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Hypocreaceae, Krustenpustelpilze i.e.S.

1 Verbunden

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Wohl denen, deren Sporen dicht die Orte berieseln,

Verträgliche[1] Hyphen[2] in kleineren Räumen mehrfach sich finden!

Sie schmücken die Stellen nach jeder Begegnung

Mit ihrer Fruchtkörper[3] bezauberndem Bild.

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Keimende Sporen, genetisch verschieden,

Müssen, wie all jene heterothallischer[4] Pilze, sich suchen;

Freilich begnügt sich der Ascomycoten Sexualität

Mit einem einzigen kreuzungsspezifischen Ort[5],

Mischen sich über Populationen hinweg,

Mit Allelen differierenden Typs[6].

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Des diploiden[7] Kernes Meiose[8]

Gebiert erneut zwei Typen haploider[9] Sporen.

Bipolar[10] nennen Mykologen[11] deswegen

Der Ascomycota sexuelles Verhalten,

Oder unifaktoriell, weil ein Locus[12] genügt,

Der Merkmale Neukombinationen[13] zu sichern. –

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In gemeinsamem, oft kräftig gefärbtem Mycel[14]

Nisten mitunter Dutzende farbige Fruchtkörper[15]

Auf kleinstem Areal des Substrats[16];

Multiplizieren der Neukolonisten Chancen zur Okkupation.

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Verdichten, heben basal ihr Geflecht[17]

Zur Hemisphäre empor,

Versinken weich gebettet bis and den Mund[18];

Ruhen nur scheinbar, bis Cirren[19] wie Haare entsprießen.

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Winde erfassen die trocknenden Punkte[20] der Haare,

Zerstäuben sie fein, nichts kann sie halten,

Weithin über den Hügel[21] hinaus,

Verschwinden langsam im scheinbaren Nichts.

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Zur Halbkugel erhoben, zusammengefasst,

Gewinnen sie, an ihres Hügels Kuppe zumindest,

Abstand vom flachen, windgeschützten Substrat,

Lassen die Cirren von Wirbeln zerzausen.

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Fußnoten

[1] Kompatibel: zueinanderpassend; sexuell verträglich

[2] Hyphen (Pilze): Einzellreihige, zellwandumgebene Fäden von Pilzen mit Spitzenwachstum, mit oder ohne Querwände

[3] Fruchtkörper (Fungi): Komplexe Hyphengeflechte, die Überdauerungsorgane, Konidien oder Sporangien enthalten oder diese oberflächlich tragen

[4] Heterothallisch, diözisch (Pilze): Kontärgeschlechtliche (+ / –)-Hyphen zweier verschiedener (hetero-) Mycelien (-thalli) treffen sich zur sexuellen Fortpflanzung

[5] Unifaktorieller, bipolarer Kreuzungstyp (Dikaryota): Wenn nach Meiose eines Individuums Sporen in nur zwei verschiedenen Kreuzungstypen auftreten; Grundlage dafür ist ein einziger Locus mit mehreren unterschiedlichen Allelen, z. B. A1/A2 (+/-, A/a)

[6] Mit Individuen, die ein abweichendes Allel des Kreuzungsfaktor besitzen

[7] Diploid: Zellkerne mit doppeltem Satz zusammenpassender, homologer, Chromosomen; ausgedrückt mit 2n

[8] Meiose, meiotisch: Meiose dient der Reduktion eines diploiden Chromosomensatzes zu haploiden Sätzen. Dabei werden einander entsprechende Chromosomen, im Kern sich dann mittig in einer Ebene gegenüberstehend, gepaart und anschließend in entgegengesetzter Richtung („polwärts“) separiert. Dieser Vorgang wird auch als Reduktionsteilung (oft abgekürzt als R! und zugleich stellvertretend für die ganze Meiose verwendet) bezeichnet. Da die voneinander getrennten haploiden Chromosomen schon zu Chromatiden verdoppelt sind, schließt sich an die Reduktionsteilung noch eine mitotische Teilung an, so dass vier haploide Kerne letztlich vorliegen; abgekürzt mit R!

[9] Haploid: Zellkerne mit einfachem Chromosomensatz; ausgedrückt als n

[10] Bipolarer, unifaktorieller Kreuzungstyp (Dikaryota): Wenn nach Meiose eines Individuums Sporen in nur zwei verschiedenen Kreuzungstypen auftreten; Grundlage dafür ist ein einziger Locus mit mehreren unterschiedlichen Allelen, z. B. A1/A2 (+/-, A/a)

[11] Mykologe: Wissenschaftler, der sich mit Pilzen beschäftigt

[12] Locus, Kreuzungstyplocus (Dikaryota): Ort des Gens, das die sexuelle Fortpflanzung bestimmt

[13] Rekombination, Neukombination (sexuelle Fortpflanzung): Neuanordnung genetischen Materials, von RNA und DNA; im engeren Sinn kommt es zum Austausch von Allelen und durch deren Rekombination zu neuen Gen- und Merkmalskombinationen; sie sind ein entscheidender Evolutionsfaktor und die Hauptursache für die genetische Vielfalt innerhalb einer Art

[14] Mycel: Gesamtheit dicht oft wachender Hyphen

[15] Perithecium, Krugförmiger Fruchtkörper, (Pezizomycotina): Bauchig-flaschenförmiger Fruchtkörper (wie eine Chianti-Flasche) mit enger Mündung, durch die sich streckende Asci Sporen in die Umwelt schießen, oder durch die im Innern abgeschossene Sporen allmählich nach außen gedrückt werden

[16] Substrat: Allgemeine Bezeichnung für feste, unterstützende, tragende oder nährende Substanz

[17] Mycel

[18] Peristom (Ascomycota): Mündung, Öffnung eines Peritheciums

[19] Cirren (Fungi): Zu langen Fäden zusammenhängende Konidien oder Sporen

[20] Ascosporen: Meiosporen der Ascomycota; meist einfach Sporen genannt

[21] Halbkugeliger Sammelfruchtkörper

Eingestellt am 24. Oktober 2026

Bipolarer, bzw. unifaktorieller Kreuzungstyp bei Ascomycota (ppt; Reinhard Agerer)

Rechts: Ausschnitt aus Hymenium mit ascogenen Hyphen. Nach Karyogamie enthält der diploide Zellkern die beiden Allele A1 und A2 (siehe ascogene Hyphen des mittleren Bilds), die er von den beiden haploiden Kernen (mit Allel A1 der eine, A2 der andere) übernommen hat. Die nach der Meiose entstehenden vier haploiden Kerne erhalten zu je Zwei Allele A1 (Kringelkern) und A2 (Punktkern). Im rechten Ascus mit acht Kernen liegen je vier haploide Kerne mit Allel A1 (Kringelkerne) und A2 (Punktkerne). Die Anordnung der Kerne ist zufallsbedingt, werden aber, weil jeder der vier nach der Meiose entstandenen haploiden Kerne eine Mitose anschloss, immer paarweise vorliegen.

Mitte und links oben: Die entstandenen acht Sporen gehören also je zu viert dem Kreuzungstyp A1 beziehungsweise A2 an; daraus ergibt sich die Bezeichnung bipolar. Grund dafür ist, dass nur ein Kreuzungstyplocus vorliegt, der in unterschiedlichen Allelen existieren kann: A1, A2, A3, u.s.w.; in der Anzahl der Allele (A1, ….) können die einzelnen Sippen differieren; daraus ergibt sich die Bezeichnung unifaktoriell (ein Locus: A).

Links unten: Keimen die Sporen mit A1 bzw. mit A2, besitzt jede Zelle der entsprechenden Hyphen den gleichen Kreuzungstyp (A1 oder A2). Erst nach der Plasmogamie von Ascogon und Antheridium werden die Kerne gepaart, so dass dann jede Zelle der ascogenen Hyphen ein Dikaryon besitzt: ein Kerm mit Kreuzungstyp A1, einen mit A2.yphen aus, beesitzt jede der hapöoiden

Eingestellt am 24. Oktober 2026

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Hypocreaceae, Krustenpustelpilze i.e.S.

2 Weltweit

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Als Star der Familie gilt Hypocrea[1]

Mit Trichoderma[2], der hochproduktiven Nebenfruchtform[3]:

In Etagen an vielstöckigen Trägern geordnet

Spreizt sie Phialiden[4] zu Quirlen hinaus,

Formt Hunderte winzige Bällchen den Winden zum Spiel

Und weiß, ihre Nachbarn steh’n ihr darin sicher nicht nach.

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Millionen Konidien[5] bevölkern die Luft,

Denen Ascosporen[6] als ‚unter ferner liefen‘[7], nur gelten.

Besetzen vieles, was von anderen Pilzen gleichfalls geliebt,

Mit ihrer kraftvoll besiedelnden Macht.

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Auf Zellwandglucane[8] sind sie besonders erpicht,

Ob mit oder ohne N-Acetyl[9], ist ihnen völlig egal,

Matrixsubstanzen[10], gerne dazu noch Protein[11],

Sind ihrer Enzyme[12] bevorzugtes Ziel.

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Kommen Konkurrenten ihnen zu nahe,

Machen sie, vielfältige Werkzeuge liegen bereit,

Mit den Ungeliebten kurzen Prozess:

Töten mit Mycotoxinen[13], gegen die sie selbst sind immun,

Oder umwickeln die Hyphen[14],

Dringen ein und saugen sie leer.

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Janusköpfig[15] erweisen sich viele,

Zerstören nicht selten, was uns Menschen[16] so lieb;

Reduzieren zum Ausgleich freilich

Problematische Pilze[17] an Wurzel und Trieb.

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Regen nicht selten auch Wurzeln,

Wenn sie von außen sie harmlos besiedeln,

Zu stärkerem Wachstum, wie schlau möchte man meinen,

Zu eigenen Vorteilen an.

Schülfern sie doch fürs Durchdringen des Bodens

Ständig der Wurzel Zellen[18] als Gleitschmiere ab.

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Fußnoten

[1] Hypocrea spp.: Kugelpustelpilze (Hypocreaceae – Hypocreales – Hypocreomycetidae – Sordariomycetes -…)

[2] Trichoderma, Nebenfruchtform von Hyocrea spp.: Grünschimmel (Hypocreaceae – Hypocreales – Hypocreomycetidae – Sordariomycetes -…)

[3] Nebenkreislauf, Nebenfruchtform: Eine asexuelle Vermehrung, die nicht direkt in den Entwicklungskreislauf (Hauptkreislauf, Hauptfruchtform) eingeschaltet ist, sondern für eine seiner Phasen der schnellen, oft explosionsartigen Vermehrung dient

[4] Phialiden, phialidisch (enteroblastisch-): Enteroblastisch bedeutet, bei der Konidienbildung werden nur die inneren Zellwandschichten der konidienbildenden Zelle zur Konidienbildung herangezogen; bei phialidischer Bildung liegt der konidienbildenden Zelle eine Flaschenform zugrunde; außerdem werden die Konidien in Serie gebildet, wobei die älteste Konidie an der Spitze der Kette steht, die jüngste an der Mündung der Phialide

[5] Konidie: Asexuell und nach außen gebildete Verbreitungseinheit, die mit einer Hyphe keimt

[6] Ascosporen: Meiosporen der Ascomycota; meist einfach Sporen genannt

[7] Ferner liefen: Bedeutet etwas oder jemand wird als zweitrangig, bedeutungslos, chancenlos oder nicht weiter erwähnenswert eingestuft

[8] Glucane: Generelle Bezeichnung für aus Zuckern entstandene Substanzen

[9] Cellulose oder Chitin

[10] Matrix: Zwischen festen Teilen (z. B. Zellen oder Fasern) liegende amorphe Substanzen, um Stabilität und Zusammenhalt zu geben

[11] Proteine: Aus Aminosäuren aufgebaute, komplexe Moleküle. Die [–NH2]-Gruppe einer Aminosäure wird mit der Hydroxylgruppe [–OH] der Säurefunktion [–COOH] unter Wasserabspaltung verknüpft, dabei entsteht eine charakteristische Abfolge von Atomen: [–C–N–C–C–N–]n, wobei das unmittelbar dem [N] benachbarte [C] einen doppelbindigen Sauerstoff [–C=O] trägt, das zweite der beiden benachbarten den Aminosäurerest

[12] Enzym: Protein, das, an spezielle Moleküle angepasst, Synthese oder Abbau katalysiert. Meistens werden mehrere Enzyme zu einem Komplex verbunden, um eine räumliche Nähe zwischen den einzelnen, aufeinanderfolgenden Syntheseschritten herzustellen

[13] Mycotoxine: Von Pilzen gebildete Giftstoffe

[14] Hyphen (Pilze): Einzellreihige, zellwandumgebene Fäden von Pilzen mit Spitzenwachstum, mit oder ohne Querwände

[15] Janusköpfig: Eigenschaft, zwei völlig gegensätzliche Gesichter, Seiten oder Eigenschaften zu haben

[16] Homo sapiens: Moderner Mensch (Homo spp. – Hominini – Homininae – Hominidae – Hominoidea –…)

[17] Parasit, Schmarotzer: Ein Organismus lebt auf Kosten eines anderen

[18] Calyptra(zellen), Wurzelhaube(nzellen) (Tracheophyta): Werden vom Wurzelspitzenmeristem nach vorne, Richtung Verlängerung der Wurzelspitze abgegeben und dienen, weil sie beim Weiterwachsen der Wurzelspitze seitlich nach hinten gleiten durch Verschleimen als Gleitmittel, um seitliche Verletzungen der Wurzel beim Eindringen in den Boden zu verhindern

Eingestellt am 24. Oktober 2026

Oben: Hypocrea rufa, Rotbrauner Scheibenpustelpilz, mit Nebenfruchtform Trichoderma viride

Autor: Thomas Kalveram

Lizenz: Mit Genehmigung durch Thomas Kalveram, 25. 6. 2026

Unten: Hypocrea citrina, Zitronenfarbener Krustenpustelpilz, (Original; Reinhard Agerer)

Eingestellt am 24. Oktober 2026

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Hypocreaceae, Krustenpustelpilze i.e.S.

3 Zum Ärger (AP)

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Lebende Zellen von Pflanzen lassen sie meistens links liegen,

Dringen nicht zerstörerisch[1] ein;

Doch Pilze[2] als Nahrung bringen ihnen

Beispielloses Vergnügen dafür.

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Als Konkurrenten gelten sie deshalb den Menschen[3],

Lieben auch sie doch Champignon[4] und Austernpilz[5];

Breiten sich, etwas Besseres können sie gar nicht mehr finden,

Zwischen dichten Pilzköpfen aus,

Zermatschen, wenn ihre Hyphen[6] die Körper[7] durchdringen,

Graue, braune, weiße festfleischige Hüte,

Überziehen, wenn nicht umgehend Einhalt geboten,

Alles mit dunkelgrünem Konidienträgerbelag[8],[9].

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Bis zu einem Drittel, gar bis zu hundert Prozent,

Fällt der Betriebe Pilzzuchtertrag,

Wird nicht des Kultursubstrats Reinheit,

Nicht der Raumluft Kontamination überprüft. –

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Pilzsammler legen des Öftern enttäuscht

Einen Rotfußröhrling[10] wieder zurück,

Finden sie, Kopf nach unten den älteren Fruchtkörper drehend,

Auf den Röhren weißlich grauen Schimmelbelag.

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So beginnt Sepedoniums[11] zerstörendes Werk

Und endet, sobald der gezwungene Wirt

Goldgelb überpudert am Boden noch steht und

Winzige Eier liegen, so scheint es[12], mittig im ebenen Nest.

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Zermatscht, zersetzt, als gelblicher Fleck

Knickt er am Ende zu Boden,

Wenn Konidien und Sporen[13] längst schon verstreut.

Wird aber noch als Werkzeug danach benutzt:

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So als wüsste Sepedonium,

Dass wieder wird, was einmal war,

Formt es dickwandige, kuglige,

Prall mit Reserven gefüllte, ummantelte Zellen[14];

Sie bleiben unverrückt, wenn nicht Tiere sie nehmen,

Am Ort der Geburt.

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So lange halten das Warten sie aus,

Bis im zeitigen Sommer, früh im Herbst,

Rotfußröhrlinge sich aus dem Boden erheben.

Doch, schon bevor sie das Licht des Waldes erblicken,

Liegt, versteckt noch, der Goldschimmel[15] geduldig in

Röhren und Hut.

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Sepedonium, alias Hypomyces chrysospermus,

Wär ein schlechter Verwalter des verfügbaren Guts,

Nähme er nur den Rotfußröhrling zur Nahrung!

Er weitet klug sein Menü auf Röhrlingsverwandte[16] aus.

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So diente er früher, als DNA-Sequenzen noch Forschern verborgen,

Als Verwandtschaftszeiger par excellence[17];

Enthüllte Pilze, die nichts mit Röhren hatten am Hut,


Sich gar als Boviste[18] gerierten, als röhrlingsverwandt.

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Fußnoten

[1] Nicht als Parasiten

[2] Fungi: Echte Pilze, Chitinpilze (Opisthokonta – Eukarya)

[3] Moderner Mensch: Homo sapiens (Homo spp. – Hominini – Homininae – Hominidae – Hominoidea –…)

[4] Kulturchampignon: Agaricus bisporus (Agaricoideae – Agaricaceae – Agaricineae – Agaricales – Agaricanae -…)

[5] Austernseitlinge: Pleurotus spp. (Pleurotaceae – Pluteineae – Agaricales – Agaricanae – Agariomycetidae –…)

[6] Hyphen (Pilze): Einzellreihige, zellwandumgebene Fäden von Pilzen mit Spitzenwachstum, mit oder ohne Querwände

[7] Fruchtkörper (Fungi): Komplexe Hyphengeflechte, die Überdauerungsorgane, Konidien oder Sporangien enthalten oder diese oberflächlich tragen

[8] Konidie: Asexuell und nach außen gebildete Verbreitungseinheit, die mit einer Hyphe keimt

[9] Trichoderma viride:

[10] Rotfußröhrling: Xerocomus chrysenteron (Boletaceae; nicht separat behandelt – Boletineae – Boletales – Boletanae – Agaricomycetidae –…)

[11] Sepedonium: Goldschimmel; Nebenfruchtform von Hypomyces chrysospermus (Hypocreaceae – Hypocreales – Hypocreomycetidae – Sordariomycetes – Pertihecienascomycota –…)

[12] Perithecium, Krugförmiger Fruchtkörper, (Pezizomycotina): Bauchig-flaschenförmiger Fruchtkörper (wie eine Chianti-Flasche) mit enger Mündung, durch die sich streckende Asci Sporen in die Umwelt schießen, oder durch die im Innern abgeschossene Sporen allmählich nach außen gedrückt werden

[13] Ascosporen: Meiosporen der Ascomycota; meist einfach Sporen genannt

[14] Chlamydosporen: Asexuell gebildete Überdauerungsorgane, die, zumindest der Theorie nach, innerhalb einer Hyphenzelle gebildet werden, deshalb einen Mantel (chlamys) um ihre verdickte Zellwand tragen; der Dünne der Hülle wegen lässt sich diese Schicht im reifen Zustand meist nicht mehr feststellen

[15] Hypomyces chrysospermus: Rotbrauner Scheibenpustelpilz (Hypocreaceae – Hypocreales – Hypocreomycetidae – Sordariomycetes – Pertihecienascomycota –…)

[16] Röhrlingsartige: Boletales (Boletanae – Agaricomycetidae – Der Stinkmorchelverwandten Schwester – Der moderne Rest – Holobasidiale Serie –…)

[17] par excellence: in höchster Vollendung, schlechthin

[18] Scleroderma spp.: Kartoffelboviste (Sclerodermatceae – Sclerodermatineae – Boletales – Boletanae – Agaricomycetidae –…)

Eingestellt am 24. Oktober 2026

Links oben: Hypomyces chrysospermus (Goldschimmel)

Autor: weed lady at Mushroom Observer

Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert

Rechts oben: Hypomyces microspermus; Aufsicht auf Perithecien

Unten links: Hypomyces microspermus; Schnitt durch Perithecienschicht

Unten Mitte: Sepedonium; Chlamydosporen von Hypomyces microspermus

Unten rechts: Hyphen

Erlaubnis angefragt für H. microspermum: centrodeestudiosmicologicosast@gmail.com, 26.6. und 31. 7. 226

Eingestellt am 24. Oktober 2026

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Hypocreaceae, Krustenpustelpilze i.e.S.

4 Zur Freude

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Der Pflanze Zellwände freuen Trichoderma[1] besonders,

Denn leicht lassen in Zucker sie sich zerlegen.

Optimierte seit Jahrmillionen schon

Seiner Enzyme[2] Kapazität. –

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Lang schon ist Trichderma an Säfte mit Fruchtfleisch gewöhnt!

So prüfen Unternehmen stets neue Methoden,

Energiesparend, gewinnbringend, der Früchte wertvolle Stoffe

Ohne Verluste, ohne viel Abfall unter Verbraucher zu bringen.

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Enzyme zerkleinertem Obst zugeführt,

Setzen ohne viel Aufwand Inhalt und Säfte der Fruchtzellen frei,

Zerkleinern mikrofibrilläre[3] Texturen in leicht verzehrbare Formen;

Gesunder Ernährung beständiges Ziel. –

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Um Zuckergehalte für alkoholische Gärung[4] noch zu erhöhen,

Setzen Fabriken Cellulasen[5] in höherem Maße jetzt ein,

Auch Glucane[6] der Körnerzellwände zu nutzen:

Trichoderma liefert sie prompt.

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Selektion, Optimierung des Wachstumsdesigns

Bringen Trichoderma reesei[7] heute dazu,

Fast achtzig Gramm Cellulasen pro

Liter Wachstumsmedium auszuscheiden. –

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Aus Rohstoffen nachhaltig Energie zu gewinnen,

Rücken cellulosehaltige[8] Abfälle immer mehr in den Blick:

Trichderma-Cellulasen liefern Hefen[9] den nötigen Zucker,

Sie verwandeln ihn, daran sich labend, in Biosprit-Alkohol

Noch arbeiten Forscher daran,

Um fossile Brennstoffe zu schonen,                                                                                                 

Bestgeeignete Clone zu finden, zu selektieren.

Bringen die Evolution damit biotechnologisch vielleicht auf Trab.

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Fußnoten

[1] Trichoderma, Nebenfruchtform von Hyocrea spp.: Grünschimmel (Hypocreaceae – Hypocreales – Hypocreomycetidae – Sordariomycetes -…)

[2] Enzym: Protein, das, an spezielle Moleküle angepasst, Synthese oder Abbau katalysiert. Meistens werden mehrere Enzyme zu einem Komplex verbunden, um eine räumliche Nähe zwischen den einzelnen, aufeinanderfolgenden Syntheseschritten herzustellen

[3] Mikrofibrillen (Cellulose): Dickere Cellulosestränge, die aus Elementarfibrillen aufgebaut und eingebettet sind in eine Zwischensubstanz (z. B. Hemicellulose, Lignin)                               

[4] Alkoholische Gärung: Mikrobieller Abbau organischer Stoffe in Ethanol zur Energiegewinnung ohne Einbeziehung von Sauerstoff

[5] Cellulasen: Cellulose abbauende Enzyme

[6] Glucane: Generelle Bezeichnung für aus Zuckern entstandene Substanzen

[7] Trichoderma reesei: Nebenfruchtform von Hypocrea jecorina (Hypocreaceae – Hypocreales – Hypocreomycetidae – Sordariomycetes -…)

[8] Cellulose: Unverzweigte Ketten aus Glucose in β-1,4-Verknüpfung; wobei der 6C-Zucker Glucose in Ring-Form geschrieben, das C1 der Aldehydgruppe ist [CH2OHCHOHCHOHCHOHCHOHCHO], davon aus gerechnet ist der vierte Kohlenstoff das C4 ist. In Ringform geschrieben weist die OH-Gruppe des C1 nach oben, wie auch die frei gebliebene CH2OH-Gruppe. Die OH-Gruppen wechseln von 1 bis 4 die Stellung: C1 nach oben, C2 nach unten, C3 noch oben, C4 nach unten, an C5 hängt die nach oben stehende CH2OH-Gruppe

[9] Saccharomyces cerevisiae: Bäckerhefe, Weinhefe, Bierhefe (Saccharomycetaceae – Saccharomycotina – Ascomycota – Dikarya – Unbegeißelte Chitinpilze –…)

Eingestellt am 24. Oktober 2026

Trichoderma harzianum (als Beispiel für diese Nebenfruchtform)

Autor: ohne Angabe

Lizenz: Public Domain; unverändert

Eingestellt am 24. Oktober 2026

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Endpunkt erreicht!