zum Glossar mit Abbildungsverweisen über:

Der moderne Rest
1 Ortsbeschränkt
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Nicht mehr überall treiben sie Sporen[1] nach außen.
Lösen an wenigen Orten die äußeren Schichten der Wand,
Schieben nach oben, zum Apex des Ständers[2] Zelle,
Der Spore Wiege, den Ort der Geburt.
Verwenden die einmal erweichte, geöffnete Stelle,
Sporen nach außen zu schieben, oft immer neu.
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Sollen sie seitlich an der Basidie Flanke entstehen,
Zieh‘n sie, der Anzahl meiotischer Kerne[3] entsprechend, Wände zum Vierteilen ein
Mit je einem Ort nur, Sporen zu bilden; je als Einzelgeschehen;
Doch sitzende Sporen formen meist sie repetitiv.
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Wer sich entscheidet, Sterigmen[4] zum Sporenschießen sich zu leisten,
Verzichtet auf wiederholte Sporenbildung an ein und demselben Ort.
Die Beschränkung auf nur eine Propagule[5] pro Zelle
Bringt ihnen trotzdem, vielleicht gerade deswegen, Erfolg.
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Fußnoten
[1] Basidiosporen: Von Basidiomycota, von Ständerpilzen, nach außen gebildete Meiosporen
[2] Basidien: Ständer, auf denen sexuell gebildete Sporen entstehen
[3] Vier haploide Kerne
[4] Sterigma, Sterigmen (Basidiomycota): Dünne Fortsätze an der Basidie, an der die Sporen sitzen
[5] Propagulen: Allgemeine Bezeichnung für Verbreitungseinheiten
Eingestellt am 24. Oktober 2026
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Der moderne Rest
2 Nur keine Inzucht
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Wie Ascomycota, sind auch ihnen zwei verschied’ne Sporentypen[1] zu eigen,
Aber nicht männlich und weiblich, sondern einfach nur minus und plus,
Um weiblich und männlich zu trennen, besitzen sie nicht.
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Doch wenn Hefen[5] oder Hyphen sich paaren,
Kommt auch hier es auf Unterschiedlichkeit an:
Nur die können erfolgreich sich einen,
Wer eines Kreuzungsgens ungleiche Allele[6] trägt.
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Wenn nach Meiose Sporen entstehen,
– Vier oder nach weiteren Mitosen um Faktor zwei erhöht –
Tragen Sporen im Fünfzig zu Fünfzig Verhältnis
Allel eins oder zwei.
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Wären, auf eine Art berechnet, immer nur zwei Allele,
Bliebe Inzucht ihnen womöglich erspart,
Doch mit der Vielfalt wär es,
Wegen der Anlagen beschränkter Durchmischung, nach wenigen Generationen dahin.
Im Laufe der Pucciniomycotina Evolution aber
Wurde beständig der Allelle Anzahl erhöht.
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Fußnoten
[1] Bipolarer, unifaktorieller Kreuzungstyp (Dikaryota): Wenn nach Meiose eines Individuums Sporen in nur zwei verschiedenen Kreuzungstypen auftreten; Grundlage dafür ist ein einziger Locus mit mehreren unterschiedlichen Allelen, z. B. A1/A2 (+/-, A/a)
[2] Gametangien: Behälter für Gameten; oder für Zellkerne, die, ohne Gameten zu bilden, dazu bestimmt sind, früher oder später über Karyogamie der sexuellen Fortpflanzung zu dienen
[3] Kerndonator: Männliche Zelle, die ihren Kern, ihre Kerne, in die weibliche Zelle gibt
[4] Kernrezeptor: Weibliche Zelle, die einen Kern, mehrere Kerne, von einer männlichen Zelle empfangen
[5] Hefen i.w.S.: Von Fungi (Echten Pilzen) durch Knospung gebildete Einzelzellen unterschiedlichster Form; Knospungsstellen sind als Narben in der Zellwand erkennbar; im weiten Sinne können sie von Ascomycota (Schlauchpilzen) wie von Basidiomycota (Ständerpilzen) gebildet werden; als Hefen in engerem Sinne werden jene der Ascomycota bezeichnet
[6] Allele: Unterschiedliche Varianten eines Gens an einer bestimmten Stelle (Genort) eines Chromosoms
Eingestellt am 24. Oktober 2026

Bipolarer, bzw. unifaktorieller Kreuzungstyp bei Pucciniomycotina und Ustilaginomycotina (ppt; Reinhard Agerer)
Oben: Konträrgeschlechtliche (Kreuzungstyp A1 bzw. A2) haploide Hyphen, die nach Plasmogamie dikaryotisches Mycel mit je zwei haploiden Kernen (mit Allel A1 bzw. A2) pro Zelle besitzen.
Unten von links nach rechts: Entwicklung von Basidien an dikaryotischem Mycel. In einer Probasidie (nicht immer vorhanden) erfolgt nach Karyogamie (links) Diplodisierung des Kerns, mit den Allelen A1 und A2. In anschließender Meiose (rechts daneben) werden vier haploide Kerne gebildet, wobei zwei Kerne Allel A1 und zwei Kerne Allel A2 beinhalten. Im Falle septierter Basidien (rechts daneben) werden die Kerne durch Septen- und damit durch Zellbildung voneinander getrennt. Gekrümmte Sterigmen (oft fehlen Sterigmen gänzlich) bilden sich, wenn die Sporen aktiv abgeschleudert werden sollen (rechts daneben), an deren Enden Initialen der Basidiosporen entstehen (rechts daneben), in die die Kerne je einzeln einwandern (rechts daneben). Damit besitzen zwei Sporen Allel A1 und zwei Sporen Allel A2 (darüber).
Die entstandenen vier Sporen gehören also je zu zweit dem Kreuzungstyp A1 beziehungsweise A2 an; daraus ergibt sich die Bezeichnung bipolar. Grund dafür ist, dass nur ein Kreuzungstyplocus vorliegt, der in unterschiedlichen Allelen existieren kann: A1, A2, A3, usw.; in der Anzahl der Allele (A1, ….) können die einzelnen Sippen differieren; daraus ergibt sich die Bezeichnung unifaktoriell (ein Locus: A).
Oben: Keimen die Sporen mit A1 bzw. mit A2, besitzt jede Zelle der entsprechenden Hyphen den gleichen Kreuzungstyp (A1 oder A2).yphen aus, beesitzt jede der hapöoiden
Eingestellt am 24. Oktober 2026
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