zum Glossar mit Abbildungsverweisen über: 

Physcineae, Schwielenflechten

1 Rosettig (TP)

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Mit schmalen Loben, flach oder seitlich nach unten gerollt,

Wiederholt sich teilend, rosettig vereint,

Wenig auffallend graugrün, nicht selten auch bräunlich getönt,

Leben Physcien[1] und ihre Sippschaft,

Xanthorien[2] oftmals sehr nahe, auf gleichem Substrat;

Teilen die gleiche Gruppe von Algen, manchmal im Streit.

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Wenn die Symbiose fest etabliert,

Streben Loben, freudig sich teilend,

Akribisch hin zu Peripherie,

Heften, Kontakt zur Borke ist ihnen wichtig, mit Rhizinen[3] sich an.

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Apothecien, vom Lager[4] berindet,

Bräunlich meist in der Scheibe, ab und an überreift,

Tragen sie gern in Richtung Zentrum auf ihren Loben;

Soredien[5], auch Isidien[6], gehören meistens dazu.

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Pykniden[7] sind ihnen wie ihrer ganzen Ordnung zu eigen;

Falls die Konidien[8] auch als Spermatien[9] gedacht,

Bleiben sie allem Anschein nach wenig effektiv,

Denn Apothecien haben oftmals Seltenheitswert.

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Zweigeteilt zeigen sich Sporen,

Mit verdicktem Septum und artcharakteristischer innerer Wand;

Streben polardiblastische[10] Sporen wie Xanthoria an,

Bleiben jedoch auf halbem Weg steh’n.

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Laubflechten[11] ähnlicher Thalli gibt es genug,

Gehören jedoch oft Lecanorales an.                                                             

Ein Blick in die Sporen

Ordnet sie aber eindeutig ihrer Verwandtschaft zu.

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Fußnoten

[1] Physcia spp.: Schwielenflechten (Physcineae – Teoschistales – Lecanoromycetes – Apothecienascomyota – Inoperculate Ascomycota –…)

[2] Xanthoria spp.: Gelbflechten (Teloschistineae – Teloschistales – Lecnoromycetes – Apothecienascomycota – Unitunicata Ascomycota –…)

[3] Rhizine: Wurzelähnliche Struktur aus mehreren Hyphen an der Basis einiger Flechten, die dazu dienen, sie ans Substrat zu binden

[4] Flechtenthallus: Algenumgebendes Hyphengeflecht unterschiedlichster Formen, auf/in dem die Fruchtkörper der Flechte (des Pilzes) entstehen

[5] Soredien: Winzige, mehlige oder körnige Päckchen aus Algenzellen und Pilzfäden, die der ungeschlechtlichen Vermehrung von Flechten dienen

[6] Isidien: Kleine, berindete, meist stiftförmige Auswüchse auf der Oberfläche von Flechten, die der ungeschlechtlichen Fortpflanzung dienen

[7] Pycniden, Spermogonien (Fungi): Krugförmige Behälter für Konidien oder Spermatien

[8] Konidie: Asexuell und nach außen gebildete Verbreitungseinheit, die mit einer Hyphe oder hefeartig keimt

[9] Spermatien: Unbegeißelte männliche Fortpflanzungszellen (Gameten, bei Rhodophyta, bei manchen Pezizomycotina und Pucciniomycetes)

[10] Polardiblastisch, Polardiblastie: Zu Beginn der Ontogenese ursprünglich zweizelliger Sporen verdickten Querwand so stark, dass nur an beiden Polen eine kleine, kuglige Zelle überblieb; gelegentlich lässt sich im Lichtmikroskop in der verdicken Querwand ein sehr dünner Kanal erkennen, dort blieb der Septenporus, die Zellverbindung, erhalten und wurde mit der Querwandverdickung zum Kanal

[11] Laubflechten: Flechten, die flach, blattartig und lappig auf einem Untergrund wenig verbunden wachsen

Eingestellt am 24. Oktober 2026

Oben links: Physcia stellaris, Stern-Schwielenflechte

Autor: Ed Uebel

Lizenz: GNU Free Documentation License; unverändert

Oben rechts: Physconia enteroxantha, Gelbmark-Rauhreifflechte

Autor: Jason Hollinger

Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert

Mitte: Heterodermia speciosa, Schöne Wimperflechte

Autor: Jason Hollinger

Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license; unverändert

Unten: Phaeophyscia orbicularis, Kreisförmige Schwielenflechte

Autor: Alexis

Lizenz:  Creative Commons Attribution 4.0 International license; unverändert

Eingestellt am 24. Oktober 2026

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Der Ascusscheitel der beiden Teloschistales- Familien, verdickt, wie bei allen austrocknungsresistenten Lecanoromycetes, zeigen erhebliche Unterscheide:

Der Acusscheitel der Teloschistaceae (Teloschistineae) weist eine Dreischichtigkeit auf: die kontinuierliche, im Scheitel leicht verdünnte Zellwand wird von beiden Seiten von einer dicken amyloiden Kalotte umgeben. Jener der Physciaceae (Physcineae) hingegen zeigt in der deutlich amyloiden Kalotte eine zentrale inamyloide Aussparung, die sich pfeilförmig oder symmetrisch trapezförmig gibt.

Nach Rambold & Triebel (1994), Fig. 19 b und a, Seite 57

Eingestellt am 24. Oktober 2026

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Endpunkt erreicht!