußnoten
[1] Flechtenthallus: Algenumgebendes Hyphengeflecht unterschiedlichster Formen, auf/in dem die Fruchtkörper der Flechte (des Pilzes) entstehen
[2] Nostoc: Gallertkugel (Cyanobacteria – Bacteria
[3] Hyphengeflecht
[4] Cyanobacteria:
[5] Ad fontes: zu den Quellen, zum Ursprung
[6] Grünalgen i.e.S.: Chlorophyceae (Chlorophyta – Plantae – Eukarya)
[7] Fissitunicat: Ähnlich bitunicat doch trennt sich der Exoascus nur im oberen Teil des Ascus vom Endoascus
[8] Muriform: mauerförmig
[9] Paraphysen (Pezizomycotina): Sterile, gametophytische (haploide), zum Teil speziell gestaltete, zwischen den Asci stehende Hyphen, die mitunter an ihrem apikalen Ende verbreitert sind und so eine Schutzschicht über den sich entwickelnden Asci bilden, die von ihnen bei Reife durchstoßen wird, um die Sporen unbehindert abschießen zu können
[10] Amyloid: Blau nach Jodbehandlung
[11] Jod: I2 als Molekül
[12] Amylose: Glucosemoleküle sind in der Amylose fast ausschließlich α-1,4-glycosidisch miteinander verbunden¸ wobei das unverzweigte Molekül in Schraubenform vorliegt; beim Amylosenachweis („Stärkenachweis“) lagert sich Jod in das Schraubeninnere ein, wobei eine bläuliche Färbung entsteht
[13] Isolichenin aber scheint der Grund für die Bläuung mit Jod zu seinPolymer der Glucose mit gemischten Vernüpfungen in α-(1→3) und α-(1→4) Stellung
Eingestellt am 24. Oktober 2026
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