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Saccoblastiaceae, Blasensackpilze

1 Alles für Basidie und Sporen

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Farblose Netzwerke schnallentragender[1] Hyphen

An totem Holz oder an sich zersetzender Borke[2],

Zerstreut bedeckt mit seitlich Säckchen tragenden Hyphenenden,

Stammen von Saccoblastia[3], der Familie einzigem Genus[4].

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Die Zygote[5], das Säckchen, gab ihnen den Namen,

Voll Protoplasma[6],  der Basidie[7] Entwicklung zu stützen,

Treibt seinen Inhalt mehr und mehr bis es geleert,

Ins Leben strebendem Meiosporangium[8] entgegen.

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Vierzellig, der Reihe nach[9], sind sie gegliedert,

Mit je einem Sterigma[10] zum Schießen der Spore;

Doch der erste Sprung reicht ihnen nicht,

Bilden erneut eine katapultierende Rampe[11],

Nehmen vieles, was sie als Fracht mit sich führten,

Hinein ins neue Vehikel[12] für ihren Kern. –

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Wer diesen Doppelsprung, Sekundärsporen[13], hatte erfunden,

Gab der Reise noch eine Gelegenheit,

Eine neue Chance, weg vom Ort der Bildung zu kommen,

Damit von dort, wo sie gelandet, erneut der Wind sie nimmt

Als Ausgleich für die argkleinen Hopser,

Die sie trotz mächtigen Anfangs getan.

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Der Weg ihrer Reise, den sie mit eigenen Kräften beginnen,

Führt nicht weit:

Des Millimeters Bruchteil nur kommen sie damit voran.
Überlassen den Rest gezwungenerweise dem Wind.

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Oft trägt er sie weit,

Falls ihre Oberfläche vor Regen geschützt,

Nicht durch Feuchte beschwert

Und damit nur langsam zu Boden sinken.

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Besonders wertvoll wird dem die gegebene nochmalige Chance,

Dessen Basidien nur locker verstreut, nicht dicht

Am Ort ihrer Bildung entstehen,

Weil sonst die wenigen Sporen oft verblieben nahe des Ursprungsorts.

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Fußnoten

[1] Schnallen: Formen sich bei vielen Agaricomycotina im Zuge der Zellteilung einer Hyphe. Seitlich wächst ein etwas einwärts gekrümmter Auswuchs nach hinten, findet Kontakt zu einer darunterliegenden Stelle der Hyphe; gleichzeitig teilen sich zwei Kerne (ein Dikaryon) synchron mitotisch, wobei sich die Tochterkerne eines der beiden Kerne in der ursprünglichen Hyphe nach unten, beziehungsweise nach oben separieren. Eine Tochter des zweiten Kerns begibt sich in den gekrümmten Auswuchs, der andere wandert in der Hyphe nach oben und bildet mit dem zweiten wieder ein Dikaryon. Zwei Querwände werden nun eingezogen: Eine Querwand trennt den Auswuchs von seinem Ursprung, die zweite bildet sich nahe oberhalb des Auswuchses quer in der Hyphe. Diese zweite trennt das Dikaryon im oberen Teil der Hyphe von der Partie darunter, die momentan nur einen Kern besitzt. Um wieder ein Dikaryon bilden zu können, bildet der Auswuchs mit seiner Berührungsstelle an der Hyphe eine Anastomose, lässt seinen Kern zum wartenden wandern, womit auch hier wieder ein Dikaryon etabliert ist. An der Stelle des Auswuchses entsteht eine Verdickung, die als Schnalle bezeichnet wird, geht sie doch auf den rückwärts gerichteten Auswuchs zurück, der wie der Dorn einer Gürtelschnalle aussieht

[2] Borke: Äußerste, tertiär entstandene Abschlussschicht an Bäumen; Korkschichten trennen, um entstandene Risse zum lebenden Gewebe hin wieder abzudichten, Teile des Bastes ab, die danach absterben und artabhängig in unterschiedlichen Formen abblättern; sekundäres Abschlussgewebe ist Rinde; primäres die Epidermis

[3] Saccoblastia: Blasensackpilze (Saccoblastiaceae – Atractiellales – Der Moderne Rest – Pucciniomycotina – Basidiomycota –…)

[4] Genus (pl. Genera), Gattung: Gesamtheit von Arten, die in wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen und sich damit von anderen Gattungen trennen lassen

[5] Zygote: Diploide Zelle, die nach der Verschmelzung zweier haploider Kerne, im Zuge der sexuellen Fortpflanzung entstand

[6] Protoplast, Protoplasma: Gesamter Inhalt einer Zelle (ohne Saftvakuole)

[7] Basidien: Ständer, auf denen sexuell gebildete Sporen entstehen

[8] Meiosporangium: Eine sporenbildende Zelle, gelegentlich im Zuge der Sporenbildung geteilt (Basidiomycota), in der Karyogamie (K!) und Meiose (R!), also Verschmelzung haploider Kerne und anschließend den doppelten Chromosomensatz reduzierende Kernteilungen erfolgen und danach Meiosporen entstehen

[9] Querseptierte Basidie

[10] Sterigma, Sterigmen (Basidiomycota): Dünne Fortsätze an der Basidie, an der die Sporen sitzen

[11] Bildung eines Sterigmas aus der Spore

[12] Sekundärspore

[13] Sekundärsporen: Werden Sporen der Basidiomycota genannt, die als Ballistokonidien am Sterigma von Basidiosporen gebildet worden sind

Eingestellt am 24. Oktober 2026

Saccoblastia ovispora (Eisporiger Sackpilz)

„Das Mycel bildet einen zarten, fast durchsichtigen Überzug. Auf diesem erheben sich etwas dünnere Hyphen, deren Endzellen gelegentlich … schwach anschwellen“ (Probasidie) „und hernach seitwärts eine birnförmige Ausstülpung bilden (Mitte), die sich mit Protoplasma füllt und sich infolge ihres Gewichtes nach unten neigt (links). Während des Auswachsens der Basidie wandert der Inhalt des Sackes in sie hinein, worauf sich die Basidie durch eine Querwand abgrenzt und zur Sporenbildung übergeht. ... Die subterminale Zelle wächst zu neuen Probasidien aus (Mitte). Die Basidiosporen keimen mit oder ohne vorhergehende Querteilung zu einer Sekundärspore aus oder bilden eine Menge winzig kleiner, durch eine schleimige Gallerthülle miteinander verklebte Konidien (rechts).“

Aus Gäumann (1926), Fig. 270. Nr. 11-13, Seite 413

Eingestellt am 24. Oktober 2026

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Saccoblastiaceae, Blasensackpilze

2 Der Druchtritt

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Organellenfrei[1] halten sie ihren Bezirk um den Porus,

Wie das Halbrund vor eines Schlosses Tor.

Atractosomen[2] scheinen am Rande des Raums Wache zu halten;

Wogegen, wofür, bleibt nur für sie kein Geheiminis.

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Was organellenfrei scheint,

Ist in Wahrheit ribosomengefüllt[3];

Ob Tubuli[4] oder Actinfilamente[5] durch die Menge sich zwängen,

Gar das Türchen durchschreiten,

Blieb ohne Antwort bisher;

Wandert etwas von Zelle zu Zelle,

Durchstößt es die winzige Öffnung,

Braucht Leitplanken bestimmt als Hilfe dafür.

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Vielleicht sind es doch nur cytosolgelöste[6] Substanzen,

Die sich von Zelle zu Zelle bewegen und

Aractosomen sorgen für

Umbau und Weg.

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Fußnoten

[1] Organell: Meist lipidmembranumgrenzte Bereiche einer Zelle eigener Funktion, z. B. Zellkern, Mitochondrien, Chloroplasten, etc.; oder als Zelle, weicht sie signifikant in Gestalt und Funktion von anderen ab, z. B. Drüsenzelle, Exkretionszelle

[2] Atractosom (Atractiellales): Aus Endoplasmatischem Reticulum (ER) durch periphere Einkrümmung entstandenes, membranumgebenes, geschichtet erscheinendes Organell

[3] Ribosom: Organell aus ribosomaler RNA und Proteinen. Es dient zur Translation der mRNA-Informationen in Proteine. Meist sind mehrere Ribosomen über die mRNA kettenartig verbunden, um zugleich mehrere Ablesevorgänge hintereinander ablaufen lassen zu können

[4] Mikrotubuli: Röhrenförmige Proteinkomplexe innerhalb eukaryotischer Zellen und in Geißeln; Hohlröhren aufgebaut aus den Dimeren α- und β-Tubulinen; funktionieren bei vielen wesentlichen zellulären Prozessen, einschließlich Mitose und Meiose. Mikrotubuli sind gerichtete Strukturen, deren Enden wegen ihrer Polymerisationsrichtung mit plus und minus bezeichnet werden; das α-Tubulin-Ende wird minus-Ende genannt, das β-Tubulin plus-Ende; bilden die Grundlage für das Cytoskelett und spielen eine wichtige Rolle in der Ausbildung der Kernteilungsspindel und im Vesikeltransport

[5] Actin, Fädiges Actin: Actin ist ein häufiger Bestandteil des Cytoskeletts und kommt besonders in Muskelzellen vor; zu Fäden polymerisiert (F-Actin), dient es der Stabilisierung der äußeren Zellform sowie der Ausbildung von Zellfortsätzen, intrazellulären Verlagerungen und gerichteten intrazellulären Bewegungen

[6] Cytosol: Zellflüssigkeit

Eingestellt am 24. Oktober 2026

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Endpunkt erreicht!